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IWF mit perfidem Vorschlag: Bei Negativzinsen Bargeld laufend entwerten!

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Warum haben Notenbanken wie die EZB mit -0,40% oder die Schweizer Nationalbank mit -0,75% den Einlagenzins für Geschäftsbanken nur relativ minimal ins Negative gesetzt? Warum nicht -10%? Das würde die Wirtschaft doch vermeintlich viel, viel stärker stimulieren? Dann würden Unternehmer doch wie die Wilden Kredite aufnehmen und neue Fabriken bauen, Mitarbeiter einstellen etc? So einfach und schön wäre doch die Notenbanker-Welt!

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Und noch ein Problem steht aktuell an. Europa hat vergessen die Zinsen wieder anzuheben, so wie es die USA getan haben. Und jetzt beginnt gerade der Konjunkturabschwung. Platz nach unten ist nicht vorhanden für Zinssenkungen, um einen neuen Stimulus für die Volkswirtschaften in Europa zu produzieren. Tja, es sei denn man senkt Leitzinsen und Einlagenzinssätze weit, weit ins Negative. Aber warum wird das nicht einfach gemacht?

Der nervige Bürger mit seinem nervigen Bargeld

Ganz einfach. Der (nervige?) Bürger, Verbraucher, Bankkunde. Wenn der nicht wäre, dann wäre doch alles viel Einfacher. Was passiert nämlich, wenn die EZB den Einlagenzins für Geschäftsbanken zum Beispiel auf -5% oder -10% senkt? Richtig, alle, wirklich alle Banken und Sparkassen müssten für ihre Kunden auf normalen Bankkonten und Sparbüchern Negativzinsen einführen. Was wäre die logische Folge? Richtig, alle ab zum Geldautomaten, Bargeld abheben, und ab damit unters Kopfkissen.

Und genau das wollen die Notenbanker ja nicht haben. Einen „Bank Run“ der nervigen Kleinsparer kann kein Notenbanker und keine Regierung gebrauchen. Also: Da gäbe es die Möglichkeit Bargeld ganz abzuschaffen. Problem gelöst, der Bankkunde ist de facto Geisel des Bankensystems, und muss die Negativzinsen über sich entgehen lassen, und wird enteignet, Monat für Monat, Tag für Tag. Aber ja, das wäre eine verdammt unpopuläre Maßnahme. Da wäre die Wiederwahl der Regierung (welche auch immer) arg gefährdet, und man triebe viele Wähler in die Hände von Populisten.

Perfider Vorschlag des IWF

Der Internationale Währungsfonds macht ganz aktuell einen hochinteressanten und perfiden Vorschlag für Notenbanken, um genau dieses Problem zu lösen (hier nachzulesen im Wortlaut). Wenn beispielsweise ein Einlagenzins der Notenbank negativ wird mit -5%, dann soll Bargeld als quasi „Parallelwährung“ zum elektronischen Geld um 5% pro Jahr entwertet werden. So hätte der Bürger keinen Vorteil mehr davon, sein Geld in bar abzuheben. Beides, elektronisches Geld auf Bankkonten und Bargeld würden pro Jahr 5% jeweils an Wert verlieren.

Teuflischer kann man es sich gar nicht ausdenken als die Damen und Herren des IWF, so möchten wir es sagen. So lautet der Titel der IWF-Denkschrift auch„Cashing In: How to Make Negative Interest Rates Work“. Also zurück mit dem Bargeld auf die Bankkonten, so bekomme man negative Zinsen zum Funktionieren. Bargeld und Banken-Buchgeld sollen quasi als zwei einzelne Währungen nebeneinander laufen. So könnten Notenbanken beide parallel abwerten.

Und kein Bankkunde hätte mehr einen Grund Geld vom Konto abzuheben, um dramatisch hohen Negativzinsen zu entfliehen. Der Weg für vielleicht zweistellige Negativzinsen wären offen. Das klingt dramatisch übertrieben, als Horrorszenario von Verschwörungstheoretikern? Nein. Bei diesem Vorschlag des IWF wäre alles möglich, wenn er in die Tat umgesetzt werden würde. Allein schon, dass sich jemand so etwas ausdenkt, ist schon mehr als unglaublich (unsere Meinung).

IWF-Idee Bargeld Höllenfeuer
Ist der IWF-Vorschlag eine perfide Idee aus dem Höllenfeuer? Foto: User: (WT-shared) Jpatokal at wts wikivoyage CC BY-SA 3.0

29 Kommentare

29 Comments

  1. Avatar

    morpheus

    11. Februar 2019 13:40 at 13:40

    Wie soll man das denn praktisch umsetzen? 100€ sind 100€ oder wird eine Jahreszahl auf den 100€ Zettel gedruckt?

    • Avatar

      verkäufer

      11. Februar 2019 15:30 at 15:30

      „Mark und Schere
      Die Finnen fürchteten den Scherenschnitt durch ihre Finnmark. 1945,
      nach dem verlorenen Krieg, hatte jeder Finne seine Banknoten zerschneiden müssen.
      Eine der Hälften durfte er behalten. Sie blieb Zahlungsmittel zum halben Nennwert.
      Die andere Hälfte mußte er dem Staat als zinsfreies Darlehen überlassen.“

      – AUS:
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46185341.html

      – ODER:
      „Somit wurde schließlich auf Vorschlag des Ministers für Finanzen
      und Verproviantierung zur Aufnahme eines Zwangskredits mittels
      der Zweiteilung der Banknoten geschritten. Die Hälfte mit dem Abbild
      des Gründers der Nationalbank, G. Stavrou, blieb in Umlauf und
      behielt 50% des anfänglichen Wertes bei. Die andere Hälfte
      – mit der Krone – wurde bei der Bank gegen Obligationen
      mit zwanzigjähriger Laufzeit eingetauscht.“

      – AUS: https://www.griechenland-blog.gr/2013/05/griechenland-hat-patent-auf-schnitt-der-guthaben/13086/

      • Avatar

        verkäufer

        11. Februar 2019 16:11 at 16:11

        – aber bitte sehr vorsichtig mit dem geld zerschneiden!!!!
        – es könnte eine straftat sein????

        „Dabei musst du nur eine einzige Sache beachten:
        Du darfst nicht mehr als 15.000 Euro im Klo runterspülen, verbrennen,
        zerschneiden oder sonst wie mutwillig beschädigen oder zerstören.
        Anders als etwa in den USA, wo du laut Titel 18, Sektion 333 des
        United States Code bereits für das Kaputtmachen einer einzelnen Dollarnote
        (egal mit welchem Wert) bis zu einem halben Jahr ins Gefängnis musst,
        oder in Thailand, wo du wegen Majestätsbeleidigung verurteilt werden kannst,
        wenn du auf einen Geldschein trittst, blüht dir in Österreich höchstens
        eine Strafe von 2000 Euro, wenn du die maximale zur Zerstörung freigegebene
        Menge an Geld beschädigst. Trotzdem ist nur die Nationalbank dazu befugt,
        mehr als 15.000 Euro zu vernichten. “

        – AUS:

        https://www.vice.com/de_ch/article/bnb4md/eine-frau-hat-knapp-eine-million-euro-zerschnitten-und-damit-eigentlich-eine-straftat-begangen-123

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      Uru Sig

      11. Februar 2019 18:18 at 18:18

      Das würde mich auch interessieren, wie das mit der Entwertung von Bargeld praktisch gehen soll?

    • Avatar

      sj

      13. Februar 2019 12:35 at 12:35

      Neu ist diese Idee ja nun wirklich nicht.

      um das 14. Jhd. war das ja möglich, da wurde das Geld einfach „abgestempelt“
      Als Ergebnis gab es damals z.B. die heutigen Kirchenreichtümer (weil die Leute Ihren überflüssigen Geldteil lieber gespendet haben als abwerten zu lassen) und Facharbeiter haben nur 3 Tage/Woche gearbeitet.

    • Avatar

      sj

      13. Februar 2019 12:47 at 12:47

      möglich wäre theoretisch z.B. eine Lösung über die Seriennummer(n)
      Allerdings ist die Beibehaltung von Bargeld generell problematisch und vor allem sehr aufwändig bei so was, ansonsten wäre das auch schon gekommen. Nicht umsonst sagt Draghi ja immer „Reformen müssen dringend umgesetzt werden“

    • Avatar

      Jürgen Kempe

      4. März 2019 09:27 at 09:27

      Dann wirst Du einfach statt 100 eben 103 oder 106 Euro bezahlen müssen…bei Barzahlung

  2. Avatar

    Peter Tsoi

    11. Februar 2019 13:56 at 13:56

    Ist das ironisch gemeint ????? so geil ist Dummheit ;)

  3. Avatar

    leftutti

    11. Februar 2019 14:04 at 14:04

    Also ich fänd’s klasse! Ich würde dann einen langfristigen Kredit über 10 Millionen aufnehmen, für den ich jährlich 3 bis 4% Zinsen von der Bank erhalten würde. Die Millionen würde ich dann strong long in die Aktienmärkte investieren, die nach so einem Notenbank-Stimulus ja pro Jahr etwa 500% steigen würden. Zusätzlich würde die globale Wirtschaft mit Ausnahme Großbritanniens nach kürzester Zeit wieder historisch boomen, sodass man nach 35 Jahren den Leitzins wieder auf ein Allzeithoch von 0% hochfahren könnte.

    • Avatar

      morpheus

      11. Februar 2019 16:37 at 16:37

      Long mit einem CFD und einem hohen Hebel…würde dann mal sagen. Läuft!

