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Energiekrise Strompreis hat sich vervielfacht – Aussichten für den Winter

Der Strompreis hat sich vervielfacht. An dieser Stelle bieten für eine Analyse der Lage und Aussichten für den kommenden Winter.

Strommasten im Nebel

Der Ausfall von Kernkraftwerken und die gestiegenen Preise für Kohle und Gas treiben den Strompreis in Europa vorübergehend auf über 1.000 Euro pro Megawattstunde. Hier eine Analyse der aktuellen Lage und ein Ausblick auf das, was auf die Wirtschaft und die Privathaushalte im Winter noch zukommt.

Strompreis mit Verdreizehnfachung seit Jahresbeginn

Der Strompreis kletterte heute an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig zwischenzeitlich auf das Rekordniveau v. 680 Euro pro Megawattstunde (€/MWh). Aktuell sind es 489 €/MWh zur Lieferung am 21. Juli um 19:00 Uhr. Am 1. Januar dieses Jahres lag der Strompreis noch bei 38 €/MWh, das entspricht einer Verdreizehnfachung. Die starken Preisschwankungen während des Tages haben mit den unterschiedlichen Netzauslastungen zu den verschiedenen Uhrzeiten zu tun:

Strompreis-Entwicklung seit Jahresanfang

Umso weiter man in die Zukunft schaut, umso teuer wird der Strompreis: Für das vierte Quartal werden die Strom-Kontrakte für Deutschland aktuell um die 600 Euro pro MWh gehandelt. Für Frankreich sogar bei über 1.000 €/KWh (1.055 €/KWh). Neben der Verknappung und Verteuerung fossiler Energieträger, wie Gas und Kohle, treiben vor allem die Ausfälle von knapp der Hälfte der insgesamt 56 Atomreaktoren des staatlichen französischen Energiekonzerns EDF die Stromkosten nach oben. Zum einen ist der überwiegende Teil der Meiler von EDF älteren Jahrgangs und muss regelmäßig für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden. Zum anderen mussten zwölf Reaktoren der jüngeren Baureihe laut EDF wegen „überraschenden“ Korrosionsproblemen von der Nuklearen Sicherheitsbehörde Frankreichs stillgelegt werden.

Deutschland lieferte im gesamten Jahr 2022 zum Ausgleich der vorherrschenden Knappheit Strom nach Frankreich. Der Exportsaldo belief sich allein im ersten Quartal auf 13,8 Terawattstunden (1 TWh = 1 Mrd. KWh) und lag damit deutlich über der Leistung der noch bis Ende des Jahres in Betrieb befindlichen drei deutschen Atomkraftwerke, die im gleichen Zeitraum lediglich 8,6 Terawattstunden Strom erzeugten. In den Jahren zuvor hatte Deutschland Atomstrom aus Frankreich importiert – nun kehren sich die Lieferwege zum ungünstigsten Zeitraum um, was auch den Strompreis für deutsche Verbraucher massiv ansteigen lässt.

Strommix in Deutschland noch stark von Kohle abhängig

Im Juni 2022 wurden in Deutschland 38 TWh Strom erzeugt. Den größten Anteil daran hatte die Kohleverstromung mit 24 Prozent (9,1 TWh). Kernenergie steuerte hingegen nur noch 8,7 Prozent bei (3,3 TWh). Erdgas 11 Prozent (4,2 TWh). Bereits Ende letzten Jahres wurden die Atomkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf abgeschaltet. Die Regierungskoalition besteht momentan noch auf die Abschaltung der verbliebenen Meiler Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 zum 31. Dezember dieses Jahres. Kommt es tatsächlich zur Stilllegung, dann würde die Abhängigkeit der Stromerzeugung von fossilen Energieträgern erneut ansteigen, anstatt weiter zu sinken.

50 Prozent der Stromerzeugung stammten im Juni 2022 aus erneuerbaren Energien und hier vor allem aus Solarenergie (8 TWh bzw. 21 Prozent). Allerdings gehört der Juni zu den sonnenreichsten Monaten des Jahres. So steuerte die Solarenergie im Januar 2022 nur magere 1,01 TWh bzw. 2,2 Prozent zur Deckung des Strombedarfs in Deutschland bei. Im Februar und März waren es 5,2 bzw. 13,3 Prozent (Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, ISE). Spätestens ab Oktober wird es daher ernst am deutschen Energiemarkt, und der Strompreis könnte weiter auf Rekordjagd gehen.

