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Steigender Ölpreis: Ein altes Gespenst ist wieder aufgetaucht

Es ist ermüdend, finden Sie nicht auch? Das alte Gespenst des „Oil Freeze“ wurde wieder aus seinem Kerker entlassen und spukt durch die Redaktionen und Handelsräume. Dabei war es doch lange weggesperrt…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist ermüdend, finden Sie nicht auch? Das alte Gespenst des „Oil Freeze“ wurde wieder aus seinem Kerker entlassen und spukt durch die Redaktionen und Handelsräume. Dabei war es doch lange weggesperrt. Im Frühjahr hieß es immer wieder von diversen „informierten Personen“ und OPEC-Mitgliedern „Ja, die große Einfrierung der Öl-Fördermenge durch die OPEC steht bevor“. Und die ständige Wiederholung dieser Hoffnung ließ den Ölpreis steigen und steigen. Nur irgendwann wurde das Gerücht so oft wiederholt, und entpuppte sich dann immer wieder nur als Enttäuschung, dass es niemand mehr hören konnte.

Rausgelassen hat das Gespenst heute anscheinend ganz aktuell das „Wall Street Journal“ (WSJ). Wie das Blatt erfahren haben will, wollen OPEC-Delegierte beim „International Energy Forum“ in Algerien vom 26.-28. September über eine Wiederbelebung des „Oil Freeze“-Konzepts beraten. So sagte der Öl-Minister von Katar Mohammed bin Saleh al-Sada (auch gleichzeitig amtierender OPEC-Präsident) dem WSJ die OPEC diskutiere ständig Wege um den Markt zu stabilisieren. Und genau in diesem Zusammenhang erwähnte er das Treffen in Algerien.

Auch erwähnte er die weltweite Öl-Nachfrage werde im 2. Halbjahr steigen, während die Angebotsseite schwächer laufen werde. Na das passt doch alles: Ein Treffen, dazu ein zwei laue Aussagen, und zurück ist das Oil Freeze-Gespenst. Russland als einer der wichtigen Akteure, ohne die so eine Einfrierung eh keinen Sinn macht, lies heute verlauten bei weiter fallenden Ölpreisen sei man immer bereit über eine Einfrierung zu diskutieren. Das Problem mit dieser Aussage: Im 1. Halbjahr kamen aus Russland diverse positive wie auch gegenteilige Aussagen zu dem Thema – steckt hier irgendein Kalkül dahinter?

Wie passend, dass die Einfrierungs-Nummer gerade jetzt aus dem Hut gezaubert wird, wo der Ölpreis sich nach einer wochenlangen Talfahrt jetzt knapp drei Dollar erholt hat auf über 42 Dollar im WTI. Bisher ist das nur eine Mini-Erholung. Geändert hat sich in den letzten Monaten am Grundproblem nichts. Viele Fracking-Buden in den USA sind zwar pleite – viele andere aber sind nur im Winterschlaf und warten auf konstant gute Ölpreise über 50 Dollar, damit sie ihre Förderanlagen wieder hochfahren können. Die Golfstaaten mit ihren gigantischen Haushaltslöchern brauchen auch höhere Ölpreise, würden dann aber wie 2014 massiv Marktanteile an die Fracker verlieren.

Tja, was tun? Was tun?? Wem geht zuerst das Geld aus? Eigentlich müssten es die Fracker sein, aber die hielten in den letzten 1 1/2 Jahren schon erstaunlich lange durch. Wie auch immer: Das jetzige Gerücht für das Datum Ende September lässt Raum für einen 6 Wochen lang steigenden Ölpreis. Wer weiß schon ob es so kommt, aber möglich ist ein kleiner Anschluss-Schub nach diesem kurzen Ansteigen auf über 42 Dollar durchaus.

Ölpreis
Der WTI-Ölpreis seit Ende Juni.

