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Märkte

Ölpreis: Chinas neue Rolle am Ölmarkt und die Folgen

China macht sich unabhängig von einem möglicherweise wieder ansteigenden Ölpreis, raffineriert das Billigöl im eigenen Lande – und tritt nun als Exporteur auf. Schlechte Nachrichten für Trump!

Wolfgang Müller

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China wird in vielerlei Hinsicht immer wichtiger für den Ölpreis: Es ist bekanntlich das Land mit dem größten Hunger nach Rohstoffen und damit auch der größte Nachfrager für Ölprodukte. Kein Wunder bei 1,4 Milliarden Menschen, immerhin fast ein Fünftel der gesamten Weltbevölkerung. Im letzten Jahr betrug der chinesische Ölverbrauch im Maximum 14,05 Millionen Barrel pro Tag und damit auch 14 Prozent des gesamten globalen Ölverbrauchs. Dieser hatte 2019 erstmals die Grenze von 100 Millionen Barrel erreicht. Das war vor Corona.

Ölpreis: Der rasche Anstieg der Ölnachfrage aus China

Die weltweite Ölnachfrage stürzte infolge der Pandemie mit Covid-19 in die Tiefe, sodass der Ölverbrauch der Welt im zweiten Quartal so richtig kollabierte. Reihenweise wurden Tanker als Lagerungsstätten umfunktioniert und der Ölpreis rutschte kurzfristig auf Future-Basis sogar ins Negative.

Trotz der langsamen Erholung der Weltwirtschaft geht die Internationale Energieagentur IEA für das gesamte Jahr 2020 von einer globalen Ölnachfrage von nur 92,1 Millionen Barrel pro Tag aus. Im Vergleich zu 2019 wäre dies ein Rückgang um täglich 7,9 Millionen Barrel.

Auffallend war zu dieser Zeit, dass China im Frühjahr bereits massenhaft Öl bestellte, während die Wirtschaftsaktivitäten und das Verkehrsaufkommen dies noch gar nicht hergaben.

Chinas Einkauftaktik

Wie jetzt die Investmentbank RBC Capital aufzeigte, könnten Chinas Ölhändler eine strategische Einkaufstaktik angewandt haben. Der Studie zufolge haben Händler in China ein Volumen von 12,9 Millionen Barrel pro Tag importiert. Eine sukzessive Steigerung der Importe in den vergangenen drei Monaten, obwohl dies von der Wirtschaft gar nicht nachgefragt wurde. Man hatte schlicht und ergreifend die Tiefstkurse beim Ölpreis des Frühjahrs genutzt, um die Lager zu füllen.

Chinas Ölreserven konterkarieren die OPEC-Strategie

Was macht China mit Ölreserven, die bald für zwei Jahre reichen könnten, so die Berechnung von RBC Capital? Man macht sich unabhängig von einem möglicherweise wieder ansteigenden Ölpreis, raffineriert das Billigöl im eigenen Lande – und tritt als Exporteur auf. Wie Bloomberg gemeldet hat, soll China bereits eine Million Barrel Öl verkauft haben – und zwar unterhalb des Marktpreises von Saudi Aramco.

Was für ein Schlag für die Organisation erdölexportierender Länder, die erst vor Kurzem, nach der Stabilisierung beim Ölpreis über der Marke von 40 Dollar, wieder mehr Öl auf den Markt bringen wollte. Ab August wollten die OPEC-plus-Staaten ihre Förderbeschränkung von 9,3 Millionen Barrel schrittweise wieder aufheben. Das Ziel, den Ölpreis wieder Richtung 50 Dollar pro Barrel zu hieven, könnte nun schwieriger zu erreichen sein, wenn der zweitgrößte Nachfrager der Welt erst einmal gesättigt ist und zudem als Verkäufer am Markt auftritt. Diese Konstellation dürfte auch US-Präsident Trump mit seiner darbenden Fracking-Industrie nicht gerade erfreuen.

Fazit

China war schon im letzten Jahrzehnt der große Treiber bei der Entwicklung des Rohstoffsektors. Zunächst der gigantische Infrastrukturboom, der durch die Übertreibung zu leerstehenden Geisterstädten geführt hat – und dann der Automobilboom, der China zum größten Automobilmarkt gemacht hat. Aber wiederum auch zu einer Überproduktion, infolge der die Autozulassungen im Reich der Mitte schon fast zwei Jahre lang vor Corona rückläufig waren. Staatliche Wirtschaftsprogramme sind stets mit großen Unwägbarkeiten verbunden, wie wir auf unserem Kontinent auch erleben konnten. Jetzt mischt China stärker denn je im Ölgeschäft mit, als Importeur und Exporteur, sehr zum Leidwesen der OPEC nach ihrer jahrelangen Monopolstellung. Saudi-Arabien, Russland, die US-Fracker, Iran, Afrika und jetzt im großen Stile China, wer will da noch eine Ölpreisentwicklung prognostizieren, angesichts der vielen sich widerstreitenden Interessen?

China hat immer größeren Einfluß auf den Ölpreis - und setzt damit Trump und die US-Fracking-Industrie unter Druck

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Finanznews

Aktien: Generation Z und die Spekulation! Marktgeflüster (Video)

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht wieder Schlagzeilen und pusht auch heute wieder bestimme Aktien nach oben. Das böse Ende aber wird kommen..

Markus Fugmann

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Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht auch heute wieder Schlagzeilen und pusht wieder Aktien wie Gamestop oder Beyond Meat nach oben. Diese Generation Z wird nicht nur den Klimawandel ausbaden müssen, sondern ahnt auch, dass sie seit langer Zeit die erste Generation sein wird, für die der Kuchen nicht größer, sondern vermutlich kleiner sein wird. Und diese Generation Z wähnt sich nun durch die Fed und andere Notenbanken in einem Casino, in dem man ohne Risiko zocken könne – weil Aktien angeblich immer steigen. Aber an der Börse hat die Mehrheit schon immer verloren, und das wird diesmal nicht anders sein..

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Devisen

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Rüdiger Born

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Aktien

Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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