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IWF mit perfidem Vorschlag: Bei Negativzinsen Bargeld laufend entwerten!

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Warum haben Notenbanken wie die EZB mit -0,40% oder die Schweizer Nationalbank mit -0,75% den Einlagenzins für Geschäftsbanken nur relativ minimal ins Negative gesetzt? Warum nicht -10%? Das würde die Wirtschaft doch vermeintlich viel, viel stärker stimulieren? Dann würden Unternehmer doch wie die Wilden Kredite aufnehmen und neue Fabriken bauen, Mitarbeiter einstellen etc? So einfach und schön wäre doch die Notenbanker-Welt!

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Und noch ein Problem steht aktuell an. Europa hat vergessen die Zinsen wieder anzuheben, so wie es die USA getan haben. Und jetzt beginnt gerade der Konjunkturabschwung. Platz nach unten ist nicht vorhanden für Zinssenkungen, um einen neuen Stimulus für die Volkswirtschaften in Europa zu produzieren. Tja, es sei denn man senkt Leitzinsen und Einlagenzinssätze weit, weit ins Negative. Aber warum wird das nicht einfach gemacht?

Der nervige Bürger mit seinem nervigen Bargeld

Ganz einfach. Der (nervige?) Bürger, Verbraucher, Bankkunde. Wenn der nicht wäre, dann wäre doch alles viel Einfacher. Was passiert nämlich, wenn die EZB den Einlagenzins für Geschäftsbanken zum Beispiel auf -5% oder -10% senkt? Richtig, alle, wirklich alle Banken und Sparkassen müssten für ihre Kunden auf normalen Bankkonten und Sparbüchern Negativzinsen einführen. Was wäre die logische Folge? Richtig, alle ab zum Geldautomaten, Bargeld abheben, und ab damit unters Kopfkissen.

Und genau das wollen die Notenbanker ja nicht haben. Einen „Bank Run“ der nervigen Kleinsparer kann kein Notenbanker und keine Regierung gebrauchen. Also: Da gäbe es die Möglichkeit Bargeld ganz abzuschaffen. Problem gelöst, der Bankkunde ist de facto Geisel des Bankensystems, und muss die Negativzinsen über sich entgehen lassen, und wird enteignet, Monat für Monat, Tag für Tag. Aber ja, das wäre eine verdammt unpopuläre Maßnahme. Da wäre die Wiederwahl der Regierung (welche auch immer) arg gefährdet, und man triebe viele Wähler in die Hände von Populisten.

Perfider Vorschlag des IWF

Der Internationale Währungsfonds macht ganz aktuell einen hochinteressanten und perfiden Vorschlag für Notenbanken, um genau dieses Problem zu lösen (hier nachzulesen im Wortlaut). Wenn beispielsweise ein Einlagenzins der Notenbank negativ wird mit -5%, dann soll Bargeld als quasi „Parallelwährung“ zum elektronischen Geld um 5% pro Jahr entwertet werden. So hätte der Bürger keinen Vorteil mehr davon, sein Geld in bar abzuheben. Beides, elektronisches Geld auf Bankkonten und Bargeld würden pro Jahr 5% jeweils an Wert verlieren.

Teuflischer kann man es sich gar nicht ausdenken als die Damen und Herren des IWF, so möchten wir es sagen. So lautet der Titel der IWF-Denkschrift auch„Cashing In: How to Make Negative Interest Rates Work“. Also zurück mit dem Bargeld auf die Bankkonten, so bekomme man negative Zinsen zum Funktionieren. Bargeld und Banken-Buchgeld sollen quasi als zwei einzelne Währungen nebeneinander laufen. So könnten Notenbanken beide parallel abwerten.

Und kein Bankkunde hätte mehr einen Grund Geld vom Konto abzuheben, um dramatisch hohen Negativzinsen zu entfliehen. Der Weg für vielleicht zweistellige Negativzinsen wären offen. Das klingt dramatisch übertrieben, als Horrorszenario von Verschwörungstheoretikern? Nein. Bei diesem Vorschlag des IWF wäre alles möglich, wenn er in die Tat umgesetzt werden würde. Allein schon, dass sich jemand so etwas ausdenkt, ist schon mehr als unglaublich (unsere Meinung).

IWF-Idee Bargeld Höllenfeuer
Ist der IWF-Vorschlag eine perfide Idee aus dem Höllenfeuer? Foto: User: (WT-shared) Jpatokal at wts wikivoyage CC BY-SA 3.0

29 Kommentare

29 Comments

  1. morpheus

    11. Februar 2019 13:40 at 13:40

    Wie soll man das denn praktisch umsetzen? 100€ sind 100€ oder wird eine Jahreszahl auf den 100€ Zettel gedruckt?

    • verkäufer

      11. Februar 2019 15:30 at 15:30

      „Mark und Schere
      Die Finnen fürchteten den Scherenschnitt durch ihre Finnmark. 1945,
      nach dem verlorenen Krieg, hatte jeder Finne seine Banknoten zerschneiden müssen.
      Eine der Hälften durfte er behalten. Sie blieb Zahlungsmittel zum halben Nennwert.
      Die andere Hälfte mußte er dem Staat als zinsfreies Darlehen überlassen.“

      – AUS:
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46185341.html

      – ODER:
      „Somit wurde schließlich auf Vorschlag des Ministers für Finanzen
      und Verproviantierung zur Aufnahme eines Zwangskredits mittels
      der Zweiteilung der Banknoten geschritten. Die Hälfte mit dem Abbild
      des Gründers der Nationalbank, G. Stavrou, blieb in Umlauf und
      behielt 50% des anfänglichen Wertes bei. Die andere Hälfte
      – mit der Krone – wurde bei der Bank gegen Obligationen
      mit zwanzigjähriger Laufzeit eingetauscht.“

      – AUS: https://www.griechenland-blog.gr/2013/05/griechenland-hat-patent-auf-schnitt-der-guthaben/13086/

      • verkäufer

        11. Februar 2019 16:11 at 16:11

        – aber bitte sehr vorsichtig mit dem geld zerschneiden!!!!
        – es könnte eine straftat sein????

        „Dabei musst du nur eine einzige Sache beachten:
        Du darfst nicht mehr als 15.000 Euro im Klo runterspülen, verbrennen,
        zerschneiden oder sonst wie mutwillig beschädigen oder zerstören.
        Anders als etwa in den USA, wo du laut Titel 18, Sektion 333 des
        United States Code bereits für das Kaputtmachen einer einzelnen Dollarnote
        (egal mit welchem Wert) bis zu einem halben Jahr ins Gefängnis musst,
        oder in Thailand, wo du wegen Majestätsbeleidigung verurteilt werden kannst,
        wenn du auf einen Geldschein trittst, blüht dir in Österreich höchstens
        eine Strafe von 2000 Euro, wenn du die maximale zur Zerstörung freigegebene
        Menge an Geld beschädigst. Trotzdem ist nur die Nationalbank dazu befugt,
        mehr als 15.000 Euro zu vernichten. “

        – AUS:

        https://www.vice.com/de_ch/article/bnb4md/eine-frau-hat-knapp-eine-million-euro-zerschnitten-und-damit-eigentlich-eine-straftat-begangen-123

    • Uru Sig

      11. Februar 2019 18:18 at 18:18

      Das würde mich auch interessieren, wie das mit der Entwertung von Bargeld praktisch gehen soll?

    • sj

      13. Februar 2019 12:35 at 12:35

      Neu ist diese Idee ja nun wirklich nicht.

      um das 14. Jhd. war das ja möglich, da wurde das Geld einfach „abgestempelt“
      Als Ergebnis gab es damals z.B. die heutigen Kirchenreichtümer (weil die Leute Ihren überflüssigen Geldteil lieber gespendet haben als abwerten zu lassen) und Facharbeiter haben nur 3 Tage/Woche gearbeitet.

    • sj

      13. Februar 2019 12:47 at 12:47

      möglich wäre theoretisch z.B. eine Lösung über die Seriennummer(n)
      Allerdings ist die Beibehaltung von Bargeld generell problematisch und vor allem sehr aufwändig bei so was, ansonsten wäre das auch schon gekommen. Nicht umsonst sagt Draghi ja immer „Reformen müssen dringend umgesetzt werden“

    • Jürgen Kempe

      4. März 2019 09:27 at 09:27

      Dann wirst Du einfach statt 100 eben 103 oder 106 Euro bezahlen müssen…bei Barzahlung

  2. Peter Tsoi

    11. Februar 2019 13:56 at 13:56

    Ist das ironisch gemeint 🤣🤣🤣🤣🤣 so geil ist Dummheit 😉

  3. leftutti

    11. Februar 2019 14:04 at 14:04

    Also ich fänd’s klasse! Ich würde dann einen langfristigen Kredit über 10 Millionen aufnehmen, für den ich jährlich 3 bis 4% Zinsen von der Bank erhalten würde. Die Millionen würde ich dann strong long in die Aktienmärkte investieren, die nach so einem Notenbank-Stimulus ja pro Jahr etwa 500% steigen würden. Zusätzlich würde die globale Wirtschaft mit Ausnahme Großbritanniens nach kürzester Zeit wieder historisch boomen, sodass man nach 35 Jahren den Leitzins wieder auf ein Allzeithoch von 0% hochfahren könnte.

    • morpheus

      11. Februar 2019 16:37 at 16:37

      Long mit einem CFD und einem hohen Hebel…würde dann mal sagen. Läuft!

      • leftutti

        11. Februar 2019 17:03 at 17:03

        Na klar, wenn schon, denn schon. CFD sowieso und ich denke da an einen 500er Hebel, da man ja langfristig an den Aktienmärkten NIE verlieren kann. Solange man strong long positioniert ist, versteht sich 🙂
        Altersvorsorge mehr als gesichert, und da ich dann zu den Superreichen gehören werde, auch noch steuerfrei. Die Gewinne gehen nämlich als externe Beraterhonorare an die leftutti lave & veil Consulting in London, das sich bis dahin zur internationalen Steueroase entwickelt hat. Und wie in solchen Oasen üblich, gibt es dort auch noch tonnenweise Bargeld, welches aufgrund des seltenen globalen Vorkommens massiv aufgewertet hat 😉

    • Columbo

      11. Februar 2019 17:56 at 17:56

      @leftutti😀👍. Sie sollten aber besser verschlüsselt kommentieren, sonst liest der IWF noch mit und dann könnte den ach so hellen Köpfen dort womöglich noch ein Licht aufgehen😉.

      • leftutti

        11. Februar 2019 19:46 at 19:46

        @Columbo, wenn ich verschlüsselt kommentiere, lesen NSA und Bundestrojaner aus Gründen der nationalen Sicherheit mit.

        Unverschlüsselt mache ich mich vermutlich schon aufgrund der geheiligten EU-DSGVO strafbar, weil ich eben unverschlüsselt Internas über meine persönliche Anlagestrategien, Vermögenswerte und Steuermodelle veröffentliche. Zumindest ist mir kein Passus bekannt, der sich nur auf andere Personen und nicht auf mich selbst bezieht: Betroffene Person ist jede identifizierte oder identifizierbare natürliche Person, deren personenbezogene Daten von dem für die Verarbeitung Verantwortlichen verarbeitet werden. 😉

        Dass den Quasaren in der Hall of Fame der hellsten Lichter im Universum noch ein weiteres, zusätzliches Licht aufgehen könnte, ist zwar möglich, aber unwahrscheinlich. Falls doch, bin vielleicht ich dieses Licht und man nominiert mich zum Nachfolger von Christine Madeleine Odette, deren hell strahlende Weste nicht minder befleckt sein dürfte, wie meine eigene:
        https://www.wiwo.de/politik/europa/christine-lagarde-das-urteil-ist-eine-desastroese-botschaft/15002122-all.html

  4. Columbo

    11. Februar 2019 14:09 at 14:09

    Man müßte dann auch jeglichen Handel mit kleinteiligen Wertspeichern verbieten, sonst würden die „nervigen“ Kleinsparer alles da hineinstecken und keiner hätte mehr Geld auf dem Konto.
    Und auch dann: Nicht nur der IWF perfide Ideen, sondern auch der nervige Kleinsparer.

