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Mega-Inflation voraus? Geldumlaufgeschwindigkeit im Keller

Inflation entwertet Geld

Das ist die große Frage im Jahr 2021. Kommt die große Inflation? Wenn weltweit die Menschen nach dem Ende der Corona-Schutzmaßnahmen wieder reisen, einkaufen, in Restaurants gehen… wird dann der gigantische Berg an angespartem Geld zu einer Mega-Inflation führen? Derzeit spürt man noch überhaupt nichts. Viele Experten wiesen die letzten Jahre darauf hin, dass nicht nur das gigantische Wachstum der Notenbank-Bilanzen für eine mögliche Inflation wichtig ist, sondern viel mehr die Geldumlaufgeschwindigkeit. Die Bundesbank definiert diesen Begriff wie folgt:

Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes gibt an, wie oft eine Geldeinheit pro Periode durchschnittlich zur Bezahlung von Gütern eingesetzt wird. Quantitativ beschreibt sie das Verhältnis zwischen dem nominalen Bruttoinlandsprodukt oder einer anderen, den gesamtwirtschaftlichen Güterumsatz messenden Größe und einer Geldmenge – typischerweise M1 oder M3. Neben den Zahlungsgewohnheiten und dem technischen Fortschritt im Zahlungsverkehr beeinflusst vor allem die Zinssituation die Höhe der Umlaufgeschwindigkeit.

Je niedriger der Wert, desto seltener zirkuliert das Geld zwischen den Konsumenten und Unternehmen hin und her. Und je geringer der Wert der Geldumlaufgeschwindigkeit, desto weniger Angst braucht man vor Inflation haben? Die folgenden Charts zeigen für USA und Eurozone, dass die Geldumlaufgeschwindigkeit im langfristig absoluten Tief angekommen ist. Vor allem in den USA stürzte sie dank Corona massiv ab. Schon vor Corona ging sie zurück. Die Menschen haben in der Coronakrise ihr Geld mehr denn je gehortet – aus Angst vor Arbeitslosigkeit, oder oft weil einfach keine Möglichkeit zum Geldausgeben da war. Da die Geldumlaufgeschwindigkeit jetzt aber so weit im Keller ist, kann es von nun an nur noch aufwärts gehen? Was bedeuten würde, dass eine kräftige Inflation ins Haus steht? Hier die Charts.

Geldumlaufgeschwindigkeit in der Eurozone seit 1995
Geldumlaufgeschwindigkeit der Eurozone seit 1995. Grafik und Daten: Tagesgeldvergleich.net und Bundesbank.

Geldumlaufgeschwindigkeit USA
Geldumlaufgeschwindigkeit der Geldmenge M1 für die USA seit 1995.Bei M2 sieht die Grafik nicht anders aus. Grafik von der St. Louis Fed.

Marc Friedrich hat diese Thematik im folgenden Video ebenfalls im Detail besprochen.



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15 Kommentare

  1. Ob eine starke Inflation kommt ist anzuzweifeln. Wie im Video gezeigt ist die Geldmenge durch die Corona-Krise sehr stark gestiegen, aber die Geldumlaufgeschwindigkeit sehr stark gesunken. Wenn die Leute jetzt langsam wieder mehr und häufiger Geld ausgeben steigt zwar letztere wieder an, aber dann werden die Notenbanken entsprechend dem Anstieg wieder soweit die Zinsen erhöhen, um die Inflation leicht bis mäßig aber nicht sehr stark ansteigen zu lassen. Dadurch wird es starke Rückgänge beim Aktienmarkt geben, vielleicht sogar einen Crash, und das viele Geld, das vorher von den Notenbanken vorwiegend in die Börsen reingepumpt bzw. darin von den Leuten investiert wurde ist größtenteils wieder vernichtet. Damit ist die Geldmenge wieder viel geringer und im besten Fall pendelt sich Geldmenge und Geldumlaufgeschwindigkeit wieder auf Normalmaß ein. Wenn die Geldvernichtung zu stark ist, wird auch die Geldumlaufgeschwindigkeit wieder zurückgehen und die Notenbanken können ohne Gefahr von Inflation wieder die Zinsen senken und das Spiel beginnt von Neuem. Ist nur meine Einschätzung und kann falsch sein, aber so sehe ich das derzeit halt.