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Gold/Silber

Goldpreis mit Bewegung? Mögliche Kausalkette beginnt bei der EZB

Claudio Kummerfeld

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am

Mehrere Gold-Barren

Eine Kausalkette ist eine Reihe von Ursachen und Wirkungen, wobei die Wirkung wieder zu einer neuen Ursache wird. In diesem Fall fängt diese Kette wohl bei der EZB an. Sie hat gestern angekündigt (hier die wichtigsten Punkte der PK), dass man im Dezember vermutlich auf die verschlechterte Corona-Lage in Europa reagieren und weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Was das mit dem Goldpreis zu tun haben könnte? Nun, dann mal los mit der Kausalkette.

Anstehende EZB-Maßnahmen weisen auf steigenden oder fallenden Goldpreis hin?

Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, schwächt das den Euro. Da der Euro global das größte Gegengewicht gegen den US-Dollar ist, könnte der US-Dollar vermutlich aufwerten, sichtbar im Dollar-Index, einem Währungskorbs gegenüber anderen Hauptwährungen, wo der Euro das Haupt-Gegengewicht zum Dollar darstellt. Ein stärkerer US-Dollar sollte wiederum den Goldpreis schwächen. Denn alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert oft schwächer, wenn der US-Dollar aufwertet.

Aber halt, die Sache mit so einer klar nachvollziehbaren Kausalkette (EZB-Zinsen-Euro-Dollar-Gold) kann auch schnell wieder unklar werden. Denn wo der US-Dollar im Dezember womöglich vor einer weiteren Aufwertung steht, und der Goldpreis damit einem Abwärtsdruck ausgesetzt ist – da findet sich auch ein gutes Argument für einen steigenden Goldpreis. Denn wenn die EZB ihre Zinssätze weiter absenkt, würde dies das zinslose Gold gegenüber Anleihen mit Negativrenditen noch attraktiver machen. Denn der Einlagenzins der EZB ist ja bereits mit -0,50 Prozent im Negativbereich – und das zinslose Gold ist nunmal immer exakt bei 0,00 Prozent.

Expertenkommentare über EZB

Und wie aktuelle Expertenkommentare zeigen, könnten die Zinsen der EZB im Dezember in der Tat weiter sinken. So sagen die Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar, dass man erwarte, dass das PEPP-Anleihekaufprogramm der EZB bis Ende 2021 verlängert und um 600 Milliarden Euro erhöht werde, im kommenden Jahr neue Langfristtender (TLTROs) auflegt und den Einlagensatz nochmals um 10 Basispunkte auf -0,6% gesenkt werde. Hiervon solle Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitieren, so die Commerzbank. Man gehe daher nicht davon aus, dass der Goldpreis weiter stark nachgeben wird. Allerdings dürfte er in den kommenden Wochen Gegenwind von der Währungsseite erhalten, da man nach den Ankündigungen von EZB-Präsidentin Lagarde nun bis Jahresende keine EUR-Aufwertung mehr, sondern eine EUR-Abwertung (und damit einen festeren US-Dollar) unterstellen, so die Commerzbank. DIW-Chef Marcel Fratzscher hat in seinem aktuellsten Kommentar zu den gestrigen EZB-Aussagen erwähnt, dass er eine Ausweitung um der Anleihekäufe der EZB um 500 Milliarden Euro und eine Verlängerung bis Ende 2021 erwarte.

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.881 Dollar. Nach dem gestrigen Tief bei 1.860 Dollar konnte sich der Markt wieder etwas stabilisieren, weil der US-Dollar seit gestern minimal schwächelt. Aber von einer stärkeren Dollar-Abwertung kann noch keine Rede sein. Die Lage rund um das Edelmetall bleibt unklar. Im Zuge der stark fallenden Aktienkurse und des deutlich steigenden US-Dollar war der Goldpreis diese Woche von 1.910 Dollar auf das Tief von 1.860 Dollar gefallen – jetzt hat sich die Lage vorerst beruhigt. Weitere Abwärtsschübe am Aktienmarkt könnten (so meine bescheidene Meinung) zusätzlich zu einem stärkeren US-Dollar erneut Druck auf Gold ausüben.

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