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Marktgeflüster (Video): Giganten und Achillesfersen

Apple und Amazon sind die beiden Giganten des Marktes - und gleichzeitig deren Achillserfersen.

Apple und Amazon sind die beiden Giganten des Marktes – und gleichzeitig deren Achillserfersen, weil ihre Gewichtung derart groß ist, dass ein Fall ihrer Aktienkurse eben die Indizes sowie vor allem viele ETFs mit in die Tiefe reißen würde! Heute ein ziemlich ruhiger Handel, der S&P 500 und der Dow Jones sind zunächst einmal an Widerständen abgeprallt, während der Dax wenig inspiriert unter dünnen Brückentags-Umsätzen um die 13.000er-Marke pendelt. Die Märkte sind ingesamt gespentisch ruhig, es herrscht der Glaube vor, dass die Korrektur vorbei und der Weg daher frei sei auf neue Allzeithochs. Dabei entwickelt sich die Situation um den Iran immer mehr zum Pulverfaß..



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12 Kommentare

  1. Wie ich bereits in meinem Kommentar vom 30. April festgestellt habe, hat die „Sell in May…“ – Regel durchaus einen Effekt, 16 Mal positiv, 14 Mal negativ in den vergangenen 30 Jahren – mit abnehmender Tendenz, da sich bereits Fonds danach richten und manche Algos diesbezüglich programmiert sind. Allerdings verkehrt sich die statistische Signifikanz in das Gegenteil, wenn das 1. Quartal für den Dax negativ war (2018 – 6%). Was nach einem so langen Aufschwung aber immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist für mich die Frage: Unter welchen Bedingungen könnten die großen US-Adressen mit dem Tausch von Aktien in Anleihen beginnen?
    Klar geht es um Zinsen, Inflation und die Ausblicke der Unternehmen. Die geopolitischen Risiken sind eigentlich immer gegeben, im letzten Jahr war gefühlt 50 Mal von Kims Atomraketen die Rede.
    Bei den 2-jährigen US-Anleihen liegt die Rendite bei 2,5%, bei einer Inflation von 2,5%, also noch nicht allzu lukrativ (obgleich oberhalb der US-Dividendenrendite). Die 30-Jährigen bewegen sich an der 3%-Marke, aber wenn ich mich an Anfang 2017 zurückerinnere, sprach man da an der Wall Street von 3,5% als Umstiegslevel. Ich könnte mich nach weiteren Zinsanhebungen aber eher eine inverse Zinskurve vorstellen.
    Was die Wirtschaftsaussichten betrifft, so bin ich schon sehr verwundert über die Prognose mancher Ökonomen, die behaupten, dass die Effekte der Steuerreform bis ins Jahr 2020 reichen sollten. Wie soll das beim kleinen Mann funktionieren, der eh kaum von der Steuererleichterung profitiert, aber aufgrund seiner rekordverdächtigen Verschuldung Quartal für Quartal mit seiner Zinslast stärker unter Wasser gerät?
    Die Unternehmensgewinne sind in Q1 um enorme 22% im S&P 500 gestiegen, aber seit Wochen steigt der Wert des US-$, so das die „Multi-Nationals“ ziemlichen Gegenwind bekommen, wenn es nicht rasch einen Swing im Kurs gibt. Zusätzlich drücken die steigenden Preise auf die Margen. Deshalb bin ich gespannt auf die bald anstehenden „Mid-Quarter-Updates“ der Unternehmen, denn die Firmen schrauben dann für gewöhnlich die Gewinnerwartungen herab, um sie bei der Präsentation der Quartalsberichte übertreffen zu können. Dies könnte eine Bestätigung für „Peak Earnings“ sein.
    Deshalb könnte es bald zu dem berüchtigten Sommerloch kommen. 2017 hatte ich es auch erwartet, ab August, aber es ging dann schon vom 20. Juni abwärts im Dax, von knapp 13000 auf unter 12000.
    Da könnte dann auch die von Marko so beschworene EZB nicht viel dagegenhalten. Der 1,1 Bio. € schwere Dax befindet sich zu ca. 55% in ausländischen Händen und bei einer Korrektur der US-Indizes (>10%) neigen die Amis rasch zu Gewinnmitnahmen, auch um zuhause Löcher zu stopfen. Die Aktion von Bridgewater Ende Januar zeigt, wie schnell das gehen kann. Bremsspuren für die Weltwirtschaft sind derzeit schon in manchen Frühindikatoren zu sehen, ob daraus schnell eine Rezession wird, ist aufgrund der Höhe noch nicht so klar. Interessant ist auch die Beobachtung, dass die Konjunkturzyklen seit dem Krieg länger geworden sind (Durchschnitt 7 Jahre) aber der derzeitige könnte ungewollt durch D. Trump beendet werden. Nach meiner Beobachtung arbeitet der Präsident Punkt für Punkt seiner Wahlversprechen ab, zum Zwecke seiner Wiederwahl und da sind ihm weltwirtschaftliche Verwerfungen erst einmal sekundär. So meine derzeitige Sicht. Schönes Wochenende

