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Manipuliert Glencore den Markt für Brent-Öl?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Am Mittwoch sorgten die US-Lagerbestände für eine saftige Rally beim WTI-Öl nach einem Abbau von mehr als drei Millionen Barrel, währen die Erwartungen bei einem Anstieg von drei Millionen Barrel ausgegangen waren. Aber derzeit spielt die eigentliche Musik am Markt für das europäische Brent-Öl, das als Oberbegriff dient und die Öl-Sorten Brent, Forties, Oseberg and Ekofisk (BFOE) umfaßt.

Nun berichten Insider, das der in der Schweiz ansässige Rohstoff-Gigant Glencore, dessen Aktien zu Jahresbeginn schwer unter Druck waren nach den drastisch gefallenen Rohstoffpreisen, in großem Umfang Brent hortet und in seinen Tankern lagert. Ca. 30% der gesamten Brent-Produktion, so die Insider, habe Glencore aufgekauft und eingelagert – offenkundig in der Hoffnung, das Öl zu einem späteren Zeitpunkt teurer verkaufen zu können.

Dabei macht man sich den sogenannten Contango zu nutze: das bedeutet, dass die Preise etwa für Öl mit Lieferung September in der Regel teurer sind als etwa für eine Lieferung im Juni (schon aufgrund der mit der Einlagerung verbundenen Kosten). Wenn Glencore etwa 30% des produzierten Brent-Öls aufkauft und damit faktisch das Angebot erheblich verknappt, steigen in der Regel die Preise.

Und das hat globale Auswirkungen, weil Brent als die globale Benchmark für den Ölpreis gilt und damit auch erheblich Einfluß auf das amerikanische WTI und andere Öl-Sorten und -Märkte ausübt. Seit einiger Zeit geht es mit dem Preis für Brent-Öl ziemlich unterbrechungslos nach oben:

Brentcont130516
(Brent, Continous Future)

Insofern scheint die Strategie von Glencore bereits aufgegangen zu sein. Stiege der Preis weiter, würde sich der Gewinn von Glencore für das eingelagerte, dem Markt entzogene und bei den höheren Preisen dann abverkauften Öl weiter ausweiten. Dazu kommt noch, dass am Future-Markt vor allem für Brent derzeit extrem hohe Long-Bestände zu beobachten sind. Das wiederum legt die Vermutung einer Strategie nahe, die ziemlich perfekt ist: man entzieht dem Markt Angebot durch den Aufkauf dieses Angebots (so weit möglich) – und positioniert sich zugleich am Future-Markt für steigende Kurse. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Kupferkopf

    13. Mai 2016 16:50 at 16:50

    Ein Rohstoffhändler kauft billig um später teuer zu verkaufen. Was solle man da böses denken? ;) Neu ist die Meldung aber nicht das Glencore Öl in riesigen Tanks lagert und ein gewissen Risiko besteht bei der ungewissen Preisentwickung ja auch.

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