Grafik zeigt Strommix in Deutschland
Strommix 2022: Stromerzeugung in Deutschland (strom-report.de)

Der Ökonom und langjährige Präsident des ifo Instituts in München, Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, hatte bereits frühzeitig vor dem Scheitern der deutschen Energiewende gewarnt – lange vor dem Ukraine-Krieg.

Erste Blackouts als Vorgeschmack auf den Winter

Was auf deutsche Stromkunden im Winterhalbjahr zukommen könnte, davon bekamen ca. 10.000 Menschen in Badan-Baden, Lichtental, Geroldsau, Malschbach, Müllenbach und Ebersteinburg am vergangenen Mittwoch bereits einen Vorgeschmack. Sogar der Notruf und Ampelanlagen fielen über Stunden aus.

Die Stuttgarter-Zeitung zum Blackout: „In Baden-Baden hatten wir noch nie eine so große Störung“, sagte der Stadtwerke-Chef Helmut Oehler. Die massive Störung hatte kurz vor Mitternacht begonnen. Für die meisten Betroffenen dauerte der Stromausfall zwischen sechs und zehn Stunden, erklärte Oehler.“ Kommt es während der Heizperiode in diesem Winter zu Lieferengpässen bei Kohle, weil die dafür benötigte Infrastruktur limitiert ist, oder es treten anderweitige Störungen, z. B. bei Gaslieferungen auf, dann ist die Versorgungssicherheit in ganz Deutschland gefährdet.

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Auf jeden Fall kommen auf die Industrie massive Mehrausgaben durch den gestiegenen Strompreis zu, die wiederum die gesamte Teuerungsrate weiter hochhalten und vor allem die Margen der Unternehmen aus energieintensiven Sektoren belasten. Dazu gehören die Erzeuger von Stahl, Papier, Glas, Baustoffen sowie die Chemiebranche. Im Dienstleistungsbereich sind vor allem die Bahn, Bäckereien, Großküchen und Schwimmbäder auf günstige Strompreise angewiesen.

Anstehende Mehrausgaben für Strom

Der Geschäftsführer Energie bei Check24, Steffen Suttner, sagt gegenüber dem Handelsblatt: „Die Energiekosten steigen seit 2020 stetig und sind seit Ende 2021 regelrecht explodiert. Die jährlichen Strom-, Gas- und Heizungskosten für einen Musterhaushalt lagen im Juni 2022 bei durchschnittlich 6.589 Euro. Das sind 58 Prozent beziehungsweise 2422 Euro mehr als im Juni 2021.“

Preisdeckel beim Strompreis durch Aussetzung der EEG-Umlage und einmalige Unterstützungszahlung

Eigentlich wäre der Strompreis heute noch teurer, denn die EEG-Umlage sollte im Jahr 2021 weiter auf 9,65 Cents pro kWh erhöht werden. Mehr als ein Viertel der EEG-Umlage wurde gleichwohl durch das Pandemie-Konjunkturpaket 2020 wegsubventioniert. Gut 11 Milliarden Euro Steuergelder kostete die Drückung der EEG-Umlage 2021 um 3,15 Cents auf 6,5 Cents. Auch für das laufende Jahr 2022 wurde die EEG-Umlage auf 3,7 Cents gedeckelt. Dennoch hat sich der Strompreis vervielfacht. Im kommenden Jahr soll die EEG-Umlage nach heutigen Vorstellungen der Regierungs-Koalition ganz abgeschafft und stattdessen vom Steuerzahler übernommen werden.

Zur Entlastung der Bürger hat die Bundesregierung eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro als „Energiekostenzuschuss“ für Arbeitnehmer beschlossen, die spätestens mit dem Gehalt im September 2022 ausgezahlt wird und ab Juli zur Abrufung durch die Arbeitgeber bereitsteht. Selbstständige und Freiberufler können den Betrag steuermindernd für das Geschäftsjahr 2022 nutzen. Auch Transfergeldempfänger haben Anspruch auf die Energiepauschale. Rentner kommen offiziell hingegen nicht in den Genuss dieses Zuschusses. Allerdings gibt es Tricks, wie auch die Bezieher von Ruhestandsgeldern die Entlastungszahlung in Höhe von 300 Euro erhalten können. Dennoch entspricht dieser vorerst einmalige „Entlastungsbetrag“ nur einem Bruchteil der dauerhaft höheren Energiekosten und stellt keine nachhaltige Entlastung für die Verbraucher dar.



