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Ölpreis: Chinas neue Rolle am Ölmarkt und die Folgen

China macht sich unabhängig von einem möglicherweise wieder ansteigenden Ölpreis, raffineriert das Billigöl im eigenen Lande – und tritt nun als Exporteur auf. Schlechte Nachrichten für Trump!

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China wird in vielerlei Hinsicht immer wichtiger für den Ölpreis: Es ist bekanntlich das Land mit dem größten Hunger nach Rohstoffen und damit auch der größte Nachfrager für Ölprodukte. Kein Wunder bei 1,4 Milliarden Menschen, immerhin fast ein Fünftel der gesamten Weltbevölkerung. Im letzten Jahr betrug der chinesische Ölverbrauch im Maximum 14,05 Millionen Barrel pro Tag und damit auch 14 Prozent des gesamten globalen Ölverbrauchs. Dieser hatte 2019 erstmals die Grenze von 100 Millionen Barrel erreicht. Das war vor Corona.

Ölpreis: Der rasche Anstieg der Ölnachfrage aus China

Die weltweite Ölnachfrage stürzte infolge der Pandemie mit Covid-19 in die Tiefe, sodass der Ölverbrauch der Welt im zweiten Quartal so richtig kollabierte. Reihenweise wurden Tanker als Lagerungsstätten umfunktioniert und der Ölpreis rutschte kurzfristig auf Future-Basis sogar ins Negative.

Trotz der langsamen Erholung der Weltwirtschaft geht die Internationale Energieagentur IEA für das gesamte Jahr 2020 von einer globalen Ölnachfrage von nur 92,1 Millionen Barrel pro Tag aus. Im Vergleich zu 2019 wäre dies ein Rückgang um täglich 7,9 Millionen Barrel.

Auffallend war zu dieser Zeit, dass China im Frühjahr bereits massenhaft Öl bestellte, während die Wirtschaftsaktivitäten und das Verkehrsaufkommen dies noch gar nicht hergaben.

Chinas Einkauftaktik

Wie jetzt die Investmentbank RBC Capital aufzeigte, könnten Chinas Ölhändler eine strategische Einkaufstaktik angewandt haben. Der Studie zufolge haben Händler in China ein Volumen von 12,9 Millionen Barrel pro Tag importiert. Eine sukzessive Steigerung der Importe in den vergangenen drei Monaten, obwohl dies von der Wirtschaft gar nicht nachgefragt wurde. Man hatte schlicht und ergreifend die Tiefstkurse beim Ölpreis des Frühjahrs genutzt, um die Lager zu füllen.

Chinas Ölreserven konterkarieren die OPEC-Strategie

Was macht China mit Ölreserven, die bald für zwei Jahre reichen könnten, so die Berechnung von RBC Capital? Man macht sich unabhängig von einem möglicherweise wieder ansteigenden Ölpreis, raffineriert das Billigöl im eigenen Lande – und tritt als Exporteur auf. Wie Bloomberg gemeldet hat, soll China bereits eine Million Barrel Öl verkauft haben – und zwar unterhalb des Marktpreises von Saudi Aramco.

Was für ein Schlag für die Organisation erdölexportierender Länder, die erst vor Kurzem, nach der Stabilisierung beim Ölpreis über der Marke von 40 Dollar, wieder mehr Öl auf den Markt bringen wollte. Ab August wollten die OPEC-plus-Staaten ihre Förderbeschränkung von 9,3 Millionen Barrel schrittweise wieder aufheben. Das Ziel, den Ölpreis wieder Richtung 50 Dollar pro Barrel zu hieven, könnte nun schwieriger zu erreichen sein, wenn der zweitgrößte Nachfrager der Welt erst einmal gesättigt ist und zudem als Verkäufer am Markt auftritt. Diese Konstellation dürfte auch US-Präsident Trump mit seiner darbenden Fracking-Industrie nicht gerade erfreuen.

Fazit

China war schon im letzten Jahrzehnt der große Treiber bei der Entwicklung des Rohstoffsektors. Zunächst der gigantische Infrastrukturboom, der durch die Übertreibung zu leerstehenden Geisterstädten geführt hat – und dann der Automobilboom, der China zum größten Automobilmarkt gemacht hat. Aber wiederum auch zu einer Überproduktion, infolge der die Autozulassungen im Reich der Mitte schon fast zwei Jahre lang vor Corona rückläufig waren. Staatliche Wirtschaftsprogramme sind stets mit großen Unwägbarkeiten verbunden, wie wir auf unserem Kontinent auch erleben konnten. Jetzt mischt China stärker denn je im Ölgeschäft mit, als Importeur und Exporteur, sehr zum Leidwesen der OPEC nach ihrer jahrelangen Monopolstellung. Saudi-Arabien, Russland, die US-Fracker, Iran, Afrika und jetzt im großen Stile China, wer will da noch eine Ölpreisentwicklung prognostizieren, angesichts der vielen sich widerstreitenden Interessen?

China hat immer größeren Einfluß auf den Ölpreis - und setzt damit Trump und die US-Fracking-Industrie unter Druck

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Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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Finanznews

Aktienmärtke: Der Schwachsinn mit dem Stimulus! Marktgeflüster (Video)

Warum das Warten auf den nächsten Stimulus so erbärmlich ist – und Aktienmärkte und US-Wirtschaft sich von Überbrückungs-Droge zu Überbrückungs-Droge hangeln

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte warten nach wie vor auf eine Entscheidung in Sachen Stimulus – die bekanntlich laut Nancy Pelosi heute fallen soll. Übergeordnet aber spielt dieser Stimulus faktisch gar keine Rolle, sondern ist nur ein Beleg dafür, dass die US-Wirtschaft ohne Helikoptergeld überhaupt nicht mehr funktionieren kann. Faktisch bringen auch die Interventionen der Notenbanken mit Anleihekäufen oder Zinssenkungen nur noch kurze Scheinblüten, ohne die übergeordneten Trends zu verändern. Aber die Aktienmärkte gieren nach eben diesem Stimulus, weil sie ohne diese permanenten Interventionen kaum überlebensfähig wären. Heute ein unentschlossener Handel nach dem gestrigen Abverkauf – ohne konkrete neue Drogen ist die Laune der Märkte eher bescheiden..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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Rüdiger Born: Auch wenn Sie es nicht mehr hören können…

Rüdiger Born

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Die US-Indizes tendieren leicht gen Süden. Nun wird es spannend. Gibt es eine Einigung auf einen Billionen-Stimulus in den USA oder nicht? Ob die Indizes in Kürze kräftig steigen oder doch fallen, das können wir als Trader vorher nicht wissen. Daher spreche ich im folgenden Video ein wichtiges Thema an, auch wenn Sie es nicht mehr hören können!

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