  2. Anmerkung zu Wirkung der Steuerreform:
    Bereits 2004 führte die U–S Regierung ein Programm zur Repatriierung von ausländischen Gewinnen durch.
    Laut Jim McDonald, Chief Strategist von Northern Trust wurden damals 94% dieses Geldes für Aktienrückkäufe u.Dividenden verwendet.ÄHNLICHES erwartet er auch beim aktuellen Programm.Das Ziel der Steuersenkungen Investitionen anzukurbeln u. die inländische Produktion anzukurbeln wird auch diesmal verfehlt werden.Firmen Investieren nur in Produktionsanlagen wenn sie Absatzmöglichkeiten für die Produkte haben.An Geld u.Gratiskrediten hat es auch in letzter Zeit nicht gefehlt.Wenn also die Steuerreform das oberste Drittel noch reicher macht u.die andern 2/3 nicht mehr Geld zum Konsumieren haben, wird auch diese schuldenfinanzierte Reform mittelfristig negative Konsequenzen haben.Jeder Finanzanalphabet weiss,
    dass das US BIP zu 70% aus dem Inlandkonsum besteht.Der Effekt der Steuerreform wird sogar kontraproduktiv, weil durch die Mehrverschuldung die Zinsen steigen u.über Mehrkosten bei Hypokrediten,
    Autokrediten, Studentenkrediten die üblichen Konsumausgaben leiden werden.
    Nach meiner Meinung können die Aktienrückkäufe die Kurse noch eine Weile hochhalten u. die DICKFISCHE können ihre Aktien zu hohen Kursen in schwache Hände übergeben ( DEN LETZTEN BEISSEN DIE HUNDE) Wenn dann die Baisse doch noch einmal kommt kann man dann wieder einmal diskutieren „ wie sinnvoll Aktienrückkäufe sind“. Sie sind nur sinnvoll wenn die Aktien unterbewertet sind.
    Wenn es so kommt wie ich denke, würden nämlich die Rückkäufer den Anlegern ermöglichen zu hohen Kursen auszusteigen u.am Schluss nach der Baisse stehen die Firmen mit vielen eigenen Aktien da,die sie am Hochpunkt gekauft haben.Warum passieren Rückkäufe am Ende einer Hausse zu Höchstpreisen?
    Gesunde Firmen kaufen am Tief wenn andere verkaufen müssen.

  3. @Wolfgang – Danke für die umfangreiche Darstellung Deiner Sichtweise.
    – Die ’sell in May‘ story ist in jurnalistischen Kreisen immer gern genommen.
    Sie kommt jedes Jahr wieder, wie Karneval in Köln oder ‚Jingle Bells‘ vor Weihnachten
    Hat aber keinerlei praktische Relevanz für aktuelle Handelsentscheidungen, das sehe ich genau wie Du.
    – Zyklen werden länger. Das müsste ich genauer ansehen. Danke für die Anregung
    – Umstiegslevels auf Anleihenwerden eher noch steigen, solange Unternehmen ihre Rückkäufe fortsetzen. Und das müssen sie. Es gibt wenig andere sinnvolle und legale Möglichkeit die plötzlich frei gewordenen gigantischen Geldmengen unterzubringen.
    Aktieninhaber werden es sehr begrüssen.
    Die Unternehmen werden die Gewinne vermehrt in Dividendenzahlungen ausschütten – siehe Apple.
    Aktien behalten ihre hohe Attraktivität trotz steigender Zinsen.
    – Sommerloch ? Die Vola geht zurück, die Absicherungen in den VIX Derivaten gehen zurück
    Advance/Decline Linien aller Indices machen neue Hochs …
    VXX läuft sauber invers kongruent mit dem Index.
    Und nicht vergessen: Aramco soll an die Börse.
    Für diese Öl-Story braucht man „Kohle“ – und zwas seeehr viel Kohle
    Ein Schelm der mit dem Freiwerden gigantischer Geldmengen durch Tax Cut und Repatrierung und dem anstehenden Börsengang Aramcos einen Zusammenhang vermutet.
    :-)
    Mit besten Grüssen

  4. Alle ,die die „SELL in May „ Regel anders interpretieren oder es nicht wahrhaben wollen, sollen bitte die SELL in May Statistik von Godemode Trader googeln.Immerhin sind diese Aussagen nachweisbar.Es sagt ja kein Mensch ,dass der Ausstig am 1.Mai sein soll.
    ALSO SEIT 2001 hat der DAX jedes Jahr von seinem Mai Hoch bis zum 1. Nov. mindestens 7% bis ca.50%
    verloren.

    1. Hallo Beobachter. Diese Statistik von Godemode Trader verstehe ich nicht. 2017 lag der Dax im gesamten Mai zwischen 12500 und 12800, am 1.November aber über 13400. 2016 im Mai nicht über 10338, am 1. November zwischen 10606 und 10730. Weiter habe nicht überprüft. Haben die wirklich den Dax gemeint?
      Gruß

    2. Hallo Beobachter. Ich denke, ich verstehe jetzt den Hintergrund, der von Ihnen erwähnten Studie. In den letzten 16 Jahren gab es jeweils im Zeitraum von Mai bis Anfang November einen deutlichen Kursrückgang im Dax. Das beinhaltet aber auch das Szenario, dass der Dax von Mai an noch steigt, aber in den Folgemonaten korrigiert, so wie 2017, wo der Dax bis zum 19. Juni auf 12950 Punkte geklettert war und dann bis Ende August korrigierte. Diese Studie bestätigt die Kursreaktion unseres Leitindex in der umsatzschwachen Zeit, regelmäßig in den Monaten August und September, die nachweislich oft mit Kursrückgängen verbunden sind. Deshalb gibt es auch schon Fonds, die in diesen Monaten nicht investiert sind – ebenso wie Börsenindikatoren, die von einem Investment in diesem Zeitraum abraten. Dies ist aber keine Bestätigung der „Sell in May…“-Regel, sondern eine Begründung für das so genannte „Sommerloch“. Dieses ist statistisch signifikant, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Masse diesen Zusammenhang antizipiert. Gruß

  5. Es tut mir leid lieber Segler,aber es muss gesagt sein.Ihre sehr bullischen Aussagen tönen ganz ähnlich wie jene ca. 2Tage vor der Korrektur anfangs Februar. Zudem haben Sie zwischenzeitlich einmal gepostet, dass Sie zu früh ausgestiegen seien.Man kann Bulle oder Bär oder ein Zwitter sein ,man sollte einfach in den Aussagen ein wenig Ordnung haben u. nicht nach den Kommentaren wie anfangs Februar wieder die beleidigte Leberwurst spielen.

