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Warum Federal Reserve und EZB die Inflation erzwingen!

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Brennender Dollar-Schein - EZB und Fed erzwingen Inflation

Vor zwei Tagen titelte ich noch, die EZB würde bald auch Ihren Hund als Kreditsicherheit akzeptieren. In den USA ist man seit Donnerstag einen Schritt weiter. Dort kauft man den Hund einfach, statt ihn nur als Pfand zu nehmen. Nur zwei Wochen, nachdem ausgerechnet der größte Anleihe-Investor der Welt damit beauftragt wurde, für die US-Zentralbank Anleihen mit Investment Grade Rating zu kaufen, fallen in den USA alle Schranken. Ab jetzt werden von der Zentralbank auch Junkbonds gekauft, die die EZB bis jetzt „nur“ als Kreditsicherheit akzeptiert. Die Schranken wurden damit für die Inflation weit geöffnet.

Was sind Junkbonds und weshalb stellt der Kauf durch die größte Zentralbank der Welt einen Paradigmenwechsel dar? Junkbonds oder auch Schrottanleihen sind börsengehandelte Wertpapiere von Schuldnern schlechter Bonität. Käufer der Papiere bekommen vom Schuldner einen höheren Zins als Ausgleich für das eingegangene höhere Risiko verglichen mit Anleihen von Schuldnern guter Bonität. Der Rendite-Unterschied ist dabei beträchtlich. So bringt zum Beispiel eine fünfjährige Schrottanleihe von Tesla Motors derzeit die 17-fache Rendite einer vergleichbaren US-Staatsanleihe. Oder anders gesagt: Tesla muss 17 Mal mehr Zinsen bezahlen als die US-Regierung für einen Kredit gleicher Laufzeit.

Noch, müssen wir dazu sagen. Denn wenn die US-Zentralbank nun auch diese Kredite von Schuldnern zweifelhafter Bonität kauft, dann wird die Rendite dieser Anleihen sinken. Die steigende Nachfrage nach den Papieren treibt den Preis in die Höhe, womit automatisch die Rendite sinkt. Wir sahen es heute schon bei Tesla. Der Preis der Anleihe stieg im Tagesverlauf um 4,5%, was bei Anleihen enorm ist. Allein durch den niedrigeren Zins wird die Kreditaufnahme für diese schlechten Schuldner einfacher und attraktiver, womit die Geldmenge und tendenziell die Inflation steigen wird.

Der Kauf von Junkbonds durch die Fed erhöht die Inflation!

Der Ankauf dieser Papiere mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit stellt deshalb einen Paradigmenwechsel dar, weil allen Beteiligten klar ist, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit zu Kreditausfällen kommt. Bei den bisherigen Käufen von Anleihen mit Investment Rating war das noch nicht der Fall. Die Tilgung einer US-Staatsanleihe war ausgesprochen wahrscheinlich. Auch Unternehmen mit Top-Bonität haben nur sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeiten. Durch den Aufkauf der Anleihen schafft die Zentralbank neues Geld, betreibt also Inflationierung. Wird die Anleihe jedoch getilgt, dann verschwindet dieses Geld auch wieder aus dem Umlauf. Die Geldschöpfung hätte also ein durch die Laufzeit der Anleihe festgelegtes Verfallsdatum und damit nur temporär die Inflation erhöhende Wirkung.

Fällt jedoch eine Anleihe aus, bleibt das Geld im Umlauf. Kann der Schuldner die von der Fed gekaufte Anleihe nicht zurückzahlen, wirkt das beim Kauf geschaffene Geld für ewig geldmengensteigernd. Und Kreditausfälle sind praktisch vorprogrammiert. Schrottanleihen sind nicht grundlos Schrottanleihen und die Bonität der Schuldner ist begründet schlecht. Sie ist schlecht, weil die Rückzahlungswahrscheinlichkeit geringer ist als bei guten Schuldnern. Noch vor 15 Jahren wäre keine Zentralbank auf die Idee gekommen, solche Anleihen auch nur als Kreditsicherheit zu akzeptieren. Inzwischen werden sie sogar auf eigenes Risiko gekauft.

Ich gebe zu: Auch beim Kauf von Anleihen guter Bonität war die Rückführung des geschaffenen Geldes nur theoretisch möglich. Angekündigt wurde es von den Zentralbanken zwar. Doch umgesetzt wurde es nie. Getilgte Anleihen wurden schlicht reinvestiert, weil die Zentralbanken fürchteten, der Entzug der Geldmenge aus dem System würde die Wertpapierkurse unter Druck setzen.

