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Aktienmärkte: Was für einen „Sägezahnmarkt“ spricht

Wolfgang Müller

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Werden die Aktienmärkte stark steigen wegen des Fed-Puts – oder stark fallen, wegen der kollabierenden Realwirtschaft? Ist es nicht auffällig, in welcher bipolaren Anlagewelt wir uns derzeit befinden? Wirtschaftsdaten, die infolge eines Lockdowns in noch nie gesehene, aber höchstwahrscheinlich temporäre Größenordnungen führen werden – und daneben eine Geldflut ebenso bisher nie erlebten Ausmaßes. Dazwischen die Aktienmärkte, eingezwängt zwischen Ängsten, was Covid-19 für Kurz – und Langfristschäden nach sich ziehen wird – und Hoffnungen auf die segensreiche Wirkung der staatlichen Maßnahmen sowie der Geldflut von Notenbanken, allgemein als Fed-Put bekannt.

Die Wirtschaftsdaten und die Aktienmärkte

Ohne jetzt im Einzelnen die Daten aus vielen Ländern aufführen zu wollen, es ist eines erkennbar: Wir stehen mit den Quartalen Q1 und Q2 des Jahres 2020 vor der tiefsten Rezession seit der Weltwirtschaftskrise, aber mit deutlich unterschiedlichen Signalen. China hat als erstes Land den Turnaround geschafft und im April bereits die Produktion zu 80/90 Prozent des Vorjahres wieder erreicht. Europa hingegen hat im April das Tief erst richtig angesteuert. Deutschland musste für das erste Quartal einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von minus 2,2 Prozent vermelden, nach Q4 2019 mit minus 0,1 Prozent (in der Nachberechnung) – damit sind wir offiziell in einer Rezession. Aber das Schlimmste kommt noch. Nach dem sechs- bis achtwöchigen Lockdown ab 23. März wird der April alles toppen, was es an negativen Daten in der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik je gegeben hat. Aber das war für Deutschland das absolute Tief (wenn es keinen brutalen zweiten Lockdown gibt), ab Mai wurden fast schon alle Geschäfte wieder geöffnet, die Fabriken wieder in Betrieb genommen und Restaurants, Hotels und Freizeiteinrichtungen öffnen sukzessive. Allerdings noch lange nicht auf dem Niveau der Vor-Coronazeit, aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise infolge der Abstandsregelungen. Um es noch einmal anzusprechen: Dieser Lockdown war ein KO-Schlag, bei dem die Wirtschaft in ein künstliches Koma versetzt wurde, aus dem sie aber wieder erwachen wird. Die Aktienmärkte dementsprechend auch?

Vergleiche sind nicht möglich, weil nicht vorhanden.

Bisher steht Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten noch relativ gut da. Erstes Quartal: Frankreich minus 5,8 Prozent beim BIP, Spanien minus 5,2 Prozent, Italien minus 4,7 Prozent, in ganz Europa minus 3,8 Prozent, in den USA minus 4,8 Prozent und aktuell Japan mit minus 3,4 Prozent.

Aber wie erwähnt, das schlimme Quartal steht uns noch bevor, mit Schätzungen von minus 14 Prozent in den drei Frühjahrsmonaten.

Ja und in Amerika, da ist man noch ein paar Wochen hinterher, nicht zuletzt wegen der langen Ignoranz der Problematik durch die Regierungen (allen voran die USA und Brasilien). Es scheint sich weltweit die Entwicklung von Ost nach West zu vollziehen: Ausbruch der Pandemie, Eindämmung, Wiederaufbau des Wirtschaftslebens. Die USA sind aber vermutlich nicht als Land zu sehen, sondern als Kontinent mit seiner riesigen Ost-West-Ausdehnung.

Was mich aber am meisten verblüfft, ist das große Erstaunen über die absolut schlechten Wirtschaftsdaten aus den USA: 36 Millionen Arbeitslosenanträge, ein Einbruch der Produktionsdaten und des Konsums in noch nie da gewesener Größe. Aber wie sollte es denn auch anders kommen? Wenn ich staatlich anordne (Par ordre du mufti) alle Geschäfte zu schließen, dann müssen in manchen Branchen (zum Beispiel der Luftfahrtbranche) die Umsätze um 90 Prozent (plus) einbrechen. Mit extremen Folgen, insbesondere für den Arbeitsmarkt im Land der niedrigen Sozialstandards (Hire-and-Fire). Diese Rezession ist anders als alle anderen, denn die meisten Geschäfte haben nicht geschlossen, nicht weil sie keine Kundschaft mehr hatten, sondern weil sie es wegen Covid-19 mussten. Die Virologen würden sagen: Wären in den USA noch alle Menschen bei der Arbeit, dann hätte sich Covid-19 noch in ganz andere Dimensionen entwickelt, mit Situationen wie in Bergamo, nur landesweit. Andererseits hätten es Millionen gar nicht bemerkt, dass sie infiziert sind, das heimtückische an der Seuche.

