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Markus Krall über die große Krise und Hyperinflation, sowie die Zeit danach

Redaktion

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Markus Krall über die womöglich anstehende Krise und Ideen für danach

Markus Krall ist als Degussa-Chef Teil der Crashpropheten-Gemeinde, wenn man nach zahlreichen großen Medienveröffentlichungen geht. Wir bei FMW gehen da seit Jahren (schlecht verstecktes Eigenlob) differenzierter ran. Markus Krall benutzt eine ziemlich derbe Ausdrucksweise, die nicht jedem gefallen muss. Aber inhaltlich hat er zu vielen wirtschaftlichen und politischen Dingen klare und sehr kritische Meinungen, die man nicht ignorieren sollte. Aktuell gibt es von ihm ein Video-Interview und einen Podcast, die wir in diesem Artikel besprechen und zeigen.

Markus Krall über Euro, Geldmenge, und die bevorstehende große Krise

Im folgenden Interview mit Thorsten Wittmann wird die Frage besprochen, ob der Euro vor dem Aus steht. Markus Krall erwähnt den sehr interessanten Vergleich zwischen der Geldmenge (hier die Erklärung der Bundesbank) und dem Wirtschaftswachstum in der Eurozone. 1999 zum Start des Euro habe die EZB eine Bilanzsumme von 698 Milliarden Euro gehabt, heute steht sie bei 7 Billionen Euro. Gleichzeitig sei die europäische Wirtschaft kaum gewachsen.

Wichtig ist auch die nach der Ansicht von Markus Krall exponentiell benötigte Geldmengen-Ausweitung. Jede Krise benötige eine fünf Mal größere Ausweitung der Geldmenge, um die Probleme zuzudecken (nicht um sie zu lösen). Die Gelddruckerei habe in Europa das Denken ersetzt. Die derzeitige Deflation in Europa (heute aktuellste Zahlen, Deflation von -0,3 Prozent) werde in eine kräftige Inflation umkippen, da die EZB mit voller Kraft dagegen steuere. Anschaulich, und wie immer glasklar und eindringlich in seinen Worten schildert Markus Krall aus seiner Sicht auch den Werdegang hin zur Hyperinflation in Europa. Man muss seine Meinung nicht zwingend teilen, aber dennoch erweitern seine Aussagen auf jeden Fall den Horizont!

Konkrete Vorschläge für Anleger

Markus Krall hat auch ganz konkrete Ideen für Anleger, die ihr Vermögen vor der möglichen aufkommenden Krise schützen wollten. Dieser Ratschlag sei auch für kleinere Geldsummen geeignet. Es gehe um Diversifikation. 20 Prozent seines Geldes solle man in Gold anlegen. Und abgesehen von einer ständigen „Investition“ in die eigene Bildung rate er dazu Aktien aus folgenden antizyklischen Sektoren zu kaufen, wobei die Unternehmen möglichst nicht hoch verschuldet sein sollten: Lebensmittel, Pharma, Rüstung, Goldminen, Entertainment, und Big Tech (Apple, Google etc).

Finden Sie beim Klick an dieser Stelle ein hochinteressantes Gespräch zwischen Markus Krall und Florian Homm zum Thema „Manipulation im Handel mit Gold“.

Markus Krall über Zombies, Inflation und Demokratie

Das folgende Video ist ein reines Podcast, also ohne Bild. Hier liegt der Gesprächsschwerpunkt von Markus Krall mehr auf den Zombieunternehmen. Die deutsche Volkswirtschaft lebe von der Substanz. Die Politik wolle den Offenbarungseid ihrer Wirtschaftspolitik möglichst lange hinauszögern – womöglich bis zur Bundestagswahl?

Aber auch auf das Thema Demokratie und seinem großen politischen Vorbild geht Markus Krall ein, nämlich der Schweiz. In allen Bereichen des Lebens solle Deutschland sich möglichst dezentral organisieren. Möglichst viele Entscheidungen sollten direkt von den Bürgern kommunal entschieden werden können, zum Beispiel auch die Wahl von Richtern. Die Staatsquote solle möglichst stark gesenkt werden, also weniger Behörden, Vorschriften und Steuern. Die große wirtschaftliche Neugestaltung nach einem großen bevorstehenden Kollaps könne nach seiner Vorstellung nicht von den Managern der großen Dax-Konzerne ausgehen, sondern von den Mittelständlern, die mit ihren eigenen Vermögen wirtschaften, und auch echte Unternehmer seien.

41 Kommentare

41 Comments

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    Hans-Peter Hansen

    16. Oktober 2020 16:36 at 16:36

    zu … „Markus Krall über die große Krise …“
    Herrn Krall zähle ich zu den ganz Großen in der Finanzbranche – Dt.-Bu-Bank, EZB, etc. und deren Aussagen, traue ich nicht über den Weg – geschweige denn Politiker. Deutschland hat seit Einführung des €uro einen Außenhandels-ÜBERSCHUSS von ca. 3.000,- Mrd. erwirtschaftet (jährlich in Gold getauscht, wären es ca. 150.000 Tonnen) – WO IST DAS GELD ??? Die Dt.-Bu-Bank verfügt lediglich über 200 Mrd. Devisen-Reserven – so WENIG/viel, wie die DEFIZIT-Länder GB, F, etc. (WO IST DAS GELD ???). Wir leben in einer Parteien- DIKTATUR, die sich nahe zu sämtliche Bereiche unter den Nagel gerissen hat (ALLE 4 „Gewalten“) – zu hohen Posten kommt man NUR mit PARTEIBUVH (s. Verfassungsgerichte, GEZ-Medien, Polizei, usw.).

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    Columbo

    16. Oktober 2020 17:32 at 17:32

    Klar und deutlich. Und er sagt ehrlicherweise, es sei eine Theorie. Es kann, aber muß nicht genau so kommen.
    Bei den düsteren Prognosen sind Empfehlungen zum Vermögensschutz sehr willkommen. Gold und Aktien, ganz einfach und ziemlich einleuchtend.
    Also Whisky, Wald und Zigaretten bauchen wir nicht…Gott sei Dank.

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      Lausi

      16. Oktober 2020 19:30 at 19:30

      Kann aber als Depot-Beimischung auch nicht schaden! ;-)

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        Miseren-Wigerl

        16. Oktober 2020 20:50 at 20:50

        Um den Mann länger zu ertragen, braucht es viel Whisky, Wald und Zigaretten.
        Würd‘ es bei seinen Ansichten eher als Despot-Beimischung bezeichnen.

