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Märkte

Ölpreis im Fegefeuer des Tanker-Angriffs – „Video-Beweis“

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis brach am Mittwoch weiter ein nach den weiter steigenden Lagerbeständen für Rohöl in den USA. Dann kam gestern früh der für den Ölpreis „rettende“ Umstand auf den Tisch, dass im Golf von Oman zwei Öltanker angegriffen wurden. Nun geht es um die Frage: Wer hat sie angegriffen, und warum? Ist die Durchfahrt für Öltanker aus Bahrain, Kuwait, Irak, VAE und Saudi-Arabien Richtung offenes Meer noch sicher? Gestern schrieben wir dazu bereits, dass solche Vorfälle im Nahen Osten seit Jahrzehnten nie zu einer auch nur ansatzweise ernsthaften Bedrohung der weltweiten Versorgung mit Öl führten.

Warum sollte der Iran so etwas tun?

Ob es diesmal ein ernsterer Vorfall sein wird? Immerhin geben die USA aktuell dem Iran mit voller Kraft die Schuld an dem Angriff. Aber warum sollte der Iran das tun? Eine gute Frage. Laut US-Außenminister Pompeo handele es sich um eine nicht hinnehmbare Eskalation der Lage durch den Iran. Die USA haben inzwischen ein Video veröffentlicht (hier der Original-Link des US-Militärs), das zeigen soll, wie ein Boot der iranischen Revolutionsgarden eine Haftmine von einem Tanker wieder entfernt, weil diese nicht explodiert war. Also erst die Mine, die nicht hochging. Und danach dann ein Raketenangriff? Den sieht man im Video aber nicht. Ob das Video nun wirklich iranische Aggressoren zeigt, und ob das ein Beweis für folgende iranische Angriffe darstellt? Wir maßen uns dazu kein Urteil an. Nochmal die Frage: Warum sollte der Iran so etwas tun? Oder kann es vielleicht sein, dass innerhalb des iranischen Militärs einzelne Kommandeure aus der Reihe tanzen und eigenmächtig Tanker angreifen?

Die USA bestehen darauf, dass der Iran den Angriff durchgeführt hat. Aber einen wirklichen Beweis für den Angriff selbst konnten sie bisher nicht liefern. Und schon wieder die Frage: Warum sollte der Iran das tun? Um so seine Chancen zu erhöhen doch wieder freien Zugang zum weltweiten Ölmarkt zu bekommen? Damit erreicht man ja wohl eher das Gegenteil. Und der Iran braucht dringend Geld! Die Vorwürfe der USA bezeichnet der Iran inzwischen als „Sabotage-Diplomatie“.

Wohin jetzt mit dem Ölpreis?

Was wird der Ölpreis machen? Gestern früh startete WTI-Öl seinen Anstieg aufgrund der Tanker-Angriffe bei 51,40 Dollar, und stieg dann gestern Mittag bis auf 53,42 Dollar an. Seitdem ist der Preis schon wieder gut zurückgekommen auf 52,13 Dollar. Das aktuell veröffentlichte Video des US-Militärs hat den Ölpreis heute früh aber bislang noch gar nicht beeinflusst. Denn wenn das Video ein echter Beleg für eine iranische Beteiligung an dem Angriff sein sollte, wäre eine weitere Eskalation in der Region durchaus wahrscheinlich.


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Eskaliert dieses Thema weiter, könnte der Ölpreis natürlich deutlich weiter steigen, und alle anderen Themen kurzfristig überschatten. Aber wie wir es schon schrieben. In der Vergangenheit erwiesen sich solche Störungen von Öl-Lieferungen in der Golfregion immer nur als ganz kurzfristige und eher harmlose Events für den Terminmarkt. Nun gilt es für Öl-Spekulanten zu entscheiden. Wird auch dies wieder so ein harmloser Event? Wenn ja, kann die Aufmerksamkeit der Märkte wieder zurückfallen auf die ständig steigenden Öl-Lager in den USA und offenbar zu viel Öl-Angebot auf dem Weltmarkt. Dann könnte WTI-Öl wieder Richtung 50 Dollar schauen. In der Grafik seit dem 4. Juni zeigen wir den fallenden Ölpreis am Mittwoch, und dann seit gestern die Drehung.