Deshalb ist die Frage, wie viele Firmen werden trotz staatlicher Stützungsmaßnahmen nicht überleben und wie viele Kurzzeitarbeitslose werden zu Dauerarbeitslosen, die alles Entscheidende. In Deutschland gab es zwar auch 10,1 Millionen Anträge auf Kurzarbeit. Aber spätestens mit dem Öffnen aller Geschäfte und in weiterer Folge der Restaurants, Hotels, Fitnessstudios, Freizeiteinrichtungen und weiterer Branchen dürfte hierbei bis Anfang Juni ein großer Anteil nicht mehr anspruchsberechtigt sein.

Die Unternehmensdaten

Bis auf ein paar Gewinner der Krise, zum Beispiel aus dem Tech-, Konsum- und dem Pharmasektor, muss es für Q2 extrem schlechte Ergebnisse aus den Unternehmen geben. Analysten haben sicherlich die Daten hierfür noch nicht vollständig eingepreist und es wird noch Revisionen hageln – wie werden die Aktienmärkte darauf reagieren? Handelsketten wurden zerstört, die aber von Ost nach West (China, Südkorea, Vietnam, Thailand, Australien) wieder aufgebaut werden, wenn da nicht der wieder eskalierende Streit zwischen den USA und China wäre. Donald Trump ist schon etwas in Panik, fünfeinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl braucht er einen Schuldigen für seine „Worst Economy ever“.

Jedenfalls müssten die Erwartungen bei den Unternehmensergebnissen noch deutlich korrigiert werden, damit die Aktienmärkte bei den Q2-Zahlen im Juli nicht komplett daneben liegen.

Die Entwicklung der Aktienmärkte

Geradezu diametral oder konträr lässt sich die Entwicklung der Aktienmärkte weltweit im Widerspruch zu den Fundamentaldaten beschreiben. Nach einem Einbruch von 30 bis 40 Prozent im Februar/März an den meisten Börsen der Welt, kam es anschließend zu einer Hoffnungsrally von bis zu 30 Prozent (getrieben durch die Rettungspakete und die Notenbanken), die jetzt von einer Phase der Unsicherheit abgelöst wird. Der S&P 500 stößt sich den Kopf an, an bestimmten Widerstandslinien –  während der deutsche Markt anscheinend auf ein Ende der Einbrüche in der Wirtschaft wartet.

Wenn Hedgefonds-Manager wie Stan Druckenmiller und David Tepper plötzlich fast gemeinsam vor die Kameras treten, um zu erklären, wie teuer die Aktienmärkte doch sind, bin ich zunächst etwas misstrauisch über die Intentionen. Man will sicherlich dem Anleger nicht vorrangig erklären, wie er sein Geld verdienen soll, sondern ist wahrscheinlich bereits seit Tagen short positioniert. Derzeit schreien die Indikatoren geradezu nach Korrektur (Markttechnik, Bewertungsaspekte). Eine gute Gelegenheit, etwas anzuschieben, wie letzte Woche. Und was passierte am Donnerstag, nach einer Korrektur von bereits sechs Prozent? Dazu Mike Santoli von CNBC: „Es waren auffällig viele Menschen bearish für den Aktienmarkt. In der Regel passiert dann gerade das Gegenteil.“

Zu denken gibt allerdings das Anlageverhalten des Langzeitinvestors Warren Buffett. Wie jetzt bekannt wurde, hat er sich vor Kurzem nicht nur von seinen Investments in Fluggesellschaften mit Verlust getrennt, er hat auch Teile seiner Bankentitel abgestoßen. Eigentlich seit Jahrzehnten seinen Kern-Investments: 84 Prozent von Goldman Sachs und drei Prozent von JPMorgan. Große Abschreibungen ante portas? Als Großinvestor dürfte Buffett wie häufig gute Einblicke in die Geschäftsaussichten der Unternehmen haben. Dabei war Goldman Sachs jenes Unternehmen, bei dem er im Jahr 2009 nach der Finanzkrise mit einer milliardenschweren Geldspritze eingestiegen war und sich seine Engagement mit zehnprozentigen Dividenden versilbern ließ.

