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Sozialkosten explodieren immer weiter: Sie wachsen schneller als die Wirtschaftsleistung – das ist ein Problem!

Im Jahr 2016 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 1,9% gewachsen. Wie wir aktuell vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erfahren, sind letztes Jahr die Sozialausgaben in Deutschland um 3,7% oder…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Im Jahr 2016 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 1,9% gewachsen. Wie wir aktuell vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erfahren, sind letztes Jahr die Sozialausgaben in Deutschland um 3,7% oder 33 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein Problem! Von einigen Wissenschaftlern und Publizisten wird das Problem hin und wieder angesprochen. Aber seien wir mal ehrlich: In der großen Politik wird dieses Thema nicht angesprochen.

Denn eine wirkliche Lösung geschweige denn einen Lösungsansatz scheint niemand so recht zu haben. Wie soll das Problem gelöst werden? Drastische Rentenkürzungen? So kann keine Partei eine Wahl gewinnen. Drastisch höhere Beiträge? Oder was sonst? Die Sozialausgaben betrugen letztes Jahr satte 918 Milliarden Euro, und es werden immer mehr. Die Sozialleistungsquote – das Verhältnis der Leistungen zum BIP – ist mit 29,3 % gegenüber dem Vorjahr (29,2 %) leicht gewachsen.

Hier noch einige Erläuterungen vom Ministerium im Wortlaut:

Im Mittelpunkt steht der Schutz vor den zentralen Lebensrisiken: Mehr als 80 % der Sozialleistungen bzw. gut 720 Mrd. Euro dienten zur Absicherung der Risiken Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Alter und Tod. Der Sozialschutz in Deutschland ist auch im europäischen Vergleich angemessen: Deutschland lag 2014 (letzte verfügbare Daten) auf dem neunten Platz der EU-28 Länder mit einer Sozialleistungsquote leicht über dem EU-Durchschnitt. Deutlich höhere Sozialleistungsquoten wiesen z. B. Frankreich oder Dänemark auf.

Nach den Ergebnissen einer Modellrechnung zur Entwicklung der Sozialleistungen bis 2021 wird die Sozialleistungsquote im Jahr 2017 um 0,5 Prozentpunkte auf 29,8 % steigen. Dieser Anstieg ist Folge von gesetzlich geregelten Leistungsverbesserungen in verschiedenen Bereichen der gesetzlichen Krankenversicherung, mit denen eine gut erreichbare Versorgung der Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau gestärkt wird. Dazu kommt die Neuregelung in der Pflegeversicherung durch das zweite Pflegestärkungsgesetz 2016, mit der ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt wurde. Zudem hat die hohe Rentenanpassung zum 1. Juli 2016 zum Anstieg der Sozialleistungen beigetragen, da sie 2017 als volles Jahr wirkt.

Wo liegt das Problem? Kann es sein, dass die Erwartungen hierzulande an die Leistungsfähigkeit der Sozialkassen einfach zu hoch sind, so dass diese immer mehr Geld aufwenden müssen? Wenn die Volkswirtschaft deutlich weniger erwirtschaftet (+1,9%) als die Sozialkosten ansteigen (+3,7%), dann kann das auf Dauer nicht funktionieren. Sollte man zum Beispiel die Steigerung der Sozialkosten an die BIP-Steigerung koppeln? Wahrscheinlich wird es aber alles so weiter laufen wie bisher. Die Kosten der Arbeitnehmer steigen hier und da, immer weiter. Die Leistungen der Rentner sinken auch immer weiter, langsam aber spürbar.


Die zuständige Ministerin Andrea Nahles. Quelle:  BMAS/ Werner Schuering

13 Kommentare

13 Comments

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    Dreistein

    3. August 2017 15:11 at 15:11

    Das wird so weitergehen. Solange es nicht aufhört die großen Konzerne zu pudern.
    Die Konzerne bekommen Forschungsgelder ( was auch teilweise richtig ist ) verkaufen dann ihre Produkte teuer, mit der Begründung die Entwicklungskosten sein auch extrem hoch. Damit machen sie dann Milliarden Gewinne. Im Gegenzug stellen diese Konzerne aber keine Leute ein sondern werden wieder subventioniert durch die kostengünstigere Variante der Leihfirmen. Hier fehlt das Geld für die Sozialkassen und der Leiharbeiter holt sich den Rest zum Leben wieder aus den Sozialkassen. Das ist doppelte Subvention der Konzerne zu Lasten der Bevölkerung / Steuerzahler. Diese Leiharbeiter / in bekommen dann auch keine ausreichende Rente und müssen wieder die Sozialkassen in Anspruch nehmen. Bei der Pharmaindustrie noch schlimmer, die nehmen ein zugelassenes Medikament für Alzheimer Erkrankung vom Markt kostete 60€ und bringen das gleiche Präparat unter neuem Patent gegen Krebs auf den Markt und verlangen das 20 fache mit identischen Wirkstoffen. Die Gewinne sprudeln zur Freude der Aktionäre und zum Leid der arbeitenden Bevölkerung. Solange hier kein Riegel vorgeschoben wird, ändert sich nichts aber auch Garnichts.

  2. Avatar

    Lutz Winter

    3. August 2017 15:26 at 15:26

    Hallo FMW-Redaktion, wenn der Haushalt 2017 gerade mal ca. 325 Milliarden für 2017 beträgt, wie kann dann der Bereich Soziales 720 Milliarden ausgeben?
    Laut Bundesamt wurden 2016 ca. 130 Milliarden für Soziales ausgegeben. Das die Steigerung von 3,7% realistisch ist kann angehen, aber es steigt sicher mehr wenn man die Migrationskosten mit reinrechnet.

  3. Avatar

    Helmut Josef Weber

    3. August 2017 16:57 at 16:57

    1977, in dem Jahr in dem ich mich als Handwerksmeister selbständig gemacht habe, lebten schon alle die Menschen, die bis 2030 in Altersrente gehen und nur noch dann 43% vom Netto als Rente erhalten.
    Auch lebten 1977 schon die Menschen, die nach 2042 in Rente gehen werden und bis dahin Beiträge zahlen.
    Also dürfte es jedem Hilfsschüler möglich gewesen sein, 1977 schon auszurechnen, das die 1977 und auch noch etwa 15 bis 20 Jahre später gegebenen Rentenversprechen, eine glatte Lüge waren.
    Ich konnte als Selbständiger dieses kriminelle Schneeballsystem verlassen, dass dann seinen Todesstoß bekam, als Millionen DDR Bürger ohne jemals Beiträge geleistet haben, Renten aus dem Umlagesystem bekamen.
    Praktisch bekam ein DDR Bürger der einen Tag nach der Wende in Rente ging, 45 Jahre Rentenbeiträge gutgeschrieben.
    Und das zieht sich 45 Jahre weiter so.
    Mit meiner privaten Vorsorge kann ich nun in Freuden in Andalusien als Altersrentner leben, ansonsten würde ich Grundsicherung in Deutschland bekommen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

    • Avatar

      maitdjai

      3. August 2017 21:19 at 21:19

      Besser „leise“ sein, und nicht ueber „Hilfsschueler“ schwadronieren. Trinken Sie einen schoenen Vino Tinto im schoenen Andalusien und sparen Sie sich Ihre Haeme.

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      Klein

      4. August 2017 10:12 at 10:12

      Hinzu kommt, dass die durch durchschnittlichen Renten in Ostdeutschland auch noch höher sind als im Westen, obwohl die Lebenshaltungskosten (insbesondere Mieten) im Osten günstiger sind.
      Was für ein Irrsinn und keiner muckt auf. Das geht nur in Deutschland.

      Dazu noch die Beamtenpensionen.
      Nach wie vor erhalten diese eine Pension von maximal 71,75 (in Worten: Einundsiebzigkommafünfundsiebzig) Prozent des Bruttogehalts, das sie während der zwei Jahre vor dem Ruhestand bezogen haben (und das Gehalt wird dann noch kurz vor der Pension erhöht).
      Dazu die hohen Kosten für die aus Steuergeldern finanzierte Beihilfe zur „privaten“ Krankenversicherung.
      Keiner weis, wie dieses System in Zukunft noch finanziert werden soll. Aber auch hier kein Aufschrei, kein Protest aus dem Volk.
      Die Beamten-Elite wird an dieser komfortablen Situation natürlich freiwillig nie etwas ändern und stattdessen lieber die Renten weiter runterfahren.

