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Belastungsfaktoren nehmen zu S&P 500-Korrektur: Braut sich der perfekte Sturm zusammen?

Aktienmärkte Korrektur. Grafik: Who is Danny - Freepik.com

Die Korrektur an der Wall Street weitet sich aus, nachdem der Gegenwind für die Aktienmärkte weiter zugenommen hat. Lange Zeit gelang es den US-Börsen, die Belastungsfaktoren wie die Aussicht auf eine spätere Zinswende der Fed und steigende Renditen zu ignorieren und die Rekordjagd unbeirrt fortzusetzen. Doch die Eskalation im Nahen Osten war wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der US-Leitindex S&P 500 ist in den letzten beiden Handelstagen um 2,6 % eingebrochen und auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen. Dies ist auf die Besorgnis über die geopolitische Eskalation zwischen Isreal und dem Iran sowie den sinkenden Erwartungen, dass die Fed bald die Zinsen senkt, zurückzuführen. Auch der Auftakt in die Berichtssaison konnte bisher nicht vollends überzeugen.

Aktienmärkte: Zu viele Belastungsfaktoren

Der jüngste Kurseinbruch im S&P 500, der am Freitag seinen Lauf nahm, wurde durch die weiter steigenden Renditen aufgrund der Sorge vor länger höheren Fed-Zinsen ausgelöst und durch weitere Anzeichen einer Eskalation im Nahen Osten angeheizt. Am Montag beschleunigte sich die Korrektur, nachdem die guten Daten zu den Einzelhandelsumsätzen die Wetten darauf beflügelt hatten, dass die Fed es nicht eilig haben dürfte, die Zinsen zu senken. Zudem bekräftige Israel, dass ihr Land keine andere Wahl habe, als auf den Angriff des Irans vom Wochenende zu reagieren. Der Dollar legte gegenüber den wichtigsten Währungen zu und die 10-jährige Benchmark-Rendite erreichte mit 4,66% ein neues Jahreshoch.

Die Korrektur im S&P 500 wurde auch dadurch verstärkt, dass die Anleger einen Teil ihrer umfangreichen Long-Positionen liquidiert haben. Sollte sich die Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten fortsetzen, könnten weitere Liquidierungen folgen. Angesichts der immer noch sehr einseitigen Positionierung im S&P 500 ist das gar nicht abwegig. Statt eines Short-Squeeze, wie in den Wochen zuvor, könnte es zum Long-Squeeze kommen. All die genannten Belastungsfaktoren zusammen bilden einen „Cocktail der Unruhe“ für die US-Aktienmärkte. Es scheint fast so, als ob der Mix an Belastungsfaktoren, die Basis für den perfekten Sturm legen könnte. Das muss aber nicht sein – ein Hoffnungsschimmer bleibt: Eine überzeugende Berichtssaison für das erste Quartal.

Berichtssaison als Hoffnungsschimmer

Neben den Geschehnissen im Nahen Osten rückt ebenfalls die Berichtssaison in dieser Woche in den Fokus. Die Hoffnung der Anleger ruht nach den jüngsten Ereignissen auf einer überzeugenden Berichtssaison, die traditionell mit den Zahlen einiger US-Großbanken begonnen hat. Die US-Banken legten zwar größtenteils gute Zahlen vor, allerdings trübten die gedämpften Aussichten auf künftige Zinserträge die Stimmung der Anleger ein. Nach der Rally der Bank-Aktien nahmen Investoren daher Gewinne mit. Die Analysten bleiben aber optimistisch. Es gibt eine Markterwartung eines 38 % Anstiegs der Gewinne bei den Tech-Schwergewichten, die der Katalysator für die Rally im S&P 500 sind. Am Nachmittag steht auch noch der Auftritt von Jerome Powell im Fokus. Der Fed-Chef wird erstmals nach den zuletzt heißer ausgefallenen Inflationsdaten äußern.

S&P 500: Korrektur nimmt Fahrt auf

Die charttechnische Lage im S&P 500 hat sich in den letzten Tagen deutlich eingetrübt. Der Index ist aus seinem seit über fünf Monaten andauernden Aufwärtstrendkanal herausgefallen und hat nun einen Abwärtstrend ausgebildet. Im gestrigen Handel hat er zudem die EMA50 (aktuell bei 5.163 Punkten) als Widerstand bestätigt, die für den kurzfristigen Trend wichtig ist.

Der Rücksetzer im S&P 500 erreichte am Montag eine wegweisende Zone zwischen 5.074 (Ziel einer ABC-Korrektur) und 5.051 Punkten (61,8 Fibo-Retracement). Hier müssen die Bullen eine Reaktion zeigen, ansonsten drohen weitere Kursverluste. Sollten die Bullen den Bereich nicht verteidigen können, dürfte sich die Korrektur in Richtung der runden 5.000-Punkte-Marke und tiefer ausweiten. Da der RSI-Indikator im H4-Chart noch keine überkaufte Lage anzeigt, wären weitere Kursverluste denkbar.

S&P 500-Korrektur: Stützen die Fed und die Berichtssaison die Aktienmärkte?
Korrektur: S&P 500 fällt aus seinem Aufwärtstrendkanal

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