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Selbständige Migranten mit Gemüseladen & Chinaimbiss: Das Klischee stimmt schon lange nicht mehr

Selbständige mit Migrationshintergrund haben zu einem immer geringeren Anteil Geschäfte wie Dönebude, Gemüseladen oder Chinaimbiss. Denn daran denken doch viele, wenn es um selbständige Migranten geht. Aber eine heute veröffentlichte…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das Klischee mag früher noch eher zugetroffen haben, stimmt jetzt aber auf keinen Fall mehr. Selbständige mit Migrationshintergrund haben zu einem immer geringeren Anteil Geschäfte wie Dönebude, Gemüseladen oder Chinaimbiss. Denn daran denken doch viele, wenn es um selbständige Migranten geht. Aber eine heute veröffentlichte Bertelsmann-Studie sagt hierzu:

„Das Profil der Migrantenökonomie hat sich in den letzten Jahren verändert. Der Anteil selbstständiger Migrantenunternehmer im Handel und Gastgewerbe hat sich verringert, die Bedeutung anderer Branchen im Dienstleistungssektor und produzierenden Gewerbe hat sich erhöht. Fast die Hälfte der Selbstständigen mit Zuwanderungsgeschichte (48 Prozent) ist mittlerweile im Dienstleistungsbereich außerhalb von Handel und Gastronomie tätig. Handel und Gastgewerbe machen nur noch 28 Prozent aus, ein Rückgang um zehn Prozent im Vergleich zu 2005. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil des produzierenden Gewerbes: Jeder fünfte Selbstständige mit Migrationshintergrund ist in der Baubranche oder im verarbeitenden Gewerbe tätig.“

Da kann man wohl kaum noch von Migrant = Gemüseladen sprechen. Auch die Zunahme der selbständigen Tätigkeit von Migranten ist überproportional stark in Relation zur Bevölkerungszunahme der Migranten in Deutschland. Während zwischen 2005 und 2014 die Anzahl der Migranten in Deutschland um 8,84% stieg, stieg aber die Anzahl des „gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsbeitrags“ um 33%. Damit ist die Gesamtzahl der Selbständigen Migranten sowie deren Mitarbeiter mit Migrationshintergrund gemeint. Hierzu gibt es eine allgemein bekannte Theorie. Viele Migranten würden sich „halbwegs gezwungenermaßen“ in die Selbständigkeit begeben, da sie bei als Migranten bei Arbeitgebern eher geringe Chancen haben überhaupt eine Festanstellung zu bekommen. Hierzu scheint es noch keine richtige Studie zu geben. Aber das scheint für eine Studie auch sehr schwieriges Themengebiet zu sein, denn wie will man hierzu verlässliche Daten sammeln? Genau so gut kann man aber auch behaupten Migranten haben einfach einen größeren Drang es durch selbständige Tätigkeit zu etwas zu bringen!

Fakt ist laut Bertelsmann-Stiftung: Von 2005 bis 2014 hat sich die Anzahl von Arbeitsplätzen, die durch selbstständige Migranten geschaffen wurden, von 947.000 auf 1,3 Millionen erhöht – ein Plus von 36%. Die Zahl von Unternehmern mit Migrationshintergrund stieg im selben Zeitraum von 567.000 auf 709.000. Die Zahl der insgesamt durch Migranten geschaffenen Arbeitsplätze stieg um 33%. Selbständige Migranten verdienen durchschnittlich 2.167 Euro netto im Monat, und damit 40% mehr als Migranten in einem festen Angestelltenverhältnis (1.537 Euro). Migrantenunternehmer mit mehreren Mitarbeitern verdienen laut Studie sogar 2.994 Euro. Auch sei die Selbstständigenquote von Migranten umso höher, je besser sie qualifiziert seien. Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, sagt zur Studie:

„Unternehmer mit ausländischen Wurzeln sind ein Jobmotor für Deutschland. Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten nicht nur als Alleinunternehmer, sondern schaffen auch Arbeitsplätze und ermöglichen vielen Menschen so eine Chance zur Teilhabe am Arbeitsmarkt.“

Wir meinen zu den Zahlen, von denen wir mal annehmen sie stimmen: Alles total ok uns klasse. Nur etwas völlig anderes wird die Integration der in 2015 nach Deutschland zugezogenen Menschen. Dies ging im Hauruck-Verfahren, und es war eine ziemlich große Anzahl von Menschen, die auch oftmals eine geringe oder gar keine Bildung mitbringen. Diese Aufgabe wird eine ganz andere Hausnummer werden, als im Lauf von Jahrzehnten Migranten nach und nach gut zu integrieren. Da sollte man sich nichts vormachen – diese Studie ist toll, aber sie hat nichts oder nur extrem wenig mit den aktuellen Herausforderungen zu tun!

Klicken Sie bitte hier für die komplette Studie.

Migranten
Grafik: Bertelsmann-Stiftung

Migranten 2

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    leser

    11. August 2016 16:30 at 16:30

    Bertelsmann – sind das nicht die, die über eine Tochtergesellschaft Facebook zensieren? Da sollte man sich die Studie besser zweimal anschauen, zumal Bertelsmann schon mal durch eine eigenwillige Interpretation einer ZEW-Studie aufgefallen ist, https://guidograndt.wordpress.com/2014/12/19/zuwanderungspolitik-der-verschwiegene-teil-der-bertelsmann-studie-es-ware-lohnend-sich-gegen-zuwanderung-abzuschotten/

  2. Avatar

    bigben

    11. August 2016 16:48 at 16:48

    jaja, unsere bertelsmänner …, die propaganda-maschine der bundesregierung.

    mich interessiert da eher der steuerbeitrag dieses ach so erfolgreichen gesellschaftszweiges. dieser punkt ist für die gesellschaft als solches viel wichtiger, und zeigt den weg in die zukunft derselbigen.

