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Quartalszahlen der Tech-Riesen: Machtübernahme über den Gesamtmarkt!

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Gestern war es endlich so weit, die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen der Tech-Schwergewichte – Apple, Amazon, Alphabet und Facebook – wurden allesamt an einem Tag veröffentlicht. Und sie haben alles andere als enttäuscht. Ganz im Gegenteil, insbesondere konnten Apple, Amazon und Facebook sogar die Optimisten in Erstaunen versetzen. Trotz Corona-Pandemie oder wahrscheinlich gerade deswegen konnten die Tech-Riesen überraschend gut abschneiden. An einem Tag an dem ein katastrophales US-BIP veröffentlicht wird, schaffen es vier Techwerte den Gesamtmarkt nach oben zu ziehen. Da muss man sich schon fragen, ob die Machtstellung der paar Schwergewichte noch gesund ist.

Zusammenfassung Amazon

Besonders Amazon konnte von der weltweiten Pandemie profitieren, die Quartalszahlen spiegeln den Trend hin zum Onlinehandel wider. Während überall der Einzelhandel schließen musste und bis heute unter den Folgen leidet, konnte Amazon in der Zeit viele neue Kunden generieren. Der Online-Handel hat zudem einen regelrechten Boom erfahren. Mitten in der historischen US-Wirtschaftskrise (BIP -32,9 %) wies der Internet-Riese Amazon den höchsten Gewinn seiner langjährigen Firmengeschichte aus. Der Gewinn verdoppelte sich und die Nettoerlöse stiegen um fast 40 % auf 88,9 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn je Aktie hat sich zum starken Vorjahr zufolge fast verdoppelt. Dieser liegt aktuell bei 10,30 Dollar, im Vorjahresquartal immerhin bei 5,22 Dollar. Dadurch hat die Aktie innerhalb eines Jahres einen Zugewinn von knapp 50 % erzielt und das trotz Wirtschaftskrise. Ob ein KGV von 144,94 (Stand 30.07.) deswegen gerechtfertigt ist, kann jeder für sich selbst einschätzen.

Quartalszahlen von Apple

Nicht nur Amazon, sondern auch Apple konnte mit dem Quartalsbericht überzeugen. Die weltweite Wirtschaftskrise aufgrund der Pandemie hat nicht so stark wie erwartet auf den Absatz von Mobilgeräten gedrückt. Alle Segmente, ob iPhones, Macs, iPads oder Services legen beim Umsatz zu.  Alles in allem hat Apple erneut ein Umsatzwachstum zum Vorjahr hingelegt – aktuell bei 59,7 Milliarden Dollar, Vorjahresquartal 53,8. Auch beim Gewinn geht es stetig aufwärts, dieser liegt aktuell bei 2,58 Dollar je Aktie (Vorjahr 2,18 Dollar). Die Fokussierung auf den Ausbau der Produkt-Diversifizierung stellt das Unternehmen auch für die Zukunft gut auf. Zwar sind Gewinn und Umsatz zum Vorjahr leicht gestiegen, aber der Aktienkurs hat sich in derselben Zeit fast verdoppelt. Auch das KGV notiert mittlerweile bei fast 30. Man muss sich schon fragen, ob das noch den wahren Wert widerspiegelt. Großaktionär Warren Buffett und alle anderen Investoren wird es trotzdem freuen.

Zusammenfassung Facebook

Wie bei den beiden Vorgängern sind auch die Facebook Quartalszahlen besser als erwartet ausgefallen. Der Social-Media-Gigant hat die Kritiker auf dem falschen Fuß erwischt und konnte sogar Optimisten überraschen. Facebook steigerte den Umsatz im zweiten Quartal deutlich, dieser lag ein Jahr zuvor noch bei 16,89 Milliarden Dollar und aktuell bei 18,69 Milliarden. Wegen eines Werbeboykotts von mehreren bekannten Unternehmen lagen die Analysteneinschätzungen bei 17,4 Milliarden. Aber auch das konnte einen Sprung von zehn Prozent bei den Werbeeinnahmen nicht verhindern.

Ebenso wie der Umsatz wurde auch der Gewinn je Aktie von 0,91 Dollar auf 1,80 Dollar gesteigert. Zudem hat sich die Marge von 27 % auf 32 % erhöht. Trotz größer werdender Konkurrenz im Social-Media Segment ist die Zahl der aktiven Nutzer leicht angewachsen. Die Bewertung liegt trotzdem schon hoch – das KGV hat sich im Vergleich zum letzten Jahr um fast 10 Punkte erhöht (von 22,85 auf 32). Der Aktienkurs hat sich zum Vorjahr von 192 Dollar auf aktuell 234 Dollar entwickelt.

