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Massive EU-Importzölle auf chinesischen Stahl: Darum sind sie mit Trumps Importzöllen nicht zu vergleichen

FMW-Redaktion

Donald Trump hat jüngst verkündet, dass die USA für alle aus dem Ausland importierten Stahlerzeugnisse 25% Strafzoll erheben werden, und 10% auf alle Aluminiumerzeugnisse. Begründen tut Trump dies mit der Nationalen Sicherheit der USA. In seinen Tweets und mündlichen Aussagen wird er klarer. Es geht schlicht und einfach darum, dass in seinen Augen die Schwerindustrie in den USA in den letzten Jahrzehnten den Bach runterging, und dass viele ausländische Importe auf den US-Markt kamen. Sie machten die armen US-Arbeiter und Betriebe kaputt.

Somit sind seine Importzölle eine generelle, grundsätzliche und pauschale Abschottung gegen alle ausländischen Hersteller, egal ob sie Dumping betreiben (unterm Herstellungspreis verkaufen), egal aus welchem Land sie kommen, egal ob sie teilweise in den USA produzieren. Alles egal – entscheidend ist, dass es ausländische Produzenten sind, die etwas in die USA importieren. Das schadet US-Arbeitern und erhöht das US-Handelsbilanzdefizit. Also blockt Trump grundsätzlich diese Importe ab.

EU-Importzölle

Die EU hat schon seit Jahren nach eigenen aktuellen Angaben diverse Importbeschränkungen am Laufen. Aus dem Bereich Stahl und Eisen sind es derzeit 53 einzelne Beschränkungen, darunter 27 gegen Importe aus China. Heute verkündet die EU-Kommission ganz frisch, dass man die bereits bestehenden Importzölle auf nahtlosen Edelstahl aus China (Rohre für die petrochemische Industrie) um weitere fünf Jahre verlängern werde. Der Importzoll liegt somit weiterhin zwischen 48,3% und 71,9% auf den Importpreis oben drauf.

Also könnte man doch sagen, dass die EU auch protektionistisch handelt, und auch nicht besser ist als Donald Trump? Dem ist nicht so! Denn der entscheidende Unterschied ist, dass die EU sehr selektiv einzelne Maßnahmen gegen einzelne Länder und Produkte verhängt, und dass sie diese einzelnen Maßnahmen auch einzeln begründet! Im Fall der nahtlosen Stahlrohre aus China hatte die Prüfung der EU-Kommission nach ihren Angaben ergeben, dass genau diese chinesischen Produkte weiterhin zu Dumpingpreisen auf den Markt kommen, und damit vor allem Hersteller aus Frankreich, Schweden und Spanien benachteiligten.

Das bedeutet: Die Chinesen verkaufen ihren Stahl in Europa unter ihren Herstellungskosen. Das macht man entweder um auf Halde produzierte Überschüsse abzubauen, oder wohl eher um die ausländische Konkurrenz vom Markt zu fegen. Hat man dieses Ziel erreicht, kann man die Preise schön raufsetzen. Und genau aus diesem Grund, dem fairen Wettbewerb, will die EU ihre heimischen Hersteller ganz selektiv auf diesen Einzelfall bezogen schützen vor Konkurrenten, die ganz konkret in diesem Einzelfall offenbar unfair agieren. Die EU-Kommission führt dazu heute aus, Zitat:

Die EU-Kommission schützt mit den Strafzöllen die europäischen Stahlhersteller vor unfairen Handelspraktiken und schafft faire Wettbewerbsbedingungen in der Stahlbranche. Der Stahlsektor leidet unter einer weltweiten Überkapazität. Um diese Überkapazität besser angehen zu können, steht die EU in engem Kontakt mit dem im Dezember 2016 gegründeten Globalen Forum zu Stahlüberkapazitäten.

Der Unterschied

Bei Donald Trumps anstehenden Importzöllen liegen solche differenzierten Gründe oder Einzelfallprüfungen nicht vor. Er spricht ganz offen darüber, dass es ihm um einen generellen Handelskrieg gehe, den er gedenke zu gewinnen. Daher kann man seine Importzölle nicht mit diesen EU-Importzöllen vergleichen.