  6. @Wolfgang M.,Wie Sie sagen ist diese Regel ein Bestätigung eines Sommerlochs, immerhin eindrücklich,
    d.h. in 17 Jahren 17 mal eine Korrektur ,wovon 15 mal 2 stellig.Man sollte das mit dem Datum nicht zu eng sehen.Vereinfacht könnte man sagen.
    Vom April– Juni Hoch hat es jedes Jahr bis spätestens November eine Korrektur gegeben, meistens 2–stellig.Ich denke das Wort May wird eher gebraucht,dass es sich reimt.Aber immerhin wenn ich im May
    2– 3% vor dem Hoch verkaufe u.es fällt nachher über 10 % bis November ,hat für mich die Regel trotzdem gepasst.Eine Anregung an die Permabullen ,warum es vielleicht auch dieses Jahr passieren könnte.
    – Der DAX war im May noch nie so hoch wie jetzt.
    –Höherer Dollar,höhere Zinsen, höherer Ölpreis könnten noch Bauchweh machen.
    – Wie von Herr Fugmann erwähnt ,EU feindliches Italien, das von der EU nur noch das Geld will u.sonst eher
    nichts.
    – Von China redet niemand mehr???
    –Heute Bericht von Historiker Rusell Napier, er warnt vor grossen Problemen der Türkei u.andern Schwellenländern u.in der Folge von höherem Dollar.

    1. Hallo Beobachter, da sind wir uns ja einer Meinung bezüglich einer häufigen und signifikanten Marktschwäche zur Jahresmitte. Habe hier schon mehrfach über das Sommerloch geschrieben. Für mich ist das Ende des 110 Monate alten Konjunkturzyklus in den USA aber von größerer Bedeutung. Erst heute wurde wieder von der Gesamtverschuldung der Staaten und Unternehmen in Höhe von 164 Bio. US$ berichtet, immerhin 225% des BIP der Welt und in Relation höher als 2007. Das schreit nach Korrektur, aber genau hier könnte das Problem mit dem Zyklus liegen. Fed-Chef Powell kennt diese Zahlen, die Probleme der Dollarstärke für viele Emerging Markets und die vielen Zombiefirmen, die höhere Zinskosten haben, als Gewinne. Deshalb könnte er gerade wegen dieser kritischen Gemengelage mit seinen Zinsanhebungen viel zögerlicher vorgehen, als es eigentlich zur Sanierung erforderlich wäre. In der Folge könnte er damit diesen Zyklus sogar noch verlängern – weil die Märkte grds. jubeln, wenn die Zinsen langsam steigen (wie gerade zu beobachten). Deshalb ist aus meiner Sicht ein Ende des Booms auch so schwer zu prognostizieren. In der Regel kommt hier noch das Auftreten eines „schwarzen Schwans“ zum Tragen, den man aber nicht seriös vorhersehen kann, sonst hieße er nicht so. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Gruß

  7. @ Wolfgang M. Einverstanden mit der Einschätzung, ABER HAT NICHT KÜRZLICH DER LIEBE POWELL GROSSMUNDIG ERKLÄRT „ ER SEI NICHT DER BABYSITTER DER AKTIENMÄRKTE“
    u.ist die Welt vor der Trump –Wahl auf recht tieferem Niveau auch nicht untergegangen, obwohl man schon damals von überteuerten US– Aktien sprach.Ich weiss Übertreibungen können länger gehen als man denkt,
    die Folgen sind dann meistens auch verheerender.Mein Unverständniss gilt immer noch den zu tiefen Renditen der Unternehmensanleihen.Warum können sich Leute wie „ Elon Murks“ noch so billig finanzieren,
    während Staatsanleihen schon ca. 2% gestiegen sind ? Unternehmensanleihen mit BBB Qualität ( kurz vor Ramsch) rentieren nur knapp 4%. Es gibt Leute die da das grösste Risiko sehen u.diese Anleihen können von der FED kaum beeinflusst werden.Übrigens die SNB ,die nicht der schlechtesten Anleger ist ,hat anscheinend in Q1 den US Aktienanteil reduziert.

    1. Beobachter, ja, aber es gibt zwei Aspekte, die Powells Ankündigung zur Makulatur werden lassen können. Zum einen hat die Fed als zweiten Auftrag die Stabilisation der US-Konjunktur und sollte diese rückläufige Wachstumsraten sehen? Zum anderen wurde Powell von Trump eingesetzt und in einem Land mit einer derartigen Abhängigkeit von der Höhe der Aktienkurse wird Powell nichts riskieren. Er war auch Zeuge, wie der Präsident mit FBI-Chef Comey und diversen Ministern umgegangen ist. Eine unabhängige Fed kann ich mir in diesem Umfeld nicht vorstellen.

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