Der russische Rubel wird inzwischen solider gemanagt als der US-Dollar

Die Frage ist, wie lange sich die Völker Sand in die Augen streuen lassen. Noch heute stehen zum Beispiel in Osteuropa die Menschen Schlange, um ihre Rubel in US-Dollar tauschen zu dürfen, weil sie Angst vor Inflation haben. Sie erkennen dabei offensichtlich gar nicht, dass die Fed die Geldmenge stärker erhöht als ihre eigene Zentralbank und damit US-Dollar-Inflation langfristig wahrscheinlicher ist als eine Explosion der Verbraucherpreise auf Rubel-Basis. Die Bilanz der russischen Zentralbank ist verglichen mit der Bilanz der Fed ein mustergültiges Beispiel für verantwortliches, vorausschauendes Handeln. Sie umfasst lediglich 33 Milliarden US-Dollar. Die US-Notenbank gibt diese Summe täglich (!) aus, um Anleihen zu kaufen. Ende März lag der Betrag sogar noch mehr als doppelt so hoch. Die US-Zentralbank packt also täglich den Betrag auf ihre Bilanzsumme oben drauf, den die russische Zentralbank insgesamt als Bilanzsumme ausweist.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Doris

    10. April 2020 12:18 at 12:18

    Sehr geehrter Herr Dirk Schuhmanns,
    2008 habe ich Vorträge (Banker)über Finanzwirtschaften gehalten und versucht zu erklären, dass wir in einer Rezession stecken und es, nach ca. 12 Monaten wieder Berg auf gehen würde. Das System welches die EU (sehr stark Deutschland) geschaffen hatte, die Stabilität der Banken etc. greift und die Maßnahmen waren die richtigen. Damals vielen die Fonds mit ca. 60% im Durchschnitt in den Keller.
    Das Auditorium glaubte mir kein Wort, wobei Schönredner noch die höflichste Ansprache war.
    Alle fragten mich damals wie und wo man Gold kaufen könne, Immobilien auch Silber. ALLE sprachen von Inflation, Geldentwertung, Zusammenbruch der EU, Löschung des Euro´s, Griechenland und Italien raus aus der EU etc.
    Heute lese ich Ihren Artikel, 12 Jahre später! Ich möchte Ihnen dazu gratulieren.
    Habe gerade darüber nachgedacht, die Bilanzsumme der FED war damals USD 800 Milliarden! Die Zinsen waren bei 5%. Und heute darf ich in Ihrem Artikel lesen, es sind deren mind. USD 6,09 Billionen. (Hammer). Ich konnte auch lesen, dass durch Hebelung, bereits weitere 2 Billionen fest sind. Powell sagt: whatever it takes, without limits

    Damals hat die FED auch noch keine Anleihen (Schrott) gekauft und natürlich nicht, wie demnächst sicher, auch Aktien (offiziell oder eben wie jetzt durch die BlackRock!! Wahnsinn!!)

    Ich denke, die Summen, die jetzt am Tablett liegen in den USA durch die FED. Diese sollten den Markt stabilisieren um etwaige Ökonomische Folgen abzufedern. WAS ist wenn der Markt in der nunmehr bestehenden Rezession, nochmals nach unten dreht um weiter 30%. Dh. DJ aus heutiger Sicht 17000Pkt. Kommt dann der nächste Superbazooka. Und dann?

    Mein Gehirn sagt, es geht weiter,
    Mein Bauch sagt, over and out. Enjoy it while you can

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      thinkSelf

      10. April 2020 18:58 at 18:58

      Wie es weiter geht ist nicht schwer zu erraten. Natürlich werden alle Notenbanken in Zukunft auch Aktien aufkaufen, wie es die Schweizer und japanische Zentralbank schon seit langem machen. Oder z.B. der norwegische Staatsfond als zwischengeschaltete Einheit. Dann können wir jetzt schon mal ausrechnen, wann die Zentralbanken die Wirtschaft weitgehend übernommen haben. das geht bei den aktuell in den Markt gepumpten Summen ziemlich schnell.
      Das wird die Zombiefizierung der Unternehmen relativ schnell nach oben treiben, damit die Fehlalokationen in ungeahnte Höhen treiben und damit zu einem Sinken der Produktivität führen. Und damit in einer ersten Phase zu einem Verlust von Wohlstand und dann zu einer Verschiebung der globalen Machtverhältnisse.
      Wäre China nicht so blöd gewesen, sich selbst vom Weg Dengs wieder in Richtung einer Kommandowirtschaft zu entwickeln, wären sie in der Lage gewesen innerhalb einer weiteren Generation die USA als globale Supermacht abzulösen. So ist weitere Entwicklung nicht so gut vorhersehbar.

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      Eric

      12. April 2020 00:07 at 00:07

      Fiatgeld hat keinen inneren Wert darum sind all diese Überlegungen letztlich bedeutungslos. Über viele Wirkungen und Umkehrungen versucht man die Zahlen so zu balancieren, dass der Wert im Wirtschaftsverkehr in der Zielinflation oder nahe dran bleibt.
      Lustigerweise hat das historische Gedächtnis der Allgemeinheit viele Fehler.
      Fehler 1: die Weltwirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts war tatsächlich von heftiger Deflation geprägt
      Fehler 2: Hyperinflation war ein spezielles deutsches Problem und kurz gesagt von besonderer restriktiver Geldpolitik verursacht. Die führte dazu, dass die deutsche Wirtschaft, die damals extrem abhängig vom Dollar war, nach dem Krieg kollabierte als in den USA Deflation entstand und auch dort die Liquidität austrocknete. Statt einzuspringen und Liquidität zu schaffen verhielt sich die deutsche Geldpolitik nach den Weisheiten der schwäbischen Hausfrau. Den Unternehmen ging daraufhin massenhaft das Kapital aus, die Produktion brach zusammen, das Angebot kollabierte, dadurch schossen die Preise in die Höhe und wer noch Arbeit hatte verlangte immer mehr Lohn, die Arbeitgeber daraufhin immer höhere Preise und immer so weiter. Eine Spirale der Hyperinflation.

      Das ist natürlich vereinfacht dargestellt aber deckt sich absolut mit den damaligen Ereignissen. Warum sich diese Kette der Geschehnisse nicht im Volksmund überliefert hat ist mir nicht bekannt.

      Angst haben müssen wir v. a. vor Deflation und fehlender Liquidität für ansonsten produktive Unternehmen. Hyperinflation war ein Symptom des darauf folgenden Kollaps, nicht umgekehrt die Ursache.

      Auf die jetzige Situation gemünzt heißt das, alle Unternehmen die im Januar ein funktionierendes Geschäftsmodell hatten müssen mit aller nötigen Liquidität versorgt werden und sobald die Erholung einsetzt muss die Wirtschaft massiv subventioniert werden und die Geldpolitik für billige Liquidität sorgen. Dann bleibt das Angebot hoch, der Wettbewerb um Kunden und Preise (und damit letztlich auch Innovation und Effizienz) funktionsfähig, die Unternehmen können gesunde Erträge erwirtschaften von denen vernünftige Löhne gezahlt werden können und durch Niedrigzins und leichte Inflation schrumpfen die öffentlichen und privaten Schulden wieder langsam und wir haben den Schock verdaut. So in etwa sollte das grob laufen.

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        joralari

        12. April 2020 15:08 at 15:08

        „die Produktion brach zusammen, das Angebot kollabierte …
        wer noch Arbeit hatte verlangte immer mehr Lohn …“

        Wenn die Produktion zusammenbricht, dann entstehen zwangsläufig mehr Arbeitslose und die die noch Arbeit haben können durch Arbeiter ersetzt werden, die keine höheren Löhne fordern sondern froh sind überhaupt etwas zu verdienen.

        Vielleicht ein Grund wieso diese Geschehnisse nicht im Volksmund überliefert werden

        • Avatar

          Eric

          12. April 2020 18:37 at 18:37

          Nicht Verlangen im Sinne einer Forderung, sondern im Sinne eines Bedürfnis. Damit die Arbeitnehmer überhaupt noch Nahrung und Obdach hatten und arbeitsfähig blieben verlangte, bedurfte, erforderte… deren Entlohnung immer größere Summen, usw. Ein kleines Missverständnis an der Stelle. Grüße

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    Scheer

    10. April 2020 16:58 at 16:58

    Sehr gute Einschätzung der Lage. Danke dafür.
    Meiner Meinung nach folgt nach der Inflationierung der Wechsel in eine digitale Währung wie es Thomas Mayer gut beschreibt.
    Link: https://www.youtube.com/watch?v=na4SlFRuuCo
    Die Inflation kann dann ganz einfach durch einen Währungsschnitt gemanaged werden – weil das Alternativlos ist.
    Die Bevölkerung wird das einfach hinnehmen weil der Großteil keine Ahnung von der Thematik hat und sich lieber mit Brot und Spielen zufriedenstellen lässt.

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    LEO

    10. April 2020 19:54 at 19:54

    Schöner Artikel.

    Einen Punkt sollten Sie aber nochmal Überdenken:

    Wenn Sie schreiben, dass die Preise keine Risiken mehr widerspiegeln, vernachlässigen, dass genau dieses Risiko massiv zu Zahlungsausfällen führen wird, was die Dummen dann trotzdem zu tragen haben, denn höhere Anleihepreise senken das Risiko wie Sie richtig schreiben eben nicht.

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    BrettonWood

    11. April 2020 07:16 at 07:16

    Also für meinen Hund würden die 2.3 Bn nicht reichen….

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      Eric

      11. April 2020 23:45 at 23:45

      Wer auf baldige Inflation setzt wird sich genauso verzocken wie nach der Finanzkrise.
      Der externe Schock zerstört die Nachfrage sogar mehr als das Angebot. Kurzarbeit und bald steigende Arbeitslosigkeit lassen die Kaufkraft sinken und werden auch bei den Arbeitnehmern, die noch einen Job haben, zu Nullrunden führen.
      Und das passiert nicht nur in Deutschland oder der Eurozone sondern weltweit gleichzeitig.
      Die langfristigen Signale sind sowieso unverrückbar auf Deflation in Euroland gelegt, der demografische Wandel ist ein gigantischer Inflationskiller.

      Die Staaten werden das machen müssen was die Bundesrepublik auch nach der Finanzkrise gemacht hat. Konjunktur mit allen Mitteln stützen und dann in besseren Zeiten schwarze Null und so progressiv die Haushaltsdefizite in Relation zum BIP schrumpfen lassen. Nach Corona werden wir dieses Jahrzehnt definitiv keine nennenswerten Leitzinsen mehr sehen, das wird natürlich auch helfen Staatsanleihen sehr zinsgünstig zu platzieren.

      Ich kann jeden nur davor warnen auf Inflation zu setzen. Auch Covid ändert nichts am Megatrend der Deflationstendenz einer gesättigten und alternden Gesellschaft. Und wer sich gruseln will sollte sich sowieso lieber vor Deflation fürchten. Denn die wäre in Kombination mit der aktuellen Schuldenflut der wahre Killer.

  5. Pingback: Meldungen vom 11. April 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Dirk

    12. April 2020 09:33 at 09:33

    Eine Sache, die mir immer noch nicht klar ist und ich gerne mal kompetent und verständlich beantwortet hätte ist folgende:
    Bei Kursrückgängen und in einem Crash bei Aktien und/oder Anleihen fallen die Kurse dieser Asset-Klassen. Käufer sind nur noch bereit einen geringeren Preis zu zahlen. Das wenn eine Aktie z.B. 100 € gekostet hat, zahlt ein Käufer nur noch 95 €. Wenn es weiter fällt, verkauft dieser seine Aktie z.B. für 90 € weiter, usw. D.h. hier findet doch eine Geldvernichtung statt, die eindeutig deflationär ist, oder? Klar gab es eine Vermögenspreissteigerung vor dem Crash, sozusagen eine Inflationierung von Vermögenswerten. Diese wird doch dann wieder durch den Crash abgebaut bzw. vermindert, d.h. das neue Reinpumpen von Geld in die Märkte durch die Notenbanken gleicht die Geldmengenverluste durch den Crash wieder halbwegs oder mehr aus. Nur sehr kurzfristig ist dann mehr Geld im System, aber dieses fließt ja schnell wieder in Aktien- und Anleihenkäufe, wie wir jetzt auch schon wieder sehen. Ich denke, erst wenn das viele Geld nicht wieder in Aktien, Anleihen und sonstige Vermögenswerte fließt gibt es eine breite Preis-Inflation von Gütern und Dienstleistungen. Denn was wir bisher vor dem Crash hatten, war eine reine Preis-Inflation nur bei Vermögensanlagen wie Aktien und Anleihen
    aber nicht in der Realwirtschaft. Ob es diesmal wirklich anders herum kommt, ist fraglich. Wenn die Coronavirus-Sache
    ausgestanden ist, laufen die Wirtschaftsprozesse schnell wieder normal, denn das Virus hat Produktionsprozesse nur lahm gelegt aber nicht zerstört.
    Deswegen steigen die Börsen wieder genauso schnell an, wie man sieht. Ob da noch viel Geld für eine Inflationierung
    von realen Gütern und Dienstleistungen übrig bleibt??

    • Avatar

      Eric

      12. April 2020 15:35 at 15:35

      Natürlich vernichtet die aktuelle Krise viel zuvor aufgeblasenes Kapital. Das ist ja auch die Gefahr, dass dadurch prinzipiell wettbewerbsfähige Unternehmen unverschuldet in die Pleite schlittern und wir in eine Angebotskrise mit Stagnation schlittern (Deflation).
      Wenn man so will ist das tatsächlich eine Gelegenheit bei der viel Kapital aufgefressen werden wird und aus dem Kreislauf verschwindet.
      Assetpreise dürften sich in Folge seitwärts bewegen, vielleicht sogar sinken. Das dürfte auch die Luft aus dem Immobiliensektor lassen.
      Ich will nicht sagen, dass irgendwas an der Situation wünschenswert ist. Aber bezüglich der nach der Finanzkrise entstandenen Kapital-Schwemme wird das eine große Bereinigung sein. Die Notenbank können gar nicht soviel liquidiert schaffen wie gerade vernichtet wird. Bestenfalls können sie Deflation und Stagnation der Konjunktur verhindern.
      Der Spuk der Inflation den man in Deutschland so liebt entbehrt jeder Grundlage.