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40 Kommentare

  1. Seltsam,
    Habeck hat den Leuten doch gerade frisch erzählt, dass Deutschland kein Stromproblem hat.
    Da wurde noch schnell ein Heizlüfter für den Winter gekauft.
    Dass der Zappelstrom nicht funktioniert für eine sichere Stromversorgung, hatte Prof. Sinn schon vor etwa 7 Jahren erklärt.
    Die Grünen wussten es besser, und wollten N2 nicht.
    Ja, ich weiß Sanktionen gegen Putin.
    Gut, aber nun wird man den Menschen erklären müssen, wer ihre Stromrechnungen denn bezahlt; ich meine plus Gasrechnung, plus Inflation.
    Ich bin ja mal gespannt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Ach diese Kröte müssen die Grünen schlucken.
    Bleibt nur noch die Atomkraft.
    Dann werden die grünen Ideologen Habeck wohl „hängen“.

    Habeck kündigt zusätzliches Energiesparpaket an.
    Zum 1. Oktober solle auch aus diesem Grund die Braunkohlereserve aktiviert werden.

    https://www.n-tv.de/23480001

  3. Pro Dotto Diddi Otto

    „Ich schwöre, dem deutschen Volk zu dienen, sein Wohl zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden. (So wahr mir Gott helfe.)“

    Die Tage der Kabale sind gezählt.

  4. Es mindert die Glaubwürdigkeit des ganzen Artikels wenn der Strompreis um 4:00 mit dem um 19:00 verglichen wird um dann eine verdreizehnfachung festzustellen (wirkt wie Klick-Bait).
    Um 4:00 ist der Strompreis fast immer am günstigsten.
    Das habt ihr doch nicht nötig!
    Liebe Grüße

  5. @FMW-Redaktion
    50 Prozent der Stromerzeugung stammten im Juni 2022 aus erneuerbaren Energien und hier vor allem aus Solarenergie (8 TWh bzw. 21 Prozent). Allerdings gehört der Juni zu den sonnenreichsten Monaten des Jahres. So steuerte die Solarenergie im Januar 2022 nur magere 1,01 TWh bzw. 2,2 Prozent zur Deckung des Strombedarfs in Deutschland bei. Im Februar und März waren es 5,2 bzw. 13,3 Prozent (Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, ISE). Spätestens ab Oktober wird es daher ernst am deutschen Energiemarkt.

    Das ist unseriös, selektiv, suggestiv und einer FMW nicht würdig.

    Warum?

    Weil es suggeriert, dass spätestens ab Oktober und in den folgenden Wintermonaten wegen fehlender Solarenergie das dicke Ende droht. Und nebenbei völlig die Windkraft außer Acht lässt.
    Oktober ist seit jeher tendenziell ein Monat, der in engen Grenzen um den Jahresdurchschnitt pendelt.
    Und natürlich wird auch mit keinem Wort erwähnt, dass der Wintermonat Februar 2022 mit schlappen 60,6% der absolute Rekordmonat für regenerative Energien war. Wie übrigens auch schon 2020.
    https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?interval=month&year=2022
    https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?interval=month&year=2021
    https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?interval=month&year=2020
    https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?interval=month&year=2019

    Es wurde nun schon mehrfach – fast frustrierend oft – dargelegt und von Ihrer Seite tapfer ignoriert, dass sich Solar und Windenergie im Jahresverlauf wunderbar ergänzen. Bei wenig Sonne gibt es üblicherweise mehr Wind und umgekehrt.
    https://www.energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&chartColumnSorting=default&interval=month&month=-1&legendItems=00011000011001101110&year=2022
    https://www.energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&chartColumnSorting=default&interval=month&month=-1&legendItems=00011000011001101110&year=2021

    Leider unterstützt auch @Markus Fugmann bei diesem Thema tatkräftig dieselbe unwissenschaftliche, aber beliebt-erfolgreiche Vorgehensweise:
    1. Ein Tag (19.06.2022) mit sehr gutem Solarertrag wurde als unbedeutsam verkauft, weil um 20 Uhr kurz vor Sonnenuntergang die Sonne nicht mehr so viel lieferte.
    2. Der Anteil erneuerbarer Energien in einer kompletten Kalenderwoche wurde am 27.06.2022 auf unter 30% heruntergespielt, obwohl die Woche das 1,5-Fache zu bieten hatte. Der Trick war: Von sieben Tagen wurde nur der erste (Montag) betrachtet und börsianertypisch in die Zukunft extrapoliert, das Ganze dabei überzeugend, sympathisch und charismatisch gut präsentiert.
    https://www.energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&chartColumnSorting=default&interval=day&legendItems=00011000011001101110&year=2022&day=m06