      Dann noch zu der ganz beiläufigen Pressemeldung, dass sich die Sozialkosten 2016 mal eben um „33 Milliarden“ (nur noch mal zu Erinnerung: 1 Milliarde entsprechen 1.000 Millionen) erhöht haben.
      Dies wird uns damit erklärt,dass sich u.a. die Kosten für Pflege und Renten erhöht hätten. Aha !
      Das dies in erster Linie die horrenden Kosten durch das von der „Welt-Sozialamtsleiterin Angela Merkel“ verursachte hereinwinken von „passlosen“ ( überwiegenden) Wirtschaftsflüchtlingen sind, hierzu keine Silbe, kein Wort.
      Das diese Kosten natürlich auch in den nächsten Jahren in ähnlicher Höhe anfallen ist wohl auch klar und dass, obwohl wir bereits eine Staatsverschuldung von über 2.000 Milliarden Euro haben.
      Aber alles kein Problem, da die „unabhängige EZB“ ja fleissig daran arbeitet, dass diese Schulden sich in Luft bzw. wertlosen Papier auflösen. Das dabei auch unser Erspartes, unsere Renten etc. erheblich an Wert verlieren. Auch egal.
      Der dumme deutsche Michel lässt alles mit sich machen und hält still. Wenn man aktuellen Umfragewerten glauben kann (was ich nicht tue bzw. hoffe, dass diese manipuliert sind), sind wieder mehr als 50% der Deutschen dafür, dass Angela Merkel wieder Kanzlerin wird.

      Fazit:
      Jedes Volk bekommt die Regierung bzw. jedes Schaf die Hirtin die es verdient.

      R.A. Klein

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        Michael

        4. August 2017 10:44 at 10:44

        @Klein, kann es ein, dass Sie die Tatsachen ins Gegenteil verdrehen?
        Sie schreiben:“Dazu die hohen Kosten für die aus Steuergeldern finanzierte Beihilfe zur „privaten“ Krankenversicherung.
        In Wirklichkeit ist es doch so, dass privat Versicherte massiv das marode GKV-System stützen. Die Gesetzliche Krankenversicherung ist dauerhaft auf Zuschüsse aus der Staatskasse angewiesen, um ihre Ausgaben tragen zu können. Im Jahr 2016 erreicht dieser Staatszuschuss eine Höhe von 14 Milliarden Euro. Die knapp neun Millionen Privatversicherten beteiligten sich daran als Steuerzahler im Schnitt mit über 175 Euro pro Kopf und Jahr. So stützen die Privatversicherten die Finanzierung der GKV, deren sozialpolitische Leistungen wie z.B. die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen sie selbst nicht erhalten.

    • Avatar

      joah

      7. August 2017 19:17 at 19:17

      »Praktisch bekam ein DDR Bürger der einen Tag nach der Wende in Rente ging, 45 Jahre Rentenbeiträge gutgeschrieben.«

      …und es kamen jede Menge einzahlende Junge und Erwachsene dazu. Auch wenn diejenigen (damaligen) Neurentner nichts in die BRD-Kasse eingezahlt haben, so waren zu damaliger Zeit zu deren Jugend-/Erwachsenenalter niemand für deren damalige Rentner in der BRD versorgungspflichtig, sondern nur in der DDR. Wer die andere Seite der Bilanzrechnung nicht sehen will, hat das Umlagesystem anscheinend noch nicht verstanden: aktuelle Jugendliche und Erwachsene zahlen immer für aktuelle Rentner – Auszahlungspriorisierung anhand eigener Wirtschaftsleistung in der Vergangenheit (Rentenpunkte) im Verhältnis zum aktuell vorhandenen Geldtopf.

  4. Avatar

    Irgendjemand

    3. August 2017 20:42 at 20:42

    Die Wirtschaft brummt… wie ein 30 Jahre alter Motor, der eigentlich mindestens 2000 U/min braucht damit er halbwegs zieht, aber mit viel zu großem Gang den Berg rauf bei 1000 U/min gefahren wird. Die Ölpumpe drückt bei der Drehzahl noch nicht richtig, die Umfangsgeschwindigkeit in den alten Lagern reicht nicht für n ordentlichen Schmierfilm, und die untertourigen Schwingungen sorgen für erhöhte Lagerbelastung. Die Karre fährt voll auf Verschleiß. Vorne kommt noch mehr Steigung. Das Gaspedal ist am Anschlag, aber vielleicht kann man noch etwas fester drücken? Die Fahrzeugführerin kommt auch nicht auf die Idee nen Gang (oder besser zwei oder drei) runter zu schalten, weil: Ist ja allgemein bekannt, dass man nen großen Gang benutzt wenn man schneller fahren will. Wenn dann weiter vorne die Steigung größer wird und die Karre langsamer wird, oder gar abstirbt, ist die Automobilindustrie schuld.