  3. Avatar

    gerd

    11. August 2016 17:43 at 17:43

    „Unternehmer mit ausländischen Wurzeln sind ein Jobmotor für Deutschland.“
    Auch die Neu-Migranten sind ein Job-Motor. Keine Frage.
    Nur wird auch wirklich was geschaffen, was produziert?
    Was auch exportiert werden könnte.

    Vor einem Jahr kam mein LIDL-Geschäft meistens mit 3 Kassen aus – an denen Nichtdeutsche tätig waren.
    Heute sind meistens 5 Kassen geöffnet. Also Jobmotor angeworfen und zwei weitere ausländische Fachkräfte da hingesetzt. Und warum? Weil heute im Zeitraum von zwanzig Minuten zwar immer noch so um die 10 Deutsche einkaufen. Die Zahl der zugewandertern Kunden im Laden hat sich aber von ca 40 auf 90 erhöht.
    So, und was hab ich da von dem Jobmotor fürn Vorteil?

    Da bedient der eine Neubürger den anderen und ich muss bei insgesamt jetzt 100 Kunden trotzdem viel länger an der Kasse warten. Eingekauft wird über Umwegen mit meinen Steuern und genießen kann den Jobmotor der Herr Lidl, Herr Aldi und Herr Norma u.s.w.

    In früheren Jahren bei Gemüseläden und Restaurants war es übrigens eine einfache Sache die deutsche Konkurrenz auszuschalten bzw nicht hochkommen zu lassen. Es wurde zu Anfang oftmals die gesamte Familienschaft im Restaurant oder Laden eingespannt. Fürn Appel undn Ei. Da konnte kein Deutscher mithalten. Und die Verwandten haben das gemacht, weil sie im Heimatland nur den Appel, aber nicht mal das Ei bekommen hätten.

    Und heute? Hätten die Mitbürger mit ausländischen Wurzeln nicht den verarbeitenden Betrieb, würde sich ein deutsches Unternehmen freuen und die Dinge liebend gerne mitmachen.
    Ähnlich wie bei Edeka/Tengelmann. Wenn Tengelmann wirklich dicht machen sollte, fallen da ein paar Arbeitsplätze weg.
    Dann macht LIDL eben noch ne 6. Kasse auf, stellt die Leute wieder ein und ich muss nicht mehr so Schlange stehen.
    Ah nee, die Kunden kommen ja auch rüber.

  4. Avatar

    m.d

    12. August 2016 04:52 at 04:52

    Meine Herren, ich bitte euch redet nicht um den heißen Brei. Also unser größtes Problem ist schlicht und einfach das wir unseren Wohlstand auf falschen Tatsachen aufbauen.
    Für uns Deutschen wird Wohlstand nach Materialismus (eine Lebenseinstellung, die Besitz und Gewinn in den Vordergrund stellt) und finanzieller Absicherung aufgebaut.
    Für uns Türken ist Wohlstand als aller erstes Familie ( Vater, Mutter und KINDER )
    Und bei Kindern gilt das Prinzip:
    1 Kind – Armut
    2 Kinder – Streit
    3 Kinder – Gerechtigkeit
    und 4 Kinder Reichtum

  5. Avatar

    m.d

    12. August 2016 05:08 at 05:08

    Ich kenne Mittelständige Unternehmen und die Besitzer sind weit über 70 und finden keinen Nachfolger. Einerseits auch verständlich, bei den Kaufpreisvorstellungen wird wohl niemand das Unternehmen haben wollen, wozu den auch. Damit der Vater Staat dich auspresst mit seiner Bürokratie und den hohen Steuern, nein danke sagen sich die meisten. Ausserdem haben wir eine deutsche Erbengesellschaft welche im 5 Jahren Intervall eine Erbschaft bekommt. Somit ist die immerhin finanzielle Zukunft mehr als gesichert.

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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Coronakrise aktuell: Madrid bald unter komplettem Lockdown?

Markus Fugmann

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Die Coronakrise nimmt weiter Fahrt auf – nun könnte die Region Madrid bald wieder unter vollständigem Lockdwn stehen! Soeben hat Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa empfohlen, die ganze Region Madird mit ca. 6,6 Millionen Einwohnern unter vollständigen Lockdwon zu stellen.

Heute hat die Regionalveraltung von Madrid die Bezirke unter Lockdown von 37 auf 45 angehoben – dadurch stehen dann ca. eine Millionen Menschen mehr unter diesem Lockdown als am Tag zuvor. Alleine in der Hauptstadt Madrid sind in der letzten Woche durchschnittlich knapp 500 Menschen pro Tag wegen Corona in Krankenhäuser eingeliefert worden. Spanien meldete heute 10.600 neue Corona-Fälle, in Frankreich waren es über 16.000, in Deutschland mit knapp über 2300 so viele wie seit April nicht mehr (genaue Daten siehe hier)..

An den Aktienmärkten verstärkt die mit Macht wieder auftretende Coronakrise die Risiko-Aversion weiter, die US-Futures wie auch der Dax stehen unter Druck..

 

Madrid als neues Zentrum der Coronakrise in Europa

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