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Devisen

Lust auf Zocken mit dem Brexit?

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Der Brexit ist wie ein Kaugummi: er scheint sich endlos in die Länge zu ziehen. Manches deutet darauf hin, dass das Brexit-Datum verschoben werden wird vom 29.März auf Ende Dezember 2019 – aber, wie der Bayer sagt: „Nix gwiß woaß ma ned!“

Und weil das ganze Brexit-Theater eine never ending story zu sein scheint – warum nicht einfach die Brexit-relevanten Märkte zocken? Also den britischen Leitindex FTSE – oder eben das britische Pfund. Lars Erischsen schaut sich daher den FTSE, das Cable (GBP/USD) und Euro-Pfund an. Und die Ergebnisse sind anders, als man eigentlich vermuten müßte angesichts der Schlagzeilen:

2 Kommentare

2 Comments

  1. tom b

    23. Januar 2019 17:51 at 17:51

    zum bayrischen Kommentar , in Hessen heißt das…..ma waases net, ma mungels nur aber es werd noch geforscht.

  2. Paul

    23. Januar 2019 18:08 at 18:08

    …und i sog… „schaun ma moi“ und oans woas i a,dass de Schundwaehrung EURO endlich moi wida an Berg aufe rennt…
    Oiso nacha,dann zock ma hoid as Goid..und an Euro lass ma laffa!

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Devisen

Türkische Lira: Erdogan übernimmt die Kontrolle

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Präsident Erdogans Politik und die türkische Lira, das soll im folgenden Text das Thema sein. Aber wie beeinflusst er indirekt die Lira? Aber von Anfang an. Je niedriger, desto besser. Das war im wahrsten Sinne des Wortes die Devise für die Geldpolitik der Notenbanker der letzten 4 Jahren. Eine starke Währung ist Gift für die eigene Konjunktur. Die modernen Industrieländer wollen exportieren, da kann eine teure Währung nur hinderlich sein. Vor allem für die einzelnen Staatsoberhäupter, die nur in ihren Sesseln bleiben können, wenn die Wirtschaft und somit auch der Wohlstand wachsen.

Die neuen Wege der Türkei

Es ist nun knapp eine Woche vergangen, als Präsident Tayypip Recep Erdogan den türkischen Notenbank-Gouverneur Murat Cetinkaya abberufen hat. An seiner Stelle hat er den bisherigen Vize Murat Uysal berufen. Dieser ist Erdogan hörig und bekannt für seine positive Einstellung gegenüber einer lockeren Geldpolitik. Die aktuellen Wirtschaftseckdaten sind für die Türkei schlicht weg eine Katastrophe. Das Wirtschaftswachstum ist im ersten Quartal um 2,6 % zurückgegangen, die Inflation liegt bei über 15%, und der aktuelle Leitzinssatz beläuft sich auf 24%. In der internationalen Politik hat es Erdogan geschafft, fast die gesamte westliche Welt gegen sich aufzubringen. Jeglicher Hilfebonus ist mit seiner undiplomatischen Vorgehensweise damit verspielt worden. Nur Russland und China zeigen sich noch bestimmt freundlich. China allerdings verfolgt eher strategische Ziele, da die Türkei eine Schlüsselrolle für die neue Seidenstraße ist.

Wurde bisher die bestehende Inflation von Notenbank-Gouverneur Cetinkaya auf klassische Weise mit hohen Zinsen bekämpft, sollen jetzt unter Druck von Erdogan die Zinsen schnell und drastisch gesenkt werden. Das Volk soll wieder ermutigt werden, sein Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen. Laut einigen Analysten sind schnelle Zinssenkzungen von 2-3 Prozentpunkten in absehbarer Zukunft möglich.

Erdogan folgt daher der neuen volkswirtschaftlichen Einstellung. Niedrige Zinsen, hohes Wirtschaftswachstum. Geldstabilität spielt heute keine Rolle mehr. Die stellt sich automatisch ein, wenn die Wirtschaft boomt. Einzig allein ist das Problem von niedrigen Zinsen, sich zu finanzieren. Der Ruf der Türkei ist so schlecht geworden, dass nur noch mit hohen Zinskupons die ausgegebenen Anleihen an den Mann zu bringen sind.

