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„Soll das Finanzamt seine Leute doch mal auf die Kanaren schicken“

Redaktion

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Von Stefan Kasper-Behrs

Wie fast jedes Jahr fliege ich mit meiner Familie nach Spanien auf die Kanaren. 2015 war es wieder soweit. Unser Reiseziel heißt Jandia auf Fuerteventura. Auf dem Weg zum Hamburger Flughafen spreche ich mit dem Taxifahrer über die Finanzkrise. Meine Frau verdreht die Augen. Ich bin noch nicht im Urlaubsmodus. Der Taxifahrer klagt über die völlige Kontrolle des Finanzamtes.

Kanaren2
Einkauf auf den Kanaren. Die Kasse steht eigentlich immer offen.

‘‘Jetzt können die vom Fiskus sich schon durch das Fiskaltaxameter jederzeit die Umsatzdaten ziehen. Nicht dass sie mich falsch verstehen, ich hab meine Steuern immer pünktlich bezahlt, aber diese Kontrolle schmeckt mir gar nicht! Sollen die doch mal ihre Leute vom Finanzamt nach Spanien, Griechenland oder Portugal zur Kontrolle schicken, als diesen Ländern immer mehr Geld in den Rachen zu werfen. Am Ende zahl ich doch als Taxifahrer die Zeche und sitz mir den Hintern hier wund. Aber was willst du machen, kannst doch wählen was und wen du willst. Wenn wir damals gefragt worden wären, ob wir den Euro haben wollen oder nicht, dann hätte ich NEIN gesagt! Dänemark, Schweiz und die Engländer wollten ihn doch auch nicht. Am besten Raus aus dem EURO und die D-MARK wieder. Den Export halten wir schon am Laufen! Am Ende sind doch die Deutschen sowieso immer die Doofen und werden reduziert auf den Zweiten Weltkrieg. ‘‘

Auf in den Urlaub

Hast du die Sonnencrem mit eingepackt, fragt meine Frau. Alles im Koffer, antworte ich. Und freut ihr euch schon? Frag der Taxifahrer meine Kinder. Beide nicken voller Vorfreude! Wo geht’s denn hin? Nach Fuerteventura.

Kanaren

28 Grad und ein starker Wind. Toller Strand. Wir sind angekommen! Gleich am ersten Tag geht es an den Strand, aber nicht ohne erst einmal entlang der Promenade an den Shops etwas einzukaufen. Zwei coole T-Shirts für unsere Mädchen. Ich bezahle. Dabei fällt mir wieder auf, dass die Kasse auf ist und der Verkäufer nichts in die Kasse tippt.

Ich erinnere mich an das letzte Jahr – wir waren 2014 auf Gran Canaria, da war es genauso. Immer das Gleiche. In fast allen Läden, wo man Sachen kaufen konnte, tippte keiner die Beträge in die Kasse. Die Registrierkassen waren permanent offen. Ich muss an den Taxifahrer aus Deutschland denken. Die nächsten Tage achtete ich ganz besonders auf die Läden beim Einkaufen. Lebensmittelgeschäfte haben wohl nicht die Möglichkeit, aber sonst waren es fast ausnahmslos kleinere Shops, die die Einnahmen in die offene Kasse legten. Unterm Strich wurde auf Fuerteventura ab und zu in diesen Läden die Einnahme eingetippt – auf Gran Canaria nahezu 100% nicht! Die Unternehmer (darf man die so nennen?) auf den Kanaren fühlen sich halt sicher und nicht kontrolliert.