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    Dirk

    12. April 2020 19:19 at 19:19

    Die Notenbanken können unbegrenzt
    Liquidität in die Märkte pumpen, denn sie schaffen Geld aus dem Nichts. Wenn eine grössere Inflation breitmacht, sind sie nach ihrem Mandat nach aber verpflichtet wieder den Märkten Geld zu entziehen. Wenn die Wirtschaft trotz Liquidität nicht anspringt (Stagflation) haben sie aber ein Problem. Bei Sachen wie die Coronakrise springt die Wirtschaft trotz Liquidität nicht an, da die Wirtschaft durch ein Gesundheits- und nicht Geldproblem lahmgelegt ist. Das Virus wird überwiegend noch bei Älteren Tote fordern, aber der Peak ist meiner Meinung nach, zumindest in den Industrieländern, erreicht. Nach einer kurzen Anlaufzeit läuft fast alles wieder wie vorher. Wahrscheinlich preisen die Aktienmärkte dies bereits ein. Ich gehe nicht davon aus dass wir weitere Tiefs sehen werden, zumindest nicht bei soliden Aktien, denn Aktien sind Sachwerte und daher ein guter Inflationsschutz.

  8. Avatar

    Eric

    13. April 2020 09:04 at 09:04

    Du musst unterscheiden. Erstmal geht’s um Stützung der Krisenwirtschaft.
    Anschließend um Stabilisierung und Förderung der Konjunktur. EZB und Politik haben auch kein Geheimnis daraus gemacht diese Phasen getrennt zu behandeln. In der ersten Phase kommt nichts bei M3 an weil selbst mit größter Kraft kaum genug Liquidität ankommen wird um prinzipiell gesunde Unternehmen allesamt vor der Insolvenz durch erzwungenes Nichtstun zu bewahren. Bestenfalls ist es genug um Defizite annähernd zu stopfen. Da es aber darüber hinaus massiv finanzielle Rücklagen von Privatleuten und Unternehmen auffressen wird ist die Geldmenge M3 sicherlich gerade im freien Fall.
    Wenn die Pandemie endgültig vorbei ist (nicht vor einer Impfung für alle) wird man wieder Rekapitalisieren müssen.
    Dann kann es tatsächlich einen Aufschwung geben wie man ihn so kräftig nur nach Kriegszeiten kennt.
    Oder noch kräftiger. Weil Produktionsanlagen und Infrastruktur und Arbeitskräfte ja alle noch da sind. Und es wird gigantische Nachholeffekte geben. Die können zwar nicht alles kompensieren, aber das ist auch gut so, denn sonst hätten wir tatsächlich einen Nachfrageüberhang. Vor der Krise hatten wir einen Angebotsüberhang, über ein zu knappes Angebot müssen wir uns also auch keine Sorgen machen wenn nicht all zu viele Unternehmen in die Pleite rutschen.

    Und eine riesige Unbekannte übersehen wir weil wir es traditionell so gewohnt sind auf Dollar und USA zu schauen. Während der Westen mitten in der Krise steckt hatte es China mit drakonischen, bei uns undenkbaren Maßnahmen geschafft die Epidemie wieder zurückzudrehen und auch internationale Experten erkennen das prinzipiell an, selbst wenn es weiterhin einzelne Ausbrüche geben mag ist es keine Epidemie in China mehr.

    Während wir hier diskutieren baut dieses hungrige Milliardenvolk auf und war schon vor der Krise mindestens so eine Lokomotive für die Weltwirtschaft wie die USA.
    Gemeinsam mit dem Faktor Ölpreis, ein gigantisches Konjunkturprogramm für sich selbst, würde mich gar nicht uberraschen, wenn wir am Ende weniger Staatshilfen brauchen als aktuell befürchtet wird.

