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Materialmangel auf Baustellen verschärft sich deutlich

Holz

Wer sich umhört, der sieht und hört es überall. In der Industrie, auf Baustellen und bei Handwerkern ist es das selbe Phänomen. Es gibt immer mehr Probleme an Rohstoffe zu kommen, um diese weiter zu verarbeiten. Und wenn man welche bekommt, dann kämpft man mit astronomisch gestiegenen Preisen. Dass der Materialmangel nicht nur Einbildung ist, sondern eine messbare Realität, zeigen heutige Daten des ifo-Instituts für den Monat Mai.

Auf den deutschen Baustellen habe sich der Materialmangel verschärft. Im Hochbau berichteten laut ifo-Institut im Mai 43,9 Prozent der Firmen, sie hätten Probleme rechtzeitig Baustoffe zu beschaffen. Im April waren es noch 23,9 und im März nur 5,6 Prozent. Der Tiefbau war etwas schwächer betroffen mit 33,5 Prozent im Mai – im April hatten in dem Sektor nur 11,5 Prozent der Betriebe von Engpässen berichtet. Noch sei die Kapazitätsauslastung der Branche hoch. Aber die Lieferengpässe würden immer mehr Unternehmen Sorgen machen.

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Die rasant steigenden Rohstoffpreise würden der Branche zu schaffen machen. Die Preise für Schnittholz sind in den letzten Monaten nahezu explodiert, die Sägewerke kommen nicht hinterher, so ifo. Auch Stahl hat sich erheblich verteuert. Dämm-Materialien und verschiedene Kunststoffe seien zudem knapp. Der Chart geht bis 1991 zurück, und zeigt ganz klar den aktuellen Materialmangel auf deutschen Baustellen.

Chart zeigt klar den aktuellen Materialmangel auf Baustellen

Beim Thema Bauholz möchten wir auf den folgenden heutigen Kommentar von Jochen Stanzl von CMC Markets verweisen.



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3 Kommentare

  1. Der Preis für Tor-/Stabstahl hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt, wir haben gerade die EUR 1000er Schwelle für die kleinen Dimensionen pro Tonne durchbrochen…vor einem Jahr hab ich noch EUR 465.-/Tonne für die kleinen Stärken bezahlt. Bei Baustahlmatten schaut es derzeit ähnlich aus. Und….es ist für Wochen praktisch kein Material mehr zu bekommen, egal welcher Preis bezahlt würde.

    Bei der Mittelware/Gerüstpfosten 50x250x4000mm hatte einer meiner Holzhändler, der erst im Oktober 2020 sein Unternehmen eröffnet hat und praktisch keinen Internetauftritt vorzuweisen hat, folgendes zu berichten:
    Seit Anfang April 2021 laufen die Telefone heiss, die Anfragen explodierten regelrecht. Neben Belgiern haben vermehrt italienische Firmen Bauholz angefragt.
    Irgendwann war es ihm zu bunt, er wollte nicht immer Aufträge von Nicht-Stammkunden ablehnen.
    Der Verkaufspreis für den m³ Mittelware/Gerüstpfosten bewegte sich Anfang April bei ca. EUR 230,- netto (im Osten Österreichs). Der Holzhändler hat einem italienischen Interessenten, rein interessenshalber, den Kubikmeter für EUR 330,- netto angeboten, nur um zu sehen was passieren würde…der italienische Interessent hat tatsächlich eine größere Menge zum damaligen Tagespreis + EUR 100,- extra für den Kubikmeter bezahlt!
    Seit diesem Vorfall gibt es immer wieder Lieferprobleme fürs Holz der Stammkunden bei diesem Händler.
    …mittlerweile kratzen wir bereits an den EUR 330,- für den Kubikmeter dieser Ware im Wiener Umland!

    …und ich behaupte mal, dass jedes derzeit arbeitende Unternehmen im Hochbau die Lieferengpässe und die
    teilweise provozierte Marktaustrocknung spürt! Bisher wenige Mitbewerber/Bauunternehmen haben bereits auf Kurzarbeit gestellt, weil benötigtes Material nicht verfügbar ist….Baustellen werden eingestellt, wenn möglich konzentriert man sich auf Projekte, die kurz vor der Fertigstellung sind.

    Ich bin Einkäufer eines Bauunternehmens mit ca. 350 Mitarbeitern und habe seit Monaten zunehmend Probleme mit der Beschaffung von Baustahl, Bauholz, Schaltafel, Leimbinder, Styropor, XPS, Kanalrohren, Ziegel, chemisch-technischen Produkten, Kleingeräten, Ersatzteilen für Baumaschinen und Geräte…die Liste wird täglich länger und ist keinesfalls vollständig. Lt. neuesten Gerüchten in der Branche wird jetzt Zement knapp, bzw. ist in Teilen Österreichs bereits vergriffen.

    Eigentlich stehen wir kurz vor dem Tauschhandel, für Stahl und Holz ist bald mehr zu bekommen als für Geld!

    Als Einkäufer muss man jetzt oft unkonventionelle Wege gehen um Großbaustellen am Laufen zu halten, extremes Netzwerken, eine tiefe Geldbörse und jede Menge Besonnenheit ist angesagt!…ansonsten droht immer öfter Kurzarbeit.

    Kalkulationen für zukünftige Bauprojekte sind gerade unmöglich, und jener Bauunternehmer, der diese Woche noch den Zuschlag für ein größeres Bauprojekt mit Fertigstellungstermin Mitte 2022 bekommt, ist nicht zu beneiden…

    1. @Jockl
      Wenn Geier und Elstern in den Zwischenketten hamstern, wird es halt übel für Produzenten und Verbraucher. Wie uns Österreicher die Schule lehrt, ist das Freiheit und das Beste, was der Ökonom zu bieten hat.

  2. Avatar
    Hätte ,hätte Lieferkette

    Die Entwicklung ist nicht erstaunlich.Wenn Kryptos schürfen und Aktienrückkäufe den Unternehmen grosse Gewinne bringen ,warum soll man denn Produkte herstellen die bei normal funktionierender Wirtschaft nur kleine Gewinne generieren. Vor Jahren konnte man lesen,dass wegen der Lagerkontrolle mit Computern keine Lagerhaltung mehr nötig sei und und die Nachfrage immer unter Kontrolle sei.Die Lager waren somit auf der Strasse oder auf See.Die Stop and Go Nachfrage wegen Corona konnte mit der Globalisierung und der extremen JUST IN TIME PRODUKTION nicht abgefedert werden.Die Anfälligkeit der Lieferketten auf solche Ereignisse hatte niemand auf dem Plan.Zur Zeit ist noch Jammern auf hohem Niveau angesagt weil es vor allem Investitionsgüter betrifft.Ich möchte gerne wissen was passiert wenn ein nicht unmöglicher Krieg um Lebensmittel ausbricht.

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