Kanaren als Sonderzone innerhalb Spaniens

Nach unserem Urlaub recherchierte ich ein bißchen und musste mich schon wundern, denn seit Januar 2000 existiert die Sonderzone ZEC (Zona Especial Canaria), die zunächst bis 31. Dezember 2008 von der EU genehmigt war, und im Januar 2007 von der EU bis ins Jahr 2019 verlängert wurde. Diese von der spanischen Zentralregierung und der Regionalregierung gegründete und dem spanischen Wirtschaftsministerium angegliederte Organisation hat zur Aufgabe, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Kanaren zu fördern und zu erweitern, damit sie nicht nur von den vorherrschenden Wirtschaftszweigen Tourismus und Bau abhängt. Deshalb gibt es sogenannte ZEC-Unternehmen, die sich zu bestimmten Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen verpflichten, und somit beispielsweise von einem reduzierten Satz der spanischen Körperschaftsteuer von nur 4 Prozent profitieren können (normal in Spanien 30 Prozent).

Auf den Inseln Gran Canaria und Teneriffa ist eine Mindestinvestition von 100.000 Euro und die Schaffung von fünf Arbeitsplätzen Voraussetzung – auf den anderen Inseln mit geringerer Wirtschaft sind es 50.000 Euro und drei Neueinstellungen. Eine Hauptaufgabe der ZEC ist es, ausländisches Kapital auf die Kanaren zu holen. Bereits über 78 Prozent der Investitionen im Niedrigsteuergebiet stammen aus dem Ausland, davon über 13 Prozent aus Deutschland, was damit nach Spanien zum größten Investor unter den zugelassenen ZEC-Unternehmen wurde. Des Weiteren wird hier geregelt, dass die spanische Mehrwertsteuer auf den Inseln nicht gilt. Dafür wird die IGIC (Impuesto General Indirecto Canario), eine deutlich niedrigere Inselsteuer, erhoben. Hierbei handelt es sich um eine den Endverbraucher belastende indirekte Steuer, die der Mehrwertsteuer gleichkommt, mit einem generellen Steuersatz von 7 Prozent ab dem 1. Juli 2012. Auf dem Festland beträgt der Normalsatz 21 %. Das ist schon ein starkes Stück. Da können die Spanier ihre Waren mit einer 66% günstigeren Mehrwertsteuer gegenüber dem Festland anbieten und betrügen trotzdem!

Sinnlose Steuergeschenke

Ziel ist es, dass sich die Kanaren unabhängiger vom Tourismus machen. Ich frage mich, warum sie sich unabhängiger machen wollen? Sie sollten den Tourismus weiter fördern um Geld in die Kassen zu bekommen, damit sie das Festland unterstützen können. 66% weniger Mehrwertsteuer, und über 86% weniger Körperschaftsteuer.

Sobald der spanische Staat etwas über hat, kann er doch den Kanaren Kapital zur Unabhängigkeit vom Tourismus zur Verfügung stellen. Aber im Moment sehe ich andere Baustellen in Spanien. Viele Spanier kommen nach Deutschland und arbeiten in der Pflege. Gerade in der Altenpflege sind diese Arbeitskräfte aus Spanien in deutschen Pflegeheimen sehr begehrt. Das ganze läuft unter dem Titel „Pflegekräftemangel“. Der wahre Grund ist, dass die Betreiber der Pflegeheime lieber billige und teils leider auch nicht aus der Pflege kommende Spanier locken, als diesen Arbeitsplatz mit einer leistungsgerechten Bezahlung attraktiv zu machen. Für die Bankensanierung hatte Spanien 2012 von der EU einen Kreditrahmen von 100 Milliarden Euro bekommen. Davon nahm Madrid gut 40 Milliarden Euro in Anspruch.

Ich kann hier nur aus eigenen Erfahrungen berichten und freue mich auf Resonanz von Ihnen als Leser. Berichten Sie bitte von Ihren eigenen Erfahrungen. Sicher waren viele von Ihnen schon auf den Kanaren und haben auch ihre Erfahrungen gemacht. Ist es Ihnen auch aufgefallen, dass die Kassen in vielen Shops durchgehend geöffnet sind? Bitte berichten Sie auch von anderen europäischen Urlaubsländern wie z.B. Griechenland. Hat sich hier etwas getan?