  2. Der ersehnte und permanent herbeigeredete „Größte Crash aller Zeiten“ will und will einfach nicht kommen. Ganz im Gegenteil, Corona geht durch die Impfstoffe seinem natürlichen Ende entgegen und die Wirtschaft beginnt(USA,China) sich zu erholen.
    Pech für die bekannten Untergangsspezialisten, ihre Prognosen treffen einmal mehr nicht ein.
    Um das Aufmerksamkeitslevel hoch zu halten, muß jetzt schnell eine andere Sau fürs Dorf gefunden werden: Die Inflation.
    Das Geschrei ist wiederum groß, die Anzahl derer, die darauf hereinfallen, wie immer klein.
    Am Ende kommt es anders.

  3. Avatar
    Hauptsache gegen Krall

    @ Columbo, gerade in Italien ist Corona weg, ( bis Ende Jahr sollte geimpft sein? ) und DIE NOTFALLIMPFSTOFFE sind viel besser als erwartet? .China mit den USA zu vergleichen ist blöd. Die Amis werden nach dem Lockern eine Verschärfung der Pandemie erfahren wie überall.Sie müssen wenigstens keine neue Sau durchs Dorf treiben, sind doch ihre Kommentare seit Ausbruch der Pandemie durchwegs falsch.
    Sie sind noch glücklich, dass die Notenbanken die Krall- Erwartungen noch hinauszögern, wenn sie aber immer noch keine Inflation kommen sehen ,sollten sie sich nicht auf einer Wirtschaftsplattform tummeln.

    1. @Hauptsache gegen Krall, ein guter Name übrigens. Dem Krall als aggressiven Geschäftsführer eines Goldshops wurden ja in der realen Welt gehörig die Flügel kupiert. Man möchte fast sagen, die Krallen gestutzt. So rein wirtschaftlich natürlich nur.

      Aber da er als Visionär und brillanter Denker sowie als unvergleichlicher Analyst grundsätzlich nicht zu toppen ist, bleiben diese Pleiten ein temporärer Lapsus. Der UNTERGANG WIRD KOMMEN. Irgendwann…

      Irgendwann werden auch die Zombies auferstehen … Halt, nein, sie sind ja schon da, seit Jahrzehnten.
      Sie werden sterben … Halt, nein, das funktioniert schon von der Logik her nicht.
      Sie werden sich offenbaren … ja, das klappt.
      Hoffentlich profitieren die nicht von der Inflation und vom Verkaufsboom, nichts dass da noch selbständig lebende Untote draus werden. Ex-Zombies sozusagen.

  4. Die Wette steht, lieber @Columbo. Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich am Horizont schon einen ganzen Schwarm an schwarzen Schwänen auf die Welt zusteuern. By the way: Den Marc Friedrich mag ich auch nicht…

  5. @Columbo – hier schon mal ein kleines schwarzes Schwänchen:

    https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/lmu-professor-michael-hoelscher-dritte-welle-dritte-impfung-und-weitere-lockdowns-art-712405

    Diese synthetischen Viren aus den Hochsicherheitslaboren sind aber auch wirklich eine harte Nuss…