    Nichtsdestotrotz würde ich keinen Cent auf Inflation oder entsprechende Anlagestrategien setzen. Ich vermute, dass es im worst case bis 2022/24 mal kurz auf 3% gehen könnte wenn die EZB am Ende den Liquiditätsbedarf sogar überschätzt hat oder es der Staat zu gut mit Finanzhilfen meinte und die Wirtschaft überhitzt. Aber langfristig bleiben deflationäre Megatrends der Alterung der Gesellschaft und auch die Globalisierung wird weitergehen. Höchstens lernt man die Produktionsketten zu diversifizieren, also letztlich noch mehr global zu verteilen. Denn nur so können solche Schocks besser abgefedert werden. Rückholung nach Europa würde die Verletzlichkeit ja sogar noch erhöhen, wenn wie in vielen europäischen Ländern gerade der Fall zB nur noch lebenswichtige Industrien überhaupt arbeiten dürfen. Mag sein, dass bei der Pharmazie manches zurück nach Europa kommt, bei deren hochgradig automatisierten Massenproduktion ging’s bei der Verlagerung nach Indien und China aber nur um Centbeträge pro Endverkaufspreis, das war natürlich Irrsinn und wird trotzdem langfristig nicht für sehr viel teurere Medikamente sorgen.

    Gleichzeitig lecken Unternehmen und Privatleute gerade Blut bezüglich Digitalisierung. Home Office, bargeldlose Bezahlung im Laden usw. In einem Crashkurs bekommt das Land gerade zwangsweise Nachhilfe in Digitalisierung und die ist nun einmal ein gigantisches Reservoir für Effizienzsteigerung. Da liegt dann langfristig sogar ein substantieller Gewinn für unseren Wachstumstrend, so verrückt das erstmal klingen mag. Und diese Rationalisierungseffekte wirken ebenfalls deflationär.

  9. Avatar

    Dirk

    13. April 2020 10:56 at 10:56

    Ich kann mir weder derzeit vorstellen, dass wir eine größere Inflation noch größere Deflation bekommen werden. Die Notenbanken haben viele Stellschrauben an denen sie drehen können. Wahrscheinlich freuen sie sich derzeit wie die Kinder endlich mal ihren großen Spielkasten richtig auszupacken und damit zu spielen. Wie gesagt, glaube ich auch nicht, dass wir eine richtige Inflation bekommen werden ,wie u.a. von Dr. Markus Krall oder Dirk Müller prognostiziert, außer die Notenbanken beabsichtigen das, um dann einen Grund zu haben über einen großen Währungsschnitt oder sogar neue Währung die Schulden weltweit auf einen Schlag drastisch zu verringern. Falls nicht, fließt die meiste Liquidität wieder in die Aktien- und Anleihenmärkte und nur wenig kommt in der Realwirtschaft an. Das ergibt dann wieder eine Vermögenspreis-inflation, aber keine bei Gütern und Dienstleistungen. Na ja, schauen wir mal. Keiner weiß es wirklich, aber es ist spannend es zu verfolgen.

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Aktien

Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Aktienmärkte und Wirtschaft 2020: Ein Jahr der Extreme

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte Lotto spielen

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Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte mal Lotto spielen, bei diesem Glück. Denn das Coronajahr wird in die Geschichte eingehen mit all seinen Anomalien, die es gewiss noch nicht allzu häufig in dieser Form gegeben hat. Wirtschaft, Finanzen und Aktienmärkte lieferten (und liefern?) Ausschläge ungeahnten Ausmaßes.

Aktienmärkte: Die saisonalen Muster – Fehlanzeige

Viele Börsianer versuchen aus den statistisch gehäuften, jahreszeitlich bedingten Mustern, Profit zu erzielen. Aber 2020?

Das Jahr begann relativ stabil, am Ende des Januars hatten sich S&P 500 und Dax kaum bewegt, was nach der Statistik auf einen ruhigen Jahresverlauf hindeuten würde. Bis Ende Februar ging es aufwärts, dann kam Corona. Nach der fulminanten Aufholjagd von Ende März und durch den April hinweg hätte man doch erwarten können, dass ein „Sell in May, but remember to come back in September“ funktioniert, nur erreichten die US-Indizes just am 2. September ein Allzeithoch, um praktisch den ganzen Monat hindurch zu korrigieren. Im Wahljahr sollte es einen schwachen Monat Oktober geben, bis zur letzten Woche, in der eine Wahlrally einsetzt. Doch was haben wir in den letzten Tagen erlebt? Einen Einbruch des Dow Jones von 2000 Punkten und beim Dax von über 1000 Zählern. Nun steht nur noch die Jahresendrally im Schlussquartal, als eiegntlich sehr sicheres saisonales Muster der Aktienmärkte, zur Disposition.