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    Torsten

    16. Oktober 2020 19:13 at 19:13

    Empfehlung 4 läuft seit 30 Jahren, ich sauge das Wissen auf und jede Woche lerne ich Neues und mich interessiert noch sooooo viel.

    Aber eines mag ich nicht, das Ende des Euro herbeireden. Ich finde es lihnt sich für den Euro zu „kämpfen“ . Jahrhunderte lang gab Streit und Krieg in Europa, EU und Euro haben das geändert. Nur solche Egoisten wie die Engländer hassen das weil sie mehr Vorteile haben wollen.

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    leftutti

    16. Oktober 2020 19:51 at 19:51

    Zum regelmäßigen allmonatlichen Krall-Video-Festival möchte ich gerne noch eines draufpacken:
    https://www.youtube.com/watch?v=lfQigShdODQ

    Der Mann kann allem Anschein nach nicht einmal frei sprechen und liest von seinem Skript ab, wie ein unreifer Schüler bei seiner ersten Rezension im Deutschunterricht. Abseits dieser wenig überzeugenden und wenig mitreißenden, aber einschläfernden Präsentation sind natürlich vor allem die Inhalte wichtig. Man schließe die Augen und höre … höre ein Hörbuch, einen Audio-Podcast, wie das Lesen von Büchern und Artikeln mit geschlossenen Augen und wenig wachen eigenen Sinnen heute heißt.

    Eine sehr gute und treffende Analyse dazu findet sich hier:
    https://andreaskemper.org/2020/09/04/markus-kralls-demokratiefeindlichkeit/

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    Ü 90 Veteran

    17. Oktober 2020 09:47 at 09:47

    Anzunehmen eine gemeinsame Währung,die für niemanden stimmt ,sei der Kriegsverhinderer oder Friedensstifter, täuscht .Genau diese Hintetür-Vergemeinschaftung von Schulden bringt immer mehr neue Spannungen.Ich glaube die EU inkl. DE hätten auch ohne Euro keine Lust auf neue Kriege gehabt, in einer Periode wo viele noch lebten die ihr Leben für einen Verrückten riskiert haben.

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      Torsten

      17. Oktober 2020 14:51 at 14:51

      Maybe, ich finde diese Freiheit gut. Für Freunde des Geldtauschens gibt es ja noch viele Länder in Europa. :)

      Für die nächsten Generationen sind eine starke EU mit einem Euro Normalität.

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    Bert

    17. Oktober 2020 15:24 at 15:24

    Dr. Krall ist ein kluger Mann. Sein Rat, Aktien aus antizyklischen Sektoren (etwa Lebensmittel, Pharma) zu kaufen, ist nachvollziehbar. Auch seine Meinung, dass Rüstungsaktien Potentiale bieten, erscheint sinnvoll, denn die neue US-Administration mit Biden wird – leider – wie die Democrats-Regierungen unter den Vorgängern Clinton-Obama militärisch wieder stark in Konflikte involviert sein und auf militärische Aktionen setzen. Dass der Euro bald verschwindet, glaube ich allerdings nicht. Hier unterschätzt Dr. Krall die Repression und kalte Strategie des EU-Systems. Mir kam da in Bezug auf das „bald“ folgende Assoziation am Rande: In Ungarn dachten viele Menschen 1947, nun werde man mit dem Kommunismus konfrontiert, aber er werde schon bald wieder verschwinden – dem war aber nicht so, der Horror verschwand nicht „bald“, sondern währte noch rund vier Jahrzehnte. (auch der Euro hat noch seine Zeit)

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    sabine

    17. Oktober 2020 17:19 at 17:19

    Markus Krall rührt an die Grundfesten der deutsch-pharisäischen Gutmenschen-Wohlfühlzone, seit 80 Jahren fleißig gezüchtet von den Medien – angefangen bei den Schulbüchern und sogar Kindergärten. Er erntet deswegen Begeisterung oder Haß (siehe Miseren und Left.). Wie überhaupt überall die Reizthemen 9/11, Corona, GEZ, Berliner Flughafen, Staatsquote, Asül usw.

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      sabine

      17. Oktober 2020 17:31 at 17:31

      Oje, ganz vergessen: Klimaerwärmung.
      Club of Rome warnte vor 50 Jahren in 50 Jahren vor einer Eiszeit. Neu ist jetzt der Klimahitzekollaps, von dem damals noch niemand sprach. Aber seien wir nicht kleinlich. Damals gab es Klimawissenschaftler, die vor einer drastischen Abkühlung bis hin zu einer neuen Eiszeit sprachen. „Seit 44 Jahren werden die Thesen des Club of Rome widerlegt.“ sagt sogar der Spiegel. Ups. Die sagen natürlich, der Mensch sei so innovativ. Aha. Hat er also das Klima von „Es-kommt-eine-Eiszeit“ auf „Es-kommt-eine-Greta-Katastrophe“ umgeändert? Wohl kaum.
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/club-of-rome-zukunftsbericht-was-fuer-ein-unsinn-kommentar-a-1112295.html

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    Leftutti-Fan

    18. Oktober 2020 17:20 at 17:20

    Wer verschont uns endlich von dem ganzen Unsinn, den @Sabine seit längerer Zeit von sich gibt. Mit Informationen aus einer bestimmten Ecke, die sie gezielt sammelt, jegliche Objektivität und Wissenschaftlichkeit ausblendend. Mit einem gefährlichen Halbwissen ausgestattet, deshalb ein typisches Opfer von Verschwörungstheorien. Man kann nur hoffen, dass die Dame nicht all zu viele Menschen in ihrem Umfeld hat, die sie mit all dem Unsinn, den sie verzapft infiziert.

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      leftutti

      19. Oktober 2020 10:33 at 10:33

      @Leftutti-Fan, freut mich, dass ich auch Fans habe, da sich normalerweise nur die Hater zu Wort melden. Gegen den Unsinn hilft nur eine Augenbinde, selektives (Über)lesen oder … ein Aluhut. Vermutlich hat die Frau bereits einen Klimahitzekollaps oder ist von der Gedankenkontrolltechnik 5G bereits irreversibel verstrahlt. Wer sich von derart hanebüchenem Unsinn infizieren lässt, ist ohnehin ein hoffnungsloser Fall, den es früher oder später erwischen muss.

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    Kronbauer

    18. Oktober 2020 19:01 at 19:01

    Danke leftutti für den Link zum Krallvideo. Ich kannte es noch nicht. Krall ist mitreißend, überzeugend und weckt aus einem S chlafzustand auf.