  5. christine schmidt

    11. Februar 2019 14:09 at 14:09

    viele menschen wurden verlacht als sie vor dem euro warnten vor dem euro fond der keienrlei rechenschaft schuldet – nicht vor der idee das europas voelker in frieden leben kommunizieren austausch betreiben . der letzte ehrliche zentralbanker prof wilhelm hanke warnte vor 4 jahren eindruecklich auch vor den sich daruas ergebenden konsequenzen
    wenn mneschen dermassen perfide enteignet werden die sich nichts zu schulden haben kommen lassen dann werden sich breite teile der bevoelkerung radikalisieren und auch davor warnte hanke vor einem vierten reich . er wurde fuer diese warnung als nazi verschriene als mitbegruender der afd deren begruender professoren waren – lucke trat aus petry trat aus und die nun die reste ihrer ehemaligen partei von npd unterwandert sehen . hoecke etcetera. auch dies ist politisch von den eleiten gewollt .
    der oestreicher kurz traf sich mit hoecke . es liess keinen aufhorchen – er traf sich vorranging mit hoecke .
    in allem was prpf hanke sagte lag eine ernste warnung – sie wurde uberhoert . fast scheitn es so als sei die ehemalige stasi politische instrumentalisiert um den weg fuer das grsse kippen bereit zu machen welches bereits stattfindet .
    was ich empfehle ist beurgerbund mitte recht ordnung udn freiheit als echte alternative udn eine partei embargo 2019 die grosszuegig den hebel dort ansetzt wo aus dem topf hart arbeitetender leute gestohlen wurde udn das geld zureckfuehrt ehe es zu spaet ist und wie im sdritten reich unschuldige trifft

    freedom

  6. Pingback: Aktuelles Meldungen und Nachrichten vom 11. Februar 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  7. franko33

    11. Februar 2019 14:18 at 14:18

    Eine ganz banale Ergänzung zu diesem „Modell“

    Wenn man mit diesem Bargeld einkaufen geht wäre es doch zwangsläufig weniger Wert.
    Dann müßte doch der Dienstleister entprechend seine Preise erhöhen !
    Das ist doch ein guter Weg in unsere neue „bargeldlose Welt“ ! ?
    Allerdings Vorsicht vor einer galoppierenden Inflation !
    Dieses ist wohl einer der Gründe,daß dies nicht wie andere „Nettigkeiten“ über „ein Wochenende“ gemacht wird.
    Also nach wie vor eine eher auswegslose Situation ?

  8. asisi1

    11. Februar 2019 14:41 at 14:41

    Solch tolle Vorschläge kommen von den Pennern die uns den Mist eingebrockt haben!

  9. Josef

    11. Februar 2019 15:01 at 15:01

    5% Geldentwertung p.a wuerde bedeuten, dass die Loehne nochmals um 5% p.a angehoben warden muessten, also muss der Fabriksbesitzer, der jetzt noch guenstiger an Kredite kommt, mit Lohnerhoehungen derzeit um die 8% p.a. rechnen…Beginn einer gesteuerten Hyperinflation…wozu bitte? Sollten die Loehne + Renten nicht entsprechend angepasst werden kommt es zu Unruhen, da der Fabriksbesitzer nicht bereft sein wird, seine Produkte um 5% p.a. billiger zu verkaufen. Um „Demokratie“ aufrechtzuerhalten MUSS unterm Strich allies weiter wachsen, sonst funktionierte das Konstrukt schon in der Vergangenheit nicht mehr. Perfide ja, aber eben extrem undemokratisch. Uebrigens: Politiker, Parteien und Lobbys (IWF) gibts eigentlich, um das Leben von hart arbeitenden Menschen zu erleichtern….ansonsten brauchen die Menschen diese Konstrukte inkl. der „demokratischen Verhaeltnisse“ nicht mehr und werden sich was Andres ueberlegen…der IWF und so manche andere Institution saegen da massiv, ohne
    es zu bemerken, an ihrer eigenen Existenzberechtigung.

  10. Abrakadabra-001

    11. Februar 2019 17:29 at 17:29

    Da hat jemand beim IWF wohl Silvio Gesell oder das Wunder von Wörgel gegoogelt?

    • Markus Fugmann

      11. Februar 2019 17:31 at 17:31

      @Abrakadabra, richtig, das erinnert stark an Gesells „Schrumpfgeld“..

      • Abrakabra-001

        11. Februar 2019 18:00 at 18:00

        Tipp wäre noch Equilibrismus zu googeln. Dann wäre es wenigstens ein wenig aktueller

    • Martin Ebner

      11. Februar 2019 22:54 at 22:54

      Fairerweise ist da anzumerken, dass nach Gesells Vorstellungen der IWF abgeschafft werden müsste, samt Großbanken, Staaten & Planwirtschaft. Gesell, selbst ja Unternehmer, lehnte „leistungslose“ Einkommen und ungerechtfertigte Zinsen ab (also keineswegs alle Zins-Bestandteile, z.B. nicht Risikoprämien!!!).
      Gesell wollte marktwirtschaftlichen Wettbewerb (!) ohne Kapitalismus. Er hatte sich auch durchaus Gedanken gemacht, wer den Gewinn von Geldschöpfung und Negativzinsen bekommen soll – und dabei ganz bestimmt nicht an Banker und Politiker gedacht. Kurz gesagt: es gibt gute Gründe, warum Gesell zwischen allen gesellschaftlich akzeptierten Stühlen sitzt und weitestmöglich totgeschwiegen wird (da hilft nicht einmal, dass er einer der ersten Feministen war und für Mütter-Renten trommelte)…
      Das von Gesell inspirierte Not-Experiment von Wörgel wurde in Rekordzeit abgewürgt.
      http://martin-ebner.net/topics/money/waehrungsexperiment-woergl/

  11. Alex Rainer

    11. Februar 2019 18:09 at 18:09

    Artikel zu Bargeldabschaffung:
    https://www.econstor.eu/handle/10419/157906

  12. Pingback: IWF Plan: jährlich 5% Bargeldentwertung - SwissCryptoSchool.com

  13. Dagobert Duck

    15. Februar 2019 17:50 at 17:50

    So ein unfassbarer linker IWF Unsinn . Dann zieht auch die letzte friedlichste deutsche Oma die gelbe Weste an und wirft die Scheibe bei der Bank ein ! Manche „Experten“ sollten doch mal vorher nachdenken was sie nur schon mit ihrem Gebrabbel anrichten wenn sie öffentliches Brainstorming machen .

    • leftutti

      15. Februar 2019 19:07 at 19:07

      @Dagobert Duck, jetzt verorten Sie sogar schon den IWF in die linke (und somit eigentlich sozialistische) Ecke?! Manchmal beschleicht mich der Verdacht, das Sie und Ihresgleichen inzwischen so weit rechts stehen, dass aus dieser verdrehten Sichtweise fast die gesamte Restwelt (> 99,9%) linken Unsinn verkörpert.