      • Avatar

        leftutti

        11. Februar 2019 17:03 at 17:03

        Na klar, wenn schon, denn schon. CFD sowieso und ich denke da an einen 500er Hebel, da man ja langfristig an den Aktienmärkten NIE verlieren kann. Solange man strong long positioniert ist, versteht sich :)
        Altersvorsorge mehr als gesichert, und da ich dann zu den Superreichen gehören werde, auch noch steuerfrei. Die Gewinne gehen nämlich als externe Beraterhonorare an die leftutti lave & veil Consulting in London, das sich bis dahin zur internationalen Steueroase entwickelt hat. Und wie in solchen Oasen üblich, gibt es dort auch noch tonnenweise Bargeld, welches aufgrund des seltenen globalen Vorkommens massiv aufgewertet hat ;)

    • Avatar

      Columbo

      11. Februar 2019 17:56 at 17:56

      @leftutti??. Sie sollten aber besser verschlüsselt kommentieren, sonst liest der IWF noch mit und dann könnte den ach so hellen Köpfen dort womöglich noch ein Licht aufgehen?.

      • Avatar

        leftutti

        11. Februar 2019 19:46 at 19:46

        @Columbo, wenn ich verschlüsselt kommentiere, lesen NSA und Bundestrojaner aus Gründen der nationalen Sicherheit mit.

        Unverschlüsselt mache ich mich vermutlich schon aufgrund der geheiligten EU-DSGVO strafbar, weil ich eben unverschlüsselt Internas über meine persönliche Anlagestrategien, Vermögenswerte und Steuermodelle veröffentliche. Zumindest ist mir kein Passus bekannt, der sich nur auf andere Personen und nicht auf mich selbst bezieht: Betroffene Person ist jede identifizierte oder identifizierbare natürliche Person, deren personenbezogene Daten von dem für die Verarbeitung Verantwortlichen verarbeitet werden. ;)

        Dass den Quasaren in der Hall of Fame der hellsten Lichter im Universum noch ein weiteres, zusätzliches Licht aufgehen könnte, ist zwar möglich, aber unwahrscheinlich. Falls doch, bin vielleicht ich dieses Licht und man nominiert mich zum Nachfolger von Christine Madeleine Odette, deren hell strahlende Weste nicht minder befleckt sein dürfte, wie meine eigene:
        https://www.wiwo.de/politik/europa/christine-lagarde-das-urteil-ist-eine-desastroese-botschaft/15002122-all.html

  4. Avatar

    Columbo

    11. Februar 2019 14:09 at 14:09

    Man müßte dann auch jeglichen Handel mit kleinteiligen Wertspeichern verbieten, sonst würden die „nervigen“ Kleinsparer alles da hineinstecken und keiner hätte mehr Geld auf dem Konto.
    Und auch dann: Nicht nur der IWF perfide Ideen, sondern auch der nervige Kleinsparer.

  5. Avatar

    christine schmidt

    11. Februar 2019 14:09 at 14:09

    viele menschen wurden verlacht als sie vor dem euro warnten vor dem euro fond der keienrlei rechenschaft schuldet – nicht vor der idee das europas voelker in frieden leben kommunizieren austausch betreiben . der letzte ehrliche zentralbanker prof wilhelm hanke warnte vor 4 jahren eindruecklich auch vor den sich daruas ergebenden konsequenzen
    wenn mneschen dermassen perfide enteignet werden die sich nichts zu schulden haben kommen lassen dann werden sich breite teile der bevoelkerung radikalisieren und auch davor warnte hanke vor einem vierten reich . er wurde fuer diese warnung als nazi verschriene als mitbegruender der afd deren begruender professoren waren – lucke trat aus petry trat aus und die nun die reste ihrer ehemaligen partei von npd unterwandert sehen . hoecke etcetera. auch dies ist politisch von den eleiten gewollt .
    der oestreicher kurz traf sich mit hoecke . es liess keinen aufhorchen – er traf sich vorranging mit hoecke .
    in allem was prpf hanke sagte lag eine ernste warnung – sie wurde uberhoert . fast scheitn es so als sei die ehemalige stasi politische instrumentalisiert um den weg fuer das grsse kippen bereit zu machen welches bereits stattfindet .
    was ich empfehle ist beurgerbund mitte recht ordnung udn freiheit als echte alternative udn eine partei embargo 2019 die grosszuegig den hebel dort ansetzt wo aus dem topf hart arbeitetender leute gestohlen wurde udn das geld zureckfuehrt ehe es zu spaet ist und wie im sdritten reich unschuldige trifft

    freedom

  6. Pingback: Aktuelles Meldungen und Nachrichten vom 11. Februar 2019 | das-bewegt-die-welt.de

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    franko33

    11. Februar 2019 14:18 at 14:18

    Eine ganz banale Ergänzung zu diesem „Modell“

    Wenn man mit diesem Bargeld einkaufen geht wäre es doch zwangsläufig weniger Wert.
    Dann müßte doch der Dienstleister entprechend seine Preise erhöhen !
    Das ist doch ein guter Weg in unsere neue „bargeldlose Welt“ ! ?
    Allerdings Vorsicht vor einer galoppierenden Inflation !
    Dieses ist wohl einer der Gründe,daß dies nicht wie andere „Nettigkeiten“ über „ein Wochenende“ gemacht wird.
    Also nach wie vor eine eher auswegslose Situation ?

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    asisi1

    11. Februar 2019 14:41 at 14:41

    Solch tolle Vorschläge kommen von den Pennern die uns den Mist eingebrockt haben!

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    Josef

    11. Februar 2019 15:01 at 15:01

    5% Geldentwertung p.a wuerde bedeuten, dass die Loehne nochmals um 5% p.a angehoben warden muessten, also muss der Fabriksbesitzer, der jetzt noch guenstiger an Kredite kommt, mit Lohnerhoehungen derzeit um die 8% p.a. rechnen…Beginn einer gesteuerten Hyperinflation…wozu bitte? Sollten die Loehne + Renten nicht entsprechend angepasst werden kommt es zu Unruhen, da der Fabriksbesitzer nicht bereft sein wird, seine Produkte um 5% p.a. billiger zu verkaufen. Um „Demokratie“ aufrechtzuerhalten MUSS unterm Strich allies weiter wachsen, sonst funktionierte das Konstrukt schon in der Vergangenheit nicht mehr. Perfide ja, aber eben extrem undemokratisch. Uebrigens: Politiker, Parteien und Lobbys (IWF) gibts eigentlich, um das Leben von hart arbeitenden Menschen zu erleichtern….ansonsten brauchen die Menschen diese Konstrukte inkl. der „demokratischen Verhaeltnisse“ nicht mehr und werden sich was Andres ueberlegen…der IWF und so manche andere Institution saegen da massiv, ohne
    es zu bemerken, an ihrer eigenen Existenzberechtigung.

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    Abrakadabra-001

    11. Februar 2019 17:29 at 17:29

    Da hat jemand beim IWF wohl Silvio Gesell oder das Wunder von Wörgel gegoogelt?

    • Avatar

      Markus Fugmann

      11. Februar 2019 17:31 at 17:31

      @Abrakadabra, richtig, das erinnert stark an Gesells „Schrumpfgeld“..

      • Avatar

        Abrakabra-001

        11. Februar 2019 18:00 at 18:00

        Tipp wäre noch Equilibrismus zu googeln. Dann wäre es wenigstens ein wenig aktueller

    • Avatar

      Martin Ebner

      11. Februar 2019 22:54 at 22:54

      Fairerweise ist da anzumerken, dass nach Gesells Vorstellungen der IWF abgeschafft werden müsste, samt Großbanken, Staaten & Planwirtschaft. Gesell, selbst ja Unternehmer, lehnte „leistungslose“ Einkommen und ungerechtfertigte Zinsen ab (also keineswegs alle Zins-Bestandteile, z.B. nicht Risikoprämien!!!).
      Gesell wollte marktwirtschaftlichen Wettbewerb (!) ohne Kapitalismus. Er hatte sich auch durchaus Gedanken gemacht, wer den Gewinn von Geldschöpfung und Negativzinsen bekommen soll – und dabei ganz bestimmt nicht an Banker und Politiker gedacht. Kurz gesagt: es gibt gute Gründe, warum Gesell zwischen allen gesellschaftlich akzeptierten Stühlen sitzt und weitestmöglich totgeschwiegen wird (da hilft nicht einmal, dass er einer der ersten Feministen war und für Mütter-Renten trommelte)…
      Das von Gesell inspirierte Not-Experiment von Wörgel wurde in Rekordzeit abgewürgt.
      http://martin-ebner.net/topics/money/waehrungsexperiment-woergl/

  11. Avatar

    Alex Rainer

    11. Februar 2019 18:09 at 18:09

    Artikel zu Bargeldabschaffung:
    https://www.econstor.eu/handle/10419/157906

  12. Pingback: IWF Plan: jährlich 5% Bargeldentwertung - SwissCryptoSchool.com

  13. Avatar

    Dagobert Duck

    15. Februar 2019 17:50 at 17:50

    So ein unfassbarer linker IWF Unsinn . Dann zieht auch die letzte friedlichste deutsche Oma die gelbe Weste an und wirft die Scheibe bei der Bank ein ! Manche „Experten“ sollten doch mal vorher nachdenken was sie nur schon mit ihrem Gebrabbel anrichten wenn sie öffentliches Brainstorming machen .

    • Avatar

      leftutti

      15. Februar 2019 19:07 at 19:07

      @Dagobert Duck, jetzt verorten Sie sogar schon den IWF in die linke (und somit eigentlich sozialistische) Ecke?! Manchmal beschleicht mich der Verdacht, das Sie und Ihresgleichen inzwischen so weit rechts stehen, dass aus dieser verdrehten Sichtweise fast die gesamte Restwelt (> 99,9%) linken Unsinn verkörpert.

