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Neue Sanktionsattacke gegen LNG aus Russland

Die USA verschärfen ihre Sanktionen gegen LNG aus Russland. Wird die EU nachlegen? Es geht um aktuell große Liefermengen.

Gas-Lagertanks
Foto: Digitaldesign2 - Freepik.com

Erst jüngst im September aktualisierten die USA ihre Sanktionen gegen Russland. Sie richten sich besonders gegen die Cashcow LNG und somit gegen Novatek und das neue große LNG-Werk Arctic LNG 2, das im kommenden Januar in Betrieb gehen soll. Geplant ist, drei bis fünf Schiffsladungen mit LNG über die West-Ost-Passage nach Asien abzutransportieren. Japan prüft derweil, wie weit man von den neuen Sanktionen der USA betroffen ist, ist man doch am Projekt von Arctic LNG 2 beteiligt, um die Energieversorgung im Land sicherzustellen. Auch in Europa hat ein Importverbot für LNG aus Russland Konjunktur. Im Rahmen der Diskussion über ein 12. Sanktionspaket hat Polen Medienberichten zufolge vorgeschlagen, LNG-Importe aus Russland zu verbieten.

Energieeinnahmen von Russland begrenzen

Am 14. September verhängte die Kontrollbehörde für Auslandsvermögen beim US-Finanzministerium fast 100 neue Sanktionen gegen russische Eliten, die Industriebasis, Finanzinstitute und Technologielieferanten für Russland. Das US-Außenministerium informierte über die Sanktionen, die künftige russische Energieeinnahmen begrenzen sollen. Ein zentrales Ziel sind dabei Personen und Unternehmen, die am Projekt Arctic LNG 2 von Novatek auf der nordsibirischen Halbinsel Gydan arbeiten.

Folglich stehen auf der Sanktionsliste jetzt mehrere Tochtergesellschaften des größten russischen LNG-Produzenten. Das Gleiche gilt für eine Reihe von Unternehmen, die für Novatek mit Ausrüstung, Technologie und Arbeitskräften bereitstellen. Ebenso richten sich die Sanktionen auf die beiden schwimmenden Speichereinheiten des Unternehmens in Russland. Die 400 Meter langen Speicherspezialschiffe Saam FSU und Koryak FSU erreichten diesen Sommer ihre Standorte in der Ura-Bucht der Kola-Halbinsel und in der Betschewinskaja-Bucht in Kamtschatka. Sie sollen es Novatek ermöglichen, die Lieferungen von LNG zu ausländischen Märkten zu steigern.

Japan will sich absichern

Die japanische Regierung untersucht nun die möglichen Auswirkungen der neuen Sanktionen der USA gegen Russland. „Wir wissen um die Sanktionen, die die Vereinigten Staaten verkündet haben. Gemeinsam mit Interessenvertretern prüfen wir derzeit sorgfältig, wie sie sich auf das Projekt Arctic LNG 2 auswirken könnten. Wir werden entsprechend reagieren und eine umfassende Entscheidung treffen, die der stabilen Energieversorgung Japans nicht schadet und bei der wir mit der Gruppe der Sieben, einschließlich der Vereinigten Staaten, zusammenarbeiten“, erklärte der Chefsekretär des japanischen Ministerkabinetts Hirokazu Matsuno russischen Medien zufolge am 19. September.

Anteilseigner von Arctic LNG – 2 ist neben Novatek (60 %), TotalEnergies (10 %), Chinas Nationaler Ölgesellschaft CNPC (10 %) und der Chinesischen Nationalen Öl-Offshore-Gesellschaft CNOOC (10 %) das japanische Konsortium Japan Arctic LNG (10 %), zu dem auch Mitsui und die Japan National Oil, Gas and Metals Corporation gehören. Geplant ist der Bau von drei Gasverflüssigungslinien in Russland mit einer Kapazität von jeweils 6,6 Millionen Tonnen LNG pro Jahr bis 2026. Die erste Linie soll bis zum Jahresende fertig werden. „Ab Mitte Januar nächsten Jahres werden wir mit der Verschiffung kommerzieller LNG-Mengen vom Arctic LNG 2-Projekt, auch in östlicher Richtung, beginnen“, sagte Jewgenij Anbrosow, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Novatek auf einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok im September. Im Monat seien bis zu fünf Schiffsladungen für den Osten vorgesehen. Das Verschiffen soll zudem über das komplette Jahr laufen.

Nach Angaben des ehemaligen russischen Botschafters in Japan, Michail Galuzin, könne Japan nach dem vollständigen Projektstart von Arctic LNG 2 etwa 2 Millionen Tonnen LNG pro Jahr beziehen. Mittlerweile importiert Japan durchschnittlich 5-6 Millionen Tonnen LNG im Jahr aus Russland. Im Gegensatz zu Shell sind die japanischen Unternehmen Mitsui und Misubishi beim zweitgrößten LNG-Werk auf der Pazifikinsel Sakhalin an Bord geblieben, um einerseits die nationale Versorgung zu sichern, aber anderseits den Chinesen nicht das Feld zu überlassen. Schließich ist Japan in Fernost nach China Russlands größter Abnehmer von LNG, und beteiligt sich an einem weiteren Projekt auf Sakhalin.

Tor für gute Geschäft schließen

Erst Ende August hatte der Think Tank Global Witness in einer Analyse die guten LNG-Geschäfte, die Russland in Europa macht, offengelegt. Präsident Wladimir Putin scheint sich angesichts dessen auf gutem Weg zu wähnen und verkündete bei der Sitzung zum Haushaltsentwurf 2024-2026 am 18. September, dass die Erholungsphase der Wirtschaft abgeschlossen sei. Russland habe „einem absolut beispiellosen Druck von außen und dem Sanktionsangriff von einigen Eliten im sogenannten Westblock standgehalten.“ Verluste aus Einnahmen des Öl- und Gassektors im Staatshaushalt hätten sich im Juli und August abgeschwächt. Mit neuen Sanktionen wollen die USA nun den Druck beibehalten und steigern, indem sie Russlands Erfolgen im LNG-Sektor einen Riegel vorschieben.

Auch in Europa laufen aktuell Gespräche zu einem 12. Sanktionspaket gegen Russland. In diesem Rahmen habe Polen Brüssel Sanktionsvorschläge gegen Russland vorgelegt, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf hochrangige EU-Quellen am 18. September. Darunter seien die Einführung weiterer Einfuhrbeschränkungen, einschließlich eines Verbots der Einfuhr von Diamanten, aus Russland, und Beschränkungen im Dienstleistungssektor, die u.a. verbieten, russischen Unternehmen von IKT-Diensten bereitzustellen. „Außerdem schlägt Polen weitere Beschränkungen im Energiesektor vor, darunter ein Verbot der Einfuhr von Flüssigerdgas (LNG) aus Russland“, so PAP.

Mit LNG-Tankern gelangt Gas aus Russland auf den Weltmarkt

Europa zögert beim LNG mit Sanktionen gegen Russland noch

Die spanische Energieministerin Teresa Ribera hatte Medienberichten zufolge zuvor indessen erklärt, dass die Europäische Union kurzfristig nicht plane, LNG aus Russland trotz steigender Importe in die Union zu verbieten. Hier verwies sie mit Blick auf das letzte Jahr auf Befürchtungen eines Preisanstiegs. Nach Zahlen von Kpler in der Analyse von Global Witness hat sich Spanien in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mit 7,47 Millionen Kubikmeter LNG, umgerechnet rund 3,4 Millionen Tonnen LNG, in der EU zum größten Abnehmer von russischen LNG-Schiffsladungen entwickelt und rangierte damit weltweit nach China auf Platz 2. Zugleich hat Spanien derzeit die Ratspräsidentschaft der EU inne.

Unter diesen Voraussetzungen ist ein Einfuhrverbot von LNG aus Russland eher fragwürdig, zumal auch Belgien und Frankreich reichlich LNG-Ladungen aus Russland in ihren Häfen löschen. Bislang ist es bei einem Aufruf geblieben, keine neuen Verträge mit russischen Lieferanten abzuschließen. Auch die Frage für die restlich verbliebenen russischen Gasimportmengen der EU ist nicht abschließend geklärt. Klar festgelegt ist der Ausstieg bis 2027. Die USA haben sich dagegen klar darauf verlegt, es Russland zu erschweren, neue Produktionskapazitäten an den Start zu bringen.



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38 Kommentare

  1. Hört sich alles kompliziert an.
    Aber es soll erreicht werden, dass die USA ihr Frackinggas wieder zu Mondpreisen an die EU verkaufen können.
    Die Vasallen werden gehorchen, und die Asiaten bekommen weiter (und noch mehr) billiges russisches LNG.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Russisches LNG ist wenigstens nicht durch Fracking gewonnen.

    Schau dir „ARD: LNG um jeden Preis Doku – Reaction. LNG, der Klimakiller? – Wahnsinn“ auf YouTube an

    https://youtu.be/zls7B-eIbYU?si=yqN5TXO9wJBtA3li

    1. Kurz und klar gesagt.. für denen die mit eigenem Kopf denken.

  3. Wie unsinnig ist das?Der Ami jmkUft für klliarden aus Rußland Uran und wir sollen kein LNG nehmen?Er will Europa zerstören und als Wirtschaftsmacht dann auftreten Nicht genug das wir sein LNG abnehmen, was bei der #Förderung Umwelt Klima und enschenleben kostet .Ohne Rohstoffe wird die EU zerstört für einen Bruderkrieg , den die Amerikaner weiter for ihren und der korrupten Regierung alles an Waffen verkaufen um Gewinne zu machen Menschen sterben und Co2 und Treibhausgase zerstören das Klima.

  4. Was machen wir jetzt mit Aserbaidschan von denen wir massig Gas und Öl beziehen, und die Berg-Karabach angreifen? Oder gehören die zu den Guten und bei den Guten spielen die Menschenrechte und die Demokratie keine Rolle mehr?
    Wie sagte einst Egon Bahr: „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“ — Egon Bahr am 3. Dezember 2013 im Gespräch mit Schülern.

    1. Hallo Lothar,
      „Putin hat die Seiten gewechselt. Russlands Präsident Wladimir Putin braucht Aserbaidschan, um mehr Gas in die EU zu liefern. Ein Grund für den Kreml, im Konflikt um Berg-Karabach inzwischen sichtbar den derzeitigen Aggressor zu unterstützen. Zum anderen ist das Land enger Verbündeter der Türkei, und für Putin sind gute Beziehungen zur Türkei auch sehr wichtig. Das sind die beiden wichtigsten Faktoren, mit denen Armenien nicht konkurrieren kann. Wenn man sich die russische Rhetorik anschaut, auch seit gestern, dann steht Russland ganz offen auf aserbaidschanischer Seite.“.
      https://www.n-tv.de/politik/Putin-hat-die-Seiten-gewechselt-article24411037.html

      1. Aha H. Frerick. Wenn es paßt, darf man doch vermuten. Aber schon in die richtige Richtung vermutet werden.

        ntv: nun ja. Schauen Sie sich die Besitzverhältnisse an, dann wissen Sie, dass sie da zumindest derzeit auch nur „zwsichen den Zeilen lesen“ dürfen.

        1. @Felix
          Ich vermute mal ganz richtig, da spricht der Kreml zwischen Ihren Zeilen 😉

  5. Wenn wir nicht vollkommen verrückt sind dann
    ignorieren wir die Amis und die Polen. Alles was von da kommt schadet uns. Ausserdem habe ich mit den Amis noch ein Hühnchen zu rufen. Die haben meine Novatek Aktien gestohlen. Das ist Diktstur. Freunde können wir nicht mehr werden.

  6. @ Stranghörner, ja die Amis sind skrupellos bei der Verteidigung ( der Demokratie) ihrer Interessen.Die EU sollte dies bald merken.
    Aber Leute wie @Michael merken noch nicht was abläuft.

    1. @Don Naivi

      Wie es aussieht, ziehen Sie als Multinick Ihre Ad-hominem-Strategie konsequent durch, mich mindestens bei jedem zweiten Ihrer Kommentare zu nennen. Und das völlig unabhängig davon, ob ich zu dem jeweiligen Artikel kommentiert habe oder nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich geehrt fühlen oder es bedauern soll, dass ich in Ihren Gedanken Tag und Nacht – sogar noch kurz nach 04:00 Uhr morgens – präsent bin. Es ist auf alle Fälle irgendwie gruselig 😱😬

      Zudem habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich in Ihrem Ranking allmählich @Columbo den Rang abzulaufen scheine. Der hoch geschätzte Mann ist schließlich nochmals etwas älter als ich und benötigt ggf. Ihren Zuspruch mindestens ebenso sehr. Als Multinick sind Sie sicher des Multitaskings fähig und schaffen es gewiss auch weiterhin, ihn ebenfalls mit Ihren stets warmen und gütigen Worten zu beglücken.

  7. Wenn ich hier die Kommentare lese, komme ich zum folgenden Entschluss : Sollte Deutschland jemals angegriffen werden, bin ich dafür, dass alle Länder, insbesondere USA, mit dem Angreifer alle mögliche Handelsbeziehungen aufrechterhalten und erweitern. Solange bis der Angreifer genug finanzielle Mittel hat um Deutschland zu besiegen

    1. @Jochen, Deutschland bzw. dessen Infrastruktur wurde gerade im vergangenen Jahr angegriffen und zwar von seinen eigenen Verbündeten. Die Reaktion unserer Führungseliten: Schweigen im Walde. So und nicht anders läuft das. Worum sollte sich irgendwer mit Deutschland auch sonst streiten, um Danzig oder Straßburg?

      1. Diese Deutsche „Infrastruktur“ hat den Krieg ermöglicht. Deutschland und andere Länder haben Jahrzehnte lang Gas über bestehende Pipeline bezogen. Putin hat mit Nordstream die Ukraine und Polen ausschließen wollen um sie später anzugreifen. Deutschland hat da einfach mitgemacht.Wie oft in der Geschichte, haben die Deutschen nochmal bewiesen, das ihnen an politischer Intelligenz mangelt. =Nach der Wiedervereinigung hat sich dieses Phänomen noch verstärkt. Das alles natürlich mit weit verbreiteten Hass auf Amis.

        1. @ Jochen
          Das ist eine vollkommen vogelwilde These. Alle haben von dem billigen Gas genascht, Deutschland eben am meisten.

          Mit Nordstream ging es einfach um noch mehr gute Geschäfte. Schließlich brauchte Deutschland das billige Gas für die Energiewende und die Russen haben soviel, dass sei es verkaufen können. Billig, weniger CO2, nötige Ergänzung zu den alternativen Energien. Das war doch quasi amtliche Linie, auch bei den Grünen.

          An politischer Intelligenz fehlt es allerdings. Immer wieder den jungen Leuten, wenn die letzte Katastrophe zu lange her ist.

        2. @Jochen, wenn die Stillegung der Pipeline, die durch die Ukraine führt, eine Voraussetzung für einen russischen Angriffskrieg gewesen wäre, warum ist sie dann immer noch in Betrieb?