    Fragen nach Alternativen und eigenen Lösungsvorschlägen werden seit langer Zeit ignoriert.
    Bestenfalls irgendwie wurde Atomkraft als das Wunderwerk für die Lösung aller Probleme proklamiert. Doch plötzlich gesteht man kleinlaut zu: Zum anderen mussten zwölf Reaktoren der jüngeren Baureihe laut EDF wegen „überraschenden“ Korrosionsproblemen von der Nuklearen Sicherheitsbehörde Frankreichs stillgelegt werden.

    Was also bleibt am Ende?
    Fossile Energien treiben uns in wechselnde Abhängigkeiten höchst dubioser Autokraten und kranker Spinner.
    Atomkraft ist technisch und wirtschaftlich nicht tragbar, Neubauten von neuen Prototypen mit ungewissem Ausgang dauern mindestens ein bis zwei Jahrzehnte.
    In derartigen Zeiträumen können auch Regenerative mit Speicher, Netzumbau und digitalem Lastmanagement etabliert werden.

    Liebe FMW-Redaktion, wenn Ihr persönlich und emotional Probleme mit grünen Energien und einem Umbau althergebrachter Strukturen habt, kommuniziert das doch einfach so.
    Wenn Ihr die täglich mehr sicht- und spürbaren Auswirkungen des Klimawandels selbst in Deutschland (Hitze, Wassermangel, niedrige Flusspegel, eingeschränkte Binnenschifffahrt, Dürren, Ernteprobleme, Überschwemmungen, Schlammlawinen) weiter ignorieren wollt, tut es.
    Das wäre ehrlich und nachvollziehbar. Aber pseudo-wissenschaftliche Halbwahrheiten in einem Zahlenmix aus TWh, Prozenten und wilden Zeitrahmen sind wenig hilfreich auf unser aller Suche nach Erkenntnisgewinn und Lösungsmöglichkeiten.

    Viele Leser würden sich sicherlich über konstruktive Vorschläge und ergebnisoffene, unvoreingenommene Sichtweisen freuen.
    Viel mehr laute und omnipräsente Liker, Follower, Fans und Jünger freuen sich natürlich über emotionale tendenziöse und diffuse Unwahrscheinlichkeiten wie das graue triste Dunkelflautenbild.

    Hoffentlich habe ich mit diesem Kommentar nicht meine Rest-Credits bei Meinungsfreiheit und Toleranz verspielt. Meine Quellen, Zahlen und kritisch-hinterfragenden Schlussfolgerungen sind scheinbar dauernd nur schwer zu ertragen.

    1. @Leftutti, du schreibst: „Leider unterstützt auch @Markus Fugmann bei diesem Thema tatkräftig dieselbe unwissenschaftliche, aber beliebt-erfolgreiche Vorgehensweise“.
      Das ist schon ein hartes Stück – weil du damit pauschal Gegenpositionen als unwissenschaftlich diskreditierst..
      Und weiter schreibst du: „1. Ein Tag (19.06.2022) mit sehr gutem Solarertrag wurde als unbedeutsam verkauft, weil um 20 Uhr kurz vor Sonnenuntergang die Sonne nicht mehr so viel lieferte.„. Auch das ist falsch: es handelt sich um 18Uhr, und das kurz vor dem „längsten“ Tag des Jahres, an dem es bis kurz vor 23Uhr hell ist – warum nennst du fälschlicherweise 20Uhr?
      Und weiter: „Liebe FMW-Redaktion, wenn Ihr persönlich und emotional Probleme mit grünen Energien und einem Umbau althergebrachter Strukturen habt, kommuniziert das doch einfach so.“
      Wir habe damit überhaupt kein Problem, im Gegenteil: am liebsten 100% davon! Aber die Frage nach der Realität der Erneuerbaren darf doch gestellt werden, oder nicht? Die pauschale Diskreditierung anderer Sichtweisen als „unwissenschaftlich“ halte ich für gefährlich. Sie lenkt davon ab, dass wir wieder den selben Fehler machen: erst machen wir uns von Russland abhängig, jetzt von den Erneuerbaren, die als Teil des Mix sehr vernünftig sind – aber derzeit vor allem durch eine Kohle-Parallelstruktur ergänzt werden müssen. Tut dir das nicht in der Seele weh, Leftutti? Was sagst du eigentlich zu den Kohlkraftwerken, die jetzt so wichtig geworden sind wieder?

