Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis steigt weiter an – die Saudi-Wette

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis hat momentan Aufwärts-Momentum, wie es so schön heißt! Alleine seit letztem Freitag ging es um gut 3 Dollar nach oben auf aktuell 57 Dollar im WTI-Öl. Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis im großen Bild seit Oktober 2018. Den Fake-Ausbruch nach unten vor einigen Tagen hat er überwunden und sämtliche Widerstände (Linien im Chart) überlaufen. Somit ist für Charttechniker der Weg nach oben (erst einmal) frei.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Ölpreis WTI im großen Bild

Im folgenden Chart sieht man das etwas kürzere Bild seit Ende Januar. Der Fake-Ausbruch nach unten bis fast runter auf 51 Dollar ist längst überwunden.

Ölpreis WTI kurzfristig

Ölpreis-Anstieg wird von zwei Faktoren getragen

Gerade diese Woche wird der Anstieg im Ölpreis getragen von der Hoffnung, dass sich die USA und China nun doch noch einigen, und dass der Handelskrieg mit sich gegenseitig hochschaukelnden Zöllen beendet wird. Dies würde den globalen Handel stimulieren und die Öl-Nachfrage wohl erhöhen. Das wäre natürlich gut für die Öl-Bullen am Terminmarkt. Diese Hoffnung gab dem Ölpreis gestern einen Schub von gut 1,70 Dollar nach oben.

Saudis machen Hoffnung

Aber jenseits dieser Hoffnung für ein Ende des Handelskriegs gibt es noch etwas viel Wichtigeres. Der Ölmarkt hofft, dass die Saudis nach dem Draghi-Motto „Whatever it takes“ den Ölpreis hochprügeln werden, egal was es kostet. Sie sind weltweit die Einzigen, die dank modernster Förderanlagen und Logistik in kurzer Zeit Millionen von Barrels pro Tag dem Weltmarkt zusätzlich zuführen oder entziehen können. Im Januar hatten sie nachweislich laut OPEC-Veröffentlichung 350.000 Barrels pro Tag gekürzt – die gesamte OPEC sogar 797.000 Barrels pro Tag.

Und zuletzt hatten die Saudis angedeutet, dass sie weiterhin bereit seien kräftig zu kürzen. Damit bleiben sie auf ihrer Linie als Vorreiter innerhalb der OPEC mehr zu kürzen als notwendig. Und auch wenn die Amerikaner (noch) ihre Produktion weiter hochfahren, so ist die Hoffnung doch berechtigt, dass die Saudis volle Kanne dagegen halten, und mit kräftigen Kürzungen derzeit für eine globale Angebotsknappheit im Öl sorgen, was den Ölpreis weiter steigen lassen sollte.

Genauer weiß man dies erst Mitte März, wenn die OPEC-Daten für Februar veröffentlicht werden. Aber die Hoffnungen diesbezüglich sind durchaus realistisch. Oben drauf kommt ja noch, dass die US-Regierung mit Sanktionen gegen Venezuela und Iran deren Fördermengen zu großen Teilen vom Weltmarkt fern hält. Dies hilft der Angebotsverknappung ebenfalls. Wie immer möchten wir erwähnen: Der Ölmarkt bleibt unberechenbar. Dass dieses Saudi-Szenario wochenlang so anhält, ist nicht in Stein gemeißelt. Aber für den Augenblick bleibt der Ölpreis im Aufwärts-Momentum.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Ölscheich-Azubi

    22. Februar 2019 12:27 at 12:27

    Das Rätsel, des nach meiner Ansicht unberechenbaren Marktes ist ganz einfach gelöst. Die Kameltreiber
    treiben ( bestimmen ) den Markt. Da bräuchte es also keine teuren Rohstoffanalysten u.Nichts.
    Der ganze Ölmarkt ist also eine Wette auf das Handeln eines oder zwei grossen Anbieters.Sie sind also sozusagen die NOTENBÄNKER DES ÖLMARKTES. Dank an @sufaap2008 u.H.Kummerfeld für die Einschätzungen. Im Moment sieht es also so aus als möchten Sie höhere Preise. Das Theater mit den steigenden oder fallenden Ölreserven oder die Nachfrage wegen China kann man ruhig vergessen.Was hilfreich sein könnte, wären Insider- Infos auf die Absichten dieser Preismacher.Einer sagte einmal, im Chart seien alle Infos enthalten.Ich glaube eher ,dass mit den vielen Fehlausbrüchen die grosse Masse verarscht wird.Typisch, nach dem Journalistenmord haben sie vor Trump gekuschelt u. schnell die Preise gedrückt.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte, Gold – alles fällt! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute fallen die Aktienmärkte – vor allem der lange so widerstandsfähige Dax mit einem rabenschwarzen Tag – aber auch der vermeintlich sichere Hafen Gold kommt stark unter Druck (Silber fällt sogar fast -10%). Für den Abverkauf gibt es vorwiegend zwei Gründe: erstens die Sorge um neue lockdowns in Europa, und zweitens wird ein Stimulus-Deal in den uSA zwischen US-Republikanern und US-Demokraten nach dem Tod der Verfassungsrichterin Ginsburg deutlich unwahrscheinlicher, weil die Trump-Administration noch vor der US-Wahl einen eigenen Kandidaten installieren will. Damit bestätugt sich bislang ein Schema für die Aktienmärkte: die Woche nach dem September-Verfall ist historisch unter den schwächsten Handelswochen des gesamten Jahres..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Fallender Dow Jones – aktuelle Tradingchancen?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Neben dem Dax schaue ich mir im folgenden Video vor allem ganz genau die aktuelle Entwicklung im Dow Jones an. Es geht gen Süden. Ist noch mehr Abwärtspotenzial vorhanden? Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen