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Rentenversicherung mit “Überschüssen” – so wird das kaputte System schön gerechnet

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Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist kaputt, aber so richtig! Oder doch nicht? Die offiziellen Verlautbarungen sprechen von Überschüssen. Mehr Einnahmen als Ausgaben. Also alles in bester Ordnung? Wir haben zuletzt im Dezember 2018 über die große Rentenlüge berichtet. Denn in offiziellen Presseveröffentlichungen, die auch von großen Presseorganen übernommen werden, sind in den Headline-Aussagen höhere Einnahmen als Ausgaben in der Rentenversicherung erwähnt. Das ist aber falsch, wenn man es genau betrachtet.

Lage in der Rentenversicherung ist desaströs

Denn wenn der Bürger beziehungsweise Leser oder Zuschauer bei Tagesschau und Co von Berichten von Einnahmen hört, denkt er/sie automatisch an Beitragszahlungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in die Rentenkasse. Aber mit “Einnahmen” meint die Deutsche Rentenversicherung aber Beitragseinnahmen + die Zuschüsse, die der Bundeshaushalt jedes Jahr aus den Steuereinnahmen überweist. Ohne diese Quersubventionierung auf staatlicher Ebene wäre die Rentenversicherung schon längst pleite. Und das Problem wird von Jahr zu Jahr größer, weil es immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler gibt. Aktuell wird dieser Trend etwas abgebremst dank der bis vor Kurzem noch gut laufenden Konjunktur.

Alleine 2017 hat der deutsche Steuerhaushalt 67,8 Milliarden Euro an die Rentenkasse überwiesen. 293,8 Milliarden Euro Gesamteinnahmen hatte die Rentenversicherung in 2017, davon stammten 67,8 Milliarden Euro aus dem Steuerhaushalt. Demgegenüber standen 293,2 Milliarden Euro an Ausgaben. Auch wenn man Ausgaben abzieht, die nicht explizit für Rentenberechtigte aufgewendet werden, so kann die Deutsche Rentenversicherung mit den tatsächlichen Beitragseinnahmen die Rentenzahlungen nicht abdecken!

Und 2018? Auf Seite 20 des Statistikberichts der Rentenversicherung kann man sich die Detailzahlen anschauen. Die Steuerzuschüsse stiegen von 67,8 auf 69,5 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen stiegen von 224 auf 236 Milliarden Euro. Obwohl die realen Einnahmen aufgrund der guten Konjunktur also um satte 12 Milliarden Euro stiegen, musste der Bundeshaushalt seinen Zuschuss noch erhöhen, anstatt ihn zurückzufahren. Denn die Ausgaben stiegen 2018 gegenüber 2017 von 293 auf 302 Milliarden Euro.

Zuschuss in 2018 noch erhöht trotz sprudelnder Einnahmen

Und stolz (kein Witz) hat die Vorsitzende der Rentenversicherung bereits im Juni diesen Jahres für 2018 einen Überschuss in Höhe von 4 Milliarden Euro verkündet. Ja, ein Überschuss. Unglaublich. Dass man bei Zuschüssen aus dem Steuerhaushalt von fast 70 Milliarden Euro von 4 Milliarden Euro Überschuss spricht, ist schon fast grotesk. Das Problem dabei: Wer nur die Headline-Presseinfos liest, glaubt tatsächlich an eine gesunde Lage in der Rentenkasse. Läuft doch alles stabil, möchte man da meinen? Tja, die Realität ist aber schon heute desaströs. Deswegen ist es wohl auch illusorisch, dass eines Tages die gesamte Steuerlast spürbar gesenkt werden kann. Denn der Steuerhaushalt muss nun mal einen immer größeren Zuschuss zum Rentensystem leisten. Und was ist überhaupt, wenn im laufenden Jahr 2019 und vor allem in 2020 im Zuge der Rezession die Beitragseinnahmen einbrechen, während die Ausgaben weiter steigen? Dann dürfte der Steuerzuschuss für die Rentenversicherung sprunghaft ansteigen, weit über 70 Milliarden Euro pro Jahr?

Hier die Rentenversicherung im Zitat vom 27.06.2019:

Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Bundesvorstandes, machte in ihrem Bericht an die heute in Bochum tagende Bundesvertreterversammlung deutlich, dass die gesetzliche Rentenversicherung derzeit finanziell gut aufgestellt sei. Das vergangene Jahr habe die Rentenversicherung mit einem deutlichen Plus abschließen können. “Der Überschuss der Rentenversicherung lag 2018 bei 4,4 Milliarden Euro”, so Buntenbach.

Nachträgliche Anmerkung der Redaktion:

2018 gab es “Beitragseinnahmen” in Höhe von 235,8 Milliarden Euro, und gleichzeitig reine “Rentenausgaben” in Höhe von 263 Milliarden Euro. Also 27,2 Milliarden Euro mehr Ausgaben als Einnahmen. Bei dieser Zahl sind zahlreiche Sonderausgaben bereits herausgerechnet worden. Genaueres kann man im oben verlinkten Bericht der Rentenversicherung nachlesen.

Beispielbild für zwei Rentner / Rentenversicherung kaputtes System
Foto: pixabay / pasja1000

15 Kommentare

15 Comments

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    Helmut Josef Weber

    30. September 2019 10:00 at 10:00

    Meine Ehefrau hatte 11,5 Jahre in der spanischen Landwirtschaft das Gewerbe angemeldet und war für etwa 180,00 Euro im Monat Kranken- und Rentenversichert; ich war bis zu meiner Altersrente kostenlos bei ihr mitversichert.
    Meine Ehefrau erhält dafür 14 x im Jahr eine spanische Rente von etwa 640,00 Euro im Monat (ca. 9.000,00 Euro im Jahr) ohne das ihre deutsche Rente verrechnet wird.
    Für die KK müssen Rentner in Spanien keine Beiträge zahlen und da meine Ehefrau Anspruch auf eine spanische Rente hat, muss sie auch keine deutschen KK-Beiträge von ihrer deutschen Rente zahlen.
    Über de Daumen gerechnet würde ich sagen, dass meine Ehefrau für die fasst 12 Jahre Beiträge in die spanische Rentenkasse, genau so viel an Nettorente erhält, wie eine Verkäuferin bei LIDL, die aber dafür (einschl. AG-Anteil) 45 Jahre lang etwa den 3 bis vierfache Beitrag in die deutsche Rentenkasse zahlen muss.
    Und das spanische System hat noch Überschüsse, die der Staat sich geliehen hat.
    Gut- im deutschen Regierungsfernsehen werden über spanische Rentner andere Berichte gezeigt; aber könnten die Meinungsmacher denn auch die Wahrheit berichten?

    Aber– jeder Arbeitnehmer und Selbstständige ist Mitglied der spanischen Sozialversicherung.
    Von der deutschen Rentenversicherung erhält meine Ehefrau (einschließlich 2 Kindererziehungszeiten) für 12 Beitragsjahre 320,00 Euro im Monat.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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    Hesterberg

    30. September 2019 11:21 at 11:21

    Das Volk wird gezielt angelogen, um die katastrophalen Zustände zu verschleiern. Die Rentenlüge ist dabei nur eine der großen Lügen unserer Zeit. Der deutsche Physiker Georg Christoph Lichtenberg hatte es schon vor mehr als 200 Jahren auf den Punkt gebracht “Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”. Annelie Buntenbach belügt das Volk ganz bewusst, in dem sie die “Wahrheit” sagt. Ich wünschte mir, dass man solche “Wahrheitenlügner” in den höchsten Ämtern ins Gefängnis stecken würde. Da gehören sie nämlich hin.

  3. Pingback: Nachrichten vom 30.09.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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    foxxly

    30. September 2019 13:36 at 13:36

    meines wissens nach sind die versicherungsfremden leistungen höher, als der saatliche zuschuß. das sozialsystem in deutschland wird massiv benützt, um eigentlich aus steuern zu finanzierende aufgaben zu tätigen. der arbeitnehmer wird hier massiv über den tisch gezogen, – und gewerkschaft, sozialverbände, kirchen und parteien spielen hier gegen die arbeitnehmer, rentner und sonstige unterschicht. ja, ……. wir haben unsere ausbeuter selbst gewählt!!
    Bitte noch mehr ausbeuten, damit es irgenwann die letzten kapieren

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    asisi1

    30. September 2019 13:57 at 13:57

    Wie würde die Berechnung bei ehrlicher Rentenzahlung von 100% aussehen?
    Dann noch zusätzlich die widerrechtlichen Abzüge durch Steuern, KK Beiträgen und Pflegeversicherung! Wo ist das ganze Geld geblieben?

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    Roman

    30. September 2019 16:36 at 16:36

    Wer Altparteien wählt der will da so.

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      Eugen

      2. Oktober 2019 08:50 at 08:50

      Es ist erschütternd, aber das stimmt.

  7. Avatar

    Full

    30. September 2019 17:26 at 17:26

    Deal: Rentenkasse zahlt nur noch Rente, für die tatsächlich gearbeitet wurde und keine Sonderleistungen, die der Rentenversicherung durch die Politik aufgenötigt wurden – es könnte sofort auf jegliche staatliche Zuschüsse verzichtet werden.

    Der Wikipedia Beitrag zu versicherungsfremden Leistungen bietet einen guten Einstieg in das Thema. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Versicherungsfremde_Leistungen

  8. Avatar

    Chris

    30. September 2019 18:48 at 18:48

    Also mein Vater gehört zu den wenigen Rentnern mit Höchstrente, klar bei 13 Stunden-Arbeitstagen plus Samstag bis mittags und häufig Sonntag. Ich habe samstags häufig auf der Werft gespielt.

    Für 120 Familien hat er persönlich über Jahrzehnte Verantwortung getragen.
    Ich mag ihm gar nicht mitteilen, dass ab 2020 seine Rente nochmals versteuert wird.
    Witwenrente erhält er nicht. Er war enttäuscht, meine Mutti ist gleich nach Renteneintritt an einer Berufskrankheit als Sauerstoffpatientin erkrankt. Wir haben Sie zu Hause gepflegt, die Pflegekasse hat fast nichts zahlen müssen. Meine Eltern haben über ihre Pflegebeiträge die Leistung selbst bezahlt.

    Es geht darum, dass er als Pensionär eine wesentlich höhere Pension erhalten würde, also warum wird bei Rentnern nicht über die Witwenrente aufgestockt bis zur Pensionsgrenze.

    Übrigens hätte er mit 40 Jahren noch Beamter in Leitender Funktion werden können, aber dann wären 120 Familien in unserer Kleinstadt in die Arbeitslosigkeit gerutscht und nur wenige wieder herausgekommen.

    Ich würde die deutsche Rentenversicherung als Hauptbestandteil meiden.

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    Petra Weimer

    30. September 2019 18:57 at 18:57

    Warum zahlen nicht alle in die Rente ein und bedienen sich nur daran.Man kann seine 59 Punkte voll haben und auch würde viel eingezahlt aber als Rente bekommt man nur wenig denn um das wieder zu bekommen müsste man über 100Jahre werden die behalten es ob wohl es denen gar nicht zu steht.Die sollen sich ein Beispiel an andere Länder nehmen da geht es doch auch

  10. Avatar

    Eugen

    30. September 2019 19:59 at 19:59

    Ein gerechtes Rentensystem wie in manchen anderen europäischen Ländern wird es in Deutschland nicht geben, denn dann müssten alle einzahlen, auch die Politiker – und genau die werden das weiter verhindern.
    Würden nur die eine Rente aus der Rentenkasse beziehen, die diese auch durch jahrzehntelange Einzahlungen erwirtschaftet haben, gäbe das eine fürstliche Rente.
    Kohl ist nur das berühmteste Beispiel für die Plünderung der Rentenkassen, aber bei weitem nicht das einzige.

  11. Avatar

    Norbert Wichmann

    30. September 2019 21:03 at 21:03

    Was ist das denn für ein Blödsinn? Wenn der Staat nicht ca. 700 Milliarden Euro!!! als “Fremdentnahmen” aus der Rentenkasse in all den Jahren entnommen hätte, könnte bequem eine höhere Rente in den nächsten Jahren geleistet werden!

    • Avatar

      Heinrich Dießelmeyer

      1. Oktober 2019 15:32 at 15:32

      2018 war die Summe der beitragsfremden Leistungen über 811.000.000 Euro.

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    Krebspatientin 29

    30. September 2019 23:37 at 23:37

    Die Zustände in der Deutschen Rentenversicherung sind nicht nur in finanzieller Hinsicht desaströs. Die Sachbearbeiter sind völlig überfordert. Man muss als als Krebspatient bei der DRV Berlin-Brandenburg fast 5 Monate auf die Bewilligung einer Reha warten, obwohl diese möglichst zeitnah nach Abschluss der Therapie erfolgen sollte. Bei der Kilinkzuweisung wird keine Rücksicht auf die medizinischen Bedürfnisse genommen und man muss Wochenlang auf die Auszahlung der Bezüge (Übergangsgeld) warten und ständig mit dem Einschalten eines Anwalts drohen, damit die Vorgänge weiter bearbeitet Werden. Man wird völlig im Stich gelassen…

  13. Avatar

    Michael

    16. Oktober 2019 21:24 at 21:24

    Wenn die Aktienmärkte auf Dauer ohnehin nur steigen können, frage ich mich, warum die Deutsche Rentenversicherung respektive die reaktionäre Christunion die utopischen Beitragssummen nicht einfach teilweise, flexibel und je nach gordischer Knotenbankpolitik dahin verschieben lässt.

    Zuviel Arbeit, zu flexibel, zu schnell? Politik ist schließlich das Machbare, wie es beim Klimaschutz so schön hieß 🙄

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Corona-Krise und das dauerhaft veränderte Konsumverhalten

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Erst war es aus der Not geboren: Viele Menschen, die eigentlich viel lieber in Geschäften eingekauft hatten und nicht im Online-Handel, mussten sich durch den Lockdown in der Corona-Krise zwangsläufig umorientieren. Werden diese alle wieder ins alte Konsumverhalten zurückkehren? Neueste Studien zeigen: Davon ist nicht auszugehen.

Corona-Krise: Umfragen nicht im Sinne des stationären Handels

Bisher schob man es zum großen Teil auf die Maskenpflicht: Die gebremste Shoppinglust mit einem Utensil, welches nicht nur Kommunikation und Atmung beim lustbetonten Einkaufsbummel behindert, sondern auch so etwas wie eine psychologische Falle darstellt: Hier lauert eine Gefahr für mich, aufpassen, nicht leichtsinnig werden! Wenngleich es noch keine großen wissenschaftlichen Nachweise gibt, dass es in Geschäften zu größeren Infektionen mit Covid-19 gekommen ist, bleibt die Maskenpflicht noch eine Zeit bestehen. Spannend wird es im Hochsommer, wenn das Personal in Räumen ohne Klimatisierung den Schutz über acht Stunden am Tag tragen muss.

Auch wenn immer mehr Lockerungen im Gespräch sind, erschrecken Umfragen in Deutschland, wie auch in Europa, den stationären Einzelhandel. Viele Kunden haben sich an den Online-Handel gewöhnt und werden wohl auch nach der Corona-Krise nicht mehr so häufig zum Shoppen gehen.

Die bisherigen Verkaufsumsätze liegen unter den Erwartungen des Handels, man hofft auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Der Konsum als Ganzes wird dabei wieder auf alte Höhen klettern, sollte es nicht zu weiteren Einschränkungen wegen Corona kommen. Aber die aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal dürfte der Branche nicht gefallen:

23 Prozent der Deutschen wollen weniger in Geschäften einkaufen, mehr über online shoppen, aber insgesamt weniger ausgeben.
Auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Schweiz) brachte die Studie ähnliche Ergebnisse. Im Ausland fürchtet man die Folgen der Corona-Krise stärker – Verlust des Arbeitsplatzes, Vermögenseinbußen –  so dass viele Kunden nur das Nötigste eingekauft haben. 41 Prozent der Befragten wollen auch in naher Zukunft erst einmal abwarten – auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage.
Die Furcht vor einer zweiten Welle ist überall zu verspüren. Kein Wunder, in der täglichen Berichterstattung ist es ständiges Thema. Verfügbarkeitsheuristik, nennt es die Psychologie, wenn Ereignisse so oft wiederholt werden, dass es im Gedächtnis fest verankert wird.

Zunahme des Online-Handels

Der Lockdown hat in vielen Bereichen die Digitalisierung angeschoben – nicht nur bei Microsoft, wo der CEO Nadella behauptet hat, die Corona-Krise hätte die Entwicklung von zwei Jahren komprimiert auf wenige Monate -, auch beim Handel. Auch eine weitere Umfrage bestätigt diese Annahme: Bei einer Befragung von 2500 Konsumenten durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, erzählten über 50 Prozent der Menschen, dass sie künftig mehr online kaufen würden, die Coronazeit habe sie überzeugt.

Beispielsweise habe die Online-Plattform der Otto-Gruppe in kurzer Zeit eine Million Kunden hinzugewonnen. Wie wollen die Geschäfte auf diese Entwicklung reagieren? Verkleinerung der Verkaufsflächen, Rationalisierungen, neue Ideen beim Verkauf der Produkte?

Fazit

Sehr oft ist derzeit die Rede davon, was die Corona-Krise für Langfristfolgen in der Gesellschaft zeitigen wird. Home Schooling, Home Office, Video-Besprechungen, Änderungen im Reiseverhalten oder auch beim Shopping. Letzteres dürfte sehr wahrscheinlich werden, zu sehr hat die Corona-Krise selbst Technikmuffel von der Bequemlichkeit der Methode überzeugt.

Wie lange wartet man schon auf einen radikalen Rationalisierungsschnitt im Einzelhandel durch automatisierte Zahlungssysteme an den Kassen? Und jetzt auch noch der Umbruch durch den Versandhandel. Was aber geschieht mit der Einzelhandelsbranche, den zahlreichen Geschäften und ihren vielen Beschäftigten?

Die Corona-Krise verändert das Konsumverhalten dauerhaft

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EZB-Bilanz +53 Milliarden Euro in einer Woche – Anleihekäufe waren nicht der größte Posten!

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Der EZB Tower in Frankfurt

Die Bilanz der EZB wird einmal pro Woche veröffentlicht. Jetzt liegt uns die Bilanz mit Stand 3. Juli vor. Sie klettert immer weiter, auf ein derzeitiges Allzeithoch von 6,289 Billionen Euro. Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. In der folgenden Originaltabelle der EZB zeigen wir die aktuellste Aktiva der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg im Wochenvergleich um 52,8 Milliarden Euro. Wie üblich dieser Tage würde man denken, dass diese Steigerung herrührt durch die ständigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die sich aufgrund der Beschlüsse in Folge der Coronakrise um insgesamt 1,35 Billionen Euro ausweiten werden. Aber nein, diese Bilanz ist anders. Die Anleihekäufe machen nur den zweitgrößten Zuwachsposten aus mit +33,48 Milliarden Euro.

Der größte Posten war ein Plus von 38,95 Milliarden Euro beim Bilanzposten Gold. Weil der Goldpreis so gut gestiegen ist, und weil gerade Quartalsende war, wurden die Goldbestände der EZB neu bewertet. Der Wertzuwachs durch den Preisanstieg bei Gold wird in der Bilanz jetzt mit 38,95 Milliarden Euro quasi nachgebucht, wodurch die Bilanz um diesen Wert ansteigt. So trägt der steigende Goldpreis zu einem kräftigen Bilanzzuwachs bei der EZB bei. Abseits dieser beiden großen Posten gibt es noch viele kleinere Änderungen, wodurch insgesamt ein Zuwachs von 52,8 Milliarden Euro im Wochenvergleich herauskommt. Die Bilanz der EZB macht jetzt 53 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Im Vergleich dazu liegt die Bank of England bei 31 Prozent, die Fed bei 33 Prozent, und die Bank of Japan bei exorbitanten 119 Prozent.

Daten zur aktuellsten EZB-Bilanz

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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