      Ich dachte immer, der IWF verfolge eher eine sehr wirtschaftsliberale bis marktfundamentalistische Strategie, wobei die natürlich auch ganz schön link 😉 sein kann: Sie führt meist zu Massenentlassungen, Verarmung, Deregulierung des Kapitalverkehrs und Privatisierung. Sobald diese Hindernisse der freien Marktwirtschaft aus dem Weg geräumt sind, kann es dann richtig bergauf gehen. Siehe dazu z. B.
      https://www.sueddeutsche.de/geld/x-hintergrund-stichwort-internationaler-waehrungsfonds-1.1097605

      Schon eher links, aber in medias res (eine Mitte-Links-Halbsatzkombination) und somit nicht weniger wahr, geht folgende Aussage des Attac Bankentribunals von 2010 (exakte Quelle bzw. Artikel leider nicht mehr verfügbar, war mal auf http://www.attac.de zu finden):
      Zu Beginn der 1980er Jahre, mit dem Aufkommen des Monetarismus als vorherrschender ökonomischer Schule und beeinflusst von den so genannten Chicago Boys, änderte der Internationale Währungsfond (IWF) seine wirtschaftspolitische Ausrichtung und schlug einen strikt neoliberalen Wirtschaftskurs ein. Mit diesem Richtungswechsel verabschiedete sich der IWF von seinen ursprünglichen Zielen. Kredite wurden fortan nur noch in Verbindung mit massiven Auflagen, den so genannten Strukturanpassungsprogrammen (SAPs) erteilt. Mit der Durchsetzung der Prinzipien des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs, der Wettbewerbsorientierung, vor allem aber der Deregulierung und Privatisierung öffentlicher Aufgaben, verschaffte der IWF den global agierenden Konzernen der reichen Mitgliedsländer Zugang zu neuen Märkten und wirtschaftliche Macht. Diese Politik wirkte sich überwiegend fatal auf die Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung der vom IWF “geförderten” Staaten, insbesondere in den sog. Entwicklungsländern aus. Oft ist auch eine damit eine massive Zerstörung der Umwelt einhergegangen.

      Aber rechts und neongelbe Protestfantasien scheinen gut zu harmonieren. Es wäre also vielleicht eine gute Kampagnenfarbe für die nächsten Wahlen, nachdem sich das einstmals kräftige Königsblau derzeit in lilablassblauen Nebel aufspaltet.

  14. Paul

    15. Februar 2019 18:44 at 18:44

    …und ihr labert dauernd von DEMOKRATIE,warum?
    Die schleichende DIKTATUR im Finanzsektor ist doch schon lange am laufen!
    Sammelt noch schnell eure Brotkruemel auf,bevor das Licht aus geht…

    • Michael

      15. Februar 2019 19:28 at 19:28

      Also @Bauer Paul, jetzt mal im Ernst! Ich mache mir langsam Sorgen um Sie: Ist nicht eher schon lange eine schleichende Diktatur des Rinderwahnsinns oder einer irreversiblen Überdosis Gras und Weißbier in Ihrem Urteilsvermögen am Laufen? Geht es „uns“ tatsächlich soviel schlechter, als den freien und glücklichen Thai-Bürgern, dass wir schon nach Brotkrümeln bei Sonnenuntergang suchen müssen, während wir vor lauter Hunger ständig von Demokratie brabbeln?

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Das „Peter (Altmaier) Prinzip“ – wenn unfähige Politiker befördert werden

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Kürzlich ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert: Vertreter des deutschen Mittelstands und der deutschen Industrie haben sich negativ über Wirtschaftsminister Peter Altmaier geäussert – ein echter Affront!

Woran liegt das? Marc Friedrich meint: am sogenannten „Peter-Prinzip“ der negativen Auslese in der Politik. Was das ist, erklärt Marc Friedrich in diesem Video:

 

 

 

Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53950919

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Martin Sonneborn im EU-Parlament über Julian Asange

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Bekanntlich ist der Whistleblower Julian Asange kürzlich in London verhaftet worden – ihm droht die Auslieferung in die USA. Martin Sonneborn bringt den Skandal im EU-Parlament zur Sprache – vor einer unglaublich prall gefüllten Kulisse und mit rhetorischen Ungeheuerlichkeiten..

