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Saskia Esken mit Skandal-Aussage! Mangelndes wirtschaftliches Grundverständnis?

Redaktion

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am

Übers Wochenende ist im Social Media-Universum von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt eine Art Skandal hochgekommen, den wir hier kurz erwähnen möchten. Die SPD Co-Vorsitzende Saskia Esken, die vor Kurzem noch niemand kannte, kann nach der nächsten Wahl, wenn sie eventuell ein Amt zum Beispiel in einem Ministerium bekleiden würde, eine wichtige Rolle in Deutschland spielen. Sie würde dann ganz konkret wirtschaftliche Abläufe in diesem Land beeinflussen. Von daher ist es wichtig zu wissen, ob Frau Esken überhaupt grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen kann.

Bringt Saskia Esken überhaupt ein wirtschaftliches Grundverständnis mit?

Und da möchten wir es Ihnen liebe Leserinnen und Leser überlassen, diese Frage zu beantworten. Bitte urteilen Sie selbst anhand der folgenden Tweets, ob Saskia Esken ein grundlegendes Verständnis dafür mitbringt, wer zum Beispiel in einem marktwirtschaftlichen Wirtschaftamodell von wem und wie finanziert wird. Waren zum Beispiel zuerst die Steuern im Staatshaushalt vorhanden? Und mit den Steuern bezahlen die Staatsbediensteten die Gehälter in der Privatwirtschaft? Ist das vielleicht das Grundverständnis von Frau Esken?

Denn sie wird hier von einem Twitter-Nutzer darauf hingewiesen, dass er mit seinem Gehalt im Einzelhandel (Steueraufkommen wird erwirtschaftet) auch ihre Abgeordneten-Diäten finanziere (die ja aus dem Steueraufkommen finanziert werden). Die Antwort von Saskia Esken? Von ihren Diäten kaufe sie ja auch jeden Tag Lebensmittel. „Wer finanziert jetzt wen“, so ihre Frage. Hiermit will sie ja offenbar ausdrücken, dass sie mit ihrem Geld, dass zu 100 Prozent aus Steuermitteln stammt, den Mitarbeiter im Einzelhandel finanziere. Tja, was soll man dazu sagen? Man kann sich seinen Teil dazu denken. Zahlreiche Twitter-Nutzer haben daraufhin die Co-Vorsitzender der SPD scharf kritisiert.

Wie ein Nutzer sehr passend anmerkte: Frau Esken ist nun mal nicht „wertschöpfend“ tätig, sondern lebt nun mal zu 100 Prozent von Steuergeldern! Sicher, so möchten wir anmerken. All die Staatsbediensteten in Deutschland kaufen täglich im Lebensmitteleinzelhandel ein. Von daher wird ein kleiner, sehr kleiner Teil der Gehälter der Mitarbeiter in Supermärkten auch von den Staatsbediensteten bezahlt. Aber die Staatsbediensteten, die erwirtschaften nichts, sondern leben zu 100 Prozent auf Kosten der Bürger. Wie man von daher die Aussagen von Saskia Esken zu werten hat? Puhhh, eine Frage für Philosophen?

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Die SPD Co-Vorsitzende Saskia Esken
Saskia Esken. Foto: Olaf Kosinsky CC BY-SA 3.0 de

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    18. Mai 2020 11:04 at 11:04

    Also stimmt die These von Krall evtl. doch, dass die Mehrheit der Politiker in der Privatwirtschaft nicht brauchbar wären. Nun dass jrder Idiot mit einer grossen Klappe zur Wahl antreten kann ohne vorher einen Intelligenztest machen zu müssen, hat das Volk ja schon mehrfach sehr teuer bezahlt, nicht?

    • Avatar

      LEO

      18. Mai 2020 12:54 at 12:54

      Hallo, Herr Lohmann – so ist es. Zudem zeigt es ziemlich eindeutig, dass das Hierarchiegefälle und das Verständnis, wer vor dem Gesetz für wen Arbeitet (Politik/Volk) bei den Damen und Herren Amtsträgern ganz offenbar völlig „verzerrt“ ist.
      Man kann von Krall halten was man will – ich finde seine Thesen zum Wahlrecht von allem, was er sich überlegt hat, am brauchbarsten. Entweder man erhält vom Staat ODER man wählt und bezahlt den Staat.

  2. Avatar

    sabine

    18. Mai 2020 11:36 at 11:36

    „von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt“

    1.) Was an unseren Selektiv-Medien liegt! Genau deswegen haben die Menschen die Schnauze gestrichen voll von denen und informieren sich über Alternativen – auch wenn sie dadurch als outlaws diffamiert werden. Ich höre seit 30 Jahren keine Tagesschau mehr. Früher bei meinen Eltern war das allabendliches Pflichtprogramm! Hallo!!!
    2.) Die Corona-Maßnahmen zeigen exakt dieselbe Vorgehensweise unseres Regierungsapparates wie bei der Riesterrente: Am Bürger und der Realität zielgenau und kilometerweit vorbei.
    Ich weiß noch genau, wie eine politisch korrekte Abteilungsleiterin den Schmarrn gelobt hatte, es uns wärmstens empfohlen hat, sogar (!) mit Zahlen, Daten, Fakten. 6 Monate später sagte sie nichts mehr, und nochmal 12 Monate später schimpfte sie, daß sie im Alter damit größere Verluste mache und jetzt nicht mehr aus den Verträgen könne. Geschickt.
    War schon bei der Schweinegrippe so. Als Politisch korrekt bist du der Depp.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/erste-bilanz-aus-england-h1n1-virus-ist-viel-harmloser-als-spanische-grippe-a-666183.html
    3.) Andererseits muß man sagen, daß Professoren, Lehrer, Briefträger und Ärtze auch wertschöpfend tätig sind, auch wenn sie keine Kartoffeln anbauen oder Zahnbürsten und Autos produzieren. Insofern sind die (Co)Leiter des Staates normalerweise eine Hilfe, damit die Wirtschaft gut läuft, und helfen insofern bei der Wertschöpfung mit. Dies ist natürlich in einem ausuferndem Sozialismus und Gutmenschentum immer mehr verschwunden bzw. von diesen Menschen konträr gehandhabt. (Hotels sollen doch in der einnahmenfreien Zeit ihre Ölheizung erneuern! Man solle TUI usw. für eine gerechtere grüne Welt gegen die Wand fahren. Dazu paßt ja auch die Abwrackprämie, Umweltzonen und das Dieseltheater.)

  3. Avatar

    Andreas

    18. Mai 2020 12:04 at 12:04

    Esken würde ich als Extrem-Linke bezeichnen.
    Habe neulich irgendwo einen sehr guten Satz gelesesen, der die Linken perfekt beschreibt:
    Sie (die Linken) geben sich nie damit zufrieden, in einer freien Gesellschaft zu leben, denn sie können nachts nicht schlafen, weil sie sich Sorgen machen, dass jemand etwas hat, was sie nicht haben.

  4. Avatar

    Zimmermann

    18. Mai 2020 12:31 at 12:31

    Diese Deppen sind unwählbar!!!

  5. Avatar

    sascha

    18. Mai 2020 12:44 at 12:44

    Man muss sich die Affen nur anschauen, damit ist alles beantwortet.
    Wie das Volk langfristig reagieren wird, Weltweit, steht in den Sternen.

    Ein positives Gefühl ändert sich in Wut.