Der Konjunkturverlauf – ohne historisches Vorbild

Die Pandemie um Covid-19 führte zu einem bisherigen Konjunkturverlauf, den wohl kein Ökonom auf der Rechnung hatte. Chinas Konjunktur stürzte im ersten Quartal um 6,8 Prozent in die Tiefe und erholte sich in Q2 bereits schon wieder um 4,9 Prozent. Im Westen erwischte es im zweiten Quartal Großbritannien am stärksten mit minus 20,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 18,5 Prozent, Deutschland kam mit minus 9,7 Prozent noch relativ glimpflich davon, so wie die USA mit minus 9,5 Prozent auf Quartalsbasis. Auf Jahressicht allerdings mit erschreckenden 31,4 Prozent und gestern kam die erste Schätzung für das dritte Quartal in den Staaten: Plus 33,1 Prozent im Jahresvergleich, was auf den ersten Blick wie nach einer totalen Erholung aussieht, aber es hätten über 45 Prozent Anstieg sein müssen, um diesen Quartalseinbruch zu egalisieren.

Im europäischen Verfahren gerechnet: Nach minus 9,5 Prozent (Q2), jetzt plus 7,4 Prozent.

Auf alle Fälle brachte 2020 bisher die schnellste und tiefste Kurzrezession aller Zeiten, mit einem Wirtschaftseinbruch, der fast überall einem unvollständigen V gleicht, eher einem spiegelverkehrten Wurzelzeichen, das eine Erholung um etwa 90 Prozent anzeigt. Jetzt erleben wir die zweite Coronawelle, die in manchen Ländern vermutlich eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal des Jahres zur Folge haben wird. Wie reagiren nun die Aktienmärkte?

Die Entwicklungen der Aktienmärkte

Wenn es bisher eine so genannte V-förmige Erholung geben sollte, dann haben dies die Aktienmärkte vollzogen. Nach einem Absturz der Märkte ab dem 20. Februar, wie man ihn noch nie in einer solchen Geschwindigkeit beobachtet hat – es brauchte nur 16 Tage vom Allzeithoch bis in einen Bärenmarkt – stürzten S&P 500 und Dax innerhalb von nur 34 Tagen um 33,9 beziehungsweise 39,6 Prozent in die Tiefe: Beim US-Leitindex auf 2206 und beim Dax auf 8255 Punkte. Aber es folgte eine ebenso spektakulären Erholung innerhalb nur eines halben Jahres.

Der Dax brauchte nur gut zwei Monate, um bis Anfang Juni um 57 Prozent auf 12913 Punkte zu steigen und nur ein halbes Jahr um mit 13460 Punkten fast sein Allzeithoch von Ende Februar zu erreichen (13788 Punkte).

Was dem US-Leitindex S&P 500 am 2. September mit 3580 Punkten gelungen ist (Februar-ATH 3386 Punkte): Rekorde der Aktienmärkte inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie konnte so etwas zustande kommen?

Notenbankbilanzen und Zinsniveau

Wer geglaubt hatte, dass das Jahr 2019 mit seinen über 100 Zinssenkungen durch die Notenbanken dieser Welt der Höhepunkt gewesen sein müsste, den belehrte spätestens der März 2020 eines Besseren. Die Federal Reserve folgte vielen westlichen Notenbanken und senkte die US-Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent. Begleitet von Anleihekäufen, die die Fed-Bilanz innerhalb von wenigen Monaten von vier auf 7,18 Billionen Dollar explodieren ließ. Die Europäische Zentralbank war vor Kurzem bei 6,74 Billionen Euro angelangt, zusammen mit der Bank of Japan erreicht man bereits über 20 Billionen Dollar. Die Bilanzsummen der Notenbanken marschieren in ungeahnte Höhen: In Japan auf 136 Prozent zum BIP, in Europa auf 66 Prozent und in den USA auf 37 Prozent.

Dies hat laut JP Morgan folgendes zur Folge (Stand Mitte Oktober):

Weltweit gibt es 17 Billionen Dollar an Anleihen, die keine oder sogar Minuszinsen abwerfen. Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern. Der Anlagenotstand für Kapitalsammelstellen (wie Staats- und Pensionsfonds) hat im Herbst des Jahres 2020 eine bisher noch nicht gesehene Dimension erreicht – und das erklärt die Kurse der Aktienmärkte.

Jetzt stehen die US-Wahlen an und der Sieger muss aus faktischen Gründen angesichts von über 11 Millionen Arbeitslosen und 50 Millionen Lebensmittelmarkenbeziehern in den USA zwangsläufig ein fünftes Rettungspaket auflegen. Außerdem ergab eine Umfrage im Sommer, dass 40 Prozent der Amerikaner keine 400 Dollar an Reserven besitzen, um sich zum Beispiel ein defektes Haushaltsgerät ersetzen zu können. Man kann sich immer nur wundern, wie die US-Regierung hier das Bild einer gesunden US-Wirtschaft zeichnen kann.

