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Rentenlüge reloaded: Linke Tasche, Rechte Tasche – Volumen um 32 Milliarden Euro erhöht

Redaktion

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Ein gewisser Norbert B. hatte vor langer, langer Zeit den folgenden Satz so oft wiederholt, bis ihn sehr viele Bürger verinnerlicht hatten: „Die Rente ist sicher“. Heute wissen es die meisten Menschen besser. Und dennoch versucht die Politik immer noch so zu tun, als werde alles wieder gut. Man müsse nur ein paar Korrekturen im System vornehmen, die Rentenkasse „stabilisieren“, und dann passt das schon. So versucht die Politik es nach außen hin zu verkaufen. Aber man darf schon davon sprechen, dass es sich hierbei um eine große Rentenlüge handelt – bei der es nämlich darum geht, den Bürgern glaubhaft zu versichern, dass sie im Alter eine angenehme tragfähige Rente beziehen werden. Aber wie lange kann man diese Fassade noch aufrecht erhalten?

Rentenlüge in Zahlen

Bevor wir auf den heutigen Beschluss des Bundestages kommen, wollen wir nochmal auf den Ist-Zustand hinweisen, der alleine schon das Wort Rentenlüge rechtfertigt. Hier erkennt man, dass das Rentensystem schon heute pleite ist, und nur durch gigantische Zuschüsse aus dem Steuerhaushalt am Leben gehalten wird.

2017 hatte die Deutsche Rentenversicherung 293,8 Milliarden Euro Bruttoeinnahmen und Ausgaben über 293,2 Milliarden Euro. Das hört sich auf den ersten Blick nach einem ausgeglichenen Haushalt des Rentensystems an. Nur für klassische Rentenleistungen gab die Rentenversicherung letztes Jahr 255 Milliarden Euro aus. Die Differenz zu den 293 Milliarden Euro besteht aus Verwaltungskosten, versicherungsfremden Leistungen etc. Auf der anderen Seite stehen Einnahmen aus Rentenbeiträgen von nur 224 Milliarden Euro. Eine gigantische Lücke ist das!

Zu schließen ist sie Jahr für Jahr wie gesagt nur durch massive Zuschüsse aus dem Steuerhaushalt. Der Zuschuss belief sich letztes Jahr schon auf 67,8 Milliarden Euro! Wie die öffentlich einsehbare Modellrechnung der Rentenversicherung zeigt, soll dieser Zuschuss für das Jahr 2022 bei über 80 Milliarden Euro liegen. Un das war nur der Zuschuss gemäß bisher gültiger Gesetzeslage!

Noch mehr Ausgaben bitte!

Vorab, damit es keine Missverständnisse gibt: Es mag inhaltlich richtig sein, vielen benachteiligten Renten-Beziehern höhere Ansprüche zuzugestehen. Doch man sollte dem Bürger, der nur einmal am Tag die Tagesschau anschaut, nicht vormachen wollen, dass diese Mehrausgaben einfach so abgedeckt sind durch die Rentenkasse. Die Sozialkosten des Staates steigen immer weiter an, und wachsen bisher schon doppelt so schnell wie die Wirtschaftsleistung. Und das bei einer extrem gut laufenden Konjunktur! Bei einer Rezession oder nur mauen Wirtschaftsleistung würden die Sozialkosten dem BIP-Wachstum noch viel stärker enteilen.

Der Bundestag hat heute ein ca 32 Milliarden Euro teures Paket an Mehrkosten beschlossen, die offiziell über die Rentenversicherung laufen. Letztlich, da sie ihre normalen Kosten aus eigenen Einnahmen eh schon nicht mehr bezahlen kann, müssen auch diese Mehrkosten über noch weiter steigende Zuschüsse aus dem Steuerhaushalt finanziert werden. Anders geht es gar nicht, denn man hat heute ja auch beschlossen das Rentenniveau (Höhe der Auszahlung in Relation zum Gehalt) bis 2025 auf 48% zu halten. Und der Beitragssatz soll bis 2025 die Marke von 20% nicht überschreiten. Also bleibt nur die Hinten-Rum-Finanzierung über den Steuerhaushalt, wo vorne auf dem Ausgaben-Etikett Rentenkasse drauf steht (Linke Tasche, Rechte Tasche).

Der Bürger, der denkt, dass die Rentenkasse offenbar diese Mehrkosten stemmen kann, zahlt diese Mehrkosten über seine Einkommensteuer, Mehrwertsteuer, Öko-Steuer und so weiter. Hauptsächlich kommen diese neuen Mehrkosten aus der Mütter-Rente. Alle Mütter, deren Kinder vor 1992 geborenen wurden, sollen einen halben Rentenpunkt zusätzlich bekommen (10 Millionen Rentnerinnen betroffen). Jährlich kostet das zusätzlich 3,8 Milliarden Euro. Auch bei der Erwerbsminderungsrente und bei Geringverdienern steigen durch den aktuellen Beschluss des Bundestages die Kosten.

Wie gesagt: Das mag alles berechtigt sein für die Empfänger der Gelder. Nur bezahlen tun das letztlich alle Steuerzahler, und nicht alle Renten-Beitragszahler. Richtig spüren dürften dies die Steuerzahler erst dann, wenn die Konjunktur mal kräftig einbricht, und dem Staat Steuereinnahmen fehlen. Dann heißt es wohl oder übel „Rauf mit den Steuern“.

Rentenversicherung - Rentenlüge der Politik
Foto: Deutsche Rentenversicherung

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Koch

    8. November 2018 15:59 at 15:59

    Werte FMW-Redaktion.Wo bitte liegt euer Problem? Ich sehe da keines!Wird der Staatshaushalt durch Rentenzahlungen an seine Grenzen geführt,profitieren mehrheitlich die,meist deutschen, Einzahler ins System.Bei dieser Art der schwarzen Null,ist zumindest keine Kohle mehr für all den anderen Quatsch da,den sich die Regierungen so ausdenken!Eines hätte ich Unwissender auch noch gerne gewusst:?“Die Rentenkasse,was bitte ist das?Das Versorgungswerk der lebenslang einzahlenden Beschäftigten jedweder Art,oder auch die Pensionskasse der Staatsbeschäftigten.Sollten letztgenannte auch zur „Rentenkasse“gehören,ist der Zuschuss der Staatskasse gefühlt um 50% zu gering!

    • Avatar

      Martin1

      8. November 2018 16:40 at 16:40

      Genau, eine „Rentenkasse“ gibt es gar nicht mehr!

      Die DRV hat ein Vermögen von 0,8 der monatlichen Rentengesamtzahlungen.
      Käme nichts mehr von Beitragszahlern und Fiskus, hätten Millionen keine Rente.

      Aber einen Denkfehler haben Sie oben: Wer sagt denn dass die Verschiebung zu 100 % von Quazsch zu Ausgaben für Biodeutsche geändert würden?

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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