Quartalszahlen von Alphabet

Bei Alphabet sieht die Situation ein wenig anders aus. Hier konnten die Quartalszahlen nicht gänzlich überzeugen. Zwar wurden die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn ebenfalls übertroffen, aber bei der Marge gab es einbüßen. Auch bei den Werbeeinnahmen kam es aufgrund der Corona-Krise zu einem Rückgang, da viele große Kunden aus der Tourismusbranche ihre Ausgaben senken mussten. Insgesamt wurde ein geringfügiger Umsatzrückgang von 38,9 Milliarden Dollar im Jahr zuvor auf nun 38,3 Milliarden Dollar vermeldet. Der Gewinn je Aktie konnte dennoch die Erwartungen übertreffen, liegt im Vergleich zum Vorjahresquartal aber ungefähr vier Dollar niedriger – aktuell 10,13 Dollar, Vorjahresquartal 14,21 Dollar. Sogar die operative Marge ist in dem gleichen Zeitraum von 24 % auf 17 % gefallen.

Alphabet ist ein gutes Beispiel dafür, dass die niedrige Messlatte der Analysten dabei hilft die Erwartungen zu übertreffen – hier ein Artikel zu dem Thema. Trotz alledem konnte der Aktienkurs innerhalb des gleichen Zeitraums um 27 % zulegen. Indessen ist auch das KGV von 23,4 auf aktuell 30,75 angestiegen. Auch hier könnte man von einer Überbewertung sprechen, aber das betrifft ja inzwischen den Gesamtmarkt.

Fazit

Die Tech-Riesen boomen ordentlich. Alle von ihnen konnten die Erwartungen übertreffen und haben top Quartalszahlen vorgelegt. Nicht mal die Pandemie konnte den Siegeszug der Schwergewichte unterbrechen. ABER, die Anhörung vor dem US-Kongress war schon berechtigt, die Marktmacht der Tech-Riesen nimmt stetig zu. Es würde definitiv Sinn ergeben die gebündelte Macht zu beschränken und Regulierungspläne durchzusetzen. Im S&P 500 machen diese vier Unternehmen plus Microsoft mittlerweile 25 % der Marktkapitalisierung aus, im Nasdaq sind es sogar circa 50 %. Dadurch ist eine Klumpenbildung entstanden, die über Wohl und Leid des Gesamtmarktes entscheidet.

Quartalszahlen Apple, Amazon, Alphabet, Facebook: Zusammenfassung

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Markus

    31. Juli 2020 17:45 at 17:45

    Brauche ich Apple? (Ich hab ein Haufen Zeugs von denen, ja sind tolle Geräte). Nein! Gibt auch andere Hersteller.
    Brauch ich Amazon? Nein, ich Kauf da grundsätzlich nix, lieber beim Fachgeschäft vor Ort, der soll auch leben können.
    Brauch ich Facebook? Nein, ich hab nicht mal nen Account (außer WhatsApp, das könnte ich mir zur Not auch verkneifen, und durch SMS ersetzen)
    Brauch ich Google? Jein.
    Brauch ich Microsoft? Jein.

    Also, die letzten 2 sind mMn von der Bewertung her gerechtfertigt.
    Die erstgenannten 3 nicht.
    Warum werden diese Werte dann so gehypt?
    Klar freu ich mich über die Kursgewinne — aber erkläre man mir wieso diese Techaktien alle da stehen, wo sie gerade sind.(Und kommt mir nicht mit der immer gleichen Story vom billigen Geld, das kann es nicht alleine sein)

    Schönen Tag euch allen,
    Bleibt Gesund.

  2. Avatar

    Marko

    31. Juli 2020 23:31 at 23:31

    Na, das sollte einfach sein…

    Alles ausgelöst hat ein Herr namens Steven „Steve“ Paul Jobs.

    Ein Herr Jobs hat es geschafft, die „Computerwelt“ in die „reale Welt“ zu transformieren. Punkt !

    Da hatte ein Konzern wie beispielsweise Samsung vorher so seine Probleme…

    Corana ist ein Sinnbild für die digitale Transformation unseres Lebens.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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