Die Flut hebt alle Boote

Dann noch einmal kurz zum Thema monetärer Faktor. Es ist zwar so, dass die Aktienmärkte, bezogen auf sehr optimistische Schätzungen ein KGV von 17 (Deutschland) und 22 (USA) aufweisen –  aber was zählt das, wenn der Konkurrenzmarkt der Anleihen schon in Amerika auf ein KGV von 140 kommt, in Europa schon gar keines mehr messbar ist. Die Renten waren zwar schon längere Zeit Magerkost, aber da konnte man noch von fallenden Zinsen und den Effekten der Duration profitieren. Wo sollen die nach Rendite schreienden Kapitalsammelstellen (Pensionfonds, Versicherungen) – nicht Kurzfristspekulanten – Geldströme generieren, die sie für ihre Auszahlungen brauchen? Allein die drei großen Notenbanken Federal Reserve, EZB und Bank of Japan haben ihre Bilanzsumne auf mittlerweile über 20 Billionen Dollar ausgeweitet. Wie hoch ist das Weltsozialprodukt? 86 Billionen Dollar – mehr Manipulation der Zinsen geht kaum noch – könnte man glauben.

Von vielen Seiten wird behauptet, dass die US Notenbank –  um die es in erster Linie in nahe Zukunft gehen wird, schließlich sind andere Länder schon deutlich weiter mit der Eindämmung von Covid-19 –  es nicht schaffen kann, dem gigantischen Wirtschaftseinbruch gegenzudrucken. Wenn Sars-Cov-2 bleibt, sicherlich nicht, aber ansonsten hat Jerome Powell bereits vor Wochen auf einer PK geäußert: Man werde alles tun, um US-Wirtschaft und Konsum zu retten, whatever it takes – das bedeutet, man könnte auch 10 Billionen Dollar zur Verfügung stellen, wenn es erforderlich sein sollte. Gestern dann hat Powell in einer US-Fernsehsendung die unbegrenzte Unterstützung der Fed versprochen – und gibt damit einmal mehr Rückenwind für die Aktienmärkte. Dieses geldpolitische Experiment hat kaum abschätzbare Folgen, aber das steht derzeit nicht zur Debatte.

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10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    18. Mai 2020 10:56 at 10:56

    Egal wieviel die Notenbanker auch bei jedem Problem drucken, diese Flut wird das eigentliche Problem nur verschärft in die Zukunft verlagern. Notenbanker und Politiker due glauben, dass sich jedes Problem mit gedruckter heisser Luft lösen lasse, müssten dringend einem Intelligenztest unterzogen werden. Oder würden Sie einem Studenten gute Noten geben, der für alle Probleme immer nur Gelddrucken als Lösung sieht?

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    Roberto

    18. Mai 2020 10:59 at 10:59

    @Wolfgang Müller, vielen Dank für den ausführlihen Bericht und Ihre Sichtweise auf die Dinge. Sie sagen es vollkommen richtig. Es gibt keinen Vergleich zu dieser aktuellen Situation. Denn neben den schlechtesten Wirtschaftsdaten ever und den stärksten Liquiditätsspriten ever wird meines Erachtens sich das durchsetzen worauf die Börsen gegründet sind. Auf LIQUIDITÄT. Auch wenn es unserem Verstand von Wirtschaftbezug zur Börse widerspricht wird dieses Experiment den Bullen dienen. Auf Sicht von 12 Monaten werden wohl nur kurze schnelle Dips sehen die noch schneller aufgekauft werden. Die FED macht es tatsächlich möglich. Zumindest zeigen es die Charts. Alles andere sind Fakten die Gewiss sind. Denn die hohe Arbeitslosigkeit und die schlechtesten Konsumzahlen aller Zeiten sind bekannt. Aber die Märkte reagieren nicht einmal darauf selbst wenn die schlechten Daten sogar von noch schlechteren übertroffen werden. Das sind meines Erachtens Anzeichen dafür, das die Liquidität gegen die Fakten gewonnen hat. Erst wenn sich alles beruhigt und die FED das ganze Ausgeschüttete Geld wieder einsammeln muß, werden wir eine Korrektur bekommen, die allerdings auf einem heute noch undenkbar hohem Niveau stattfinden wird. Das ist meine Meinung und wird natürlich viele Gegner hier finden. Aber das ist auch gut so. Wir leben vom Austausch. In diesem Sinne …:-)

  3. Avatar

    Mutwürger

    18. Mai 2020 13:34 at 13:34

    Ich versuche heute mit Short´s

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      Mutwürger

      18. Mai 2020 17:40 at 17:40

      Ging in die Hose, aber sowas von… :-(
      Ausgestoppt…
      Versuche es mit einer mittelgroßen Posi noch mal!