      Ich dachte immer, der IWF verfolge eher eine sehr wirtschaftsliberale bis marktfundamentalistische Strategie, wobei die natürlich auch ganz schön link ;) sein kann: Sie führt meist zu Massenentlassungen, Verarmung, Deregulierung des Kapitalverkehrs und Privatisierung. Sobald diese Hindernisse der freien Marktwirtschaft aus dem Weg geräumt sind, kann es dann richtig bergauf gehen. Siehe dazu z. B.
      https://www.sueddeutsche.de/geld/x-hintergrund-stichwort-internationaler-waehrungsfonds-1.1097605

      Schon eher links, aber in medias res (eine Mitte-Links-Halbsatzkombination) und somit nicht weniger wahr, geht folgende Aussage des Attac Bankentribunals von 2010 (exakte Quelle bzw. Artikel leider nicht mehr verfügbar, war mal auf http://www.attac.de zu finden):
      Zu Beginn der 1980er Jahre, mit dem Aufkommen des Monetarismus als vorherrschender ökonomischer Schule und beeinflusst von den so genannten Chicago Boys, änderte der Internationale Währungsfond (IWF) seine wirtschaftspolitische Ausrichtung und schlug einen strikt neoliberalen Wirtschaftskurs ein. Mit diesem Richtungswechsel verabschiedete sich der IWF von seinen ursprünglichen Zielen. Kredite wurden fortan nur noch in Verbindung mit massiven Auflagen, den so genannten Strukturanpassungsprogrammen (SAPs) erteilt. Mit der Durchsetzung der Prinzipien des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs, der Wettbewerbsorientierung, vor allem aber der Deregulierung und Privatisierung öffentlicher Aufgaben, verschaffte der IWF den global agierenden Konzernen der reichen Mitgliedsländer Zugang zu neuen Märkten und wirtschaftliche Macht. Diese Politik wirkte sich überwiegend fatal auf die Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung der vom IWF “geförderten” Staaten, insbesondere in den sog. Entwicklungsländern aus. Oft ist auch eine damit eine massive Zerstörung der Umwelt einhergegangen.

      Aber rechts und neongelbe Protestfantasien scheinen gut zu harmonieren. Es wäre also vielleicht eine gute Kampagnenfarbe für die nächsten Wahlen, nachdem sich das einstmals kräftige Königsblau derzeit in lilablassblauen Nebel aufspaltet.

  14. Avatar

    Paul

    15. Februar 2019 18:44 at 18:44

    …und ihr labert dauernd von DEMOKRATIE,warum?
    Die schleichende DIKTATUR im Finanzsektor ist doch schon lange am laufen!
    Sammelt noch schnell eure Brotkruemel auf,bevor das Licht aus geht…

    • Avatar

      Michael

      15. Februar 2019 19:28 at 19:28

      Also @Bauer Paul, jetzt mal im Ernst! Ich mache mir langsam Sorgen um Sie: Ist nicht eher schon lange eine schleichende Diktatur des Rinderwahnsinns oder einer irreversiblen Überdosis Gras und Weißbier in Ihrem Urteilsvermögen am Laufen? Geht es „uns“ tatsächlich soviel schlechter, als den freien und glücklichen Thai-Bürgern, dass wir schon nach Brotkrümeln bei Sonnenuntergang suchen müssen, während wir vor lauter Hunger ständig von Demokratie brabbeln?

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Immobilien: Nach der Coronakrise wird es einen Gewinner geben!

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Mieter von gewerblichen Immobilien sind wohl die Gewinner nach der Krise

Alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft sind derzeit von der Coronakrise betroffen, so auch die Immobilien. So hört man die letzten Tage, dass zahlreiche gewerbliche Großmieter wie Adidas, Deichmann und Co einfach Mietzahlungen für ihre Ladengeschäfte aussetzen. Aber wie wird die Lage bei Immobilien nach der Coronakrise aussehen? Wird alles weitergehen wie bisher? Ich möchte hier ein Szenario besprechen, dass nicht mit hundertprozentiger Garantie so eintreten muss. Aber die im folgenden Text beschriebene Auswirkung der Coronakrise auf die Branche scheint mir logisch.

Die Lage am Markt für Immobilien wird sich nach der Krise ändern

Bislang war es so: Die Eigentümer von Immobilien waren die Gewinner. Egal ob gewerblich oder privat, wer besitzt und vermietet, konnte jahrelang immer höhere Mieten kassieren. Und die jahrelange Flutung der Märkte mit Notenbankgeld und die abgeschafften Zinsen trieben Assets wie Aktien und Immobilien immer weiter nach oben. Die Käufer von Wohnungen und Projektentwickler von Gewerbeimmobilien mussten immer höhere Grundstückspreise und Erstellungskosten zahlen – und waren somit gezwungen die Mietpreise immer weiter hochzuschrauben, wenn sie denn noch eine nennenswerte Rendite auf ihren Kapitaleinsatz erzielen wollten. Aber jetzt wird sich einiges ändern. Womöglich nicht für private Mieter.

Aber die Mieter von Gewerbeimmobilien im Bereich Einzelhandel und in der Gastronomie, die werden nach der Coronakrise die großen Gewinner sein. Natürlich meine ich diejenigen Mieter, die diese aktuelle Durststrecke finanziell überleben werden, und auch danach ihre Cafes, Restaurants und Bekleidungsgeschäfte weiter betreiben. Bisher war es so: Der Immobilien-Eigentümer konnte bei Auslauf des Mietvertrags für den nachfolgenden Zeitraum stets kräftige Mietpreissteigerungen verlangen. Aber was passiert jetzt? Selbst nach gigantischen Rettungspaketen und KfW-Kreditprogrammen werden zahlreiche Gastronomen und Bekleidungsgeschäfte nicht überleben. By the way… viele kleine Unternehmer werden diese Kredite wohl gar nicht erhalten (mehr dazu hier). Entweder gehen zahlreiche Unternehmer in den nächsten Monaten pleite, oder dank der KfW-Kredite werden sie vielleicht erst in einem Jahr überschuldet aufgeben und ihren Laden dicht machen.