          Wie kommen Sie i.ü. darauf, dass Russland Polen angreifen wollte bzw. dies vor hat? Bei einer Blockade Kaliningrads wäre das eine Möglichkeit, aber dem würde eine polnische Initiative vorausgehen. Russland könnte sie provozieren, das ist eine durchaus reale Möglichkeit. Seymour Hersh glaubt daher, dass Prigozhin von Putin erledigt wurde, als er anfing mit PMC Wagner den Suwalki Korridor „beschützen“ zu wollen. Es ist allein der Kreml, der das russische Eskalationsnviveau bestimmen darf, nicht Prigozhin und der Kreml hält es seit Beginn der SMO stabil.

          Die deutsche Außenpolitik besteht i.w. darin einen noch unter Adenauer eingeschlagenen Kurs beizubehalten. Gewiss, gelegentlich wird sie lebhaft und zeigt Eigenständigkeit: NS2 war eine Frechheit, ebenso wie die Weigerung mit der USA in den Irak zu gehen, aber das waren Ausnahmen, wo sich die Führung des Landes herausgenommen hatte, seinen Hegemon zu ärgern. Aber war das wirklich schon dumm? Vielleicht war und ist es viel dümmer Russland ( & BRICS ) zu unterschätzen und die G7 zu überschätzen, ein Häuflein Länder, die zur „Weltgemeinschaft“ stilisiert werden, so als wären sie das britische Kolonialreich.

      2. @Young Global Leader
        Soweit mir bekannt ist, ist der Eigentümer unserer „deutschen Infrastruktur“ NS 1 die Nord Stream AG mit Firmenhauptsitz in Zug in der Schweiz. Anteilseigner sind mehrheitlich Gazprom, dazu noch Wintershall , E.ON, die niederländische Gasunie und die französische Engie. Eigentümer der NS 2 ist die schweizerische Aktiengesellschaft Nord Stream 2 AG, die vollständig zum staatlichen russischen Gazprom-Konzern gehört.

        Das deutscheste daran ist noch der Landesverräter, Putin-Vertraute und Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder, der in beide Projekte tief verstrickt ist. Nichts und niemand also, um den man sich Sorgen machen müsste oder der sich einen Furz um Deutschland schert.

        Wer genau die Pipelines angegriffen hat, ist nach wie vor nicht geklärt, auch wenn sich die Kremlfreunde ihr Urteil schon einen Tag nach den Anschlägen gebildet haben.

        1. @Selina, „Wer genau die Pipelines angegriffen hat, ist nach wie vor nicht geklärt, auch wenn sich die Kremlfreunde ihr Urteil schon einen Tag nach den Anschlägen gebildet haben.“

          Nach dem Anschlägen hieß es sofort, es sei der Kreml gewesen, wie immer eigentlich.

          Derzeit sind nur noch zwei Hypothesen im Umlauf, die von Seymour Hersh und eine andere, derzufolge Zalushnyi den Aufrtag gegeben habe, auch einer unserer allerbesten Freunde. Das kam allerdings auf, als Zalushnyi für 3 oder 4 Wochen abgetaucht war und niemand so recht zu wissen schien, ob er wieder kommt. Jetzt ist nicht mehr die Rede davon.

          „Das deutscheste daran ist noch der Landesverräter, Putin-Vertraute und Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder, der in beide Projekte tief verstrickt ist. Nichts und niemand also, um den man sich Sorgen machen müsste oder der sich einen Furz um Deutschland schert.“

          Meinen Sie, billiges russisches Erdgas an Deutschland zu liefern, sei ein perfider Trick gewesen, um Deutschland zu schaden? Das ist zumindest eine originelle Sichtweise, v.a. in einem Finanzmagazin. Darauf muss man erst mal kommen.

          1. @Young Global Leader nein, das ist nicht korrekt. Ganz im Gegenteil. Die erste Theorie kam von Hersh. In den Oeffentlich Rechtlichen, diesen Propaganda-Sendern, gab es jetzt mehrere Sendungen, die der Theorie von einer Zerstoerung durch Ukrainern nachgingen.

