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Märkte

Ölpreis fällt nach Lagerdaten weiter, „Rettung“ von unerwarteter Stelle

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis wurde wie in den beiden vorigen Wochen auch diese Woche am Stärksten beeinflusst durch die Öl-Lagerbestände in den USA. Mal wieder stiegen die Lagerbestände, dieses Mal um 2,2 Millionen Barrels. Und nach ein paar Minuten hin und her hatten sich die ALGOS (Computerprogramme) entschieden den Ölpreis weiter nach unten zu jagen.

Ölpreis stürzt weiter in den Keller nach den Lager-Daten

Und so verlor der WTI-Ölpreis gestern von 52,10 Dollar um 16:29 Uhr deutscher Zeit durch die volleren Lager bis im Tief gestern Abend auf 50,70 Dollar. Im folgenden Chart seit Ende Mai sieht man gut, dass das wichtige Tief vom 5. Juni gestern erreicht, aber nicht nach unten durchbrochen wurde. Der Ölmarkt war nach diesen Lagerdaten psychologisch eigentlich kurz davor noch weiter in den Keller zu rauschen. Aber dann?

Ölpreis WTI seit Ende Mai

Dann kam heute früh merkwürdigerweise die Wende. Alleine seit 8 Uhr heute früh stieg der WTI-Ölpreis von 51,40 Dollar auf aktuell 52,66 Dollar. Die „Rettung“ für die Öl-Bullen kam von unerwarteter Stelle. Im Golf von Oman gab es offenbar Angriffe auf mehrere Öl-Tanker. Wer, was, wie, warum… das scheint noch relativ unklar zu sein. Sicher zu sein scheint, dass es die Angriffe gab (hier ein Live-Ticker zu dem, was derzeit wirklich bekannt ist). Das Problem an der Sache ist, dass der Golf von Oman zwischen dem Iran und dem Oman liegt. Ist diese Route blockiert oder unsicher, könnte der Öl-Transport aus Kuwait, Bahrein, VAE, Saudi-Arabien auf den Weltmarkt stark beeinträchtigt werden.

Ob es letztlich überhaupt zu ernsthaften Lieferengpässen kommt, ist wie so oft in den letzten Jahrzehnten nur eine Spekulation. In aller Regel blieb nach wenigen Stunden oder Tagen nichts von solchen Ängsten über Lieferengpässe übrig. Aber man weiß ja nie. Jedenfalls ist der Markt heute früh aufgrund dieser Meldung aufgeschreckt, und so konnte der Ölpreis seine Abwärtsfahrt erstmal unterbrechen.

Oman-Chaos nur eine kurzfristige Ablenkung für den Terminmarkt?

Egal in welches Finanzmedium man derzeit schaut. Geht es um das Thema Öl, so beherrscht ganz aktuell nur dieser Oman-Vorfall die Schlagzeilen. Aber wie wir gerade schon schrieben. Solche Ängste haben oft nur eine kurze Halbwertzeit. Daher ist es gut möglich, dass der Markt nur etwas aufwärts zuckt, und sich dann wieder tieferen Kursen widmet. Denn der Handelskrieg, die globale Konjunkturabkühlung und das Twitter-Account von Donald Trump stehen weiterhin bereit um auf den Ölpreis zu drücken!


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Wir „Kleingeistigen“ bei FMW können die Ölpreis-Entwicklung auch nicht vorhersehen. Aber es ist gut denkbar, dass die Tendenz weiter abwärts gerichtet bleibt. Obwohl wir immer gerne betonen, dass die OPEC mit ihrer möglichen Verlängerung der Fördermengenkürzung das Blatt schnell drehen kann! Schauen wir hier nochmal auf einen etwas längeren Chart, zurück bis Oktober 2018. Die blaue Linie zeigt den selben Support wie im obigen kürzeren Chart. Darunter kommt eine große Leere, die weiter viel Platz für fallende Kurse bietet. Bei WTI-Kursen von 50,90 und 50,60 Dollar ist die unterste Kante dieses Supports erreicht.

Ölpreis seit Oktober 2018

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Gixxer

    13. Juni 2019 13:32 at 13:32

    Ich muss zugeben, ich lag gestern falsch. Ich hatte das Tief im WTI schon im frühen Handel gesehen und dachte, dass es direkt weiter hoch geht.
    Es kam etwas anders und WTI ging noch mal auf Tauchfahrt.
    Nun besteht meiner Meinung nach die Möglichkeit eines Doppelbodens, aktuell gehe ich aber wie hier im Artikel angesprochen von nochmals tieferen Kursen (unter 50$) in Kürze aus.

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Finanznews

Aktienmärkte: Tech-Aktien wieder schwach – Zufall? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Auch heute sind es wieder die relativ schwachen Tech-Aktien, die die amerikanischen Aktienmärkte belasten. Ist das Zufall? Oder vielmehr eine Folge der Ent-Hebelung, die nun am großen Verfallstag seine Fortsetzung findet? Die große Frage ist und bleibt: wieviel der Ent-Hebelung hat bereits stattgefunden? Die Optionen auf US-Aktien verfallen heute um 22Uhr – die Folgewirkungen des Verfalls könnten dann aber vor allem Anfang nächster Woche auf die Aktienmärkte wirken. So oder so: value-Aktien laufen gegenüber growth-Aktien so gut wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr – die Rotation raus aus den Tech-Werten geht also weiter. Derzeit viel stärker – auch das wohl kein Zufall – ist im Vergleich zum Nasdaq der Dax..

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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am

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Positionieren kurz vor dem Wochenende? Und wohin mit Gold?

Rüdiger Born

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Soll man so kurz vor dem Wochenende noch neue Positionen aufbauen? Dazu will ich mich im folgenden Video äußern in Sachen Indizes, Gold und Silber. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

„Kaffeesatzleserei“, „Hokuspokus“, „alles Zufall“… viele Akteure an den Finanzmärkten haben eine völlig falsche Vorstellung von der Charttechnik und verzweifeln, sollte es gute technische Argumente für beide Richtungen geben. Das Problem: es wird nicht unterschieden zwischen Analysten, die eine Meinung vertreten und Händlern, die den Markt handeln. Wie ein Händler zu sinnvollen Entscheidungen kommt, zeigt der folgende Beitrag am Beispiel des Gold-Charts.

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