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Rentenversicherung mit „Überschüssen“ – so wird das kaputte System schön gerechnet

Claudio Kummerfeld

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am

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist kaputt, aber so richtig! Oder doch nicht? Die offiziellen Verlautbarungen sprechen von Überschüssen. Mehr Einnahmen als Ausgaben. Also alles in bester Ordnung? Wir haben zuletzt im Dezember 2018 über die große Rentenlüge berichtet. Denn in offiziellen Presseveröffentlichungen, die auch von großen Presseorganen übernommen werden, sind in den Headline-Aussagen höhere Einnahmen als Ausgaben in der Rentenversicherung erwähnt. Das ist aber falsch, wenn man es genau betrachtet.

Lage in der Rentenversicherung ist desaströs

Denn wenn der Bürger beziehungsweise Leser oder Zuschauer bei Tagesschau und Co von Berichten von Einnahmen hört, denkt er/sie automatisch an Beitragszahlungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in die Rentenkasse. Aber mit „Einnahmen“ meint die Deutsche Rentenversicherung aber Beitragseinnahmen + die Zuschüsse, die der Bundeshaushalt jedes Jahr aus den Steuereinnahmen überweist. Ohne diese Quersubventionierung auf staatlicher Ebene wäre die Rentenversicherung schon längst pleite. Und das Problem wird von Jahr zu Jahr größer, weil es immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler gibt. Aktuell wird dieser Trend etwas abgebremst dank der bis vor Kurzem noch gut laufenden Konjunktur.

Alleine 2017 hat der deutsche Steuerhaushalt 67,8 Milliarden Euro an die Rentenkasse überwiesen. 293,8 Milliarden Euro Gesamteinnahmen hatte die Rentenversicherung in 2017, davon stammten 67,8 Milliarden Euro aus dem Steuerhaushalt. Demgegenüber standen 293,2 Milliarden Euro an Ausgaben. Auch wenn man Ausgaben abzieht, die nicht explizit für Rentenberechtigte aufgewendet werden, so kann die Deutsche Rentenversicherung mit den tatsächlichen Beitragseinnahmen die Rentenzahlungen nicht abdecken!

Und 2018? Auf Seite 20 des Statistikberichts der Rentenversicherung kann man sich die Detailzahlen anschauen. Die Steuerzuschüsse stiegen von 67,8 auf 69,5 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen stiegen von 224 auf 236 Milliarden Euro. Obwohl die realen Einnahmen aufgrund der guten Konjunktur also um satte 12 Milliarden Euro stiegen, musste der Bundeshaushalt seinen Zuschuss noch erhöhen, anstatt ihn zurückzufahren. Denn die Ausgaben stiegen 2018 gegenüber 2017 von 293 auf 302 Milliarden Euro.

Zuschuss in 2018 noch erhöht trotz sprudelnder Einnahmen

Und stolz (kein Witz) hat die Vorsitzende der Rentenversicherung bereits im Juni diesen Jahres für 2018 einen Überschuss in Höhe von 4 Milliarden Euro verkündet. Ja, ein Überschuss. Unglaublich. Dass man bei Zuschüssen aus dem Steuerhaushalt von fast 70 Milliarden Euro von 4 Milliarden Euro Überschuss spricht, ist schon fast grotesk. Das Problem dabei: Wer nur die Headline-Presseinfos liest, glaubt tatsächlich an eine gesunde Lage in der Rentenkasse. Läuft doch alles stabil, möchte man da meinen? Tja, die Realität ist aber schon heute desaströs. Deswegen ist es wohl auch illusorisch, dass eines Tages die gesamte Steuerlast spürbar gesenkt werden kann. Denn der Steuerhaushalt muss nun mal einen immer größeren Zuschuss zum Rentensystem leisten. Und was ist überhaupt, wenn im laufenden Jahr 2019 und vor allem in 2020 im Zuge der Rezession die Beitragseinnahmen einbrechen, während die Ausgaben weiter steigen? Dann dürfte der Steuerzuschuss für die Rentenversicherung sprunghaft ansteigen, weit über 70 Milliarden Euro pro Jahr?

Hier die Rentenversicherung im Zitat vom 27.06.2019:

Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Bundesvorstandes, machte in ihrem Bericht an die heute in Bochum tagende Bundesvertreterversammlung deutlich, dass die gesetzliche Rentenversicherung derzeit finanziell gut aufgestellt sei. Das vergangene Jahr habe die Rentenversicherung mit einem deutlichen Plus abschließen können. „Der Überschuss der Rentenversicherung lag 2018 bei 4,4 Milliarden Euro“, so Buntenbach.

Nachträgliche Anmerkung der Redaktion:

2018 gab es „Beitragseinnahmen“ in Höhe von 235,8 Milliarden Euro, und gleichzeitig reine „Rentenausgaben“ in Höhe von 263 Milliarden Euro. Also 27,2 Milliarden Euro mehr Ausgaben als Einnahmen. Bei dieser Zahl sind zahlreiche Sonderausgaben bereits herausgerechnet worden. Genaueres kann man im oben verlinkten Bericht der Rentenversicherung nachlesen.