      1. „..derzeit vor allem durch eine Kohle-Parallelstruktur ergänzt werden müssen. Tut dir das nicht in der Seele weh, Leftutti? Was sagst du eigentlich zu den Kohlkraftwerken, die jetzt so wichtig geworden sind wieder?

        In Leftuttis Welt kann man den Strombedarf in Deutschland locker mit Wind und Photovoltaik erzeugen und das an jedem Tag im Jahr und schon in ungefähr einem Monat.

        Da fehlen nur noch ein ganz paar Stromnetze, ein paar dezentrale Systeme hier und da und noch ein ganz paar Speicher und Voilá, Problem wurde rein wissenschaftlich gelöst.

        Wind und Sonne ergänzen sich doch wunderbar, nur haben da veränderungsunwillige ungrüne Trolle ihre Finger im Spiel und verhindern die Utopie.
        Daher muss man nun Kohlekraftwerke hochfahren, da uns Atomkraftwerke, natürlich rein wissenschaftlich betrachtet, mit ungefähr 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit uns im Januar 2023 um die Ohren fliegen würden.

        Und Brennstäbe gibt es auch nicht und kein Deutscher will Strom aus so einer Energiequelle und etc. pp.

        https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/bild-entlarvt-die-5-atom-luegen-der-akw-gegner-80764974.bild.html

        Wissenschaftler oder Ideologe.
        Manchmal fällt die Entscheidung schwer, besonders wenn man immer Recht hat.

        1. @Leftuttifan
          Jeder muss persönlich für sich entscheiden, ob er eher der BILD-Zeitung Glauben schenkt, oder Leuten, die sich wirklich auskennen. Jemandem wie Uwe Stoll, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer bei der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS). Ein sehr unaufgeregter und sachlicher Artikel:
          https://www.rnd.de/wissen/akw-kann-man-alte-atomkraftwerke-einfach-wieder-hochfahren-B445CNG3G5GLVA4VEPHEUD75EU.html

          Übrigens BILD-Zeitung: Es war ebenfalls Jan Schäfer, Ressortleiter für den Bereich Politik und Wirtschaft bei der BILD, der diesen Fake vom 18.06.2022 um 18 Uhr auf Twitter verzapft hatte. Das ist auch gut im Hintergrund von Herrn Fugmanns Video zu erkennen.

          1. „Jeder muss persönlich für sich entscheiden, ob er eher der BILD-Zeitung Glauben schenkt, oder Leuten, die sich wirklich auskennen.“

            Richtig.

            Und da gibt es nicht den einen Experten.

            https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_92337870/notfallplan-gas-laufzeit-fuer-atomkraft-verlaengern-tuev-widerspricht-habeck.html

            Würde aber den TÜV durchaus als Neutral einschätzen.

            Ich hatte übrigens einmal Beruflich mit der GRS zu tun. Wenn sie meinen das Personen der GRS eine neutrale Quelle sind dann ist das ok. Ich hätte da so meine Zweifel, da Vertreter der GRS genau das sagen, was die Atomkraftwerksbetreiber hören wollen, da die großen Betreiber die Investoren der GRS sind.

            Hintergrund könnte sein, das die Betreiber überhaupt kein Interesse haben, die Kraftwerke weiter zu betreiben und wahrscheinlich befürchten, auf einen Teil der Kosten sitzen zu bleiben, wenn sie weiter betreiben müssen.

          2. Den letzten Kommentar bezüglich Herrn Stoll nehme ich zurück…ich hatte mich verlesen und dachte Herr Stoll kommt von der GNS, welche ich meinte.

      2. Hallo Markus,
        ich wollte keinesfalls pauschal sämtliche Gegenpositionen als unwissenschaftlich diskreditieren. Mir ging es nur um die beiden konkreten Beispiele, die ich angeführt habe. Und bei denen war die Vorgehensweise nun einmal unwissenschaftlich, weil selektiv und nicht gut recherchiert.
        Das ist kein Vorwurf, Ihr seid sicher den ganzen Tag extrem ausgelastet und die Qualität der allermeisten Beiträge ist auf sehr hohem Niveau. Würde ich das nicht so empfinden, wäre ich längst nicht mehr hier präsent.
        Aber wenn einmal Fehler passieren, was ganz normal ist, sollte es doch legitim sein, wenn diese korrigiert oder zumindest angesprochen werden?! So schafft man doch Erkenntnisgewinn.

