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Ölpreis: Das waren zu viele schlechte Nachrichten in zu kurzer Zeit!

Wir hatten in den letzten Tagen schon darüber geschrieben. Der Ölpreis hätte längst mal eine ordentliche Verschnaufpause verdient bei dem drastischen Anstieg der letzten Monate. In genau so einer Verschnaufpause könnten wir…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir hatten in den letzten Tagen schon darüber geschrieben. Der Ölpreis hätte längst mal eine ordentliche Verschnaufpause verdient bei dem drastischen Anstieg der letzten Monate. In genau so einer Verschnaufpause könnten wir uns derzeit befinden. Oder es könnte der Start einer kräftigeren Korrektur sein. Definitiv weiß man das vorher aber nie. Wie auch immer: Die Nachrichten der letzten Tage waren einfach zu negativ, als das der Ölpreis hätte weiter steigen können!

Steigende US-Produktion

Da wäre zu aller erst die drastisch steigende US-Ölproduktion. Letzten Mittwoch berichteten wir über die wöchentlich vermeldeten US-Lagerbestände für Rohöl. Sie waren zu diesem Zeitpunkt plötzlich sekundär wichtig, denn primär schaute der Markt auf die gleichzeitig veröffentlichte aktuelle Schätzung zur Produktion. die stieg auf Wochenbasis (!) um satte 332.000 Barrels pro Tag auf jetzt 10,25 Millionen Barrels pro Tag! Das muss man sich mal vorstellen. Was für eine drastische Steigerung in nur einer Woche. Das übt Druck aus auf den Ölpreis, weil die Angebotsmenge weiter steigt. Am Terminmarkt schmeißt man schon mit der Zahl 11 Millionen um sich.

Starker US-Dollar

Der starke US-Dollar drückt ebenfalls gegen den Ölpreis. Der Dollar-Index kletterte von vorletztem Freitag bis Freitag Abend von 88,50 auf 90,40 Indexpunkte (jetzt 89,97). Der Euro fiel im selben Zeitraum gegen den US-Dollar von 1,2460 auf 1,2250.

Rig Counts

Die Zahl der in den USA aktiv betriebenen Öl-Bohrstellen (Rigs) steigt immer weiter. Wie am Freitag vermeldete wurde, stieg die Zahl auf Wochenbasis um 26 auf jetzt 791. Das ist der höchste Stand seit April 2015. Diese Zahl dient als Indikator, dass demnächst noch mehr Öl-Fördermenge auf den US-Markt kommt, und somit vor allem den WTI-Ölpreis drücken könnte.

OPEC-Deal

Laut John Kilduff von Again Capital und anderen Marktteilnehmern gibt es größere Bedenken, dass der Deal zur Fördermengenkürzung zwischen der OPEC und dem aktuellen Hauptpartner Russland wackeln könnte. Es gibt auch verstärkt Anzeichen, dass einzelne Ölproduzenten bei diesem relativ hohen Ölpreis die Notwendigkeit weiterer Kürzungen nicht mehr als notwendig ansehen. Müssten die Saudis dann in Eigenregie noch mehr kürzen, um dem entgegenzuwirken?

Ölpreis schwächelt

Wie auch immer. Diese Nachrichtenlage war letzte Woche zu viel des Guten für den WTI-Ölpreis. Von der Spitze bei 66,60 Dollar am 25. Januar fiel der Ölpreis am letzten Freitag auf 58,05 Dollar (jetzt 59,88). Nur letzte Woche fiel man von 65 Dollar. Ein zügiger Absturz. Es ist möglich, dass es das nun erstmal war, und der Markt wieder etwas entspannter nach oben schauen kann, oder dass dieser Rückfall zu einer kräftigen Korrektur wird.


Der WTI-Ölpreis seit letztem Dienstag.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    12. Februar 2018 12:07 at 12:07

    Die gemeldeten Rig Counts und die steigende US-Ölproduktion rechtfertigen das derzeitige Niveau nicht, sowohl was Brent als auch WTI betrifft. Beide Ölsorten sind aufgrund von spekulativen Positionierungen mindestens 5-10 Dollar zu teuer.

  2. Avatar

    leser

    12. Februar 2018 12:53 at 12:53

    Charttechnisch sehr interessante Konstellation bei den Rohstoffen (Öl, Gold, Silber) und den Indizes (DAX, S&P).