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      leftutti

      19. Oktober 2020 10:03 at 10:03

      @Kronbauer, keine Ursache, immer gerne! Wenn Sie diese monoton-gleichförmige, inhaltlich eintönige Vorlesung schon mitreißt und aufweckt, scheinen entweder Ihre Ansprüche nicht allzu hoch gesteckt, oder Ihr Schlaf nicht der tiefste zu sein.

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        Kronbauer

        19. Oktober 2020 13:13 at 13:13

        @ Leftutti, machen Sie sich keine Sorgen um meine Ansprüche. Die, deren Ansprüche ganz unten angesiedelt sind, schauen wohl ein Video von Andreas Kemper oder lesen sein destruktives Geschreibse. Krall zündet eine Rakete, während andere mit harmlosen Kleinstfeuerwerk um sich werfen.

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          leftutti

          19. Oktober 2020 14:15 at 14:15

          Genau, und die Rakete wird mit Wasserstoff und Sauerstoff angetrieben. Leider hat man vergessen, die beiden Elemente zu trennen, sodass nach dem Zünde(l)n nur ein wenig Dampf aus den Sprechdüsen entweicht 😤

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            Dr. Krampf

            19. Oktober 2020 23:33 at 23:33

            @leftutti, genialer Kommentar! Dr. Krall und seine grandiose Atlas-Initiative: Ein paar spinnerte Dampfplauderer vor dem Herrn.

        • Avatar

          John

          20. Oktober 2020 16:40 at 16:40

          @Kronbauer,
          treffend beschrieben. Es gibt auf der einen Seite Geistesblitze wie Krall, die nicht nur einen herausragenden beruflichen Werdegang vorweisen können, sich als echte Leistungsträger der deutschen Wirtschaft bewiesen, zugunsten der Allgemeinheit in ihrem Leben schon reichlich Steuern zahlten und über einen enormen Sachverstand verfügen. Auf der anderen Seite gibt es die Versager und Faulen, die sich den ganzen Tag damit beschäftigen, solche für unser Land wichtigen Persönlichkeiten wie Krall niederzureden und sich dafür auch noch ihr ganzes Leben lang vom Staat durchfüttern lassen. Wir brauchen für Deutschland keine Schmarotzer, wir brauchen Leistungsträger und das hat Krall erkannt, wie kaum ein anderer.

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    Columbo

    19. Oktober 2020 14:01 at 14:01

    Statt zehnmal in der Woche Markus Krall, kann man sich ruhig neunmal Markus Krall und einmal Folker Hellmeyer reinziehen. Diese eine Mal Hellmeyer könnte reichen, daß einem ein Licht aufgeht.
    Oder man könnte zumindest erahnen, daß es nicht nur ein Evangelium gibt.

    https://m.youtube.com/watch?v=UoksVMQ9LN8

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      Leko

      19. Oktober 2020 15:31 at 15:31

      Hellmeyer ist nur schwer zu ertragen. Nach 40% des Videos konnte ich mir das nicht mehr weiter antun.

      • Avatar

        Columbo

        19. Oktober 2020 16:18 at 16:18

        @Leko

        Krall ist aber auch nicht gerade leichte Kost.
        Es ist eine nicht unerhebliche kognitive Leistung, beide Seiten der Medaille zu betrachten und emotionslos zu reflektieren. Das schaffen nur die Wenigsten.

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          M. Benhoff

          19. Oktober 2020 17:53 at 17:53

          @Columbo, das beweist einmal mehr, daß seichte Kost nicht gleich leichte Kost ist

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      dontspeak

      19. Oktober 2020 16:41 at 16:41

      Auch wenn ich die TV-Serie Ihres Namensgebers zutiefst verehre :-) aber mit diesem Vortrag hat sich Hr Hellmeyer selbst aus der Gruppe der ernstzunehmenden Ökonomen ausgeschlossen. Zumindest mit 50% seiner Aussagen:

      – „Es wird keine Bundes- oder Landesweiten Lockdowns mehr geben.“ –> Man schaue sich die geistig völlig durchgedrehten Machtpolitiker wie Söder oder Merkel an und urteile über diese Aussage. Ok, ich gebe zu, dafür kann Hr Hellmeyer nichts. Trotzdem sollte es jedem eine Warnung sein, wenn man das Handeln der Politiker unter dem Aspekt „gesunder Menschenverstand“ betrachten möchte.

      – „Zombieunternehmen gibt es nicht“ –> Ja klar, gabs in der DDR auch nicht, da gabs auch Vollbeschäftigung. Und Sozialismus funktioniert. Der Herr ist doch Ökonom oder?

      – „Der Tiefpunkt lag im April. Jetzt gehts hoch… Im 4. Quartal gibts Wachstum 2.8%“ –> Aha. Bis dato hat DE die geringste Jährl. Insolvenzquote überhaupt. Es muss nicht immer Insolvenz sein, aber wir werden in einem Jahr _real_ viele Millionen Menschen mehr in Arbeitslosigkeit haben. Ob die dann ALG1, ALG2 oder Kurzarbeitergeld bekommen, steht auf einem anderen Blatt.

      – „Die Konjunkturprogramme sind größer als 2008/2009“. –> Ja wo er Recht hat, hat er Recht. Hab ich die DDR und UDSSR schon erwähnt?

      – „Griechenland – Alles im Griff. Handelsbilanz, Haushalt, ARBEITSMARKT.“ –> Ich empfehle Hrn Hellmeyer mal nach Griechenland zu reißen. Ich habe dort Verwandte. Die Gesellschaft dieses Landes wird seit 10 Jahren vernichtet. 60+h pro Woche zu zweit, eine Familie gründen ist wirtschaftlich dennoch ausgeschlossen. GR vollzieht leider den selben Weg wie Japan, das was Hr Krall als „Völkerselbstmord“ bezeichnet. Von Schuldenschnitt und Kapitalmarkt muss ich nicht wirklich anfangen, oder?

      – „Italien führt jetzt REFORMEN durch.“ –> Kein Mensch, der sich mit der Materie beschäftigt hat, und über einen IQ > 80 verfügt, kann ernsthaft dieser Meinung sein, wenn man sich die letzten 70 Jahre Binnenökonomie, Organisierte Kriminalität, Mentalität und Korruption objektiv anschaut. Es gibt nicht _ein_ Beispiel, welches zeigt, dass Italien sich reformiert. Warum auch, niemand in Italien will das. Weder die Politik, noch die Mafia, noch die Bevölkerung. Von TARGET2 muss ich nicht anfangen, oder?