  5. Avatar

    Jakob

    4. August 2017 09:47 at 09:47

    Ja ja die Rentner, und kein Wort wird über die Migranten verloren…
    Deren (rechenbare) Kosten liegen weit über 20 Mrd, man denke nur an deren kostenlose Gesundheitsversorgung. Absicht?

  6. Avatar

    Dreistein

    4. August 2017 11:19 at 11:19

    Die 33 Milliarden sind die Kosten für die kürzer hier Lebenden. Nun kommen ja bald noch die mit der Windel um Kopf und Mundschutz, da in D schlechte Luft Stickoxide 50 Mikrogramm pro m³ Luft darf aber am Arbeitsplatz 950 Mikrogramm m³ sein. Nicht so schlimm Arbeit ist auch was für den Dödel Deutschen. Damit werden sich die Kosten mehr als verdreifachen.

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Goldpreis fällt 140 Dollar binnen 24 Stunden – die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis ist binnen 24 Stunden bis heute um satte 140 Dollar gefallen, von 2.020 Dollar auf aktuell 1.880 Dollar. Was für ein kräftiger Absturz. Gestern berichteten wir bereits über die Gründe, warum der Rückfall einsetzte. Der US-Dollar war gestiegen, was den Goldpreis schwächte. Diese Dollar-Stärke hat sich seit gestern früh bis heute früh fortgesetzt. Dazu kommt noch der sehr wichtige Faktor der Renditen für US-Staatsanleihen. Gestern waren sie schon auf 0,58 Prozent angestiegen.

Gründe für weiter stark gefallenen Goldpreis

Und heute früh? Da liegt die Rendite für die zehnjährigen US-Staatsanleihen bei 0,65 Prozent. Ein weiterer kräftiger Anstieg binnen 24 Stunden, was Gold weniger attraktiv für Anleger macht! Und noch etwas sollte man beachten. Schauen wir auf den folgenden Chart. Er zeigt seit Montag früh den Verlauf im Goldpreis (rot-grün) gegen den Dow 30 als CFD (blau). Bis gestern Abend haussierten die Aktienmärkte, was ebenfalls negativ auf Gold wirkte. Wenn andernorts gute Gewinne zu erzielen sind, wann dann Geld in Gold parken? Man sieht gestern Abend den Rückfall am Aktienmarkt.

Trotzdem konnte der Goldpreis davon nicht profitieren. Das ist ein Zeichen dafür, dass im Gold-Absturz mehr steckt. Nämlich ein kräftiges, großes Verschnaufen nach den wochenlangen kräftigen Kursanstiegen. Jetzt gab es den großen Abverkauf. Die Gründe, die für einen erneut steigenden Goldpreis sprechen, sind immer noch da. Von daher können sich Anleger die Frage stellen, ob Kurse von derzeit unter 1.900 Dollar gute Einstiegschancen darstellen.

Analystenkommentare

Milan Cutkovic, Marktanalyst AxiTrader, sagt ganz aktuell: Gold hat seit Freitag rund 200 US-Dollar an Wert verloren und bleibt auch heute Morgen unter Druck. Der massive Kursanstieg innerhalb von kurzer Zeit hat so manch einen Anleger zu Gewinnmitnahmen verführt. Zudem steigen die Aktienmärkte wieder, während der US-Dollar sich leicht erholt. Während kurzfristig die Turbulenzen im Goldpreis anhalten könnten, bleibt der mittel- und langfristige Ausblick aber weiterhin positiv. Die Flut an billigem Geld und die zahlreichen Unsicherheiten, die auch für die kommenden Monate bestehen bleiben dürften, sollte die Nachfrage nach dem Edelmetall stabil halten.

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote schreibt aktuell zur Lage am Goldmarkt, dass der steile Anstieg der US-Renditen Gold getroffen habe. Das Edelmetall fiel in einer Sitzung um etwa 170 Dollar und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit sieben Jahren. Der Goldpreis stürzte auf 1.862 $ Dollar ab, als die Halter spekulativer Longpositionen zum Ausstieg eilten, um sich einen Gewinn zu sichern. Die Abwärtskorrektur, die wir beim Gold gesehen haben, kam angesichts der atemberaubenden Erholung, die dieser Bewegung vorausging, nicht überraschend. Doch kurz vor der Marke von 1845 Dollar, dem großen 38,2 Prozent Retracement der März-August-Rally, dürfte sich der Ausverkauf abkühlen und seinen Platz der Konsolidierung und einigen Dip-Käufen überlassen, da die düstere Risikostimmung und die steigenden Inflationserwartungen inmitten massiver geld- und finanzpolitischer Stimuli für Gold mittel- und langfristig weiterhin unterstützend wirken, so Ipek Ozkardeskaya.