Angebot und Nachfrage

Dadurch, dass zahlreiche dieser Mieter aus dem Markt ausscheiden, verschiebt sich das Machtgefüge zwischen Mietern und Vermietern bei Immobilien im gewerblichen Bereich. Es wird viel Leerstand geben. Die Entwicklung hatte ja schon vor der Coronakrise in Innenstädten und Einkaufszentren eingesetzt. Zu viel Fläche, zu hohe Ladenmieten und immer mehr Online-Konkurrenz machen den Mietern schon seit Jahren zunehmend das Leben schwer. Nach und nach gaben einige auf und machten ihre Läden dicht. Dieser Trend wird nun durch die Coronakrise massiv beschleunigt werden. Der Leerstand wird deutlich zunehmen. Und die Eigentümer der Flächen werden auf einmal den bestehenden Mietern entgegenkommen. Ja, diese Prognose wage ich, auch wenn ich selbst kein Experte für Immobilien bin. Es geht um das Grundprinzip von Angebot und Nachfrage.

Mieter werden nach Auslauf der Verträge womöglich günstigere Anschlussverträge aushandeln können, weil die Vermieter sehen, wie links und rechts schon Flächen leer stehen. Da hat man Angst seinen noch vorhandenen Bestandsmieter zu verlieren, denn der hat nun die freie Auswahl. Und ganz schnell werden wohl auch die Neuvermietungspreise für Flächen im gewerblichen Bereich purzeln. Wer also die Coronakrise finanziell überlebt, und/oder wer nach der Krise ganz neu mit einer Geschäftsidee im Einzelhandel oder in der Gastronomie startet, der wird womöglich spürbar geringere Mietkosten erwarten dürfen, oder aushandeln können! Vielleicht noch nicht Ende April oder im Mai. Aber wohl in sechs Monaten, wenn nach und nach andere Gewerbemieter pleite gehen und ihre Läden dicht machen. Die letzten Tage haben Restaurantketten wie Maredo und Vapiano bereits Insolvenz angemeldet. Ob und wie viele dieser Läden fortbestehen werden nach einer möglichen Restrukturierung? Unklar, aber die Pleitewelle wird wohl kommen. Was man jetzt in Einzelfällen sieht, ist erst der Anfang.

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Schwellenländer drohen durch die Pandemie im Chaos zu versinken

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Christus-Statue in Rio - Schwellenländer hart getroffen durch Pandemie

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung schauen die Märkte zur Zeit vor allem auf die dramatischen Entwicklungen in den USA und Europa. Doch für die Schwellenländer, die bereits vor der Pandemie angeschlagenen waren, droht nun der ökonomische Super-GAU.

Schwellenländer leiden bereits unter dem Abzug von Kapital

Wie wir schon vor der Pandemie berichteten, bewegten sich wichtige Schwellenländer bereits vor der Pandemie in schwerem Fahrwasser. Einige Länder, wie Argentinien, Brasilien, die Türkei, Venezuela, Südafrika oder Chile haben bereits Schlagseite. Die sich jetzt bereits in Ansätzen abzeichnenden globalen Verwerfungen drohen diese Staaten ökonomisch zum Kentern zu bringen. Die Schwellenländer sind besonders abhängig von Mittelzuflüssen aus den Industriestaaten und reagieren in einer Krise wie jetzt sehr sensibel auf eine Umkehr der Kapitalströme. Doch genau das passiert bereits, wie das Institute of International Finance (IIF) berichtet: Seit Ende Januar 2020 sind 95 Mrd. USD aus Aktien und -Anleihen der Emerging-Markets von ausländischen Investoren abgezogen worden.

Damit sind in dieser relativ kurzen Zeitspanne deutlich mehr Gelder rapatriiert worden als in der Finanzkrise ab September 2008. Die Kapitalflucht der Investoren aus Nordamerika und Europa aus den Schwellenländer-Märkten ist in weltweit unruhigen Zeiten ein bekanntes Phänomen. Gerade dann stellen stark überschuldete und politisch instabile Länder ein besonderes Verlustrisiko dar, das es zu meiden gilt. Kommt es zeitgleich zu Turbulenzen an den großen Finanzmärkten in New York, Tokio und London, wird die Liquidität dringend zu Hause benötigt, um Vermögenslöcher zu stopfen oder Margin-Calls zu bedienen.