Ich bin sehr gespannt!
Bis bald
Ihr Stefan Kasper-Behrs

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Havlicek Heinz

    29. Juli 2015 10:52 at 10:52

    Hallo! Wir haben ähnliche Erfahrungen auf Kreta gemacht, es war kurz vor dem Referendum. Der Tourismus boomt ja und die Lokale sind überfüllt. Trotzdem, wenn Sie z.B. in eine Bar gehen und zwei Cocktails bestellen, bekommen Sie diese mit einem wunderschönen Kassabon über € 14,- auf den Tisch serviert. Wenn Sie länger sitzen und dann noch vielleicht zwei Toasts und weitere Getränke bestellen, bekommen Sie diese ohne Bons serviert. Beim Bezahlen kommt dann die Kellnerin mit einem kleinen Handblock, auf dem die gesamte Konsumation handschriftlich aufgelistet ist. Die wird addiert, Sie zahlen dann vielleicht 32 Euro und bekommen natürlich keinen weiteren Beleg. Im Klartext heisst das, mindestens die Hälfte des Umsatzes wird schwarz abgewickelt, und das ist in allen Lokalen so. Kontrolle gibt es offensichtlich keine.

  2. Avatar

    Canario

    29. Juli 2015 12:48 at 12:48

    Guten Tag,
    wenn ich solche „Berichte“ lese, dann wird mir schlecht. Das reiht sich nahtlos ans Bild Niveau und zeigt dass der Verfasser keine Ahnung hat.
    Das mit den offenen Kassen beobachte ich hier nicht, selbst auf dem Bauernmarkt wird korrekt abgerechnet und man kann sogar mit Karte bezahlen. Ich frage mich eher, warum der Herr keine Quittung verlangt hat, als im Nachhinein rumzuheulen?
    Die reduzierte Mwst. gilt nicht nur für die Kanaren sondern auch in anderen EU-Randzonen Gebieten und vor allem auf Inseln, da die Waren vom Festland hier unter hohen Kosten erst antransportiert werden müssen. Der Durchschnittslohn eines gut ausgebildeten Arbeiters liegt hier bei ca 1000 Euro im Monat.
    Ach was, es bringt nichts, man kann die Welt sehen, wie man sie sehen will. Fahren Sie doch besser nach Rügen.
    MFG

    • Avatar

      admin

      29. Juli 2015 15:34 at 15:34

      Vielen Dank für ihren Kommentar,

      wenn jemand anderer Meinung ist, würde ich ihn nicht mit „Das reiht sich nahtlos ans Bild-Niveau und zeigt dass der Verfasser keine Ahnung hat.‘‘ abtun.

      Letztes Jahr waren wir 2x zwei Wochen in Maspalomas auf GranCanaria und es war so wie ich Ihnen berichtet habe. Tatsächlich haben wir uns einmal, damit wir überhaupt was in der Hand haben, ein Quittung geben lassen.

      Wir haben auch beobachtet: Wenn andere Urlauber bezahlten, ging das Geld auch immer in die offene Kasse. An der Playa de Ingles war es auch so. Dieses Jahr in Fuerteventura war es nicht so schlimm wie auf Gran Canaria.Es handeltet sich immer um kleinere Shops! Die ganz großen haben normal abgerechnet. Aber es gibt halt überwiegend in den Einkaufsmeilen die Kleinen. Es ist unsere eigene Erfahrung, die wir gemacht haben!

      Auf dem spanischen Festland, von wo Sie uns sicher berichten, habe ich auch nie so etwas gesehen! Hier habe ich nie eine offene Kasse erlebt. Ich möchte auch zum Ausdruck bringen, das es die fehlende Kontrolle ist, die ich Kritisiere, denn nur wenn es die gibt, wird sich auch das Verhalten der Leute ändern.

  3. Avatar

    aLf

    29. Juli 2015 13:16 at 13:16

    Bin früher in meinem Sommerurlaub jedes Jahr auf die griechische Insel gefahren. Ab 2011 ist mir aufgefallen, dass es dort auch tatsächlich Quittungen existieren – sogar von den Taxifahrern gab´s eine ordentliche Rechnung – in den Jahren davor eigentlich nicht…

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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