    WTI hat sehr schön seit dem Höchststand am 25.01. dreiwellig korrigiert und dreht jetzt bei der 261% Extension wieder nach oben. Der Kurswechsel passt zu den Kurswechseln in den Indizes, die ja ebenfalls erste Stabilisierungstendenzen zeigen.

    Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Im bullischen Szenario schafft Öl den langfristigen Widerstand bei 66 $ zu überwinden. Dann ergeben sich Kursziele über 90 $.

    Im bärischen Szenario fällt Öl unter das alte tief bei 40 $ und setzt den langfristigen Abwärtstrend fort. Dann sind Kursziele unter 20 $ möglich.

    Das bärische Szenario bei den Rohstoffen passt m.E. nicht, wenn die Indizes es schaffen, Anlauf auf ein neues Hoch zu nehmen. Im Moment heißt es abwarten, bis die Lage klarer wird.

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Goldpreis mit Bewegung? Mögliche Kausalkette beginnt bei der EZB

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Eine Kausalkette ist eine Reihe von Ursachen und Wirkungen, wobei die Wirkung wieder zu einer neuen Ursache wird. In diesem Fall fängt diese Kette wohl bei der EZB an. Sie hat gestern angekündigt (hier die wichtigsten Punkte der PK), dass man im Dezember vermutlich auf die verschlechterte Corona-Lage in Europa reagieren und weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Was das mit dem Goldpreis zu tun haben könnte? Nun, dann mal los mit der Kausalkette.

Anstehende EZB-Maßnahmen weisen auf steigenden oder fallenden Goldpreis hin?

Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, schwächt das den Euro. Da der Euro global das größte Gegengewicht gegen den US-Dollar ist, könnte der US-Dollar vermutlich aufwerten, sichtbar im Dollar-Index, einem Währungskorbs gegenüber anderen Hauptwährungen, wo der Euro das Haupt-Gegengewicht zum Dollar darstellt. Ein stärkerer US-Dollar sollte wiederum den Goldpreis schwächen. Denn alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert oft schwächer, wenn der US-Dollar aufwertet.

Aber halt, die Sache mit so einer klar nachvollziehbaren Kausalkette (EZB-Zinsen-Euro-Dollar-Gold) kann auch schnell wieder unklar werden. Denn wo der US-Dollar im Dezember womöglich vor einer weiteren Aufwertung steht, und der Goldpreis damit einem Abwärtsdruck ausgesetzt ist – da findet sich auch ein gutes Argument für einen steigenden Goldpreis. Denn wenn die EZB ihre Zinssätze weiter absenkt, würde dies das zinslose Gold gegenüber Anleihen mit Negativrenditen noch attraktiver machen. Denn der Einlagenzins der EZB ist ja bereits mit -0,50 Prozent im Negativbereich – und das zinslose Gold ist nunmal immer exakt bei 0,00 Prozent.

Expertenkommentare über EZB

Und wie aktuelle Expertenkommentare zeigen, könnten die Zinsen der EZB im Dezember in der Tat weiter sinken. So sagen die Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar, dass man erwarte, dass das PEPP-Anleihekaufprogramm der EZB bis Ende 2021 verlängert und um 600 Milliarden Euro erhöht werde, im kommenden Jahr neue Langfristtender (TLTROs) auflegt und den Einlagensatz nochmals um 10 Basispunkte auf -0,6% gesenkt werde. Hiervon solle Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitieren, so die Commerzbank. Man gehe daher nicht davon aus, dass der Goldpreis weiter stark nachgeben wird. Allerdings dürfte er in den kommenden Wochen Gegenwind von der Währungsseite erhalten, da man nach den Ankündigungen von EZB-Präsidentin Lagarde nun bis Jahresende keine EUR-Aufwertung mehr, sondern eine EUR-Abwertung (und damit einen festeren US-Dollar) unterstellen, so die Commerzbank. DIW-Chef Marcel Fratzscher hat in seinem aktuellsten Kommentar zu den gestrigen EZB-Aussagen erwähnt, dass er eine Ausweitung um der Anleihekäufe der EZB um 500 Milliarden Euro und eine Verlängerung bis Ende 2021 erwarte.

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