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Ölpreis verdaut den OPEC-Streit – Abwärtstrend gestoppt?

Ölpreis verdaut den OPEC-Streit - Abwärtstrend gestoppt?
Ölpreis - Foto: Evgeniibashta - Freepik.com

Der Ölpreis rutschte am Mittwoch erneut ab, nachdem bekannt wurde, dass die OPEC ihr für das Wochenende geplante Treffen auf den 30. November verschoben hat. Grund dafür ist ein Streit zwischen Saudi-Arabien und afrikanischen Förderern über die Förderquoten. Nach einem Fall auf 77 US-Dollar pro Barrel, hat sich der Preis für die Öl-Sorte Brent wieder über der Marke von 81 USD stabilisiert. Zuvor war sie in den beiden vorangegangenen Sitzungen um 1,3 % gefallen. Das US-Pendant West Texas Intermediate (WTI) notiert indessen nach der US-Feiertagspause unter 77 USD pro Barrel.

Eine Vielzahl von Händlern befürchtet, dass Saudi-Arabien aufgrund des Streits zwischen den Mitgliedern seine Fördermengenkürzung beenden könnte. Die starke Preisvolatilität vom Mittwoch veranlasste die Händler schließlich dazu, sich gegen sinkende Ölpreise abzusichern. Daraufhin erreichten Put-Optionen (Wetten auf einen fallenden Ölpreis) an den Terminmärkten das größte Volumen aller Zeiten (hier ein Bericht dazu). Solche Extremwerte sind aber häufig ein Kontraindikator, meist folgt darauf eine Gegenbewegung.

Ölpreis-Rückgang

Der jüngste Preisrückgang ist aber auch aufgrund der Aussichten auf ein größeres Angebot aus Nicht-OPEC+-Ländern sowie steigende US-Lagerbestände zurückzuführen. Zudem nutzt China andere Quellen, das Land kauft bereitwillig Öl aus Russland und dem Iran. Hinzu kommt die Sorge vor einer globalen Rezession im kommenden Jahr, die ebenfalls eine Belastung für den Ölpreis darstellt. Die Händler befürchten, dass eine erhöhte Angebotsmenge auf eine geringere Nachfrage trifft. Aber seien wir ehrlich, am Ende des Tages wollen die OPEC und seine Verbündeten auch nur Geld verdienen.

Dementsprechend dürften Saudi-Arabien und die OPEC+ weitere Maßnahmen ergreifen, die zu einem höheren Ölpreis führen. Dies schließt vor allem eine Öl-Förderkürzung ein, weshalb schon bald weitere Kürzungen drohen. Auch aus technischer Sicht könnte der Ölpreis einen Rebound vollziehen. Von seinem Höchststand von Ende September ist der Brent-Preis in der Spitze 19 % gefallen, während WTI sogar über 22 % verlor. Es droht damit der zweite Verlustmonat in Folge. Doch ausgehend von den Tiefstständen am 16. November erholte sich der Ölpreis. Nach dem Rutsch am Mittwoch stiegen die Notierungen auch schnell wieder auf den alten Stand.

Brent mit Rebound-Chance

Beim Ölpreis (Sorte Brent) könnte sich aktuell eine Chance auf einen Rebound ergeben. Die Käufer haben den Rutsch am Mittwoch am letzten Retracement (78,6%) bei 77,04 USD aufgefangen und eine Erholung eingeleitet. Aktuell bewegt sich der Ölpreis um das 61,8% Retracement bei 81,07 USD. Solange er sich über 80,00 hält, steigt die Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung der Erholung. Ein Anstieg über 82,75 könnte zusätzliches Potenzial bis 83,91 (letztes Hoch) sowie 84,75 (EMA200) freisetzen.

Unterhalb von 80,00 droht der Ölpreis jedoch wieder in Richtung 78,55 abzusacken, auch ein Test des Mittwoch-Tiefs bei 76,65 ist dann denkbar. Doch solange das Tief hält, stehen die Zeichen auf Erholung.

Ölpreis: Brent mit Stabilisierungsversuch nach Saudi Arabien-Opec-Streit
Ölpreis: Brent mit Stabilisierungsversuch – Chance auf einen Rebound

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