          2. @Schlemmer, die erste Theorie kam von Hersh, aber gleich nach der NS1/NS2 Sprengung setzen wechselseitige Beschuldigungen ein und natürlich war Russland da in der engeren Auswahl. Hier ein CNBC-Artikel, der 2 Wochen nach dem Vorfall geschrieben wurde:

            https://www.cnbc.com/2022/10/11/nord-stream-gas-leaks-what-happened-and-why-europe-suspects-sabotage.html

            „[…] As investigations continue, many in Europe suspect the incident was the result of an attack, particularly as it occurred during a bitter energy standoff between the European Union and Russia.

            The Kremlin has repeatedly dismissed claims it destroyed the pipelines, calling such allegations ’stupid‘ and ‚absurd,‘ and claiming that it is the U.S. that had the most to gain from the gas leaks.“

            So erinnere ich das auch.

          3. @Young GLobal Leader
            Nun, Sie schreiben es dort selbst, natuerlich kommt Russland in die engere Auswahl.Also wird sie auch beschutdgt. Russland hat ja ebenso die Ukraine beschuldigt und Verschwoerungsglaeubige die USA, weil die eh an allem Schuld sind.
            Hersh’s These ist lange wiederlegt und nur Menschen, die alle Fakten ignorieren,folgen dem noch. Allerdings gibt es durchaus starke Indizien, dass es Russland gewesen sein koennte. Ebenso koennte es die Ukraine gewesen sein.

          4. „Hersh’s These ist lange wiederlegt und nur Menschen, die alle Fakten ignorieren,folgen dem noch.“

            Vom wem?

          5. @Schlemmer, ach so das meinten Sie.

            Ich hatte seinerzeit eine Reihe von abfälligen Kommentaren über Alexanders OSINT-Analyse gelesen und das dann nicht weiter verfolgt, nach dem Motto: mal sehen wo die Diskussion in ein paar Monaten steht. Offenbar nirgendwo, wenn Sie jetzt wieder ankommen mit dem Originalartikel.

          6. @Young Global Leader
            Nun, Fakten sind Fakten. Hersh’s Theorie ist tot. Was sollen dann neue Artikel darueber? Nur Verschwoerungspraktiker, die unbedingt die Amis verantwortlich machen wollen, glauben noch daran.

        2. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat es gewagt, den Angriff auf den Irak nicht mit zu machen. Das war richtig, denn dieser Angriff war völkerrechtswidrig und durch Lügen begründet (Massenvernichtungswaffen, die es nicht gab).

          Deswegen wird die Geschichte Herrn Schröder später einmal viel besser beurteilen, als Sie heute. Und sie sollten sich schämen.

          Zum Gas: das war soweit es Herrn Schröder betrifft, ein gutes Geschäft für Deutschland.
          Deutschland war dann ab den Ereignissen 2014ff verpflichtet, sich für die Umsetzung von Minsk einzusetzen, hat dies aber nicht getan. Das war der Fehler.

          1. @Felix
            Sie fordern in letzter Zeit auffallend oft, dass man sich schämen sollte, wenn Sie nicht gerade junge Menschen als unintelligent an den Pranger stellen. Das wird zusehends langweilig und unglaubwürdig.
            Und was Ihren Kommentar weiter unten an Helix52 angeht: Wo sehen Sie denn Probleme bei „Freiheit, auch und besonders Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit“? Ich für meinen Teil sehe die zumindest nicht.

    2. Jochen,

      Ihr Wunsch wäre Verrat. Deutschland hat jahrzehntelang in einem Verteidigungsbündnis die wichtigste Position neben den USA eingenommen und die größten finanziellen Lasten neben der USA getragen. Bis 1990. Danach haben aber alle Europäer angefangen, ihre Armeen kaputt zu sparen.

      Die Ukraine hat keinerlei Verteidigungsbündnis geschlossen und war bis vor kurzem auch aus unserer Wertung heraus eines der korruptesten Länder der Welt.

      Jetzt sieht es sogar so aus, dass die Ukraine sich für die Vorbereitung eines Angriffskriegs gegen Russland hergegeben haben könnte.
      Das ändert das Bild ein wenig, oder?

      Ach so, da Sie vermutlich nur die Mainstreammedien kennen zur letzten Vermutung kurz, was mich dazu führt:

      1. Merkel u.a. haben zugegeben, dass Minsk nie umgesetzt werden sollte. Stattdessen wollte man nur Zeit zum Aufrüsten der Ukraine gewinnen. Wir haben das natürlich als Aufrüstung zum Zweck der Verteidigung gedeutet. Man kann aber nicht argumentieren, „Verrat, um sich vor vermutetem Verrat zu schützen“, weil die Ukraine dann wenigstens die Umsetzung von Minsk hätte angehen müssen.

      2. Nun sind aber offenbar jahrelange Vorbereitungen zur Aufteilung von Russland in viele Länder ans Tageslicht gekommen. Da sich Russland kaum selbst aufteilen wird ….. Natürlich ist es legal, alle möglichen Szenarien zu durchdenken und vorzubereiten.

      Deswegen Vermutung.

      Aber das Gesamtbild ist jetzt ziemlich schlecht. Russland sagt nachvollziehbar, dass es sich vom Westen existenziell bedroht fühlt.

      Man würde nun doch erwarten, dass offizielle Vertreter der USA dem entgegentreten. Macht aber keiner.

      Hier handeln nicht zwei Atommächte, die beide Frieden wollen, sondern zwei Mächte bereiten den Boden für die spätere Geschichtsschreibung vor. Jeweils in ihrem Sinne.

      Das dumme daran ist: es sind beides Atommächte.

      1. Ukraine wollte doch in die NATO, und ausgerechnet Deutschland (Merkel) hat es verhindert. Dein Wissen basiert auf YouTube und Facebook und hat Alu Hut Qualität

      2. @Felix
        Sie sollten deutlich weniger vermuten und fantasieren und sich eher an Fakten halten. Quellenangaben würden zudem ebenfalls nicht schaden. Ihr persönliches Gesamtbild in der Außendarstellung wird mit jedem neuen Kommentar nicht besser.

        1. Vermutungen, Spekulationen und die waghalsige Konstruktion „sinnvoller ganzheitlicher Parallelen“ – was bedeutet: Die Legitimation sinn- und zusammenhangloser Whataboutismen in Richtung Regierung und/oder den verhassten Werte-Westen, speziell die USA – überlässt man einfach dem Forenphilosophen @Felix. Der ist immerhin anerkannter Spezialist für geschliffene Rhetorik und Pseudophilosophie mit Schwerpunkt «Nichtssagende leere Worthülsen zur Etablierung libertärer sozialdarwinistischer Weltanschauung und Compliance bzgl. russischer Propaganda» 🥴

          1. Schön formuliert, aber völlig inhaltsleer.

            Was den Wertewesten angeht: das Problem ist einzig, dass der Westen seien eigenen Werte derzeit immer weniger überzeugend vertritt, oder?
            Freiheit, auch und besonders Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit – wollen Sie wirklich sagen, dass wir da nicht gerade ein paar Probleme haben?

            Libertär? da muss ich fast lachen. Bitte richten Sie mal Ihr Koordinatensystem. Damit habe ich erkennbar nichts zu tun.
            Ist wahrscheinlich die nächste Propagandabaustelle: alles was liberal ist, wird als libertär geframed, richtig?

          2. Nun, @Felix, normalerweise beklagen sich Menschen ueber eine eingeschraenkte Meinungsfreiheit in D, die andere Vorschriften von Verfassungsrang ncht achten. Interessant ist doch auch, dass man fehlende Meinungsfreiheit in D beklagen kann, ohne im Gefaegniss zu landen. Wie oft hoert man den Satz – gerade von Bewohnern der „Jungen Bundeslaendern“, dies oder jenes duerfe man nicht sagen und dies wird im Fernsehen oder im Radion ausgestrahlt.
            Komschwerweise kommt der Vorwurf auch oft aus der Ecke, die Staaten nahestehen, bei denen es mit der Meinungsfreiheit weit weniger entspannt zugeht. Halten Sie doch mal in Russland oder China ein weisses Blatt hoch…

          3. Horst: Sie wissen aber schon, dass Meinungsfreiheit der Kern der Demokratie ist?
            Meinungsfreiheit war bisher in keiner Demokratie eingeschränkt bis auf Deutschland hinsichtlich der Leugnung der Naziverbrechen. Das konnte man mittragen, aber es ist nicht der Standard.
            Der Standard ist, dass jeder jede Meinung haben kann, die er will. Das ist die Grundlage unseres Erfolges im freien Westen, denn nur der freie Diskurs ermöglicht den Fortschritt.

          4. @Fellix
            also, verstehe ich Sie richtig, dass es im Namen der Meinungsfreiheit ok ist, Straftaten jegllicher Art zu begehen?
            Sorry, auch fuer die Meinungsfreiheit gibt es und gab es immer Grenzen.

      3. @Felix verbreitet wieder russische Propaganda. wie der jetzt tote Wagner -Chef selbst zugegeben hat, hat die Ukraine nie einen Angriffskrieg geplant.

      4. Wir bewegen uns hier nun einmal auf einem Gebiet, in dem man nur schätzen kann. Auf Basis historischer Erfahrung und dem was man so an Propaganda von allen Seiten hört.

        @Jochen: Youtube uns Facebook sind beide zensiert.
        @H.FRerick: Siehe oben. Haben Sie noch was, außer persönlichem Angriff zu bieten?
        @Horst: der gute Mann konnte diese Frage schon zu Lebzeiten genauso wenig beantworten, wie Sie oder ich. Als toter aber ganz sicher nicht mehr. Und im übrigen dachte, solche Bestärkungen der eigenen (Nicht)argumenation durch Prominente sind eine Spielart des „Whatabaotism“?

        Ich gebe ihnen eine Vorlage zum weiteren meckern: Sun Tsu, Cäsar, Clausewitz, Napoleon, suchen sie es aus. Die haben alle Gedanken hinterlassen, dei zu den Spekulationen einladen, die man anstellen kann.

        Vor uns entfaltet sich eine globale Auseinandersetzung um Macht und Geld. In dem Zusammenhang sind die üblichen Botschaften „Der hat“ oder „das war böse“ stets infantile Beschreibungen fürs Fußvolk. Die Ukraine hat das Pech, das erste größere Schlachtfeld zu sein.

        Gesunde Politik wäre, das möglichst schnell zu stoppen. Man kann doch nur über die Details streiten, oder? Die Aussage, „der hat angefangen, der soll einfach aufhören und verschwinden“ ist doch keine Politik. Das ist doch vollkommene naiv. Wann gab es dann denn schon einmal?

        1. @Felix
          Der gute Mann hat die Frage beantwortet. In einem Video. Denn Wagner stand damals an vorderster Front. Im uebrigen ist so eine Aussage eine Quelle und kein whataboutism. Und eine ziemlich starke, denn Wagner war direkt an der Invasion beteiligt.
          Also, wie jetzt: Erst sagen Sie, die Ukraine haette einen Angriffskrieg geplant, nun, dass die Ukraine einfach das Pech hatte, die erste Spielfigur auf dem Schachbrett der Macht zu sein. Was denn nun? Wobei ich Ihnen durchaus zustimme: Die Ukraine ist eine Spielfgur, die Putin sich einverleiben wollte. Dummerweise klappt das nicht so.

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