      • Avatar

        berti

        18. Mai 2020 18:32 at 18:32

        dito

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    Rezessionsleugner

    18. Mai 2020 15:04 at 15:04

    @ Mutwürger, kürzlich lagen sie richtig mit ihren Shorts, die kurzen Hosen würden ja auch zum Wetter passen. Aber es ist wieder verrückt, Powell warnt vor Kathastrophenzahlen aber die Börsen steigen weil immer noch Alle glauben die Notbänker können die ganze Realwirtschaft ersetzen.
    Die Notenbanken wollen eine Brücke bauen von der grössten Rezession zum nächsten Aufschwung.
    Das Tal unter der Brücke möchte man nicht durchschreiten.
    Aber unter der Brücke warten Buffett, Druckenmiller u.Co. auf die Opfer beim Zusammenbruch der Brücke.Die Wette Notenbanken/ Gelddrucker gegen Realwirtschaft läuft, die Frage ist nicht wer gewinnt, die Frage ist nur wann u.wie das passiert.

    • Avatar

      berti

      18. Mai 2020 16:35 at 16:35

      Mit der Brücke ist gut bildlich dargestellt……

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      Mutwürger

      18. Mai 2020 18:05 at 18:05

      @REZESSIONSLEUGNER
      Korrekt! Stehe dem V äußerst skeptisch gegenüber.
      Ich gehe aber an markanten Punkten Market rein, egal ob Short oder Long, egal ob Boom oder Rezession, egal ob Powell oder Druckenmiller u.Co.
      Das einzige, was zählt ist die Rendite.

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    Roberto

    18. Mai 2020 16:40 at 16:40

    so wie es aussieht werden Buffe & Co…alle langsam selbst zittrig. Die Kurse laufen ihnen weg und der Korken knallt gleich. Dann kommen sie doch alle in die Märkte und verursachen einen Crack up Boom an den Börsen der sich gewaschen hat. Keiner will es, aber es passiert weil der Herdentrieb von der FED geleitet wird. Es gibt doch kaum einen Marktteilnehmer der bezweifelt das die Börsen heute nichts mehr mit Wirtschaftsdaten zu tun hat. Das weiß doch jeder das es ein völliger FED MARKT ist. Durch die Corona Pandemie hat die FED den Markt nun KOMPLETT übernommen. Und gestern teilt sie uns per TV Sendung mit, dass sie ALLES tun werden damit es in deren Hande bleibt weil sie jede mögliche Waffe gegen fallende Kurse haben. Also frage ich mich warum man in diesem Markt shorten sollte ???

  6. Avatar

    Shortbrüller

    18. Mai 2020 19:50 at 19:50

    Melden sich die Longbrüller, werden Short- Positionen bald ein Knüller.
    Ich habe früher ans Christkind, an den Osterhasen u.an den Nikolaus geglaubt, leider ging der Glaube an all diese Institutionen nach der Kindheit verloren.Erwachsene Leute glauben an die ewige Allmacht der Notenbanken.Fehlende reale Leistungen werden durch gedrucktes Geld ersetzt u.es funktioniert.
    Corona wird das Gegenteil beweisen.

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Goldpreis: Abverkauf als Vorbote für Crash der Aktienmärkte?

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Der Goldpreis ist zuletzt stark unter Druck gekommen – hat das auch etwas für die Aktienmärkte zu bedeuten? Derzeit herrscht an den Märkten bekanntlcih Impfstoff-Euphorie – die US-Indizes mit exztrem starker Performance im November, es waren vor allem die Aktien und Indizes, die in der Coronakrise am Stärksten verloren hatten, die massiv stiegen. Daher hatte etwa der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 (wichtigstes ETF: IWM) seinen besten Monat der Geschichte, obwohl knapp die Hälfte der in diesem Index enthalenen Unternehmen Verluste schreiben und in der Coronakrise ihre Verschuldung massiv nach oben geschraubt hatten, um die Krise finanziell zu überstehen. Nicht zufällig ist daher der Russell 2000, der die breite Wirtschaft der USA abbildet, der mit Abstand „teuerste“ Index der Wall Street.

Goldpreis und Aktienmärkte: ein seltsamer Zusammenhang

Der Goldpreis ist bekanntlich nun zweistellig im Minus seit seinem Hoch im August knapp unter der 2100-Dollar-Marke, alleine im November verlor das gelbe Edelmetall 5%. Heute folgt eine kleien Gegen-Reaktion bei Gold mit einem Anstieg über die 1900er-Marke, aber eines ist doch auffällig: die Aktienmärkte erwarten durch die Impfstoffe eine baldige Lösung der Coronakrise nach dem Motto: im Jahr 2021 wird alles so wie früher, oder sogar besser (Allzeithoch vieler Aktien-Indizes). Mit anderen Worten: die Menschen leben wie früher, die Nachfrage zieht an, wodurch tendentiell Inflation entsteht. Das ist die Sicht der Aktienmärkte.

Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

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