Ölpreis WTI seit 4. Juni

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    15. Juni 2019 16:01 at 16:01

    Das Video beweist gar nichts und ja, warum sollte der Iran dahinterstecken? Ich könnte mir gut vorstellen, dass die USA die Anschläge selbst inszeniert haben als Rechtfertigung für einen Angriff auf den Iran und ich würde mich nicht wundern, wenn bald Bomben fallen. Wer will den Krieg? Der Iran will ihn nicht und die Frage, ob ihn die USA, Saudi-Arabien und Israel wollen, kann sich jeder selbst beantworten.

    • Avatar

      Columbo

      15. Juni 2019 20:04 at 20:04

      @Hesterberg
      „Sie können sich gut vorstellen….und würden sich nicht wundern….und dann soll sich die Frage jeder selbst beantworten….“
      Sorry, bitte nicht persönlich nehmen, ist nicht bös gemeint, aber sowas liest man im Gemeindeblatt. Gehts nicht konkreter? Irgendwelche interessante Fakten? Oder was Lustiges?
      Weil…auch ich kann mir gut vorstellen, daß die Eskimos niemals den Iran angreifen werden. Es würde mich sehr wundern. Warum, muß sich jeder selbst beantworten.

      • Avatar

        Put in

        16. Juni 2019 08:38 at 08:38

        @Columbo Haben Sie irgendwelche Fakten, dass das Iran war, außer Ihres gewöhnliches Bla-Bla? Da lustige Video ist ja bereits.

      • Avatar

        Hesterberg

        16. Juni 2019 16:09 at 16:09

        @Columbo
        Es mag ja sein, dass sie eine schwere Kindheit hatten und hier krampfhaft Anschluss suchen. Aber müssen Sie denn immerfort ausgerechnet mich mit Ihren geistlosen Unterkommentaren langweilen? Finden Sie denn da Niemanden anderes? Oder haben Sie schon alle durch?

        • Avatar

          Columbo

          16. Juni 2019 19:46 at 19:46

          @Hesterberg
          Es tut mir leid, aber Sie sind der Einzige. Es ist vielleicht Ihre Art, Binsenwahrheiten zu präsentieren, die mich herausfordert. Ich sollte toleranter sein, gerade im Hinblick auf meine schwere Kindheit. Ich werde mich in Zukunft zurückhalten.

          • Avatar

            Shong09

            17. Juni 2019 23:54 at 23:54

            Oder einfach abnehmen und eine leichte Kindheit haben ;)

            schwierig und schwer; wenn das die Intellektuellen schon nicht hinkriegen

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Aktienmärkte: Die gesteuerte Rally! Marktgeflüster (Video)

Nach anfänglicher Schwäche nach der problematischen Fernseh-Debatte zwischen Trump und Biden zogen die US-Futures nach oben. Auslöser war ein Leak..

Markus Fugmann

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Nach anfänglicher Schwäche nach der problematischen Fernseh-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden zogen die US-Futures an der Wall Street nach oben – und das, nachdem die ausserordentlich starken Zahlen des Chicago Einkaufsmanergindex bereits mehr als eine Stunde vor dem eigentlichen Termin geleaked worden waren. Die Logik der Rally: wenn die Konjunktur sich stärker erholt, dann zieht die Nachfrage an, was wiederum Inflation erzeugt – und das bei der faktischen Garantie der Fed, bis ins Jahr 2023 die Zinsen nicht anzuheben (wass dann wiederum Sachwerte wie Aktien unterstützt). Das kam für die Aktienmärkte am Quartalsende gerade recht (window dressing) – aber da scheinen ein paar Player am Steuerknüppe gesessen haben: das war ein gesteuere Rally!

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Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -2,0 Mio Barrels (jetzt 492,4 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 492,4 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 2,0 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +1,5 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +0,7 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche bei -1,0.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -0,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (+1,4 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert mit 39,40 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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