Chart zeigt Goldpreis im Vergleich zum US-Aktienmarkt

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Zahlungsverzögerungen nehmen zu – und Gastro kämpft ums Überleben

Redaktion

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Zahlungsverzögerungen in der Gastronomie dürften stark zunehmen

Die Zahlungsverzögerungen zwischen Unternehmen nehmen zu. Zwar nur ganz leicht, aber sie nehmen zu. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform lag die durchschnittliche Verzugsdauer der untersuchten 3,5 Millionen Rechnungsbelege im 1. Halbjahr 2020 bei 10,82 Tagen. Das ist ein Plus von 0,13 Tagen im Vergleich zum 2. Halbjahr 2019. Stark betroffen seien Chemieindustrie und die Grundstoffbranche. Das Logistikgewerbe hat die Gläubiger dagegen weniger belastet und weist geringere Zahlungsverzögerungen auf.

Man darf annehmen, dass diese zunehmenden Zahlungsverzögerungen nur der Anfang sind. Denn viele Unternehmen haben zum Anfang der Coronakrise Zuschüsse erhalten, und auch zinsgünstige Kredite. Aber viele ahnen wohl, dass man davon nicht mehr ewig leben kann, und dass die nun wieder ansteigenden Umsätze die finanziellen Probleme nicht wirklich lösen werden. Also dehnt man die Abstände zwischen Rechnungserhalt und Überweisung aus?

Und noch ein zweiter Grund dürfte zu nennen sein, warum die Zahlungsverzögerungen bei Unternehmen zunehmen, und wohl noch weiter zunehmen werden. Denn bis Ende September ist die Pflicht für kaputte Unternehmen Insolvenz anmelden zu müssen, ausgesetzt. Der Gesetzgeber wird diese Aussetzung höchstwahrscheinlich bald bis März 2021 verlängern – oder wenn es nach der CDU geht, wohl bis Ende Dezember 2020. Was auf den ersten Blick eine gute Sache im Sinne der Unternehmen ist, die sich durch die Coronakrise retten wollen, erweist sich bei genauerem Hinsehen als zunehmend großes Problem. Denn immer wenn der Staat etwas (im guten Glauben) künstlich verzerrt, entstehen Probleme. Auf dem Papier noch nicht insolvente Kunden zögern Zahlungen wohl immer weiter hinaus.

Und der Lieferant kann immer schwieriger einschätzen, welcher Kunde eigentlich noch gesund ist, und welcher eigentlich schon längst insolvent ist. Denn dank der Aussetzung der Insolvenzpflicht kann man derzeit ja nicht erkennen, ob ein Betrieb längst am Ende ist. Also wird die Vorsicht der Lieferanten wohl weiter zunehmen. Das erklärt auch folgende Aussage der Creditreform. Zitat:

Die durchschnittliche Forderungslaufzeit lag in den ersten sechs Monaten (42,88 Tage) leicht unter dem Vorjahreswert (43,11 Tage). Diese Zahl verdeutlicht, dass im Schnitt rund 1,5 Monate vergehen, bis der Erbringer einer Leistung sein Geld erhält. Sie setzt sich aus dem Zahlungsziel und einem eventuellen Zahlungsverzug zusammen. In den zurückliegenden Monaten hat die Kürzung der Zahlungsziele durch die Lieferanten von 32,33 (1. Halbjahr 2019) auf 32,06 Tage (1. Halbjahr 2020) einen Anstieg der Außenstandsdauer verhindert.

Gastronomie vor dem Kollaps

Dass die Zahlungsverzögerungen stark zunehmen werden, das darf erwartet werden. Denn man schaue dazu nur auf die ganz frische Meldung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA). Demnach kämpfe das Gastgewerbe in Deutschland ums Überleben. Auch hier kann man sagen: Es gab Zuschüsse und Kredite, das reichte einige Monate um gerade noch liquide zu bleiben. Aber jetzt? Fast 60 Prozent der vom DEHOGA befragten Betriebe sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Hier auszugsweise Aussagen des DEHOGA im Wortlaut:

Um Arbeitsplätze und Betriebe zu retten und eine Pleitewelle ungeahnten Ausmaßes zu verhindern, fordert der DEHOGA eine Verlängerung der Kurzarbeitergeld-Regelung, die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung mit Einbeziehung der Getränke, eine Verlängerung der Überbrückungshilfen sowie eine gesetzliche Regelung zur coronabedingten Pachtminderung. „Denn die Krise ist noch längst nicht vorbei“, so Guido Zöllick. „Die Angst vor dem Winter ist groß.“