Beispielbild für zwei Rentner / Rentenversicherung kaputtes System
Foto: pixabay / pasja1000

15 Kommentare

15 Comments

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    Helmut Josef Weber

    30. September 2019 10:00 at 10:00

    Meine Ehefrau hatte 11,5 Jahre in der spanischen Landwirtschaft das Gewerbe angemeldet und war für etwa 180,00 Euro im Monat Kranken- und Rentenversichert; ich war bis zu meiner Altersrente kostenlos bei ihr mitversichert.
    Meine Ehefrau erhält dafür 14 x im Jahr eine spanische Rente von etwa 640,00 Euro im Monat (ca. 9.000,00 Euro im Jahr) ohne das ihre deutsche Rente verrechnet wird.
    Für die KK müssen Rentner in Spanien keine Beiträge zahlen und da meine Ehefrau Anspruch auf eine spanische Rente hat, muss sie auch keine deutschen KK-Beiträge von ihrer deutschen Rente zahlen.
    Über de Daumen gerechnet würde ich sagen, dass meine Ehefrau für die fasst 12 Jahre Beiträge in die spanische Rentenkasse, genau so viel an Nettorente erhält, wie eine Verkäuferin bei LIDL, die aber dafür (einschl. AG-Anteil) 45 Jahre lang etwa den 3 bis vierfache Beitrag in die deutsche Rentenkasse zahlen muss.
    Und das spanische System hat noch Überschüsse, die der Staat sich geliehen hat.
    Gut- im deutschen Regierungsfernsehen werden über spanische Rentner andere Berichte gezeigt; aber könnten die Meinungsmacher denn auch die Wahrheit berichten?

    Aber– jeder Arbeitnehmer und Selbstständige ist Mitglied der spanischen Sozialversicherung.
    Von der deutschen Rentenversicherung erhält meine Ehefrau (einschließlich 2 Kindererziehungszeiten) für 12 Beitragsjahre 320,00 Euro im Monat.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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    Hesterberg

    30. September 2019 11:21 at 11:21

    Das Volk wird gezielt angelogen, um die katastrophalen Zustände zu verschleiern. Die Rentenlüge ist dabei nur eine der großen Lügen unserer Zeit. Der deutsche Physiker Georg Christoph Lichtenberg hatte es schon vor mehr als 200 Jahren auf den Punkt gebracht „Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt“. Annelie Buntenbach belügt das Volk ganz bewusst, in dem sie die „Wahrheit“ sagt. Ich wünschte mir, dass man solche „Wahrheitenlügner“ in den höchsten Ämtern ins Gefängnis stecken würde. Da gehören sie nämlich hin.

  3. Pingback: Nachrichten vom 30.09.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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    foxxly

    30. September 2019 13:36 at 13:36

    meines wissens nach sind die versicherungsfremden leistungen höher, als der saatliche zuschuß. das sozialsystem in deutschland wird massiv benützt, um eigentlich aus steuern zu finanzierende aufgaben zu tätigen. der arbeitnehmer wird hier massiv über den tisch gezogen, – und gewerkschaft, sozialverbände, kirchen und parteien spielen hier gegen die arbeitnehmer, rentner und sonstige unterschicht. ja, ……. wir haben unsere ausbeuter selbst gewählt!!
    Bitte noch mehr ausbeuten, damit es irgenwann die letzten kapieren

  5. Avatar

    asisi1

    30. September 2019 13:57 at 13:57

    Wie würde die Berechnung bei ehrlicher Rentenzahlung von 100% aussehen?
    Dann noch zusätzlich die widerrechtlichen Abzüge durch Steuern, KK Beiträgen und Pflegeversicherung! Wo ist das ganze Geld geblieben?

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    Roman

    30. September 2019 16:36 at 16:36

    Wer Altparteien wählt der will da so.

    • Avatar

      Eugen

      2. Oktober 2019 08:50 at 08:50

      Es ist erschütternd, aber das stimmt.

  7. Avatar

    Full

    30. September 2019 17:26 at 17:26

    Deal: Rentenkasse zahlt nur noch Rente, für die tatsächlich gearbeitet wurde und keine Sonderleistungen, die der Rentenversicherung durch die Politik aufgenötigt wurden – es könnte sofort auf jegliche staatliche Zuschüsse verzichtet werden.

    Der Wikipedia Beitrag zu versicherungsfremden Leistungen bietet einen guten Einstieg in das Thema. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Versicherungsfremde_Leistungen

  8. Avatar

    Chris

    30. September 2019 18:48 at 18:48

    Also mein Vater gehört zu den wenigen Rentnern mit Höchstrente, klar bei 13 Stunden-Arbeitstagen plus Samstag bis mittags und häufig Sonntag. Ich habe samstags häufig auf der Werft gespielt.

