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Nato-Mitglied Litauen und Russlands Kaliningrad – eskaliert die Lage?

Das Nato-Mitglied Litauen blockiert einige Lieferungen in die Exklave Kaliningrad, die zu Russland gehört. Moskau droht. Eskaliert die Lage?

Russland-Fahne

Das EU- und NATO-Mitglied Litauen liegt zwischen dem russischen Kernland und der russischen Exklave Kaliningrad, die isoliert und umringt von EU/NATO-Ländern an der Ostsee liegt. Jetzt spitzt sich die Lage rund um Kaliningrad zu. Litauen lässt einige Waren auf der einzigen Eisenbahnstrecke nicht mehr durch nach Kaliningrad, und beruft sich auf die EU-Sanktionen gegen Russland. Moskau spricht von einer Blockade, die man nicht akzeptieren kann.

Das ist eine ziemlich gefährliche Lage. Denn sollte Russland gegen Litauen aktiv werden um den Weg Richtung Kaliningrad wieder uneingeschränkt freizubekommen, wäre das ein Angriff auf die gesamte NATO – und gemäß Beistandsvertrag müssten dann alle NATO-Länder Litauen helfen. Die Aussagen aus Moskau sind drastisch. Laut russischen Medien spricht der Vorsitzende des „Komitees für den Schutz der Souveränität im Föderationsrat“ Andrej Klimow davon, dass wenn die EU und Litauen ihre Entscheidung nicht überdenken, müsse Russland „das von Litauen geschaffene Kaliningrader Transitproblem mit allen Mitteln lösen“. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrats Nikolaj Patruschew sagt heute, das mögliche russische Gegenmaßnahmen eine schwerwiegende negative Auswirkung auf die litauische Bevölkerung haben würden. Russland werde mit Sicherheit auf solche feindlichen Handlungen reagieren. Entsprechende Maßnahmen würden derzeit ausgearbeitet und in naher Zukunft ergriffen.

Seit Samstag hat Litauen den Transitverkehr von bestimmten Gütern wie Metallen, Baumaterialien und Kohle von Russland nach Kaliningrad verboten. Laut russischen Medien können diese Verbote bis zu 50 Prozent der Güter betreffen, die auf dem Schienenweg in die und aus der Region befördert werden. Die russischen Behörden betrachten dies als eine „Blockade“ des Kaliningrader Gebiets durch Litauen und die EU. Fürs Erste will Russland offenbar versuchen die Versorgung Kaliningrads über den Schiffsverkehr auf der Ostsee sicherzustellen. Aber abgesehen davon – was plant Russland gegenüber Litauen? Das ist die große Unbekannte. Dass Wladimir Putin einen beschränkten Zugang zum eigenen russischen Staatsgebiet ohne jegliche Reaktion akzeptiert, ist kaum zu erwarten.



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9 Kommentare

  1. Wenn das so weitergeht, brauchen wir alle uns keine Gedanken um Energiekrise, Finanzkrise, Hungersnöte oder sonst irgendwas zu machen. Finde die Situation Brandgefährlich.

  2. Die typische Art den russischen Bären vollkommen sinnlos zu reizen, und wenn es dann knallt, dann war es wieder Putin.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Hallo Helmut

      Um einmal Thema zu wechseln, eine eher private Frage, die sie natürlich nicht beantworten müssen.
      Nehmen oder nahmen Sie und Ihre Familie Teil am andalusischen kulturellen Leben?
      Besuchen Sie Tablaos Flamencos, kennen Sie Gitarristen, Bailaores, Cantaores?
      Besuchen Sie Ferias oder unter Umständen auch Stierkämpfe? (Ein paar hatte ich vor vielen Jahren in Malaga gesehen, es wurde mir aber zu schlimm, obwohl ich mich vorher bei Hemingway gründlich eingelesen hatte).
      Meine Frau und ich waren xmal in Granada um der faszinierenden Welt des Flamenco näherzukommen.

      1. Hallo Columbo,
        ich bin Pflegestufe 2 und kann außerhalb des Hauses nur am Rollator laufen.
        Meine Frau ist vor einigen Monaten gestürzt, und dadurch kam eine schwere Arthrose im Knie zum Vorschein.
        Wir haben nach Corona daher nicht mehr viel Aktivitäten hinsichtlich Festlichkeiten aufgesucht.
        Stierkampf lehne ich ab, weil ich es für krank halte, dass sich Menschen daran belustigen, wenn ein Tier um sein Leben kämpft.
        Wir haben sonst hie in der Gegend an regionalen Volksfesten teilgenommen.
        Ein Nachbar hatte dort spanische Volkslieder vorgetragen, und auch schon eine Menge Preise gewonnen.
        Aber die älteren Nachbarn sterben hier so langsam aus.
        Bis vor einigen Jahren hatte ich eine 600 qcm Geländemaschine, und damit sind dann meine Frau und ich alles mal abgefahren, was hier so in ca. 200 km Umkreis alles für Sehenswürdigkeiten gibt.
        Mit dem „Trecker“ kamen wir ja bis in die letzte Ecke.
        Die höchste Straße Europas führt z. B. von Granada aus in ein riesiges Skigebiet, in die Sierra Nevada.
        Auf unserer Homepage haben wir unter Sehenswürdigkeiten mal alles für unsere damaligen Gäste aufgelistet.
        ferienwohnungen-andalusien.eu
        Mal sehen was die nächsten Jahre so bringen.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. Hallo Helmut, das tut mir leid, aber man kann sich halt damit trösten, dass viele in unserem Alter gar nicht mehr aus dem Pflegebett kommen.
          Wir planen Granada im September oder Frühjahr. Andalusien bleibt mein Traumland.
          (Ich hoffe man toleriert hier unseren off topic Diskurs😀)
          Noch viele gute Tage in Andalusien wünsch ich!

  3. Ich habe vor einigen Wochen gehört, etwa als bekannt wurde, dass chinesische Truppentransporter in Serbien eingeflogen sind, dass auch chinesische Bodentruppen ins Baltikum verlegt würden.
    Ich konnte das aber nicht überprüfen.

    Hat hier jemand Informationen darüber?

  4. Ich frage mich, was so kleine Länder in der Nato zu suchen haben, wenn es nur ihr Anliegen ist einen Weltkrieg anzuzetteln. Russland liefert Waren von Russland nach Russland.
    Warum sperrt man nicht den Sueskanal oder den Bosporus für die griechischen Schiffe, die nun russisches Öl nach Indien und China transportieren?
    Warum dürfen überhaupt griechische Schiffe das Embargo unterlaufen?

    Das sieht die Schweiz auch ganz anders, und lässt sich mit russischem Gold beliefern.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Niemand hindert Russland, seine Waren per Schiff oder Flugzeug zu transportieren. Daß Litauen beim derzeitigen Gebaren Russlands einen Transit durch sein Staatsgebiet verhindert, ist überaus verständlich. Zumal es sich um die Einhaltung der von der EU verhängten Sanktionen handelt.

  5. Der Zweite Weltkrieg wurde auch durch die Korridorfrage des Deutschen Reiches verursacht. Es gab keinen direkten Zugang zu Ostpreußen vom ehemaligen Reichgebiet. Nun haben wir wieder eine Korridorfrage. Interessant ist, dass es sich um die selbe Stadt handelt. Damals Königsberg, heute Kaliningrad!
    Wie sagte Mark Twain: „History doesn’t repeat itself, but it does rhyme“! – Sollte uns zudenken geben!

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