    MFG

  6. Avatar

    Scheer

    18. Mai 2020 13:47 at 13:47

    Ich kenne verschiedene Personen die in den „Leitmedien“ arbeiten.
    Die Lage bei denen ist sehr gespannt, auf Kritik wird sehr emotional reagiert.
    Ich habe beispielsweise auf die einseitige Berichterstattung hingewiesen, darauf wurde mir vorgeworfen das es auch kritische Artikel geben soll die ich nicht erwähnt hätte.
    Ich entgegnete, dass das Gro doch sehr einseitig sei und dies von der Masse mehr aufgenommen wird als die wenigen kritischen Artikel.
    Es wird vorgeworfen dass pauschalisiert wird wärend man selbst pauschal verurteilt.
    Nun stellt sich die Frage was zu erst da war, die Medien die den Leitanspruch haben oder der Bürger der sich manipiert fühlt?

    • Avatar

      sabine

      18. Mai 2020 16:15 at 16:15

      Viele politisch korrekte Journalisten sind schlimmer als Politiker. Oder genauso schlimm.
      – Von oben herab wissen sie alles besser, antworten immer nur mit anklagenden Gegenfragen: „woher weißt du das“ „wo hast du das her?“ „kannst Du das belegen“ „Ist die Quelle eine Alternativmedie?“ usw. Das ist deren ganze Beantwortung.
      Wie bei Referent Kahn. Die Blätter schreiben: er sei „Rebell“, sei nur Privatmeinung, er erhält Hausverbot und Disziplinarverfahren sowieso.
      Wieso Rebell? ER ist von der SPD. (Hihi!) Er hat nur seine Arbeit gemacht. Das war sein Job, diese Beurteilung. Wo bleibt die Beantwortung seiner aufgezeigten Punkte??? Vergiß es!!! Verbotenes Terrain. Nur leere Worthülsen, wie gewohnt.
      Als über das Landratsamt in Donauwörth ein Video auftauchte, wurde der Video-Verbreiter als erstes polizeilich gesucht und medial geächtet. Verbreite rechtes Gedankengut.
      Ein Amerikaner schrieb als Kommentar zu dem Video: „Try this in Texas.“ Das war sicher kein Rechtsradikaler, eher gesunder Menschenverstand.
      https://www.rosenheim24.de/bayern/donauwoerth-mann-rastet-asyl-unterkunft-demoliert-mit-ast-dutzend-autos-12808999.html
      – 95% sind Allgemeinplätze. „Rechtes Gedankengut.“ „Verharmlosung der Krise.“
      – Vorverurteilungsprädikate wie „Der umstrittene Politiker / Beitrag / Redner sagt.“ „Isolierte Einzelmeinung.“ „Ist doch bekannt, daß…“
      – Über die 5% Fakten sind sie dann stolz wie ein Huhn über ihr gelegtes Straußenei.
      – Greifen immer persönlich an.

      Leider finde ich diese Anleitung für Redakteure von vor 8 oder mehr Jahren nicht mehr, die damals geleakt wurde. Dort steht: „Gehen sie nicht auf den Gegenstand ein, greifen Sie den Gegner persönlich an und machen ihn so fertig bzw. lächerlich.“
      Genauso machen sie es. Doktorarbeiten sind beliebt, geschrieben mit ein paar abgeschriebenen Sätzen. Der Rektor der Universität schaltet sich in die Politik ein, ist entsetzt, sagen die Medien. Jemand war in seiner Jugend in einem Verein, das ein Liederheft hatte mit einem nationalen Lied, daß man falsch verstehen kann. Weg waren sie.

      Aber Oma, die Umweltsau, bzw. bei Nachfrage an den verantwortlichen Journalisten nachgelegt, die Nazisau, salonfähig, politisch abgedeckt. Mit unseren GEZ Gebühren finanziert. Jemand twittert selbst, ich huste mit meiner Corona die gegnerischen Parteikollegen an (und hat wirklich Corona), oder jemand sagt, „wenn wir die 1% Reichen erschossen haben, dann …“ kein Problem. Künstlerische Freiheit.
      Wir können nicht nur „Stupid German money“. Da ist noch mehr!

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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