  6. @Lausi

    Die Coronaimpfstoffe sind sehr gut, sie wirken und haben kaum Nebenwirkungen.
    Was irgendwelche alternative Fakemedien schreiben, interessiert mich nicht. Ich habe direkten Zugang zu den Daten und die sind eindeutig.
    Schon 50% Durchimpfung reichen, um das Virus zu beherrschen. Wenn dann noch die Auffrischungsimpfungen dazukommen, ist Corona kein Problem mehr.
    Dann geht es halt wie gewohnt: Die Wirtschaft brummt (USA und China jetzt schon), die Crashpropheten müssen was Neues erfinden, damit sie weiter schreien können. Ihre Jünger werden wie bisher die besten Gelegenheiten versäumen und viel Geld verlieren.
    Gold versinkt wie 2013 in die Bedeutungslosigkeit. Sogar Krall empfiehlt relativ kleine Mengen(10-20%) zu halten, vermutlich weil er sich seiner Prognosen nicht besonders sicher ist.
    Sein Zeitplan ist jetzt schon ziemlich durcheinander, seine berühmten flächendeckenden Bankenpleiten hätten längst beginnen sollen.
    Traum und Wirklichkeit sind halt zwei verschiedene Dinge.

    1. @Columbo – o.k. Sie sind unerschütterlicher Optimist, und ich bin unerschütterlicher Pessimist. Der interviewte Virologe sagt nur, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe bei den Mutanten deutlich geringer sein kann, und die Immunität vielleicht auch nicht sehr lange anhalten kann.

      Was das Thema Inflation betrifft, so empfehle ich ein Studium des Geldsystem bzw. der Geldschöpfung, was für mich bei Wikipedia sehr gut beschrieben ist. Die meisten scheinen das nicht verstanden zu haben – auch ein Herr Friedrich oder ein Herr Kommer nicht. Hier der Link zu dem Wikipedia-Artikel:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung

      1. @Lausi

        Dass ein Herr Kommer das Geldsystem nicht verstehen soll, ist eine gewagte Behauptung, da braucht es schon eine Portion Hybris.
        Ich bin eigentlich ein ausgemachter Pessimist, aber damit hatte ich mir in der Vergangenheit einiges verbaut.
        Seit den Predigten von Krall und Friedrich und seit Corona habe ich mich zum Optimisten gewandelt. Hat mir auch schon was gebracht: Gold am Hochpunkt verkauft und in Aktien eingestiegen.
        Immer das Gegenteil von dem tun, was diese Untergangstypen empfehlen, war immer schon nicht der schlechteste Rat.

        1. @Columbo – Herr Kommer erzählt in seinem 1. Inflationsvideo nur Binsenwahrheiten, und auf den wichtigen Unterschied zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld wird überhaupt nicht eingegangen – was aber für ein Inflationsverständnis ganz entscheidend ist.

          Gratuliere zu Ihrem glücklichen Händchen bei der Umschichtung von Gold zu Aktien. Möglichst breit gestreut seine Eier zu legen, war noch nie verkehrt. Ich hoffe Sie haben auch Bitcoin und die Biontech-Aktie mit im Depot. ;-)

          Ich selber bin wohl schon als Bär geboren (seit ich denken kann liebe ich Honig!), und werde bis zum Weltuntergang (oder bis zu meinem letzten Atemzug) auch daran festhalten! Darauf einen Asbach Uralt! ;-)

          1. @Lausi

            Bin auch als Bär geboren, daher ist kostet es mich ehrlich gesagt schon einiges, bullisch oder optimistisch zu sein.
            Aber schon C.G.Jung meinte, man solle seinen Schatten, das heißt seine schwach ausgebildeten, unbewußten Seiten leben lassen.
            Daraus ergeben sich ganz neue Perspektiven.

  7. Dass die Banken- und vor allem Firmenpleiten nur hinausgeschoben werden weiss jedes Kind und dass Professor Hoelscher mindestens soviel Zugang zu Daten hat wie Doktor Columbus ist auch anzunehmen.Columbus wirkt mit seiner Besserwisserei immer peinlicher.Am Anfang hat er Corona verniedlicht, dann ernst genommen und jetzt ist er wieder DER SCHÖNREDNER.Die echten Fachleute geben zu ,dass man Nichts weiss, zum Glück haben wir den Columbus der Alles weiss.

    1. @Pandem-Mist

      „Der intelligente Mensch ändert seine Meinung“
      oder
      „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“
      😀

      1. Oder nach John Maynard Keynes: „When the facts change, I change my mind“. Aber das fällt den Dauerbären unglaublich schwer. Man will doch recht kriegen.

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