    Für 120 Familien hat er persönlich über Jahrzehnte Verantwortung getragen.
    Ich mag ihm gar nicht mitteilen, dass ab 2020 seine Rente nochmals versteuert wird.
    Witwenrente erhält er nicht. Er war enttäuscht, meine Mutti ist gleich nach Renteneintritt an einer Berufskrankheit als Sauerstoffpatientin erkrankt. Wir haben Sie zu Hause gepflegt, die Pflegekasse hat fast nichts zahlen müssen. Meine Eltern haben über ihre Pflegebeiträge die Leistung selbst bezahlt.

    Es geht darum, dass er als Pensionär eine wesentlich höhere Pension erhalten würde, also warum wird bei Rentnern nicht über die Witwenrente aufgestockt bis zur Pensionsgrenze.

    Übrigens hätte er mit 40 Jahren noch Beamter in Leitender Funktion werden können, aber dann wären 120 Familien in unserer Kleinstadt in die Arbeitslosigkeit gerutscht und nur wenige wieder herausgekommen.

    Ich würde die deutsche Rentenversicherung als Hauptbestandteil meiden.

  9. Avatar

    Petra Weimer

    30. September 2019 18:57 at 18:57

    Warum zahlen nicht alle in die Rente ein und bedienen sich nur daran.Man kann seine 59 Punkte voll haben und auch würde viel eingezahlt aber als Rente bekommt man nur wenig denn um das wieder zu bekommen müsste man über 100Jahre werden die behalten es ob wohl es denen gar nicht zu steht.Die sollen sich ein Beispiel an andere Länder nehmen da geht es doch auch

  10. Avatar

    Eugen

    30. September 2019 19:59 at 19:59

    Ein gerechtes Rentensystem wie in manchen anderen europäischen Ländern wird es in Deutschland nicht geben, denn dann müssten alle einzahlen, auch die Politiker – und genau die werden das weiter verhindern.
    Würden nur die eine Rente aus der Rentenkasse beziehen, die diese auch durch jahrzehntelange Einzahlungen erwirtschaftet haben, gäbe das eine fürstliche Rente.
    Kohl ist nur das berühmteste Beispiel für die Plünderung der Rentenkassen, aber bei weitem nicht das einzige.

  11. Avatar

    Norbert Wichmann

    30. September 2019 21:03 at 21:03

    Was ist das denn für ein Blödsinn? Wenn der Staat nicht ca. 700 Milliarden Euro!!! als „Fremdentnahmen“ aus der Rentenkasse in all den Jahren entnommen hätte, könnte bequem eine höhere Rente in den nächsten Jahren geleistet werden!

    • Avatar

      Heinrich Dießelmeyer

      1. Oktober 2019 15:32 at 15:32

      2018 war die Summe der beitragsfremden Leistungen über 811.000.000 Euro.

  12. Avatar

    Krebspatientin 29

    30. September 2019 23:37 at 23:37

    Die Zustände in der Deutschen Rentenversicherung sind nicht nur in finanzieller Hinsicht desaströs. Die Sachbearbeiter sind völlig überfordert. Man muss als als Krebspatient bei der DRV Berlin-Brandenburg fast 5 Monate auf die Bewilligung einer Reha warten, obwohl diese möglichst zeitnah nach Abschluss der Therapie erfolgen sollte. Bei der Kilinkzuweisung wird keine Rücksicht auf die medizinischen Bedürfnisse genommen und man muss Wochenlang auf die Auszahlung der Bezüge (Übergangsgeld) warten und ständig mit dem Einschalten eines Anwalts drohen, damit die Vorgänge weiter bearbeitet Werden. Man wird völlig im Stich gelassen…

  13. Avatar

    Michael

    16. Oktober 2019 21:24 at 21:24

    Wenn die Aktienmärkte auf Dauer ohnehin nur steigen können, frage ich mich, warum die Deutsche Rentenversicherung respektive die reaktionäre Christunion die utopischen Beitragssummen nicht einfach teilweise, flexibel und je nach gordischer Knotenbankpolitik dahin verschieben lässt.

    Zuviel Arbeit, zu flexibel, zu schnell? Politik ist schließlich das Machbare, wie es beim Klimaschutz so schön hieß 🙄

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Achtung: Korrektur voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Experte: Finger weg von Deutsche Bank und Commerzbank

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Andre Stagge über Commerzbank und Deutsche Bank

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) rät als Langfristinvestment ganz klar ab von Aktien wie Deutsche Bank und Commerzbank. Ausführlich bespricht er die Krise der Banken, und warum 2021 wohl kein gutes Jahr für sie werden wird. Auch wenn die Kurse auf den ersten Blick günstig zu sein scheinen. Eine Welle an Kreditausfällen könnte nun anstehen. Das Thema der faulen Kredite, die auch schon vor der Coronakrise da waren, aber jetzt noch deutlich ansteigen dürfen, besprechen wir oft auf FMW (siehe zum Beispiel hier). Andre Stagge geht aktuell darauf näher ein, und bietet eine Art Gesamtüberblick auf die Lage der Bankenbranche in der Krise.

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