Von Januar bis Juli beklagen die Betriebe laut der aktuellen DEHOGA-Umfrage durchschnittliche Umsatzverluste in Höhe von 60,1 Prozent. Dabei betrugen die Einbußen im März bereits 63,0 Prozent, im April dramatische 86,8 Prozent, im Mai 73,7 Prozent, im Juni 52,2 Prozent und im Juli 43,2 Prozent. Bezogen auf das Gesamtjahr rechnen die Betriebe mit einem Umsatzrückgang im Schnitt von mindestens 51,0 Prozent. Ein Grund für die Umsatzverluste sind auch die coronabedingten Vorschriften. Aufgrund der Abstandsgebote ist die Kapazität der Betriebe um durchschnittlich 42,0 Prozent eingeschränkt.

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Hongkong: So sehen Proteste aus – Aktien bis zu 2.000 % im Plus!

Redaktion

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Seit gestern passieren verrückte Dinge an der Börse in Hongkong. Zum Beispiel hat das Medienunternehmen Next Digital einen Kurssprung von weit über 2000 % hingelegt. Am Freitag notierte der Aktienkurs noch bei 0,085 HKD, am Dienstag lag die Aktie in der Spitze bei 1,96 HKD, das entspricht einem Anstieg von 2.300 % in zwei Tagen. Allein heute lag die Aktie zwischenzeitlich fast 1000 % im Plus.

Das ist allerdings nicht das einzige Beispiel. Zwar nicht ganz so überwältigend, aber ebenso beeindruckend haben sich die Aktien von Mi Ming Mart und Most Kwai Chung entwickelt. Diese konnten sich seit Freitag vervierfachen. Zudem hat sich die Aktie von HKTV verdoppelt. Von diesen Unternehmen haben wohl fast alle von Ihnen noch nie etwas gehört. Wie kann es schließlich dazu kommen, dass diese unbekannten Hongkonger Unternehmen so gigantische Kursanstiege vollziehen? Was haben diese Unternehmen gemeinsam? Daneben verblassen sogar die Kurszuwächse von Apple oder Tesla.

Was sind die Gründe für die Kurssprünge in Hongkong?

Mit der Einführung des Sicherheitsgesetzes am 01.07. ist es in den Straßen Hongkongs ruhiger geworden. Große Protestmärsche sind aufgrund der großen Gefahr einer Verhaftung unmöglich. Um weiterhin einen Beitrag zur Demokratiebewegung zu leisten, müssen sich die Hongkonger deshalb neue Methoden überlegen. Am Montag ist dann etwas Entscheidendes passiert, dass zu den außergewöhnlichen Bewegungen an der Börse geführt hat.

In den letzten Tagen wurden nämlich führende Köpfe der Demokratiebewegung infolge des Sicherheitsgesetzes verhaftet. Unter ihnen die Aktivistin Agnes Chow sowie der Medienmogul und Besitzer von Next Digital Jimmy Lai. Insbesondere die Verhaftung von Jimmy Lai am Montag hat zu der außergewöhnlichen Maßnahme und der atemberaubenden Unterstützung der Hongkonger Bevölkerung geführt. Um es kurz zu erklären, Jimmy Lai ist der Chef von Apple Daily, der einzigen Medienanstalt in Hongkong, die unabhängig von dem Einfluss und der Propaganda der chinesischen Regierung berichtet.

Die Verhaftungswelle gilt als Antwort des chinesischen Regimes auf die gerade eingeführten Sanktionen der USA. Die Festnahmen der Aktivisten haben ein derartiges Entsetzen in der Bevölkerung ausgelöst, dass man beschlossen hat Jimmy Lai und andere Aktivisten zu unterstützen. Da man das aber nicht mehr auf der Straße tun kann, musste man kreativ sein und hat die Aktien von Next Digital und anderen pro-demokratischen Unternehmen gekauft. Infolgedessen kam es zu den gigantischen Anstiegen innerhalb von zwei Tagen. Andererseits wurden gleichzeitig diverse chinesische Unternehmen an der Hang Seng in Hongkong abverkauft. Die Protestaktion kann sich in den nächsten Tagen fortsetzen und weiterhin für hohe Volatilität bei bestimmten Aktien sorgen.

Hongkong: So sehen Proteste aus - Aktien bis zu 2.000 % im Plus! Next Digital

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