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So dramatisch wirkt die Zinswende auf Baufinanzierungen

Die Zinswende wirkt dramatisch auf Baufinanzierungen. Der Bestand wächst kaum noch, und ab Dezember dürfte es ein Negativwachstum werden.

Die Zinswende zeigt sich immer deutlicher. Die Baugenehmigungen brechen deutlich ein. Und wenn dank höherer Bauzinsen die kaufwilligen Häuslebauer nicht in der Lage sind die stark steigenden monatlichen Finanzierungskosten zu tragen, nehmen sie vom Hausbau Abstand. Dies zeigt sich immer stärker in den Daten für Baufinanzierungen, die immer weiter abwärts tendieren.

Baufinanzierungen: Bestand wächst nur noch mit 2,4 % gegenüber Vorjahr

Die ersten Daten für den Monat Juli 2023 deuten weiterhin auf eine Fortsetzung des Negativtrends hin. Das Wachstum beim Bestand der Baufinanzierungen ist laut Barkow Consulting im Jahresvergleich auf 2,4 % im Vorjahresvergleich gesunken. Dies ist der niedrigste Stand seit fast 9 Jahren (November 2014) und der zweitstärkste Wachstumsrückgang in der Geschichte (nach Mai 2023). Beim derzeitigen Tempo wird das Hypothekenwachstum laut Barkow im Dezember 2023 negativ werden. Die folgende Grafik spricht für sich selbst – die Zinswende wirkt sich immer deutlicher aus!

Wachstumsraten bei Baufinanzierungen in Deutschland fallen unter den Schnitt

EZB-Zinsen mit starkem Anstieg

In diesem TradingView Chart sehen wir ebenfalls seit 2004 den Verlauf im EZB-Leitzins. Die sehr hohen Zinsen bis zum Jahr 2008 und die gleichzeitig einsetzende Finanzkrise brachten das Wachstum des Bestands von Baufinanzierungen sogar in den Negativbereich. Heute nun sehen wir den Leitzins, der auf ein vergleichbar hohes Niveau gestiegen ist wie damals, und das Wachstum bei Baufinanzierungen rauscht entsprechend in den Keller.

Entwicklung im Leitzins der EZB seit dem Jahr 2004

Bauzinsen über 4 %

Letzte Woche sind die Bauzinsen in Deutschland (Standardlaufzeit 10 Jahre) über 4 % gestiegen und liegen jetzt bei 4,03 %. Anfang 2022 – wenige Monate vor Beginn der EZB-Zinswende – lagen sie noch exakt bei 1,00 %. Dieser Anstieg seit Anfang 2022 korreliert sehr gut negativ mit den einbrechenden Wachstumsraten beim Bestand der Baufinanzierungen. In der folgenden Grafik von Interhyp sehen wir die Entwicklung der Bauzinsen in den letzten fünf Jahren.

Bauzinsen mit kräftigem Anstieg in den letzten Jahren



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1 Kommentar

  1. Warum keinen gedeckelten „Bauzinspreis“
    wenn es doch einen Industriestrompreis geben soll?
    Gut, das kostet über die Zeit einige hundert Milliarden.
    Vielleicht finanziert durch ein weiteres Sondervermögen, dann fällt es nicht bei der Staatsverschuldung so auf.
    So als Dreifachwumms.
    Wenn es doch sowieso gegen die Wand geht, warum sollten nicht weitere Schulden für nötigen Wohnraum geschaffen werden? Der Wohnraum bleibt.
    2 Jahre bleiben noch, bis die Ökosozialisten vielleicht abgewählt werden.
    Was die alles anrichten können, haben wir in den noch nicht ganz ersten beiden Jahre gesehen.
    Da wird doch ein Dreifachwumms für den sozialen Wohnungsbau kein Problem sein.
    Wenn die Ukraine nach ihrem Sieg über Russland wieder aufgebaut werden muss, werden doch sicherlich auch die zig Milliarden aus Deutschland fließen. Und nicht nur zu günstigen Zinsen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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