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Märkte

Ölpreis und Aktien mit Tandem-Absturz – lässt Russland die OPEC hängen?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Öl-Pumpe vor Sonnenuntergang

Der Ölpreis ist gegenüber Freitag Abend mit 45,23 Dollar im WTI-Öl bis jetzt ein klein wenig angestiegen auf 45,97 Dollar. Im großen Bild der letzten Wochen ist dieser Anstieg aber bedeutungslos. Anfang Januar notierte der Preis noch über 65 Dollar! Öl dümpelt im Keller vor sich hin nach den starken Verlusten der letzten Tage (die Lagerbestände steigen seit Wochen)! Im folgenden Chart sehen wir seit dem 19. Februar, wie der WTI-Ölpreis und der Dow 30 Aktienindex parallel in den Keller rauschen. Das Coronavirus wirkt mit der wirtschaftlichen Nachfrageschwäche also gleichermaßen negativ auf die Aktienkurse und den Ölpreis!

Ölpreis im Keller – Markt wartet verzweifelt auf Russland

Ende dieser Woche gibt es vermutlich ein Ergebnis, ob Russland sich der OPEC anschließen wird, damit eine gemeinsame Kürzung der Öl-Fördermenge zustande kommt. Ist Russland mit an Bord, und ist die Kürzungsmenge groß genug, könnte das ein gutes Signal für die Öl-Bullen sein, und der Ölpreis könnte sprunghaft steigen. Aber ist die Kürzung zu gering, könnte der Ölpreis vor lauter Enttäuschung weiter fallen. Mit dem Kürzungsversuch will man der Nachfrageschwäche begegnen und das viel zu hohe Angebot näher an die tiefere Nachfrage heranführen.

Aber nun geht es ans Eingemachte. Allgemein schweben seit Tagen 600.000 Barrels pro Tag gemeinsame Kürzungsmenge oder mehr im Raum. Heute hört man von Russlands Energieminister Novak, dass man dabei sei den ursprünglichen Vorschlag eines OPEC-Gremiums zu prüfen, wonach 600.000 Barrels pro Tag gekürzt werden sollen. Einen Vorschlag 1 Million Barrels pro Tag zu kürzen habe er nicht erhalten. Es gehe um die 600.000 Barrels pro Tag. Kurzfristig geht es diese Woche am Ölmarkt also vor allem darum, ob bis Donnerstag oder Freitag von den Russen oder den OPEC-Delegierten Neuigkeiten durchsickern, ob man sich auf -600.000 oder mehr Barrels pro Tag Kürzungsmenge einigen wird.

Die Frage für die Trader lautet: Sind 600.000 Kürzung im Ölpreis schon berücksichtigt, und führt das Ausbleiben einer höheren Kürzungsmenge zu einer Enttäuschung, und weiter fallenden Kursen? Möglich wäre es. Denkbar wäre auch, dass das selbe passiert, was schon mehrmals passiert ist, wenn innerhalb der OPEC nicht wirklich alle Mitglieder konsequent bei Kürzungen mitziehen. Die Saudis könnten auf eigene Rechnung deutlich mehr Fördermenge kürzen, um ein akzeptables Gesamtergebnis zu erreichen. Auch das ist ein realistisches Szenario, was positiv für den Ölpreis wäre. Bilden Sie sich gerne Ihre eigene Meinung für einen potenziellen Trade in Öl, denn wir wollen hier von niemandem die Meinung maßgeblich beeinflussen!

WTI Ölpreis vs Dow seit dem 19. Februar

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