      – Er ist ein großer Fan von Macron –> Ok, das muss man als aufgeklärter und mündiger Bürger nicht kommentieren. Weder als Deutscher, noch als Franzose :-). „Die Franzosen sind auf einem guten Weg“ –> Ja, auf dem guten Weg zu einem Dritte-Welt-Land zu werden.

      Seinen Ausführungen zu Asien, USA und Russland stimme ich jedoch tendentiell sogar zu, jedoch frage ich mich ernsthaft wo der Sinn darin liegt, sich selber als globalwirtschaftlich irrelevant zu verstehen? Sollte jeder unternehmerisch denkende Mensch nicht alles daran setzen, an wirtschaftlicher Bedeutung zu gewinnen?

      Bei dem ganzen Gerede von „USE“ kommen mir die vielen Gegenbeispiele (Schweiz, einzelne asiatische Länder, einzelne Südamerikanische Länder) immer viel zu kurz.

      Seine Ausführungen zu den durch die Corona-Maßnahmen verursachten Rezessionszahlen (alles nicht zu schlimm, es geht hoch…) machen deutlich, dass er das selbe Problem wie unsere politischen Entscheidungsträger hat. Als hochdotierter, um die Welt jettender, Unternehmensberater fehlt ihm völlig das Verständnis, was die Maßnahmen wirklich für die Menschen bedeuten. Der „normale“ Bürger, der für sein Geld arbeitet, spart, seine Familie ernährt und sein Haus abbezahlt, die zukünftigen Auswirkungen der „administrierten“ Rezession auf diesen Bürger sind so gewaltig, dass sie sich bisher fast niemand vorstellen kann.

      Für mich ein klassischer Vertreter der Meinung: „Staaten können durch Gelddrucken Wohlstand erzeugen.“ Das war falsch, ist falsch und bleibt falsch. Wohlstand entsteht nur durch Produktivitätswachstum.

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        F. Beyer

        20. Oktober 2020 21:32 at 21:32

        @Dontspeak – Um Hellmeyer wurde es schon immer ganz schnell dunkel, wenn er nur den Mund aufmachte. Er ist auch kein Ökonom, er hält sich nur für einen. Der Hammer schlechthin ist sein Irrglaube, Nullzinsen seien gut und mit ihnen seien Zombies auch keine Zombies mehr, sondern Teil einer funktionierenden Wirtschaft. Dass der Zins der Preis des Geldes ist und dass Geld nichts mehr wert ist, wenn es keine Zinsen mehr gibt, hat er nicht kapiert. Nullzinsen enteignen die Sparer, entziehen ein wichtiges Marktregulativ und fördern Blasen und Überschuldung. Hellmeyer ist ein Blindgänger und so einer hält Vorträge. Unglaublich, wen man so alles auf die Menschheit loslässt.

  11. Avatar

    Anton L.

    19. Oktober 2020 18:30 at 18:30

    @ Sabine
    Ihre Kommentare lese ich hier immer gerne. Sie bringen die Dinge auf den Punkt und ich kann Ihnen fast immer nur voll und ganz beipflichten. Von Leftutti & Co. kann man außer Polemik nichts erwarten. Kleingeistigkeit äußert sich nun mal so.

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      leftutti

      19. Oktober 2020 20:00 at 20:00

      @Anton L., da haben Sie natürlich völlig recht. Auch ich lese Sabines Kommentare immer wieder gerne, wenn ich in monoton-depressiven Phasen etwas skurril-schrägen Humor und Aufheiterung brauche. Große Geister zweifeln selbstverständlich an 9/11, Klimawandel und Corona. Und sprechen zwei Substantive und Kommata später übergangs- und atemlos von GEZ, BER und Asül (ist damit Django gemeint?). Große Geister philosophieren über die Grundfesten der deutsch-pharisäischen Gutmenschen-Wohlfühlzone, seit 80 Jahren (also seit 1940) fleißig gezüchtet von den Medien – angefangen bei den Schulbüchern und sogar Kindergärten.

      Stellt sich nur die Frage, ob es tatsächlich angebracht ist, die Medien und deutsch-pharisäischen Gutmenschen der Nazi-Diktatur im Dritten Reich während des Zweiten Weltkriegs mit der Zeit danach bis heute zu vergleichen. Bei Firmen wie Degussa und ihren heutigen Gründern sollte man das offensichtlich ja besser nicht tun. Nazis, Gutmenschen, Deutsche, Juden (Pharisäer), Drittes Reich in einem geschichtlichen Atemzug bringen die Dinge auf den Punkt, nun ja, wenn Sie meinen…

      Klasse finde ich auch, all unsere unterbezahlten Erzieher und Erzieherinnen im Kindergarten zu verunglimpfen oder Schulbücher und Geschichtsschreibung anzuzweifeln. Woher nimmt jemand, der keinen Büchern traut, eigentlich sein eigentümlich freies Wissen über Geschichte? Von der Oma? Durch Reinkarnation? Direkte Verbindung zum Universum mittels Aluhut und transformiertem 5G bei 13GhZ? Aus YouTube-Videos von Krall? Oder von Tichys Eindimensionalem Blick?

      Hochachtungsvoll,
      Ihr Kleingeist leftutti (kleine Geister auch bitte in Kleinbuchstaben)

      P.S. Was mich schon länger interessiert: Wenn das Land, in dem Sie leben, so verachtenswert ist, wo würden Sie denn gerne leben? In USA, UK, Ungarn, Polen, Italien, Brasilien, Chile, Türkei, Russland, China, Iran, Thailand?

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        Leftutti-Fan

        19. Oktober 2020 22:56 at 22:56

        Gut formuliert @Leftutti. Wie kann man als Mensch, der sich offen und mit wissenschaftlich fundierten und allgemein zugänglichen Informationen den vielen Sensationsmeldungen nähert, all den Quatsch glauben, den @Sabine von sich gibt? Jede Menge Verschwörungstheorien, wie zum Beispiel auch die Negation all der Erkenntnisse über die globalen Temperaturerhöhungen, dem Abschmelzen von Gletschereis und dem Eis an den Polkappen. Wenn es mal ein paar Tage kälter ist als gewöhnlich, schon hat man den Beweis, dass die eigene These stimmt.
        Eine typische Vertreterin des „Small Sample Bias“, der die Neigung beschreibt, von Einzelfällen oder von kleinen Stichproben auf das Gesamte zu schließen.
        Oder passt in diesem Fall eher der Satz von Heinrich Heine?
        „Das ist schön bei den Deutschen: keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.“

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    Wellspeak

    19. Oktober 2020 19:44 at 19:44

    @ Dontspeak, ich kann Ihnen nur beipflichten.Hellmeyer ist der König der Schönredner.Da halte ich mich lieber an die nüchterne Aussage von Daniel Stelter, der vor wenigen Tagen sagte. EINE ZWEITE CORONAWELLE WÄRE EIN GAU.Mal schauen wie sie sich nach dem nächsten Quartal herausreden.
    Schönreden ist doch nur die Vorstufe von Lügen, aber die Folgen sind viel schädlicher.

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      Columbo

      20. Oktober 2020 08:49 at 08:49

      @Wellspeak

      Wie gesagt, die Wenigsten schaffen es, beide Seiten der Medaille nüchtern und emotionslos zu betrachten.
      Auch Sie nicht.

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    Columbo

    20. Oktober 2020 09:25 at 09:25

    Abgesehen von der Diskussion, wer von den „Experten“ Recht oder Unrecht behalten wird, ist es merkwürdig, daß Meinungen von Unheilspropheten prinzipiell lieber angenommen werden, als solche, die Positives vorhersagen.
    Eine Gruppe von Menschen will hören, daß es ganz furchtbar kommen wird. Sie freut sich auf Crashs, Untergang, Armut und Krieg. Positive Analysen und Nachrichten scheint man nicht zu ertragen. Woher diese Sehnsucht nach Selbstzerstörung kommt, ist mir ein Rätsel. Vielleicht ist man schon tot, hat nichts mehr zu verlieren…

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      dontspeak

      20. Oktober 2020 11:17 at 11:17

      So ein Unsinn. Wenn Sie Krall, Stelter, Friedrich (jaja ich weis, YT-Clown…) und andere hören, erkennen Sie, dass gerade diese Menschen absolute Optimisten sind. Warum? Weil die aktuelle ökonomische und gesellschaftliche Lage desolat ist – und immer schlimmer wird. Schauen Sie sich die Themen Innere Sicherheit, Politikverdrossenheit, Öffentlich-Rechtliche Medien, Gender-Schwachsinn, Ideologie, Meinungsfreiheit, EXTREME SPALTUNG (eben DURCH die Politiker und die Medien, „Teile und Herrsche“), Arbeitsmarkt, Abgabenlast, Altervorsorge etc etc an. Ich könnte noch 20 weitere Themen benennen. War früher alles besser? Sicher nicht, es gab z.b. mehr Kriegstote (hat nur absolut niemanden interessiert). Aber ich denke es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir in einer Zeit leben, die in dieser Form nicht so war vor 20 Jahren. Schauen Sie rüber in die USA, dort herrscht in einigen Teilen bereits Bürgerkrieg (mehr tägliche Schusswechsel in Chic. als in Kabul…).

      Die genannten Menschen beschreiben lediglich, wohin uns die Macht- und Geldpolitik geführt hat. Und dass nach deren Zusammenbruch eine friedlichere, gesündere BÜRGERGesellschaft entstehen kann. (MMn, bis man dann in 70 Jahren wieder vergessen hat wie inkompetent Berufspolitiker sind, und das ganze von neuem anfängt…)

      Ich habe Haus, junge Familie und wohne im Grünen, jedoch im Speckgürtel einer Großstadt. Ohne Leute wie Krall und Co würde ich ungesichert und unvorbereitet in eine potentielle Währungskrise rutschen. Jetzt bin ich vorbereitet. Und einen Crash werde ich ausschließlich dazu nutzen, um Bitcoin nachzukaufen :-) Allerdings bin ich wie Hellmeyer der Meinung, dass kein „wirklicher“ Aktiencrash mehr kommen wird. Ich sehe auch nicht das krasse Euro-Kollaps Szenario von Krall noch 2021. Was ich weis ist, dass es eine permanente und immer stärker werdende Abwertung der FIAT Währungen geben wird, weil geben MUSS. Das ist mathematisch unausweichlich. Und ich sehe, dass Menschen ohne finanzielle Bildung dem handlungslos gegenüberstehen und sich dann aber wundern, warum die Mieten immer höher werden, der Einkauf im Supermarkt immer teurer, und sie sich immer weniger „leisten“ können. Von der kommenden Altersarmut haben diese Menschen keine Ahnung, aber die wird -gerade hier in DE- unvorstellbare Ausmaße annehmen. Dazu braucht es nichtmal einen Euro-Crash…

      Was glauben Sie, warum alle Zentralbanken jetzt urplötzlich mit dem Thema CBDC an die Öffentlichkeit kommen? Weil sie wissen, dass ihnen die Zeit wegläuft.

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        Columbo

        20. Oktober 2020 13:07 at 13:07

        @Dontspeak

        „… Ohne Leute wie Krall und Co würde ich ungesichert und unvorbereitet in eine potentielle Währungskrise rutschen…“

        Entschuldigung, aber das ist ganz schön naiv. Was galuben Sie, was mit Ihnen geschieht, wenn das ersehnte Krall‘sche Szenario eintritt? Ich wünsche es Ihnen nicht!
        Vorbereitet? Aha, Sie glauben allen Ernstes, die 20% Gold werden Sie retten? Na dann…die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt.

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          dontspeak

          20. Oktober 2020 15:29 at 15:29

          Nein, Gold (und Bitcoin!) rettet in der Krise niemanden, aber danach.

          Ich gehe von einer Krise aus, in der die wichtigsten Dinge NICHT Nahrung und Waffen sind. Sollte _so_ ein Krise kommen, sollte man viel beten. Und eventuell vorab ein paar Waffen organisieren.

          Sind Sie nun vom Alles-Ist-Gut-Redner zum Wir-Werden-Alle-Sterben-Vertreter geworden ? :-)

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            Columbo

            20. Oktober 2020 16:55 at 16:55

            @Dontspeak

            Krall, Friedrich usw. beschreiben die kommende Krise dramatisch als einen Zusammenbruch des Geldsystems mit Hyperinflation und Währungscrash. Solche Ereignisse bedingen, zumindest vorübergehend, den Verlust essentieller Güter wie beispielsweise Nahrung, Kleidung und warme Heizkörper im Winter.
            Sie hingegen sind realistischer und sehen eine kleine, gnädige Krise, die ihr Haus im Grünen, ihre Familie und ihr Vermögen bei entsprechender Vorbereitung nicht bedroht. So eine Krise ist viel wahrscheinlicher.
            Dann ist es ja gut, wer braucht dann überhaupt noch diese Untergangsschreier?

  14. Avatar

    Columbo

    20. Oktober 2020 10:50 at 10:50

    Versuch einer Erklärung, warum schlechte Prognosen beliebter sind:
    Wenn es in der Urzeit im Gebüsch raschelte, beschloß die Mehrheit pessimistisch zu sein, anzunehmen, es sei ein Tiger und davonzulaufen.
    Eine Minderheit war optimistisch und nahm an, es sei ein Wildschwein, mit dem man sich und seine Familie ernähren könne.
    Pessimismus ist evolutionstechnisch eine sicherere Angelegenheit. Vermeintlich sicherer, denn kein Wildschwein erjagen konnte Hunger und Tod bedeuten.

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      leftutti

      20. Oktober 2020 21:06 at 21:06

      @Columbo, lass dich von den Trollen nicht zu tief in Diskussionen verstricken.
      In gewissen Taktiken sind sie gut, denn das ist ihr einziges Potenzial: Virtuelles Alias-Teamwork, ständige Namenswechsel, Vortäuschen einer zahlenmäßig namhaften Gemeinde, Ausweichen auf konkrete Fragen, Vermeiden von faktenbasierten und nachvollziehbaren Argumenten, Verzicht auf glaubwürdige und überprüfbare Quellen. Und nicht zuletzt im Übertragen ihrer eigenen Taktiken auf andere, vor allem, was die vielen Dutzend Sockenpuppen betrifft.

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        Columbo

        21. Oktober 2020 08:31 at 08:31

        @Leftutti

        Du hast Recht, ich gebs auf.

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    Wirrologe

    20. Oktober 2020 18:57 at 18:57

    Columbo könnte ja einmal erklären was seine anfängliche Schönrederei der Pandemie für Vorteile gebracht hat.

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    Bert

    21. Oktober 2020 09:06 at 09:06

    Wir schreiben den 21. Oktober 2020, gegen 9 Uhr. Es ist erfreulich, dass der Beitrag von Herrn Krall eine so hohe Resonanz erzeugt hat (spricht im Übrigen sehr für das Medium finanzmarktwelt). Ich – und hier spreche ich sicherlich für das Gros der hier Kommentierenden – freue mich auf weitere Berichte zu den von Herrn Dr. Krall kritisch reflektierten Themen, wobei ich aber, wie bereits ausgeführt, seiner Prognose eines relativ zügigen Eurountergangs nicht folge. Auch Herr Prof. Dr. Otte, der dem Vernehmen nach Herrn Dr. Krall sehr schätzt, geht nicht von einer raschen Beendigung des Euro(fehl)konstrukts, sondern von einem quälenden, durch Repressionsmaßnahmen des EU-Apparats immer wieder verzögerten Zerfall aus. Teils deckt sich diese Sichtweise mit der kompetenten Situationsanalyse von Herrn Dr. Stelter, dessen Rezeption hier ausdrücklich anempfohlen sei. Mit freundlichen Grüßen und bleiben Sie alle gesund. B.

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    Hingucker

    22. Oktober 2020 10:22 at 10:22

    Aufgeschnappt was zur endlosen Diskussion UNTERGANGSPROPHETEN ODER WEGSCHAUEN/ SCHÖNREDEN PASST.
    DIe Journalistin eines sehr moderaten TV Senders sagte zum Lehrermord in Frankreich.
    DAS PROBLEM SEI SCHON LANGE BEKANNT , MAN HABE NUR EINFACH IMMER WEGGESCHAUT.
    FAZIT: Die Bekenner und Benenner der Probleme sind die Bösen, denn es sind die Wegschauer, die die Probleme lösen.

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Gastronomie-Krise: Harte Fakten, weniger Insolvenzen, großes Problem

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Umgedrehtes Glas

Es ist kein Geheimnis. Die Gastronomie ist zusammen mit anderen Branchen wie Reisebüros, Airlines, Solo-Selbständigen uvm von der Coronakrise brutal getroffen worden, frontal und mit voller Wucht. Für den Zeitraum März bis August hat das Statistische Bundesamt heute harte Fakten für die Gastronomie geliefert. Der Umsatz der Branche lag im Vergleich zu März bis August 2019 um 40,5 Prozent tiefer. Man überlege sich das Mal. 40 Prozent weniger Umsatz in so einem großen Vergleichszeitraum. Das kann doch eigentlich kein Unternehmer überleben.

Hinzu kommt, was inzwischen auch kein Geheimnis mehr ist, dass die Insolvenzen in Deutschland in den letzten Monaten deutlich geringer ausfielen als im Vorjahr. Dies lag einerseits an Finanzhilfen des Staates und am Kurzarbeitergeld. Aber vor allem lag es an der großen staatlich genehmigten Insolvenzverschleppung. Bis vor Kurzem war die Insolvenzantragspflicht nämlich seit März ausgesetzt. Nun aber dürften ab Oktober und ab Januar die Insolvenzzahlen vermutlich deutlich ansteigen. Zitat von den Statistikern:

Von März bis Juli 2020 meldeten in dieser Branche 753 Unternehmen Insolvenz an – das waren 126 weniger als im Vorjahreszeitraum und 135 weniger als von März bis Juli 2018. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen zum 1. März 2020 ausgesetzt wurde, was über alle Wirtschaftszweige hinweg zu einem Rückgang der Insolvenzen führte. Im Juli 2020 beantragten bundesweit 146 Gastronomie-Unternehmen Insolvenz, das waren 16,1 % weniger als im Juli 2019. Dieser Rückgang entspricht der Gesamtentwicklung: Insgesamt wurden im Juli 2020 in Deutschland 16,7 % weniger Insolvenzen angemeldet als im Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Umsätze in der Gastronomie in der Coronakrise

Unsere Meinung dazu: Die Charts zeigen eine spürbare Erholung in der Gastronomie. Der größte Teil des Tals ist für einige Bereiche der Branche demnach durchschritten. Selbst wenn man annehmen würde, dass von nun an die Umsätze in der Gastronomie wieder laufen wie früher, ist für die breite Öffentlichkeit unsichtbar ein Riesenproblem für die Branche entstanden. Oft wurden Bankkredite und Ladenmieten gestundet. Sie müssen nun zusätzlich zu den wieder aufgenommenen monatlichen Zahlungen nachgezahlt werden. Und im Zuge der Krise haben viele Unternehmer Kredite in aufgenommen. Das bedeutet: Selbst wenn die Umsätze wieder laufen sollten, wäre die monatliche Kostenbelastung für viele Betriebe deutlich höher als vor der Krise, und für viele Unternehmer ist das wohl dauerhaft nicht tragbar. Eine auf mehrere Quartale ausgedehnte Pleitewelle könnte folgen, und das nicht nur in der Gastronomie.

Weitere Details zu Umsatzrückgängen in der Gastronomie von den Statistikern im Wortlaut:

Innerhalb der Gastronomie besonders stark betroffen waren all jene Lokale, die ihr Geld mit dem Ausschank von Getränken verdienen: In dieser Sparte fiel der Umsatz von März bis August 2020 um 45,5 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Dagegen konnten Restaurants, Gaststätten und Imbisslokale offenbar mit Lieferdiensten und Ab-Haus-Verkäufen einen Teil des Gästeschwunds kompensieren: Hier lagen die Umsätze von März bis August 2020 um 29,3 % unter denen des Vorjahreszeitraums (Caterer: -42,1 %).

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Allgemein

Wie die Entwicklungsländer versuchen die Krise zu überleben

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Coronakrise sorgt in Entwicklungsländern für immense Probleme

Viele Schwellenländer standen bereits vor dem Ausbruch der Pandemie vor großen finanziellen Problemen. Einige von ihnen waren bereits unmittelbar vom Staatsbankrott bedroht. Wie gehen die Entwicklungsländer mit der Zusatzbelastung durch die Corona-Krise um, trotz bereits zum Teil überbordender Schuldenstände und weniger effizienter Staatsstrukturen und Sozialsysteme? Können sie die Krise finanziell überhaupt überleben oder lösen sie eine globale Pleitewelle bei Staaten aus?

Lage der Entwicklungsländer spitzt sich zu

Momentan schauen in Zeiten der Pandemie die westlichen Ökonomen vor allem auf die Entwicklungen vor der eigenen Haustür. Doch gerade das stark vom Export abhängige Deutschland sollte auch die Entwicklungen jenseits der Hauptabsatzmärkte Europa und USA im Auge behalten. Der Wachstumsbeitrag der Entwicklungsländer für die Weltwirtschaft betrug bislang immerhin drei Viertel des globalen Gesamtwachstums. Dieser Trend soll sich laut dem Analysehaus Ashmore und dem IWF auch in Zukunft fortsetzen (Daten aus 2019). Doch dazu müssen die Schwellenländer zunächst die Pandemie ökonomisch und gesellschaftlich überleben.

Grafik zeigt globalen Wachstumsbeitrag der Entwicklungsländer

Wuchsen die Ökonomien der als Schwellenländer eingestuften Staaten in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um 5,9 Prozent pro Jahr, so droht ihnen im Jahr 2020 die erste Rezession mit einer wirtschaftlichen Kontraktion in Höhe von durchschnittlich 3,3 Prozent. Davon geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner aktuellen Publikation „Emerging And Frontier Markets: Policy Tools In Times Of Financial Stress“ aus. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen, wenn sich die Konjunkturlage im Zuge wirtschaftlicher Einschränkungen durch die Pandemie nochmals verschlechtert und bereits jetzt stark geschwächte Länder weitere Belastungen verkraften müssen.

Besonders Staaten wie Venezuela, Argentinien, Pakistan, die Türkei, Chile, Indien etc. haben jetzt schon massive wirtschaftliche Probleme bis hin zu Währungskrisen und der teilweisen Zahlungsunfähigkeit zu meistern. Am Anfang der Pandemie hatte eine beispiellose Kapitalflucht eingesetzt, bei der innerhalb kürzester Zeit über 100 Milliarden US-Dollar von internationalen Investoren aus Schwellenländern abgezogen wurden. Die Situation war von der Dimension her damit bereits im Frühling 2020 dramatischer als während der Weltfinanzkrise. Länder wie Argentinien, die Ukraine und Chile gerieten an den Rand des Staatsbankrotts. Und so könnte die sich mit der Pandemie weiter ausbreitende Rezession lediglich der Vorbote einer neuen Schwellenländerkrise sein.

Ein globales Problem

Die Budgets und logistischen Möglichkeiten zur Stützung der heimischen Wirtschaft, zur Gesundheitsversorgung und zur Aufrechterhaltung sozialer Mindeststandards sind im Gegensatz zu den entwickelten Volkswirtschaften in den Schwellenländern deutlich geringer ausgeprägt und damit anfälliger für Krisen. Selbst der Kollaps einzelner Entwicklungsländer ist nicht mehr auszuschließen (Failed States).

Wird diese Entwicklung zum Massenphänomen, bekommen auch die Industrieländer ernste Probleme. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Kosten, die über die Anteile der Industriestaaten an der Weltbank und dem IWF in Form von Nothilfen oder Kreditstundungen gewährt werden, sondern auch um massive Migrationsbewegungen, die sich längst in Gang gesetzt haben und zu gesellschaftliche Spannungen führen können. So sind allein wegen der sich weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe in Venezuela ca. 4,8 Millionen Menschen oder 15,6 Prozent der Gesamtbevölkerung seit 2016 aus dem Land geflohen. Diese Massenbewegung, auch bekannt als Bolivarian diaspora, wirkt sich auch auf die Aufnahmeländer belastend aus.

Dabei ist Venezuela alles andere als ein Einzelfall: Laut der UNO Flüchtlingshilfe waren noch nie so viele Menschen wie heute auf der Flucht vor Armut und bewaffneten Konflikten. Ende 2019 lag die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht waren, bei knapp 80 Millionen – mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr waren das fast neun Millionen Menschen mehr. Seit 2010 hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht verdoppelt. Für das kommende Jahr wird mit einer deutlichen Intensivierung der globalen Fluchtbewegung in Folge steigender Armut gerechnet. Für die Entwicklungsländer und vor allem für ehemalige Kriegsgebiete wie Syrien bedeutet dies, dass für den Wiederaufbau und für die Erwirtschaftung von Wohlstand und Steuereinnahmen dringend benötigte Menschen dauerhaft verloren gehen.

Maßnahmen gegen den Kontrollverlust in den Entwicklungsländern

Der IWF und die Weltbank haben bereits im April Mittel mobilisiert, um die Corona-Folgen für die Entwicklungsländer abzufedern. Dadurch sind zunächst die akuten Zahlungsbilanzprobleme vieler ärmerer Länder abgemildert worden. Doch das war lange vor der zweiten Corona-Welle. Im Sommer war es durch Notkredite des IWF in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar, die in Rekordgeschwindigkeit ausgezahlt wurden, noch gelungen, den sofortigen finanziellen Kollaps der Entwicklungsländer abzuwenden.