Es ist also ein mutiger Schritt von Erdogan, die Zügel zu lockern und auf das türkische Volk zu vertrauen, die Binnenwirtschaft wieder anzukurbeln. Für seine Außenpolitik muss er vielleicht ein wenig freundlicher und diplomatischer werden, damit auch das Vertrauen über die Landesgrenzen hinaus wieder wächst. Den ersten Warnschuss hat er schon mit der verlorenen Bürgermeisterwahl in Istanbul bekommen. Schließlich ist der Bosporus das wirtschaftliche Herzstück der Türkei. Wer Istanbul steuert, steuert die Türkei. Somit will Erdogan neue Zeichen setzen und wird zukünftig gezwungen werden, ein wenig von seinem pseudo demokratischen und diktatorischen Stil abzuweichen.

Türkische Lira weiterhin schwach

Es ist kein Wunder, dass es um die türkische Lira nicht zum Besten steht. Seit 2010 verliert die TRY ständig an Wert. Viele Notenbanken wären froh über eine solche Entwicklung, um die Exporte zu steigern. Anders ist es aber in der Türkei. Diese hob die Zinsen an, und die Währung verliert an Wert. Das ist klar der Politik Erdogans zuzuschreiben. Für ihn ist es seine letzte Chance, damit er nicht noch weiter sein Land politisch spaltet. Sollten die neuen Maßnahmen keine Wirkung zeigen (Anmerkung FMW: Wie soll es überhaupt funktionieren?), ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Volk auf die Straßen geht. Aktuell ist die Handelsrichtung erneut für eine weitere Abschwächung der TRY eingestellt. Aus technischer Sicht sind neue Kaufsignale für EURTRY  (Euro vs Türkische Lira) entstanden. Der Markt möchte erst Taten und bessere Zahlen sehen. Bis dahin wird die TRY weiterhin schwach bleiben.

Türkische Lira Charttechnik

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Devisen

Pfund mit dramatischer Schwäche – die große Wette gegen den Dollar

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Das britische Pfund ist nun seit zehn Wochen am Stück am Fallen. Und das in Relation zum Euro! Hier erkennt man die aktuelle Schwäche des Pfund. EURGBP steigt seit zehn Wochen von 0,85 auf 0,8983. Eine klare und nachhaltige Abwertung des Pfund Sterling! Ganz aktuell kommt noch hinzu, dass die Bank of AmericaML ihre BIP-Prognosen für UK reduziert hat. Noch wichtiger: Man hatte bisher angenommen die Bank of England würde in 2020 ihren Leitzins anheben. Jetzt spricht von von zwei Zinssenkungen, eine in 2019 (November) und eine in 2020.

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Euro vs Pfund seit 2017

Pfund vs US-Dollar

Liest man aktuelle Analysten-Kommentare, dann sind die Aussichten zum Brexit düster. So sehen wir „Unwissenden“ bei FMW das auch. Es gibt für die Briten keinen vernünftigen Ausweg im Brexit-Chaos. Zumindest ist derzeit keiner erkennbar. Nach der Sommerpause ist man in Windeseile im Oktober angekommen, wo die verlängerte Austrittsfrist ausläuft. Dann ist wohl Boris Johnson als Premier im Amt, und es gibt zumindest derzeit keine Hoffnung, dass sich die Lage entspannt.

Schaut man auf das britische Pfund gegen den US-Dollar, erkennt man nicht die selbe Schwäche wie gegen den Euro. Dies liegt aber nur an einer Dollar-Schwäche, weil die Federal Reserve wohl demnächst die Zinsen senken wird. Der schwache Dollar drückt also gegen das schwache Pfund, so dass man im folgenden Langfristchart sehen kann, dass das Pfund nicht nach unten durchrutscht. Die Marke von 1,2480 im GBPUSD hatten wir in den letzten Wochen schon oft besprochen. Sie wurde bereits in den letzten Tagen leicht unterschritten. Aber momentan hängt das Pfund bei 1,2527 gegen den US-Dollar. Viel hängt bei diesem Währungspaar von den US-Zinsen ab und von der Wahl von Boris Johnson Ende Juli. Aber man schaue nochmal auf den Chart weiter oben im Artikel. Hier ist die tatsächliche Schwäche des britischen Pfund besser erkennbar (spiegelverkehrt, weil dort Euro vs Pfund gezeigt wird).