Sehr sehenswert:


Sonneborn in Stauffenberg-Verkleidung mit Parteikollege Nico Wehnemann auf der Frankfurter Buchmesse 2018
Von Ptolusque – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73580794

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Politischer Tauschhandel mit der Post? 10% höhere Preise für 5000 Jobs

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Die Deutsche Post hat im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, nach Steuern! 2017 waren es noch 2,9 Milliarden Euro Gewinn. Aber immerhin, 2,2 Milliarden Euro sind auch noch ein nettes Plus (hier nachzulesen). So schlecht kann es dem ehemaligen Staatskonzern also wohl kaum gehen, stimmt´s? Oder brauch man doch ganz dringend mehr Geld?

Obacht! Ähnlich wie Lufthansa oder Deutsche Börse ist auch die Deutsche Post in ihrem Segment der einzig große Konzern in Deutschland, der im Ausland als bedeutender Global Player mitspielen kann (Monopolist oder beinahe Monopolist). Und genau diese Art von Unternehmen will unser aller Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier massiv stützen, schützen und fördern, wie er es in den letzten Wochen klar zum Ausdruck brachte (Nationale Champions schaffen).

Im Januar hatte die zuständige Bundesnetzagentur vorgeschlagen, dass man der Deutschen Post ein Preiserhöhungspotenzial von bis zu 4,8% zugestehen solle. Das fand die Post aber nicht so schön, und drohte indirekt mit der Entlassung von Mitarbeitern. Und was machte Peter Altmaier? Er tat, was zu tun war… die Bundesnetzagentur wurde angewiesen doch bitte ihren Berechnungsschlüssel (richtige Formulierung?) „anzupassen“.

Und ohhh Wunder, heute verkündet die Bundesnetzagentur, dass man der Deutschen Post einen Preiserhöhungsspielraum von bis zu 10,6% zugestehe. Mal eben mehr als verdoppelt, das ist doch was! Und nochmal ohhh Wunder. Die Agentur erwähnt in ihrer Veröffentlichung gleich zwei mal, dass die Deutsche Post versprochen habe im Gegenzug 5.000 neue Stellen zu schaffen. Dazu sagt die Agentur im Wortlaut:

Wir berücksichtigen die Ankündigung der Post, neue Zusteller einzustellen. Die Ankündigungen der Post werden wir überwachen.

Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen.

Also, im Klartext: Es gibt einen nicht ausgesprochenen, aber mehr als offensichtlichen politischen Deal. Ihr schafft neue Jobs, dafür dürft ihr so richtig kräftig die Preise raufsetzen. Na da freut sich der Post-Kunde. Das ist doch mal so richtig „Freie Marktwirtschaft“. Gedankenspiel: Die Deutsche Post wird bei ihrer Job-Zusage wohl schon mal genau kalkuliert haben, ob sich die Mehrkosten fürs Personal rechnen bei einer zehnprozentigen Portoerhöhung. Und wollen wir mal wetten, es wird sich rechnen. Und es werden in der Rechnung wohl noch ein paar Taler Gewinn übrig bleiben.

Die +10,6% ist ein Gesamtrahmen. Wie stark zum Beispiel das klassische Briefporto steigt, wird im Mai festgelegt. Aber man darf ruhig von einem Sprung von 70 auf 90 Cent ausgehen. Danke Herr Altmaier. Bauen Sie mal schön weiter ihre „Nationalen Champions“. Die Post-Aktionäre dürften sich freuen. Hier einige weitere aktuelle Originalaussagen der Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur hat für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelt, der sich aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent zusammensetzt. Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert. Die Deutsche Post könnte bei geplantem Inkrafttreten neuer Briefentgelte zum 1. Juli 2019 damit von einem Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Die Deutsche Post hat damit höhere Kosten unter anderem dafür geltend gemacht, dass ca. 5.000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollen.

Deutsche Post Tower Bonn
Post Tower in Bonn. Foto: Sir James CC BY-SA 3.0

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