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Märkte

Öl – wie kann es weitergehen?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von MarketScanner

Heute blicken wir zurück auf die Analyse zur Kursentwicklung des Rohöls mit Status 30.05.2014 (http://finanzmarktwelt.de/oel-die-perspektiven-2541/), die Bestandsaufnahme zum Status 08.08.2014 (http://finanzmarktwelt.de/oel-die-weiteren-perspektiven-4049/) und die seither eingetretene Entwicklung.

Zum Status von US WTI Öl am 30.05.2014 wurde ausgeführt:

„Wo sind wir jetzt?
US WTI Öl befindet sich seit Anfang 2011 in einer Seitwärtsbewegung mit dem oberen Bereich 110 bis 115 und dem unteren Bereich 75 bis 80. Mit zunehmender Verweildauer in diesem Bereich ist die durch den OVX repräsentierte implizite Volatilität unter Bildung immer neuer Tiefs sehr stark zurückgegangen und befindet sich auch augenblicklich auf sehr niedrigem Niveau. Insgesamt folgt die Volatilität deutlich derjenigen der Aktienmärkte.

Was ist denkbar?

Erst bei einem bestätigten Ausbruch auf Wochenbasis unter entsprechendem Anstieg des OVX ist eine signifikante Entwicklung in die eine oder andere Richtung anzunehmen. Solange dies nicht passiert, ist von einer Fortdauer der Seitwärtsbewegung auszugehen“

Ergänzt wurde diesbezüglich zum Status 08.08.2014:

„US WTI Öl schaffte es trotz „Hilfestellung“ durch aufgeflammte Konflikte in Nah-Ost und die Vorgänge in der Ukraine nicht, die zurückliegenden Hochpunkte aus dem Mai 2011, dem Februar 2012 und dem August 2013 zu erreichen und befindet sich nach dem Zwischenhoch vom 13.06.2014 bei 107,68 in einem negativen Trend. Der Rückgang vom eben erwähnten Hoch bis zum letzten Tief am 07.08.2014 von 96,55 fiel mit 10,34 % deutlich stärker aus als die bisherige Korrektur beim S&P 500 seit dem 24.07.2014 mit 4,35 %. Die Volatilitäten sind zwar bei Öl in Gestalt des CBOE Crude Oil Volatility Index und beim S&P 500 in Gestalt des VIX um mehr als 50 % gegenüber den absoluten Tiefständen der letzten 12 Monate gestiegen (OVX.XO von 13,93 auf 21,07 und VIX.XO von 10,28 auf 17,57), aber ein Umschwenken in einen Panik-Modus ist nicht auszumachen.
Vor diesem Hintergrund gilt die Aussage vom 01.06. von einer weiter intakten Seitwärtsbewegung innerhalb der im Chart skizzierten Schranken unverändert fort. “

Was ist in nun der Zwischenzeit bei der Kursentwicklung des US WTI Öls geschehen?

Befeuert durch die notenbankgetriebene Liquiditätsflut in die Aktienmärkte, BOJ und EZB dabei langsam bei den jeweils letzten Patronen angekommen, kamen die Commodities im Allgemeinen unter die Räder (mitsamt den Währungen der großen Rohstoff-Länder, siehe http://finanzmarktwelt.de/devisen-und-rohstoffe-die-perspektiven-5373/) und (im Kontext eines relativen Überangebots und schwächelnder Nachfrage) mit politisch motivierten Schachzügen Öl im Besonderen (http://finanzmarktwelt.de/saudis-senken-oelpreis-fuer-usa-erhoehen-fuer-asien-und-europa-6188/).
Nichtsdestotrotz erreichte der Wochenschlusskurs von US WTI-Öl den in den beiden früheren Analysen beschriebenen unteren Bereich ohne ihn aber zu unterschreiten, Ebenso hat sich die implizite Volatilität, ebenso wie bei anderen Asset-Klassen, leicht zurückgebildet.

Crude Oil

Eine isolierte Betrachtung des Verlaufs des Front-Monats hilft in der gegenwärtigen Lage nicht unbedingt weiter. Hilfreich ist es, sich die Forward-Kurve der Terminkontrakte auf das US WTI-Öl anzuschauen. Isolierte 12-Monats-Charts für die Differenz zwischen Front-Monat und dem 1 Jahr weiter in der Zukunft liegenden Kontrakt aus den Quellen http://www.eia.gov/analysis/requests/ndaa/archive/pdf/ndaa_oct_25_2012.pdf, http://www.eia.gov/analysis/requests/ndaa/archive/pdf/ndaa_oct_31_2013.pdf und http://www.eia.gov/analysis/requests/ndaa/pdf/ndaa.pdf sind im Folgenden zu einer Graphik kombiniert worden, die den Übergang von Backwardation zu Contango im Verlauf der letzten Jahre sowohl für US WTI-Öl als auch für Brent-Öl ausweist, siehe auch http://www.reuters.com/article/2014/10/16/us-markets-oil-hedging-idUSKCN0I502T20141016

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Kombiniert man nun die Kursentwicklung entsprechender an der NYMEX gehandelter Spread-Kontrakte zu einem Endloskontrakt seit dem Jahre 2010 ergibt sich das folgende Bild, aus dem ersichtlich wird, dass sich im Bereich der Hochs und Tiefs des Frontmonats an den jeweiligen Widerstands- bzw. Unterstützungszonen auch Wendepunkte bei den Spread-Kontrakten herausbildeten. Aktuell sind wir beim laufenden 1-Jahres-Spread-Kontrakt im historischen Kontext bereits sehr weit gelaufen, der Front-Monat befindet sich in einer massiven Unterstützungszone und die Rentabilität von Fracking-Projekten ist bei weiter sinkenden Ölpreisen in Frage gestellt. Diese Punkte zusammen lassen ein länger dauerndes Absacken des US WTI-Front-Monats unter die Unterstützungszone als weniger wahrscheinlich erscheinen als eine Stabilisierung mit nachfolgendem erneutem Anstieg der Preise (auch die impliziten Volatilitäten der 2016er Optionskontrakte sind erstaunlich stark gestiegen). Vielleicht steht schon als Folge gewaltiger Infrastrukturprojekte in China und seinen Nachbarn für die Folgejahre ein Auslöser für die Kehrtwende vor der Tür(http://thebricspost.com/ im Allgemeinen und auch http://thebricspost.com/china-india-launch-new-asia-infrastructure-bank/).

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Finanznews

Inflation und das Paradox der Erwartungen! Marktgeflüster (Video)

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation. Aber das wäre besonders schlecht für den Reflations-Trade!

Markus Fugmann

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Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

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Indizes

Rüdiger Born: Nachbesprechung für Nasdaq-Szenario

Rüdiger Born

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Gestern hatte ich im Video und im Trade des Tages ein Aufwärtsszenario im Nasdaq besprochen. Heute folgt sozusagen die Nachbesprechung. Wie geht es weiter im Nasdaq? Mehr dazu in diesem Video.

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Allgemein

Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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