Pfund vs USD seit 2017

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Devisen

Türkische Lira vor kräftiger Abwertung? Aktuelles Szenario – aufpassen!

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Die Türkische Lira steht zunehmend unter Druck, auch wenn sie aktuell noch nicht abstürzt. Bevor wir zur Tagesaktualität kommen, erst mal einen Schritt zurück. Am letzten Wochenende hatte Präsident Erdogan den Zentralbankchef gefeuert. Mitte dieser Woche dann wurde bekannt, dass Erdogan dazu gesagt hatte, dass der Zentralbankchef halt nicht Erdogans Anweisungen gefolgt sei. Tja, das war es dann endgültig mit der Unabhängigkeit der Zentralbank in der Türkei. Auch will Erdogan die Zentralbank komplett umbauen. Am 25. Juli steht die nächste offizielle Zinssitzung an. Man darf annehmen, dass der neue Zentralbankchef die Zinsen senken wird. Dies dürfte die Lira schwächen.

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Russische Raketen für die Türkei

Und jetzt das. Wie es angekündigt wurde (Lieferung im Juli), sind erste Teile der russischen S-400-Raketen in der Türkei eingetroffen. Das bestätigt das türkische Verteidigungsministerium. Dieser Kauf der Türken in Russland gilt als offener Affront des NATO-Mitglieds Türkei gegen seine Bündnispartner, und vor allem gegen Donald Trump. Abgesehen von diesem Abschwenken der Türken vom Einkaufen bei NATO-Partnern dürfte es in den USA eher nicht gut ankommen, dass Erdogan gerade die US-Hersteller im Regen stehen lässt.

S-400 Raketen aus Russland
Älteres Beispielfoto für S-400 Raketen aus Russland. Foto: ru:Участник:Goodvint CC BY-SA 3.0

Die USA hatten der Türkei mit Sanktionen gedroht, falls Ankara wirklich die Raketen in Russland einkaufen werde. Zuletzt aber klang man nicht mehr so aggressiv gegenüber der Türkei. Vielleicht, weil den Amerikanern die extreme Wichtigkeit ihrer Luftwaffenbasis in der Südost-Türkei klar ist, in unmittelbarer Nähe zum Iran und Syrien? Aber wie wir es schon mehrfach schrieben. Jetzt sieht man wohl ab heute die Bilder von russischen Raketen auf türkischem Boden. Wird Donald Trump in einer spontan impulsiven Reaktion doch Maßnahmen gegen die Türkei ergreifen?

Szenario für die türkische Lira

Dazu kommt noch wie schon vorhin beschrieben die Unsicherheit um die Zentralbank. Dieser Faktor dürfte kurz- und mittelfristig deutlich schwerer wiegen als der Raketen-Streit. Präsident Erdogan hat das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Zentralbanker quasi ausgelöscht. Kommt die Zinssenkung, könnte (nicht muss) die Lira sprungartig abwerten. Ob die Zentralbank wirklich die Zinsen senkt? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, aber was ist heutzutage schon zu 100% sicher? Kommt die Zinssenkung erst am 25. Juli oder schon vorher? Kommen US-Sanktionen gegen die Türkei?

Dies sind die Schreckensszenarien, wenn man derzeit über die türkische Lira nachdenkt. Aktuell reagiert die Währung mit einer leichten Abwertung. US-Dollar vs Türkische Lira steigt von 5,67 heute früh auf jetzt 5,72. Wir haben keine Glaskugel. Aber eine weitere Abwertung für die türkische Lira könnte in den nächsten Tagen anstehen. Bilden Sie sich hierzu bitte Ihre eigene Meinung!

USD vs Türkische Lira seit 2. Juli
USD vs Türkische Lira seit 2. Juli.

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