Zusätzlich zu den Notfallmaßnahmen des IWF hatten die G20-Staaten ein Schuldenmoratorium für die ärmsten 43 Entwicklungsländer beschlossen. Laut Weltbank sorgt diese Maßnahme in den betroffenen Staaten für eine Entlastung beim Schuldendienst von 11,5 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Nun ist in Anbetracht der zweiten Corona-Welle bei den G-20-Staaten bereits eine Verlängerung des Schuldenmoratoriums bis Mitte 2021 im Gespräch. Doch auch das könnte nicht reichen, wenn die Pandemie und deren ökonomische Folgen den nach wie vor recht optimistischen Prognosen der IWF-Ökonomen folgen.

Geld spielt keine Rolle

Auch der am 27. Dezember 1945 gegründeten IWF war in seiner 75-jährigen Geschichte bisher noch nie mit einer derartigen Krise globalen Ausmaßes konfrontiert. Und so fordert die Direktorin dieser supranationalen Institution, Kristalina Georgieva, das Vermögen des Fonds von einer Billion Euro auf 2 Billionen Euro zu verdoppeln, da andernfalls im Zuge einer zweiten oder sogar dritten Corona-Welle dem Fonds die Mittel auszugehen drohen.

Doch woher kommt das Geld des Internationalen Währungsfonds (IWF)? Zum einen kann der IWF sogenannte Sonderziehungsrechte vergeben, die nichts anderes als Buchkredite der Institution an seine Mitglieder darstellen. Zum anderen kommt Geld (und Gold) über Quotenregelungen direkt von den Mitgliedsstaaten, die zu den Nettozahlern gehören, wie z B. Deutschland oder die USA. Diese Staaten müssen sich gleichwohl für die Zahlung dieser gigantischen Summen selbst zusätzlich verschulden. Da der private Kapitalmarkt diese Schuldenmassen zu für die Schuldner tragfähigen Zinsen nicht mehr schultern kann, springen die Notenbanken ein und drucken das Geld (digital).

Nichts anderes tun aktuell auch die Zentralbanken vieler Entwicklungsländer, um ihre Staaten flüssig zu halten. Da dies bei Staaten mit ohnehin schwachen Währungen gleichwohl gefährlich ist und schnell zu einem Kollaps des Außenwertes der Währung führen kann, müssen die Geldpolitiker der Schwellen- und Entwicklungsländer andere Wege zur Unterstützung der Wirtschaft und des Staates gehen.

Nahezu alle Zentralbanken senkten daher zunächst die Zinssätze. Die größten Notenbanken intervenierten an den Devisenmärkten, entweder mit eigenen Reserven oder mit Geldern des IWF bzw. US-Dollar-SWAP-Linien der US-Notenbank Fed. Etwa die Hälfte der Institute senkte die Mindestreserveanforderungen für Banken, um das Finanzsystem liquide zu halten und die Kreditbedingungen zu lockert. Rund 20 Zentralbanken der Entwicklungsländer haben zum ersten Mal überhaupt quantitative Lockerungen vorgenommen (Geldmengenausweitung), um Staats- und Privatschulden am Sekundärmarkt zu erwerben, die sonst keine Käufer mehr fanden.

Die Folgende Grafik zeigt sehr anschaulich, dass anders als in den Industrieländern mit vermeintlich starken Währungen die Notenbanken der Entwicklungsländer primär über qualitative Maßnahmen agierten. Aber nicht aus purer Vernunft, sondern weil ihnen schlicht und einfach das Privileg der momentan noch konsequenzlosen Gelddruckens in beliebiger Höhe verwehrt ist. Daher ist es nur fair, dass Staaten wie die USA oder Länder der Eurozone ihre Geldschöpfungsprivilege im Interesse der durch die Pandemie in Existenznöte geratenen Entwicklungsländer einsetzen.

Grafik zeigt Unterstützung der Notenbanken

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Bundesbank: Erholung der Industrie läuft, Dienstleistungen problematisch

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Deutschland Flagge

Die Bundesbank hat heute ihren Monatsbericht für Oktober veröffentlicht. Demnach verliert der wirtschaftliche Aufschwung deutlich an Schwung. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte im dritten Vierteljahr 2020 stark angestiegen sein. Gemessen am vierteljährlichen Bruttoinlandsprodukt könnte die deutsche Wirtschaft damit bereits etwas mehr als die Hälfte des drastischen Einbruchs im ersten Halbjahr wieder wettgemacht haben. Trotzdem dürften noch etwa 5 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau vom letzten Vierteljahr 2019 fehlen.

Aus heutiger Perspektive dürfte sich die wirtschaftliche Erholung im laufenden Vierteljahr zwar fortsetzen, dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen. Die Industrie ist gemäß der Bundesbank-Aussagen nicht das Problem, sondern der Bereich Dienstleistungen, der ja von erneuten Corona-Restriktionen direkt betroffen ist. Die deutsche Exportindustrie profitiert derweil zum Beispiel durch die wieder gut laufende Konjunktur in China. Hier die Bundesbank mit ihrer Headline-Aussage zur Industrie:

Dem Monatsbericht zufolge hat die Industrie nach dem besonders starken Einbruch im Frühjahr bis Juli bemerkenswert aufgeholt. Im August habe die Erholung zwar eine Verschnaufpause eingelegt, im Mittel der Monate Juli und August sei die Industrieproduktion dennoch gegenüber dem stark gedrückten Frühjahrsquartal kräftig angestiegen (+13,5 %). Gleichwohl verfehlte sie das Vorkrisenniveau aus dem vierten Quartal 2019 immer noch um gut ein Zehntel. Die Auftragseingänge hätten jedoch weiter zugenommen und beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Und hier die Headline-Aussagen zum Dienstleistungssektor:

Während sich die Stimmung bei den Industrieunternehmen laut Umfrage des ifo Instituts etwas aufhellte, trübte sie sich bei den Dienstleistungsunternehmen im September zum ersten Mal seit dem Frühjahr wieder etwas ein, schreibt die Bundesbank. Insbesondere Branchen wie das Gastgewerbe dürften durch die zuletzt stark gestiegenen Infektionszahlen und die deshalb in einigen Regionen ausgeweiteten Eindämmungsmaßnahmen belastet werden. Die Fachleute gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Vierteljahr wohl nur noch vergleichsweise wenig steigen wird.

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