Für eine Pandemie schlecht gewappnet

Im speziellen Fall der COVID-19-Pandemie befürchten die Investoren wahrscheinlich zu Recht, dass die Gesundheits- und Sozialsysteme einiger Schwellenländer mit der Seuche überfordert sein könnten. Eine Befürchtung, die in Indien bereits Realität ist. Dort sind soziale Sicherungssysteme kaum vorhanden, das Gesundheitssysteme ist extrem fragil und die Bevölkerungsdichte sehr hoch. Die jetzt eingeleiteten Maßnahmen zum Schutz der Menschen verursachen Chaos im indischen Verkehrssystem und bringen die Menschen ohne jeden Schutz noch dichter zusammen. In Brasilien, wo das Virus mittlerweile ebenfalls angekommen ist, folgte die Regierung um Präsident Jair Bolsonaro zunächst der Strategie Londons und Washingtons und verharmloste das Virus. Jetzt rudert die Staatsführung in Brasília zurück, wahrscheinlich wie in den USA und England viel zu spät.

Die bereits getätigten und sich aktuell verstärkenden Kapitalabflüsse werden die fiskalpolitischen Möglichkeiten in den Schwellenländern stark beeinträchtigen. Zum einen wird weniger Geld für die Seuchenbekämpfung und zur Abmilderung der ökonomischen und sozialen Folgen mobilisiert werden können. Zum anderen steigen die Kosten für die Kreditaufnahme ausgerechnet jetzt deutlich an. Gleichzeitig schwinden auch die Devisenreserven, die nicht nur für die hohen Zinslasten der zum Teil hoffnungslos in US-Dollar überschuldeten Länder benötigt werden, sondern auch für den Ankauf von Schutzkleidung, Test-Kits und teuren medizinischen Geräten. Staaten wie Venezuela, Brasilien, Südafrika oder Argentinien sind zudem wichtige Rohstofflieferanten. Die Preise für natürliche Ressourcen waren in den letzten Wochen stark rückläufig, was die Ökonomien dieser Staaten zusätzlich belastet. Außerdem müssen viele Förderstätten zum Schutz der Arbeiter vorübergehend stillgelegt werden. In Südafrika für mindestens drei Wochen. Es ist daher zu befürchten, dass die Schwellenländer die Pandemie noch schwerer werden bewältigen können als die Industriestaaten.

Schwellenländer bekommen den Stress im Finanzsystem zu spüren

Seit Mitte März bekommen die Schwellenländer die Krise bereits an den Finanzmärkten zu spüren. Die Zinsaufschläge, die Entwicklungsländer aktuell gegenüber zehnjährigen US-Staatsanleihen zahlen müssen, sind seitdem stark angestiegen. Besonders hart trifft es die Ukraine. Der osteuropäische Pleitestaat muss nun statt 400 Basispunkten Zinsaufschlag über 1.200 Basispunkte mehr bezahlen. Der Risikoaufschlag türkischer Staatsanleihen hat sich von 352 Anfang März auf aktuell über 700 erhöht. Russland steht trotz des Ölpreisverfalls mit 350 Basispunkten aufgrund der niedrigen Staatsverschuldung von lediglich 12,5 Prozent des BIP noch vergleichsweise gut da. Deutlich dramatischer stellt sich die Lage für den afrikanischen Ölproduzenten Nigeria dar, der nach einer Verdreifachung der Zinsaufschläge nun ebenfalls bei über 1.200 Basispunkten Zinsaufschlag gegenüber US-Anleihen angekommen ist. Auch Südafrika ist mit in den Aufwärtssog bei den Renditen geraten und muss aktuell 1.120 Basispunkte Zinsaufschlag bezahlen. Argentinien, dass seinen Schuldendienst bereits ausgesetzt hat, ist sogar gezwungen, für seine stark ausfallgefährdeten Anleihen (S&P-Rating: CCC-) Mehrkosten in Höhe von 2.640 Basispunkten am Kapitalmarkt zu akzeptieren. Das Land ist bereits de facto bankrott.

Die Kapitalflucht und die steigenden Risikoprämien werden auch in den Währungsentwicklungen der Schwellenländer sichtbar. Seit der verstärkten Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus Anfang Februar über die Landesgrenzen Chinas hinaus, kam es auch an den Devisenmärkten zu heftigen Bewegungen. Der mexikanische Peso verlor seitdem 23 Prozent, der russische Rubel über 20 Prozent (was übertrieben scheint), der argentinische Peso von niedrigem Niveau aus nochmals 5 Prozent und der südafrikanische Rand 16 Prozent.

Fazit und Möglichkeiten der Stabilisierung

Die bereits sichtbaren Folgen für die Schwellenländer sind wahrscheinlich nur der Beginn schwerer ökonomischer, sozialer und politischer Verwerfungen. In den kommenden Wochen und Monaten könnten sich die Turbulenzen infolge der Rezession in den USA und Europa, der zunehmenden Anzahl von COVID-19-Fällen auch in den Schwellenländern, einer fortschreitenden Unterbrechung der Lieferketten und einer sinkenden Nachfrage nach Rohstoffen, Waren und Dienstleistungen noch vergrößern. Der für viele Entwicklungsländer als Devisenquelle enorm wichtige Tourismus ist bereits weitgehend kollabiert.

