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Rentenversicherung mit „Überschüssen“ – so wird das kaputte System schön gerechnet

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Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist kaputt, aber so richtig! Oder doch nicht? Die offiziellen Verlautbarungen sprechen von Überschüssen. Mehr Einnahmen als Ausgaben. Also alles in bester Ordnung? Wir haben zuletzt im Dezember 2018 über die große Rentenlüge berichtet. Denn in offiziellen Presseveröffentlichungen, die auch von großen Presseorganen übernommen werden, sind in den Headline-Aussagen höhere Einnahmen als Ausgaben in der Rentenversicherung erwähnt. Das ist aber falsch, wenn man es genau betrachtet.

Lage in der Rentenversicherung ist desaströs

Denn wenn der Bürger beziehungsweise Leser oder Zuschauer bei Tagesschau und Co von Berichten von Einnahmen hört, denkt er/sie automatisch an Beitragszahlungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in die Rentenkasse. Aber mit „Einnahmen“ meint die Deutsche Rentenversicherung aber Beitragseinnahmen + die Zuschüsse, die der Bundeshaushalt jedes Jahr aus den Steuereinnahmen überweist. Ohne diese Quersubventionierung auf staatlicher Ebene wäre die Rentenversicherung schon längst pleite. Und das Problem wird von Jahr zu Jahr größer, weil es immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler gibt. Aktuell wird dieser Trend etwas abgebremst dank der bis vor Kurzem noch gut laufenden Konjunktur.

Alleine 2017 hat der deutsche Steuerhaushalt 67,8 Milliarden Euro an die Rentenkasse überwiesen. 293,8 Milliarden Euro Gesamteinnahmen hatte die Rentenversicherung in 2017, davon stammten 67,8 Milliarden Euro aus dem Steuerhaushalt. Demgegenüber standen 293,2 Milliarden Euro an Ausgaben. Auch wenn man Ausgaben abzieht, die nicht explizit für Rentenberechtigte aufgewendet werden, so kann die Deutsche Rentenversicherung mit den tatsächlichen Beitragseinnahmen die Rentenzahlungen nicht abdecken!

Und 2018? Auf Seite 20 des Statistikberichts der Rentenversicherung kann man sich die Detailzahlen anschauen. Die Steuerzuschüsse stiegen von 67,8 auf 69,5 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen stiegen von 224 auf 236 Milliarden Euro. Obwohl die realen Einnahmen aufgrund der guten Konjunktur also um satte 12 Milliarden Euro stiegen, musste der Bundeshaushalt seinen Zuschuss noch erhöhen, anstatt ihn zurückzufahren. Denn die Ausgaben stiegen 2018 gegenüber 2017 von 293 auf 302 Milliarden Euro.

Zuschuss in 2018 noch erhöht trotz sprudelnder Einnahmen

Und stolz (kein Witz) hat die Vorsitzende der Rentenversicherung bereits im Juni diesen Jahres für 2018 einen Überschuss in Höhe von 4 Milliarden Euro verkündet. Ja, ein Überschuss. Unglaublich. Dass man bei Zuschüssen aus dem Steuerhaushalt von fast 70 Milliarden Euro von 4 Milliarden Euro Überschuss spricht, ist schon fast grotesk. Das Problem dabei: Wer nur die Headline-Presseinfos liest, glaubt tatsächlich an eine gesunde Lage in der Rentenkasse. Läuft doch alles stabil, möchte man da meinen? Tja, die Realität ist aber schon heute desaströs. Deswegen ist es wohl auch illusorisch, dass eines Tages die gesamte Steuerlast spürbar gesenkt werden kann. Denn der Steuerhaushalt muss nun mal einen immer größeren Zuschuss zum Rentensystem leisten. Und was ist überhaupt, wenn im laufenden Jahr 2019 und vor allem in 2020 im Zuge der Rezession die Beitragseinnahmen einbrechen, während die Ausgaben weiter steigen? Dann dürfte der Steuerzuschuss für die Rentenversicherung sprunghaft ansteigen, weit über 70 Milliarden Euro pro Jahr?

Hier die Rentenversicherung im Zitat vom 27.06.2019:

Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Bundesvorstandes, machte in ihrem Bericht an die heute in Bochum tagende Bundesvertreterversammlung deutlich, dass die gesetzliche Rentenversicherung derzeit finanziell gut aufgestellt sei. Das vergangene Jahr habe die Rentenversicherung mit einem deutlichen Plus abschließen können. „Der Überschuss der Rentenversicherung lag 2018 bei 4,4 Milliarden Euro“, so Buntenbach.

Nachträgliche Anmerkung der Redaktion:

2018 gab es „Beitragseinnahmen“ in Höhe von 235,8 Milliarden Euro, und gleichzeitig reine „Rentenausgaben“ in Höhe von 263 Milliarden Euro. Also 27,2 Milliarden Euro mehr Ausgaben als Einnahmen. Bei dieser Zahl sind zahlreiche Sonderausgaben bereits herausgerechnet worden. Genaueres kann man im oben verlinkten Bericht der Rentenversicherung nachlesen.

Beispielbild für zwei Rentner / Rentenversicherung kaputtes System
Foto: pixabay / pasja1000

15 Kommentare

15 Comments

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    Helmut Josef Weber

    30. September 2019 10:00 at 10:00

    Meine Ehefrau hatte 11,5 Jahre in der spanischen Landwirtschaft das Gewerbe angemeldet und war für etwa 180,00 Euro im Monat Kranken- und Rentenversichert; ich war bis zu meiner Altersrente kostenlos bei ihr mitversichert.
    Meine Ehefrau erhält dafür 14 x im Jahr eine spanische Rente von etwa 640,00 Euro im Monat (ca. 9.000,00 Euro im Jahr) ohne das ihre deutsche Rente verrechnet wird.
    Für die KK müssen Rentner in Spanien keine Beiträge zahlen und da meine Ehefrau Anspruch auf eine spanische Rente hat, muss sie auch keine deutschen KK-Beiträge von ihrer deutschen Rente zahlen.
    Über de Daumen gerechnet würde ich sagen, dass meine Ehefrau für die fasst 12 Jahre Beiträge in die spanische Rentenkasse, genau so viel an Nettorente erhält, wie eine Verkäuferin bei LIDL, die aber dafür (einschl. AG-Anteil) 45 Jahre lang etwa den 3 bis vierfache Beitrag in die deutsche Rentenkasse zahlen muss.
    Und das spanische System hat noch Überschüsse, die der Staat sich geliehen hat.
    Gut- im deutschen Regierungsfernsehen werden über spanische Rentner andere Berichte gezeigt; aber könnten die Meinungsmacher denn auch die Wahrheit berichten?

    Aber– jeder Arbeitnehmer und Selbstständige ist Mitglied der spanischen Sozialversicherung.
    Von der deutschen Rentenversicherung erhält meine Ehefrau (einschließlich 2 Kindererziehungszeiten) für 12 Beitragsjahre 320,00 Euro im Monat.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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    Hesterberg

    30. September 2019 11:21 at 11:21

    Das Volk wird gezielt angelogen, um die katastrophalen Zustände zu verschleiern. Die Rentenlüge ist dabei nur eine der großen Lügen unserer Zeit. Der deutsche Physiker Georg Christoph Lichtenberg hatte es schon vor mehr als 200 Jahren auf den Punkt gebracht „Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt“. Annelie Buntenbach belügt das Volk ganz bewusst, in dem sie die „Wahrheit“ sagt. Ich wünschte mir, dass man solche „Wahrheitenlügner“ in den höchsten Ämtern ins Gefängnis stecken würde. Da gehören sie nämlich hin.

  3. Pingback: Nachrichten vom 30.09.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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    foxxly

    30. September 2019 13:36 at 13:36

    meines wissens nach sind die versicherungsfremden leistungen höher, als der saatliche zuschuß. das sozialsystem in deutschland wird massiv benützt, um eigentlich aus steuern zu finanzierende aufgaben zu tätigen. der arbeitnehmer wird hier massiv über den tisch gezogen, – und gewerkschaft, sozialverbände, kirchen und parteien spielen hier gegen die arbeitnehmer, rentner und sonstige unterschicht. ja, ……. wir haben unsere ausbeuter selbst gewählt!!
    Bitte noch mehr ausbeuten, damit es irgenwann die letzten kapieren

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    asisi1

    30. September 2019 13:57 at 13:57

    Wie würde die Berechnung bei ehrlicher Rentenzahlung von 100% aussehen?
    Dann noch zusätzlich die widerrechtlichen Abzüge durch Steuern, KK Beiträgen und Pflegeversicherung! Wo ist das ganze Geld geblieben?

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    Roman

    30. September 2019 16:36 at 16:36

    Wer Altparteien wählt der will da so.

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      Eugen

      2. Oktober 2019 08:50 at 08:50

      Es ist erschütternd, aber das stimmt.

  7. Avatar

    Full

    30. September 2019 17:26 at 17:26

    Deal: Rentenkasse zahlt nur noch Rente, für die tatsächlich gearbeitet wurde und keine Sonderleistungen, die der Rentenversicherung durch die Politik aufgenötigt wurden – es könnte sofort auf jegliche staatliche Zuschüsse verzichtet werden.

    Der Wikipedia Beitrag zu versicherungsfremden Leistungen bietet einen guten Einstieg in das Thema. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Versicherungsfremde_Leistungen

  8. Avatar

    Chris

    30. September 2019 18:48 at 18:48

    Also mein Vater gehört zu den wenigen Rentnern mit Höchstrente, klar bei 13 Stunden-Arbeitstagen plus Samstag bis mittags und häufig Sonntag. Ich habe samstags häufig auf der Werft gespielt.

    Für 120 Familien hat er persönlich über Jahrzehnte Verantwortung getragen.
    Ich mag ihm gar nicht mitteilen, dass ab 2020 seine Rente nochmals versteuert wird.
    Witwenrente erhält er nicht. Er war enttäuscht, meine Mutti ist gleich nach Renteneintritt an einer Berufskrankheit als Sauerstoffpatientin erkrankt. Wir haben Sie zu Hause gepflegt, die Pflegekasse hat fast nichts zahlen müssen. Meine Eltern haben über ihre Pflegebeiträge die Leistung selbst bezahlt.

    Es geht darum, dass er als Pensionär eine wesentlich höhere Pension erhalten würde, also warum wird bei Rentnern nicht über die Witwenrente aufgestockt bis zur Pensionsgrenze.

    Übrigens hätte er mit 40 Jahren noch Beamter in Leitender Funktion werden können, aber dann wären 120 Familien in unserer Kleinstadt in die Arbeitslosigkeit gerutscht und nur wenige wieder herausgekommen.

    Ich würde die deutsche Rentenversicherung als Hauptbestandteil meiden.

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    Petra Weimer

    30. September 2019 18:57 at 18:57

    Warum zahlen nicht alle in die Rente ein und bedienen sich nur daran.Man kann seine 59 Punkte voll haben und auch würde viel eingezahlt aber als Rente bekommt man nur wenig denn um das wieder zu bekommen müsste man über 100Jahre werden die behalten es ob wohl es denen gar nicht zu steht.Die sollen sich ein Beispiel an andere Länder nehmen da geht es doch auch

  10. Avatar

    Eugen

    30. September 2019 19:59 at 19:59

    Ein gerechtes Rentensystem wie in manchen anderen europäischen Ländern wird es in Deutschland nicht geben, denn dann müssten alle einzahlen, auch die Politiker – und genau die werden das weiter verhindern.
    Würden nur die eine Rente aus der Rentenkasse beziehen, die diese auch durch jahrzehntelange Einzahlungen erwirtschaftet haben, gäbe das eine fürstliche Rente.
    Kohl ist nur das berühmteste Beispiel für die Plünderung der Rentenkassen, aber bei weitem nicht das einzige.

  11. Avatar

    Norbert Wichmann

    30. September 2019 21:03 at 21:03

    Was ist das denn für ein Blödsinn? Wenn der Staat nicht ca. 700 Milliarden Euro!!! als „Fremdentnahmen“ aus der Rentenkasse in all den Jahren entnommen hätte, könnte bequem eine höhere Rente in den nächsten Jahren geleistet werden!

    • Avatar

      Heinrich Dießelmeyer

      1. Oktober 2019 15:32 at 15:32

      2018 war die Summe der beitragsfremden Leistungen über 811.000.000 Euro.

  12. Avatar

    Krebspatientin 29

    30. September 2019 23:37 at 23:37

    Die Zustände in der Deutschen Rentenversicherung sind nicht nur in finanzieller Hinsicht desaströs. Die Sachbearbeiter sind völlig überfordert. Man muss als als Krebspatient bei der DRV Berlin-Brandenburg fast 5 Monate auf die Bewilligung einer Reha warten, obwohl diese möglichst zeitnah nach Abschluss der Therapie erfolgen sollte. Bei der Kilinkzuweisung wird keine Rücksicht auf die medizinischen Bedürfnisse genommen und man muss Wochenlang auf die Auszahlung der Bezüge (Übergangsgeld) warten und ständig mit dem Einschalten eines Anwalts drohen, damit die Vorgänge weiter bearbeitet Werden. Man wird völlig im Stich gelassen…

  13. Avatar

    Michael

    16. Oktober 2019 21:24 at 21:24

    Wenn die Aktienmärkte auf Dauer ohnehin nur steigen können, frage ich mich, warum die Deutsche Rentenversicherung respektive die reaktionäre Christunion die utopischen Beitragssummen nicht einfach teilweise, flexibel und je nach gordischer Knotenbankpolitik dahin verschieben lässt.

    Zuviel Arbeit, zu flexibel, zu schnell? Politik ist schließlich das Machbare, wie es beim Klimaschutz so schön hieß 🙄

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Warum eine gute Anlagestrategie nicht teuer sein muss

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Anlagestrategie - Sicherheit und Rendite

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Diese Anlagestrategie ist simpel und effektiv

Bereits seit über 1.600 Jahren ist diese einfache Strategie der Grundstein und das Geheimnis der Superreichen. Damit erhalten sie ihr Vermögen und bauen es immer weiter auf. Ein Studium der Finanzökonomie oder der modernen Portfoliotheorie des US-amerikanischen Ökonomen Harry M. Markowitz benötigt man dazu ebenso wenig, wie die Hilfe eines zertifizierten Finanzplaners. Auch eine teure Anlageberatung oder hohe Provisionszahlungen kann man sich sparen. Selbst ein laufendes Management ist nicht nötig. Das spart viel Zeit und Geld, was wiederum das Ergebnis der Geldanlage verbessert.

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Die Strategie ist genau so simpel wie erfolgreich. Sie ermöglicht die Partizipation an wirtschaftlicher Prosperität via Produktivkapital (Aktien), bietet laufende Einnahmen und/oder ein Zuhause (Immobilien und Liegenschaften) und schützt vor wirtschaftlichen Verwerfungen, Krisen, Krieg, Inflation oder deflationärer Depression (Gold).

Anlagestrategie in drei einfachen Teilen

Ergänzt um Liquidität, also aktuell gültige gesetzliche Zahlungsmittel, bietet diese simple Strategie seit Jahrhunderten alles, was Anleger sich wünschen: Sicherheit, Rendite und Stabilität.

Auf die Ausgewogenheit kommt es an

Das Geheimnis der Drei-Speichen-Regel ist die Ausgewogenheit der enthaltenen Vermögensklassen. Die unterschiedlichen Eigenschaften der Bestandteile und die verschiedenen Einflussfaktoren auf deren Wertentwicklung decken die meisten denkbaren Szenarien ab. Die Vermögenswerte balancieren sich somit gegenseitig aus, ohne sich bezogen auf die Wertentwicklung zu neutralisieren.

Das einzige, worauf man als Anleger achten muss, ist, die Balance der Speichen zueinander aufrecht zu erhalten: Sollte eine der „Speichen“ aufgrund der Wertentwicklung deutlich, also um mehr als 5 Prozent absolut, von der Ausgangsgewichtung abweichen, sollte man durch geringfügige Umschichtungen die Ursprungsallokation wieder herstellen (Rebalancing).

Steuerlicher Vorteil

Doch nicht nur die Vielseitigkeit und Nachhaltigkeit dieser Anlagestrategie ist interessant, sondern auch die geringe Steuerbelastung gemäß aktueller Gesetzgebung. So sind die Veräußerungserlöse bei Immobilien nach 10 Jahren Haltedauer steuerfrei. Bei Gold genügen sogar 12 Monate und ein Tag, um den Fiskus außen vor zu lassen. Aktiengewinne sowie Dividendenzahlungen unterliegen der im Gegensatz zur Einkommenssteuer oft sehr viel günstigeren Abgeltungsteuer.

Die Gesamtsteuerbelastung ist unter der Annahme, dass sich alle drei Komponenten langfristig ähnlich entwickeln lediglich im oberen einstelligen Prozentbereich anzusiedeln. Unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit kann man diesen steuerlichen Vorteil des de facto passiv generierten Einkommens durchaus kritisch diskutieren. Zu beachten ist aber, dass in den meisten Fällen das investierte Geld bereits vorher als Einkommen oder Erbschaft versteuert wurde.

Die Berücksichtigung einer historischen Anomalie

Natürlich kann man diese grundlegende Anlagestrategie den eigenen Bedürfnissen anpassen und um weitere Komponenten ergänzen. Aber im Großen und Ganzen stellt die Drei-Speichen-Regel ein solides Grundgerüst für die langfristige Geldanlage dar.In Anbetracht der Tatsache, dass wir uns in der Spätphase eines übergeordneten weltweiten Kreditzyklus befinden, der bereits seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, also seit 75 Jahren läuft, kann man das Portfolio den aktuellen Gegebenheiten zusätzlich anpassen.

So kann es z. B. sinnvoll sein, auch Staatsanleihen von großen Industrieländern mit beizumischen, die bis zum Ende unseres heutigen Wirtschaftssystems von den Notenbanken massenhaft aufgekauft werden. Darüber hinaus kann man die Edelmetallkomponente um Silber, Platin, Palladium, Rhodium etc. ergänzen, um etwa einem möglichen Goldverbot in der Zukunft vorzubeugen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Markus Krall-Szenario mustergültig – Sparkassen mit stark wachsendem Geschäft, schrumpfenden Gewinnen

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Und schon wieder Markus Krall-Szenario - errodierende Gewinne

Da haben wir den „bösen“ Crash-Propheten Markus Krall gerade erst besprochen, weil die Bauzinsen sich an ihren Tiefpunkt annähern. Starke Konkurrenz bei Banken drückt auf die Margen bei den Zinsen, denn sie müssen unbedingt ihr Geld an den Mann und an die Frau bringen. Das lässt die Zinsüberschüsse noch stärker abschmelzen. Und jetzt? Da sehen wir die heutige Veröffentlichung der Jahreszahlen für 2019 vom Ostdeutschen Sparkassenverband. Und die ist aufschlussreich. Denn in 2019 lag die Kreditvergabe um 9,2 Prozent über dem hervorragenden Vorjahresniveau, so der Verband. Das Sparkassengeschäft wachse überproportional, der Gewinn sinke dennoch (-5,2%).

Ganz klar: Die Nullzinsen und sinkenden Zinsmargen knabbern immer mehr an den Zahlen der Banken und Sparkassen. Auch sagt der Verband, dass die Sparkassen für die Herausforderungen gut vorbereitet seien – sie würden alles daran setzten, ihr Geschäft anzukurbeln, neue Geschäftsfelder zu erschließen und Kosten zu senken. Tja, aber wenn das fast alles entscheidende Geschäftsfeld immer weiter erodiert? So lesen sich aktuelle Aussagen des Verbandschefs auch klipp und klar (zum Beispiel im Handelsblatt). Zusätzliches Geschäftsvolumen könne nur noch die Geschwindigkeit der Ertragsrückgänge bremsen, sie aber nicht aufhalten.

Immer wieder Markus Krall

Und immer wieder aufs Neue erwähnen wir Markus Krall. Warum? Nicht dass wir blind seinen Thesen glauben – seine Diagnose und auch seine Vorhersage was als Nächstes passieren könnte, das klingt alles schlüssig. So sollen die Banken dank immer weniger Zinserträgen irgendwann schrumpfendes Eigenkapital haben, worauf die Kreditkontraktion folgt, also die Verknappung des Kreditangebots, worauf wiederum ein großer wirtschaftlicher Kollaps folgen soll. Nur ob am Ende wirklich ein großer Zusammenbruch des ganzen Wirtschaftssystems dabei herauskommt, das ist wohl kaum eine gesicherte Vorhersage. Zu viele unklare Variablen gibt es in dieser Rechnung?

Aber einmal mehr spricht auch die aktuelle Aussage aus diesem heutigen Sparkassen-Bericht genau für das, was Markus Krall seit geraumer Zeit predigt. Selbst wenn Banken und Sparkassen versuchen durch mehr Geschäftsvolumen die sinkenden Margen aufzufangen, so sinken Zinsüberschuss und Gewinn doch weiter ab, weil die Institute nicht in der Lage sind die Kosten 1:1 abzusenken, im selben Tempo zu den erodierenden Zinserträgen. By the way… der ostdeutsche Sparkassenverband feuert aktuell auch volles Rohr gegen Olaf Scholz und seine neuen Steuerpläne, die vor allem den Kleinsparer treffen würden, der versucht mit Aktien fürs Alter vorzusorgen. Zitat vom Verband:

Nicht hinnehmbar sei, wenn die Politik den Sparkassen und ihren Kunden das Leben zusätzlich erschwere. Beispielhaft nannte Ermrich die aktuellen Überlegungen des Bundesfinanzministers zur Transaktionssteuer. „Von der ursprünglichen Absicht, riskante Sekunden-Deals auszubremsen, sei nichts mehr übrig. Bundesminister Scholz will die großen Spekulanten schonen und bei den langfristig orientierten Vorsorge-Kleinsparern abkassieren. Deren Geldanlagen in Aktien oder Aktienfonds sollen mit einer Umsatzsteuer in Höhe von 0,2 % belastet werden. Das ist das falsche Signal, in einer Zeit, in der Fonds – auch mit Aktien im Portfolio – der einzige Ausweg sind, um denen, die Sparen können, einen Weg zu ebnen, damit sie den Null- und Negativzinsen entkommen und aktiv für das Alter vorsorgen.“

Tja, aber Olaf Scholz sagt es ja selbst… er hat nur ein Sparbuch…

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Bauzinsen sinken Richtung Rekordtief – hat Markus Krall recht?

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Bauzinsen fallen weiter - hat Markus Krall recht?

Hat Markus Krall recht? Diese Frage hatten wir erst am Montag gestellt. Da sprach ein regionaler Sparkassen-Verband von strukturell sinkenden Zinserträgen aufgrund der EZB-Politik. Heute geht es erneut um die Zinsen. Die Bauzinsen scheinen derzeit immer weiter zu sinken. Mit aktuell 0,51% im Tief kommen sie laut heutiger Veröffentlichung des Anbieters „Dr. Klein“ langsam wieder ran an den absoluten Tiefstand von 0,42%. Man schaue auf den unteren Teil der Grafik. Die Rendite für Bundesanleihen sowie der Bauzins gehen nach unten. Je schlechter die konjunkturelle Lage (dank Bau und Dienstleistungen läuft das BIP insgesamt ja noch auf der Null-Linie), desto stärker ist die Annahme, dass die EZB noch weiter lockert.

Bauzinsen fallen weiter Richtung tief

Man lese bitte die folgende interessante Aussage von Dr. Klein. Zitat:

Bereits seit Ende Januar sinken sowohl die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe als auch die Bauzinsen. Der Bestzins für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung liegt aktuell bei 0,51 Prozent und ist damit nicht mehr allzu weit vom absoluten Tiefstand (0,42 Prozent) entfernt. Michael Neumann geht nicht davon aus, dass sich die Bauzinsen in den kommenden Monaten viel bewegen werden: „Solange sich die Konjunktur nicht nachhaltig positiv entwickelt, wird sich an der aktuellen Zinssituation nichts ändern. Das erneute Absinken der Bauzinsen ist allerdings nicht nur in der Konjunkturschwäche, sondern auch im aktuell starken Wettbewerb zwischen den Banken begründet. Ein neues Rekordtief ist in diesem Jahr nicht auszuschließen.“

Bauzinsen fallen weiter – hat Markus Krall recht?

Und wie schon beim deutlichen Angriff der Sparkassen gegen die EZB, so darf man auch bei den Aussagen von Dr. Klein fragen: Hat Markus Krall recht mit seiner These, dass die Banken dank immer weniger Zinserträgen irgendwann schrumpfendes Eigenkapital haben, wonach die Kreditkontraktion folgt, also die Verknappung des Kreditangebots, worauf ein großer wirtschaftlicher Kollaps folgen soll? Die Aussagen von Dr. Klein über den zunehmend scharfen Wettbewerb der Banken um Kredite vergeben zu können (weiter sinkende Zinsmargen), sprechen jedenfalls für die These von Markus Krall. Ob sein Gesamtszenario vom großen Zusammenbruch wirklich so kommt – das wissen wir wirklich nicht.

Hier noch weitere Aussagen von Dr. Klein von heute im Wortlaut:

Nach acht Jahren der expansiven Geldpolitik unter Mario Draghi hat die EZB nahezu ihren gesamten Instrumentenkasten geplündert: Der Leitzins liegt seit vier Jahren bei null Prozent, der „Strafzins“ für Banken seit mehreren Monaten bei -0,5 Prozent. Darüber hinaus hält die Zentralbank mittlerweile Staatsanleihen und weitere Wertpapiere im Volumen von fast 3 Billionen Euro. Sollte es jetzt zu einer Rezession kommen, hätten die Notenbanker daher nur noch beschränkte Möglichkeiten, der Konjunktur geldpolitisch unter die Arme zu greifen.

Während Draghi dennoch bis zuletzt die Handlungsfähigkeit der EZB verteidigte, betont Christine Lagarde auch die negativen Langzeitfolgen der lockeren Geldpolitik und erhöht den Druck auf die Politik. Die nationalen Regierungen müssten die niedrigen Zinsen nutzen und mit konsequenten Reformen in die Zukunftsfähigkeit der Euro-Staaten investieren. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, hält politische Maßnahmen ebenfalls für unerlässlich. Dennoch bezweifelt er, dass die Forderungen von Lagarde Gehör finden: „Ich erwarte, dass Christine Lagarde die Nationalstaaten mit mehr Vehemenz und in kürzeren Abständen zu Reformen auffordern wird als ihr Vorgänger Draghi. Nur werden sich die Regierungen davon nicht beeindrucken lassen, solange die EZB keine Konsequenzen folgen lässt.“

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