© European Union, 2015 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Christophe Maout



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9 Kommentare

  1. Hört sich an als Ausrede. Nur wegen dieser Begründung soll es keine „Sünde“ sein?
    Der Unterschied liegt glaube ich darin das Trump sich mit dem kleinkram jeden einzelne Röhrchen nicht beschäftigt. Dicke Gießkanne fertig.
    Und meckert jemanden in Europa über die Importzölle die wir haben? Ich höre nichts.
    Damit bin ich nicht für oder gegen Trump oder Zoll.
    Ich bin Mensch wie alle und versuche vorrängig für mich zu sorgen.
    Er auch.
    Regt euch nicht so auf.

  2. Danke für die Aufklärung FMW.

  3. Keine Ahnung was Ihr für ein know-how habt. Ich bin im Augenblick sprachlos über diesen Artikel.

    Die EU, ja, die ist so fair, so gut, nein, die will nix böses. Aber Trump, ja, dass ist ein Halunke, hängt ihn höher, der hat doch keine Ahnung. Werdet Ihr für das Bashing eigentlich bezahlt?

    Sagt mal, habt Ihr überhaupt eine Vorstellung davon, was auf dem Stahlmarkt los ist? Wir verarbeiten in unserem Werk Stahl, und natürlich hat Trump recht. Stahl ist die Basis für viele Investitionsgüter, und wenn die heimische Produktion ausfällt, dann sind Preiserhöhungen von mind. 30% noch am unteren Limit.

    Die Chinesen kauften den Stahlmarkt vor einigen Jahren fast komplett auf, und schoben dann ihren Schrott nach. Anders kann man das nicht bezeichnen. Könnt ja mal bei OBI eine Bandsäge kaufen. Die Teile kommen nämlich aus China. Warum wohl? Weil deutsche Produzenten (angeblich) zu teuer wären. Ach, wie das?

    Zudem wird ausländischer Stahl über dubiose Firmenkonstellationen in die EU OHNE Strafzoll eingeführt. Da wird aus „Made in China“ plötzlich „Made in Ungarn“.

  4. Veröffentlichung der Commerzbank:
    EU protektionistischer als USA

    Die EU täte nach Einschätzung der Commerzbank gut daran, den USA im Streit um Einfuhrzölle entgegenzukommen. „Sie ist protektionistischer als die USA, wie Daten der Welthandelsorganisation (WTO) zeigen“, so Chefvolkswirt Jörg Krämer in einer Analyse. Die EU lasse nur 26 Prozent ihrer Nicht-Agrar-Importe zollfrei ins Land, die USA aber 48 Prozent. „Außerdem erhebt die EU durchschnittlich höhere Zollsätze als die USA“, merkt Krämer an. Der Commerzbank-Chefvolkswirt schlägt der EU vor, ihre Einfuhrzölle auf US-Autos von 10,0 auf 2,5 Prozent senken – so viel wie die USA auf die Einfuhr von EU-Autos erheben.
    Quelle: Guidants News http://news.guidants.com

    Man beachte auch insbesonderer den letzten Satz bezüglich Autos.

  5. Gegen Mr. Trumpf 25% Strafzzoll wird berichtet. – und wer berichtet über EU-Strafzoll von 50% für Stahl aus China.
    Und die Gründe hierfür !
    Ist das fair ?
    Für mich als unbedachten simpler Bürger unverständlich. Gü.

  6. Auch in die USA haben die Chinesen seit Jahren ihren Stahl unter Herstellungskosten verkauft. Leichte Änderung der von Ihnen genannten EU Rechtfertigung:
    Die (EU)USA schützt mit den Strafzöllen die (europäischen) amerikanischen Stahlhersteller vor unfairen Handelspraktiken und schaffen faire Wettbewerbsbedingungen in der Stahlbranche. Der Stahlsektor leidet unter einer weltweiten Überkapazität. Um diese Überkapazität besser angehen zu können, nimmt die EU seit langem 50% und jetzt auch die USA 25% Importsteuer.
    Der in Ihrem Artikel heraufbeschworene Handelskrieg ist also von der EU eingeleitet worden und die USA schließen sich jetzt diesem von der EU inititierten Krieg an. Nur weil die EU ihre doppelt so hohen Betrafungen (50%) mit Schweißnähten auf Artikelebene begründet, bleibt der Strafzoll der EU doppelt so hoch wie der US-Importzoll. Nur nebenbei 50% > 25%! Völlig unbrauchbarer Artikel.

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