Bei einer weiteren Verschuldung stellt sich irgendwann die Frage: Wann wird sich dies bei den Kapitalmarktzinsen bemerkbar machen? In jeder Volkswirtschaft gibt es das Phänomen des Bruchs mit der Linearität, plötzliche Ausbrüche aus einer stabilen Entwicklung, davor sind auch die Vereinigten Staaten nicht gefeit.

Die Forschung für einen Impfstoff

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde mit solcher Intensität an einem Impfstoff gegen ein Virus geforscht – Sars-CoV-2. 160 bis 200 Projekte gibt es derzeit weltweit, einige Vakzine befinden sich bereits in der klinischen Phase 3 und die großen Staaten haben vorsorglich schon drei Milliarden Impfdosen bestellt, ohne zu wissen, welches Mittel sich überhaupt durchsetzen und welchen Effekt es überhaupt haben wird. Die Aktien von Moderna, CureVac oder Biontech explodieren an den Börsen um mehrere 100 Prozent, weil viele Investoren einen Milliardenmarkt wittern. Viele Projekte werden im Sande verkaufen, viele Millionen versickern, weil keiner weiß, was sich durchsetzt – und vor allen Dingen wann?

Die Entwicklung der Pandemie

Viele führende Virologen warnen, dass die Welt noch bis Ende des Jahres 2021 mit dem Virus leben müsse oder vielleicht sogar auf Dauer. Was bedeutet dies konkret? Derzeit gibt es weltweit über 45 Millionen bestätigte Infektionen, was angesichts von 7,6 Milliarden Menschen nur ein gutes halbes Prozent der Weltbevölkerung ausmachen würde. Aber sind das überhaupt realistische Zahlen? Wurden aus bestimmten Metropolen der Welt – New York, Neu-Dehli, Sao Paulo, Mexiko City – nicht schon Antikörpertests ausgewertet, die auf eine 20 bis 50 prozentige Durchseuchung von Teilen der Bevölkerung hinweisen?

In Ländern wie den USA, Brasilien, Spanien, Belgien u.a. werden offiziell Infektionsraten von 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung gemeldet, aber der Chef der US-Seuchenbehörde CDC der USA, Redfield, hat sich in diesem Jahr geäußert, dass man mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 bei den Infektionen rechnen könne. Die USA haben bereits über neun Millionen Coronainfizierte bei einer Bevölkerung von gut 330 Millionen. Wie viele Menschen werden bis Ende 2021 schon mit dem Virus infiziert worden sein? Selbst der deutsche Virologe, Professor Streeck, rechnet mit einer gewaltigen Durchseuchung bis dahin. Es sei auch bis jetzt nicht klar, welche Immunität ein Impfstoff zur Folge haben wird? Wie viele Menschen werden sich überhaupt impfen lassen (müssen)? Fragen über Fragen.

Aber bei Fortführung der Gedankengänge über die Infektion der Menschheit mit Covid-19 schleicht sich ein unangenehmes Gefühl ein: Deutschland hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl eine sehr niedrige Infektionsrate (0.59 Prozent), auch wenn man eine Dunkelziffer mit einbezieht, die aber aufgrund unserer Maßnahmen nicht allzu hoch sein dürfte. Was aber nicht anderes heißt, dass für unser Land noch ein weiter Weg in Sachen Corona bevorsteht – außer der Impfstoff kommt rechtzeitig und mit hoher Wirksamkeit.

Ausblick

Doch zurück zur Wirtschaft und zur Börse. Was bedeutet die aktuelle Gemengelage für das Jahresende der Aktienmärkte? Der Ausgang der Wahlen, die Börsenentwicklung, die Pandemie? In Summa „not predictable“. Doch wird auf eines Verlass sein: Das Gelddrucken geht weiter – so hat Madame Lagarde erst gestern die weiteren Notenbankkäufe der EZB bestätigt: bis mindestens Mitte 2021 wolle man alles tun und den ganzen Instrumentenkasten nutzen, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern.

Auch die Bundesregierung hat eine große Summe an Ausfallszahlungen für den Monat des Lockdowns, November, angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen des verordneten Stillstands (Lockdown light) abzumildern.

Die Geldflut wird nicht verebben. Und wenn man den Chart zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung der Aktienmärkte (S&P 500) betrachtet, so könnte man eigentlich auf eine bestimmte Jahresendprognose kommen.

Und was die Pandemie und die mögliche Wirkung der gerade angekündigten Lockdown-Maßnahmen betrifft, so empfiehlt sich ein Blick auf Israels Infektionszahlen, dem Land, welches bereits vor einigen Wochen solche verhängt hat..

Aktienmärkte und Wirtschaft im Coronajahr 2020

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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