Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis fällt immer weiter: Großbanken senken ihre Prognosen

Der Ölpreis fällt immer weiter. Seit der OPEC-Sitzung am 25. Mai ist der WTI-Ölpreis von 52 Dollar bis jetzt um 6,5 Dollar oder 12,5% gefallen. Zunächst kam die Enttäuschung über den OPEC-Deal, der keine…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der Ölpreis fällt immer weiter. Seit der OPEC-Sitzung am 25. Mai ist der WTI-Ölpreis von 52 Dollar bis jetzt um 6,5 Dollar oder 12,5% gefallen. Zunächst kam die Enttäuschung über den OPEC-Deal, der keine positiven Überraschungen bot. Gestern dann der zweite große Knaller durch die überraschend gestiegenen Lagerbestände für Rohöl in den USA. Das brachte „das Fass zum Überlaufen“, wenn man dieses Wortspiel mal verwenden darf.

Der Ölpreis sackte weiter kräftig ab, und hielt sich über Nacht um die 46 Dollar. Heute der nächste Absacker, der vorhin in seinem Tief bei 45,19 Dollar lag. Aktuell passiert das, was oft nach Ereignissen geschieht. Banken passen ihre Research-Analysen und Erwartungen an. In diesem Fall sind es zwei Großbanken, die ihre Jahreserwartungen für die Hauptsorten Brend und WTI absenken.

Die UBS senkt ihre Durchschnittsprognose für das laufende Jahr für Brent von 60 auf 56 Dollar. Auch wenn der aktuelle Preis aktuell unter 48 Dollar liegt: Es geht bei den Prognosen um die jährlichen Durchschnittserwartungen! Also kann auch diese Absenkung auf 56 Dollar deutlich negativ wirken! Für 2018 sieht man Brent bei 60 Dollar gegenüber vormals 65 Dollar. WTI soll statt 63 bei 57 Dollar liegen. Die Ölpreise seien gefangen zwischen dem Überhang der Fracker und der Begrenzung der OPEC.

JP Morgan

JP Morgan senkt seine 2018-Prognose für WTI-Öl dramatisch ab von 53,5 auf 42 Dollar! Brent geht in der Prognose runter von 55,5 auf 45 Dollar. Man moniert, dass die OPEC beim Auslaufen ihrer Kürzungen im März 2018 keine „Exit-Strategie“ habe. Es gäbe keine Kommunikation seitens der OPEC, was dann passiere. Erst einmal sei die Story zwischen Fracking und OPEC in diesem Jahr bislang bestimmend gewesen am Ölmarkt. Und diese Story werde auch bis ins nächste Jahr bestimmend bleiben. Laut „Business Insider Australia“ sagt JP Morgan in einer ziemlich düsteren Notiz, dass der Kürzungs-Deal von OPEC und Nicht-OPEC zum Jahresende kollabieren werde. Danach werde es wohl zügig steigende Lagermengen geben, die die Preise drücken. Zitat:

„We assume that the OPEC/non-OPEC deal collapses at the end of 2017, as cheating becomes untenable for core OPEC members. Consequently, the 2018 oil market balance now points to rapid builds in inventories which, absent continued OPEC support, should depress oil prices.“

Goldman

Erst letzte Woche hatte Goldman Sachs seine Brent-Prognose für das laufende Jahr von 56,76 auf 55,39 Dollar gesenkt, für WTI von 54,80 auf 52,92 Dollar. Bei Goldman ist man der Meinung, dass nach dem Ende der Kürzungen die Öl-Flut zurückkehre. Und in der Tat: Gibt es keine intelligente Exit-Strategie, fahren die einzelnen OPEC-Mitglieder ihre Förderung dann zügig wieder hoch, denn niemand will noch mehr Marktanteile an die Fracker verlieren.

Erinnern wir uns zurück: Der 30. November 2016. Hier wurde die gerade erst verlängerte Fördermengenkürzung ursprünglich beschlossen. Da war sich die Analystengemeinde im Großen und Ganzen relativ einig, dass man damit im Laufe des Jahres 2017 oder gegen Ende des Jahres eine wunderschöne Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage hinbekommen könne. Jetzt hagelt es Anpassungen der Ölpreis-Prognosen.

Fazit

Fazit: Wie wir es schon mehrmals gesagt haben: Wohl oder übel müsste die OPEC (allen voran Saudi-Arabien) wohl in Eigenregie die Kürzungsmenge kräftig aufstocken, da eine bloße zeitliche Ausdehnung der Kürzungen wenig bringt. Die gekürzte Menge muss steigen um die Händler am Terminmarkt zu beeindrucken!

Der Ölpreis ging in den letzten Tagen mehrmals schubweise nach unten. Der blaue Kreis markiert den 25. Mai, wo die OPEC die Verlängerung der Kürzungen (-1,8 Millionen Barrels pro Tag) beschlossen hatte. Seitdem wie gesagt ein Minus von 12,5% im Ölpreis. Das hatte man sich bei den OPEC-Mitgliedern sicher ganz anders vorgestellt! Im zweiten Chart sieht man eingekreist das Tief von vor vier Wochen bei 45,50 Dollar, wo man derzeit wieder angekommen ist. Geht man als „Chartist“ nach den kompletten Intraday-Schwankungen, liegt die Unterstützung von dem Tag bei 43,75 Dollar. Je nach Sichtweise ist man also gerade jetzt auf dieser Unterstützung, oder hat noch Luft bis 43,75 Dollar.


Der WTI-Ölpreis seit dem 8. Mai.


Der WTI-Ölpreis seit Oktober 2016.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte, Gold – alles fällt! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute fallen die Aktienmärkte – vor allem der lange so widerstandsfähige Dax mit einem rabenschwarzen Tag – aber auch der vermeintlich sichere Hafen Gold kommt stark unter Druck (Silber fällt sogar fast -10%). Für den Abverkauf gibt es vorwiegend zwei Gründe: erstens die Sorge um neue lockdowns in Europa, und zweitens wird ein Stimulus-Deal in den uSA zwischen US-Republikanern und US-Demokraten nach dem Tod der Verfassungsrichterin Ginsburg deutlich unwahrscheinlicher, weil die Trump-Administration noch vor der US-Wahl einen eigenen Kandidaten installieren will. Damit bestätugt sich bislang ein Schema für die Aktienmärkte: die Woche nach dem September-Verfall ist historisch unter den schwächsten Handelswochen des gesamten Jahres..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Fallender Dow Jones – aktuelle Tradingchancen?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Neben dem Dax schaue ich mir im folgenden Video vor allem ganz genau die aktuelle Entwicklung im Dow Jones an. Es geht gen Süden. Ist noch mehr Abwärtspotenzial vorhanden? Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen