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Kampf gegen Rubel-Abwertung Russland-Zentralbank aktuell mit massiver Zinserhöhung

Die Zentralbank in Russland hat den Leitzins vor wenigen Minuten von 8,5 % auf 12 % angehoben im Kampf gegen die Rubel-Abwertung.

Der Kreml in Moskau als Symbol für Russland

Der russische Rubel war zuletzt immer weiter abgewertet im Zuge der westlichen Sanktionen. Nun hat die Zentralbank in Moskau vor wenigen Minuten in einer außerplanmäßigen Sitzung entschieden, den Leitzins für Russland kräftig anzuheben, und zwar um 350 Basispunkte von 8,5 % auf 12,0 %.

Interessant: Nachdem gestern Nachmittag bekannt wurde, dass die Zentralbank heute außerplanmäßig tagen wird, vermutete der Devisenmarkt bereits eine Zinserhöhung, und der US-Dollar verlor seit gestern Nachmittag gegenüber dem Rubel von 101,50 bis auf 95,31 heute früh. Dann stieg USDRUB in den letzten Minuten nach der Zinserhöhung wieder auf 97,96. Das bedeutet also: Der Rubel wertete gestern stark auf in Hoffnung auf eine Zinsanhebung. Jetzt aber wo sie tatsächlich verkündet wurde, scheint der Markt etwas enttäuscht zu sein – weil viele am Devisenmarkt eine viel kräftigere Zinsanhebung erwartet hatten?

Die Entscheidung zielt laut aktueller Aussage der Zentralbank darauf ab, die Risiken für die Preisstabilität zu begrenzen. Der Inflationsdruck nehme zu. Am 7. August stieg die jährliche Inflationsrate in Russland laut Statement auf 4,4 %, während die laufenden Preissteigerungsraten weiter zunehmen. In den letzten drei Monaten belief sich der Anstieg der laufenden Preise auf saisonbereinigter Basis im Jahresdurchschnitt auf 7,6 %. Das gleiche Maß für die Kerninflation stieg auf 7,1 %.

Das stetige Wachstum der Inlandsnachfrage, das die Kapazität zur Produktionsausweitung übersteigt, verstärkt den zugrunde liegenden Inflationsdruck in Russland, und wirkt sich durch die erhöhte Nachfrage nach Importen auf die Wechselkursdynamik des Rubels aus, so die weitere Ausführung der Zentralbank. Infolgedessen gewinne die Weitergabe der Rubel-Abwertung an die Preise an Dynamik, und die Inflationserwartungen nehmen zu.

Wenn die derzeitigen Preiswachstumsraten auf dem erreichten Niveau bleiben, sei das Risiko einer Abweichung der Inflation vom Zielwert im Jahr 2024 nach oben beträchtlich. Die Entscheidung der Bank von Russland zielt laut Statement darauf ab, die monetären Bedingungen und die Gesamtdynamik der Binnennachfrage so zu gestalten, dass die Inflation im Jahr 2024 wieder auf 4 % zurückgeführt und anschließend in der Nähe von 4 % stabilisiert wird.

In Zukunft will die Bank von Russland bei ihren Leitzinsentscheidungen die tatsächliche und erwartete Inflationsdynamik in Bezug auf das Ziel und die wirtschaftlichen Transformationsprozesse sowie die Risiken, die sich aus den inländischen und externen Bedingungen ergeben, und die Reaktion der Finanzmärkte berücksichtigen. Nach der Prognose der Bank von Russland wird die jährliche Inflationsrate angesichts des geldpolitischen Kurses im Jahr 2024 wieder bei 4 % liegen.



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