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Ray Dalio: Warum es keine freien Märkte mehr gibt!

Ray Dalio, Chef von Bridgewater Associates, gilt als einer der besten Köpfe der Wall Street. Bereits im Januar, also vor der Coronakrise, sagte Dalio: „Cash is trash„. Das Timing seiner Aussage war etwas unglücklich, weil schon wenig später Cash eben nicht trash war, sondern viele vor dem herben Abverkauf im März bewahrt hätte. Aber grundsätzlich – und das gilt umso mehr nach den heftigen Aktionen der Notenbanken in Reaktion auf die Coronakrise und den damit verbundenen Absturz der globalen Wirtschaft – hatte Ray Dalio Recht mit dieser Aussage: denn faktisch öffnet die Reaktion der Notenbanken, die alles kaufen ausser Aktien (noch!) den Weg in die Inflation und befördert den weiteren Anstieg der Vermögenspreise. Steigen aber Vermögenspreise, dann wird Cash in Relation zu diesen Assets faktisch weniger wert.

Für Ray Dalio ist klar: es gibt keine freien Märkte mehr. Während die Notenbanken in der Finanzkrise vor allem die (systemrelevanten) Banken retteten, so müsse die Fed wegen der Coronakrisse nun die gesamte Wirtschaft retten. Damit würden, so Ray Dalio, die normalen Zyklen der Wirtschaft ausser Kraft gesetzt: denn während einer Abschwungphase senkten die Zentralbanken normalerweise die Zinsen, die daher dann lockereren Kreditbedingungen setzen einen Aufschwung in Gang – bis die Inflation zu stark anzog und die Notenbanken daher die Zinsen wieder anhoben (mit einem dann einsetzenden Abschwung).

Nun aber gelte, so Ray Dalio: „Today the economy and the markets are driven by the central banks and the coordination with the central government.“ Man könnte auch, wie Leonhard Fischer, formulieren: „Die Märkte sind abgeschafft“.

Wenn es aber keine freien Märkte mehr gibt, kann man dann überhaupt noch von Kapitalismus sprechen? Denn Kapitalismus bezeichnet enie Wirtschaftsordnung, in der freie Märkte die Steuerung von Produktion und Konsum übernehmen. Im Grunde haben wir also derzeit schon eine Art Planwirtschaft durch die Notenbanken! Für Ray Dalio bedeutet das in der Konsequenz: es bleiben keine Alternativen ausser Aktien und Gold.

Hier begründet Ray Dalio in kompakter Form, warum wir keine freien Märkte mehr haben:

Ray Dalio über das Ende freier Märkte

Ray Dalio. Foto: Grameen America – https://vimeo.com/247028348 (CC BY 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

 



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3 Kommentare

  1. Wir haben definitiv eine sozialistische Diktatur in all ihren Formen
    inklusive einer Planwirtschaft

  2. Aktien und Gold! Das ist ja schon mal was, wenn einer in dem Chaos eine klare Ansage macht.
    Also laßt uns gleich morgen früh Aktien und Gold kaufen. Schlechter als bedrucktes Papier können die ja nicht sein, angesichts der Tatsache, daß die „Wirtschaftsweisen“ aus Hunderten von Finanzblogs und Youtube-Beiträgen so genau wissen, was jetzt kommt: Eine Hyperinflation mit anschließender Währungsreform. Also dann, laßt uns reich werden🤪.

    1. @Columbo – endlich hast du es verstanden! ;-)

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