Ein Großteil der Schwellenländer hat keine ausreichenden Rückstellungen oder fiskalischen Spielräume, um die heimische Wirtschaft mit großen Konjunkturpaketen á la USA oder Deutschland zu unterstützen. Würde die Zentralbank Argentiniens vergleichbar der US-Notenbank Fed eine staatliche Schuldensause von 10 Prozent des BIP durch Gelddrucken finanzieren, würde sich der Restwert des argentinischen Peso in Luft auflösen. Der makroökonomische Handlungsspielraum der Schwellenländer ist generell im Vergleich zu fortgeschrittenen Volkswirtschaften aufgrund der begrenzten Glaubwürdigkeit ihrer Währungen stark limitiert. Selbst Staaten mit niedriger Verschuldung, wie Russland, bekommen dies bereits durch die massive Abwertung ihrer Währung zu spüren. Daher sind die Schwellenländer auf externe Hilfe mittels harter Devisen angewiesen.

Die Fed hat diesem Bedürfnis bereits Rechnung getragen und ihre Dollar-Swap-Linien geografisch stark ausgeweitet und bietet nun auch Entwicklungsländern über diesen Weg einen Zugang zu US-Dollar-Liquidität. Bereits 80 Länder haben zudem den Internationalen Währungsfonds (IWF), gemäß dessen Direktorin Kristalina Georgiewa, um finanzielle Hilfe gebeten. Der supranationalen Institution stehen zur Zeit dafür 1 Billion US-Dollar zur Verfügung. Dieser Betrag muss dringend in Anbetracht der Vielzahl der Hilfegesuche aufgestockt werden.

Auf Ebene der G20-Staaten wurde beim jüngsten virtuellen Sondergipfel ebenfalls über Hilfen für Entwicklungsländer diskutiert – allerdings sehr abstrakt. So sollen Handelsbeschränkungen abgebaut und die Entwicklungshilfe ggf. aufgestockt werden. Dem Rest der Welt sollten die Schwellenländer nicht egal sein. Wenn diese im Zuge der jetzt bevorstehenden Weltrezession noch tiefer in finanziellem Chaos versinken, würde dies für die gesamte Weltwirtschaft einen zusätzlichen Schock bedeuten. Eine schnelle wirtschaftliche Erholung exportorientierte Länder wie Deutschland nach dem Abebben der Pandemie wäre dann unwahrscheinlich.

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Dirk Müller über die dramatischen Folgen der Corona-Krise

„Unser Finanzsystem hat fertig“

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Die Corona-Krise nimmt immer dramatischere Foolgen für die Wirtschaft an – der Einbruch ist heftiger als in der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, sagt Dirk Müller. Eigentlich sollte „Mr. Dax“ bei einer Finanzmesse auftreten – aber da das aufgrund der Corona-Krise nicht möglich ist, hielt Dirk Müller seinen Vortrag von zuhause aus per Video.

Corona-Krise schlimmer als Weltwirtschaftskrise 1929

Der Crash der Aktienmärkte passierte sogar schneller als in der Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929 (und folgende). Und das wird bedeuten, dass da viele Finanz-Player erwischt wurden – daher sind viele Pleiten im Finanzsektor wahrscheinlich, von denen wir in den nächsten Wochen und Monaten erfahren werden. Das gilt auch und vor allem für Banken – Dirk Müller erwartet daher Banken-Pleiten. Wenn aber Banken pleite gehen, werden auch die Gelder auf deren Konten in Gefahr sein, sagt Dirk Müller – denn faktisch ist ein Kontoguthaben bei einer Bank eine Art Kredit, den man der Bank gibt.

Dirk Müller über den Crash des Kreditsystems

„Unser Finanzsystem hat fertig“, so Dirk Müller – wir erleben jetzt einen reset des Systems. Das Coronavirus sei nur der Auslöser für diesen reset – und die Ausrede zugleich, warum eben dieser „reset“ nun vermeintlich nötig sei. Bisher haben die Notenbanken es nicht geschafft, die Märkte zu beruhigen, was aber eigentlich durch das „plunge protection team“ der Amerikaner möglich gewesen, aber eben nicht erfolgt sei, meint Dirk Müller.

Das eigentliche Problem könnten die Notenbanken so oder so nicht lösen, so „Mr. Dax“: den „Credit Crunch„. Alle brauchen nun Liquidität, um Kredite und Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Cash ist King im deflationären Schock.

Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesellschaft

Was fast noch schlimmer ist: die Menschen haben Angst um ihre Jobs und damit um ihre Zukunft. Dazu kommt noch die Angst um die Gesundheit der eigenen Familie – Müller spricht daher von einer so noch nie dagewesenen „Angstkombination“, die massive und bisher unkalkulierbare Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Gesellschaft haben dürfte. Es könne daher zu sehr häßlichen Szenen kommen, die wir bisher nicht für möglich halten. Diese „Angstkombination“ in der Gesellschaft verstärke dann die Neigung der Menschen, Sündenböcke zu suchen – vielleicht die Flüchtlinge, die mit der einheimische Bevölkerung etwa um Arztbesuche konkurrieren?

Sehen Sie hier das Szenario von Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise:

Dirk Müller über die Folgen der Corona-Krise

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