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Politischer Tauschhandel mit der Post? 10% höhere Preise für 5000 Jobs

Die Deutsche Post hat im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, nach Steuern! 2017 waren es noch 2,9 Milliarden Euro Gewinn. Aber immerhin, 2,2 Milliarden Euro sind auch noch ein nettes Plus (hier nachzulesen). So schlecht kann es dem ehemaligen Staatskonzern also wohl kaum gehen, stimmt´s? Oder brauch man doch ganz dringend mehr Geld?

Obacht! Ähnlich wie Lufthansa oder Deutsche Börse ist auch die Deutsche Post in ihrem Segment der einzig große Konzern in Deutschland, der im Ausland als bedeutender Global Player mitspielen kann (Monopolist oder beinahe Monopolist). Und genau diese Art von Unternehmen will unser aller Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier massiv stützen, schützen und fördern, wie er es in den letzten Wochen klar zum Ausdruck brachte (Nationale Champions schaffen).

Im Januar hatte die zuständige Bundesnetzagentur vorgeschlagen, dass man der Deutschen Post ein Preiserhöhungspotenzial von bis zu 4,8% zugestehen solle. Das fand die Post aber nicht so schön, und drohte indirekt mit der Entlassung von Mitarbeitern. Und was machte Peter Altmaier? Er tat, was zu tun war… die Bundesnetzagentur wurde angewiesen doch bitte ihren Berechnungsschlüssel (richtige Formulierung?) „anzupassen“.

Und ohhh Wunder, heute verkündet die Bundesnetzagentur, dass man der Deutschen Post einen Preiserhöhungsspielraum von bis zu 10,6% zugestehe. Mal eben mehr als verdoppelt, das ist doch was! Und nochmal ohhh Wunder. Die Agentur erwähnt in ihrer Veröffentlichung gleich zwei mal, dass die Deutsche Post versprochen habe im Gegenzug 5.000 neue Stellen zu schaffen. Dazu sagt die Agentur im Wortlaut:

Wir berücksichtigen die Ankündigung der Post, neue Zusteller einzustellen. Die Ankündigungen der Post werden wir überwachen.

Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen.

Also, im Klartext: Es gibt einen nicht ausgesprochenen, aber mehr als offensichtlichen politischen Deal. Ihr schafft neue Jobs, dafür dürft ihr so richtig kräftig die Preise raufsetzen. Na da freut sich der Post-Kunde. Das ist doch mal so richtig „Freie Marktwirtschaft“. Gedankenspiel: Die Deutsche Post wird bei ihrer Job-Zusage wohl schon mal genau kalkuliert haben, ob sich die Mehrkosten fürs Personal rechnen bei einer zehnprozentigen Portoerhöhung. Und wollen wir mal wetten, es wird sich rechnen. Und es werden in der Rechnung wohl noch ein paar Taler Gewinn übrig bleiben.

Die +10,6% ist ein Gesamtrahmen. Wie stark zum Beispiel das klassische Briefporto steigt, wird im Mai festgelegt. Aber man darf ruhig von einem Sprung von 70 auf 90 Cent ausgehen. Danke Herr Altmaier. Bauen Sie mal schön weiter ihre „Nationalen Champions“. Die Post-Aktionäre dürften sich freuen. Hier einige weitere aktuelle Originalaussagen der Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur hat für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelt, der sich aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent zusammensetzt. Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert. Die Deutsche Post könnte bei geplantem Inkrafttreten neuer Briefentgelte zum 1. Juli 2019 damit von einem Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Die Deutsche Post hat damit höhere Kosten unter anderem dafür geltend gemacht, dass ca. 5.000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollen.

Deutsche Post Tower Bonn
Post Tower in Bonn. Foto: Sir James CC BY-SA 3.0



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4 Kommentare

  1. Avatar
    Nonkonformist sagt

    Wenn ich diesen vollgefressen Knallmaier Bunteswirtschaftsminister Minister – Diener so betrachte erinnert mich dieser an einen Luftballon der kurz vor dem Platzen steht. Dieser und seines Gleichen sind dümmer als Brot und hohl wie Streu. Dieser Depp und seine Spezis sind geistesgestörte und gehörten in ein Atomlager oder auf einer Mülldeponie untergebracht !!!!!!!!!!!!

  2. hmm aber warum denn nicht. 5000 neugeschaffene jobs. dann bezahl ich gerne paar cent mehr.
    oder, hr kummerfeld könnten sie den bericht wieder schreiben wäre nett, aber diesmal als befürworter der dieser idee gesonnen ist.
    ich zahle gerne wenn dabei arbeitsplätze entstehen.

  3. Bei der Meinung über diesen „Politiker“ gebe ich vollkommen Recht.
    Aber jetzt mal meine Meinung zur Privatisierung der Post:
    Früher haben dort viele Leute einen relativ gut bezahlten Job gehabt. Es gab viele Filialen, viele Briefkästen und es kam sogar am Montag die Post (habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt). Es gab bei der Post (da gehörte auch die Telekom noch dazu) einen CEO (das war der Postminister) der hat im Vergleich zu diesen heutigen Managern einen Wochenlohn als Jahresgehalt bekommen. Wie sieht es heute aus?. Ausbeutung auf allen Seiten und die Aktionäre und der CEO verdienen Millionen pro Jahr. Der Kunde rennt sich die Hacken wund oder hat Blasen am Ohr, von den geilen Callcentern. Schöne neue Welt.
    Und nix ist tatsächlich billiger geworden. Der dumme Bürger glaubt aber immer noch an die Privatisierungsstory. Das verstehe wer will.

  4. Von 70 auf 90 Cent! Maximal 10,6%?! Ich glaube, ich muss noch mal zur Schule, denn bei mir sind das mehr %.

    Wobei die 10,6% ja auf alles berechnet wird. Wenn man in anderen Bereichen nicht erhöht, kann das ja dann vielleicht wieder hinkommen. Ob das später aber einer nach rechnet, wage ich zu bezweifeln.

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