        Zu Punkt 1.
        Ich nenne es völlig korrekt und zurecht 20 Uhr, weil es 20 Uhr war. Diese Info hat ein anderer aufmerksamer Leser schon vor längerer Zeit herausgefunden und dankenswerterweise mit uns geteilt (3. Juli 2022 14:51 Uhr).
        https://finanzmarktwelt.de/energiekrise-so-lacht-die-welt-ueber-deutschland-marktgefluester-video-237697/#comment-121623

        RWE schreibt auf ihrer en.former-Seite: Die Daten werden vom Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E (https://www.entsoe.eu/) bezogen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Informationen teilweise unvollständig sind und zeitversetzt noch aktualisiert werden. Überprüfen Sie zur Sicherheit die Daten anhand anderer Quellen, wie Smard oder Energy-Charts.
        Und wer etwas genauer nachforscht, der entdeckt, dass die Seite von RWE nicht berücksichtigt, dass ihre Quelle entsoe die Daten auf Basis der koordinierten Weltzeit (UTC) ausgibt, die aktuell (Sommerzeit) 2 Stunden vor der deutschen Zeit liegt.
        Ich hoffe, damit konnte ich deine erste Frage ausreichend beantworten?

        In Süddeutschland, wo sich ein Großteil der installierten PV-Leistung befindet, war am 19.06. um 21:15 Uhr Sonnenuntergang (in Hamburg ist der Tag im Juni etwa 45 min länger). Um 20 Uhr befand sich die Sonne im Nordwesten bei etwa 295° Azimutwinkel und 10° Neigungswinkel (Elevation). PV-Anlagen sind in der Regel aus nachvollziehbaren Gründen zwischen Südost und Südwest, schlimmstenfalls noch Richtung Westen ausgerichtet. Das erklärt die niedrigen Werte von nur mehr 3,5 GWh bzw. 7 bis 8% am Gesamtverbrauch bzw. der Gesamterzeugung.
        Um 18 Uhr waren es übrigens noch 17 GWh bzw. 31 bis 33%, oder greifbarer ausgedrückt etwa 6 Mal so viel, wie die AKWs lieferten.

        Zu Punkt 2.
        Darauf bist du leider nicht eingegangen…

        Das mit den Kohlekraftwerken tut mir natürlich in der Seele weh. Der ursprüngliche Plan mit GuD-Kraftwerken als Brückentechnologie und Reserve war der deutlich bessere. Aber was soll man in der aktuellen Situation auf die Schnelle machen? Das wird ja nun hoffentlich keine Dauerlösung werden, sondern erst einmal eine Krücke über den Winter. Mit dem Weiterbetrieb der AKWs hätte ich übrigens nicht einmal so ein Riesenproblem, allerdings nur, bis die vorhandenen Brennelemente aufgebraucht sind. Die strahlen nun so oder so schon, egal ob im Reaktor oder im Abklingbecken. Allerdings ist der Anteil am Stromverbrauch verschwindend gering.

        Ich hoffe, dass nun der Ausbau Erneuerbarer inkl. Speichern und Netzstruktur nicht weiter so elendiglich verzögert wird, wie in den letzten 12 Jahren, sondern im Gegenteil massiv forciert wird. Die Frage nach Abhängigkeiten wird sich immer stellen, entweder Russland oder die Erneuerbaren oder im europäischen Stromverbund Norwegen und künftig Spanien mit ihrem gigantischen Pumpspeicherpotenzial.
        Natürlich ist der Gedanke erst einmal verlockend, dass jedes einzelne Land völlige 24/7/365-Autarkie anstrebt. Aber es ist auch Irrsinn, der die meiste Zeit mit unglaublichen Überkapazitäten und Abschaltungen Regenerativer einhergehen würde. Die Gefahr von Dunkelflauten (mittlere Energieproduktion aus Wind und Sonne unter zehn Prozent der Nennleistung) über einen Zeitraum von 48 Stunden liegt in Deutschland bei 2 Fällen pro Jahr, europaweit tritt dieser Fall 0,2 Mal pro Jahr auf. Das klingt für mich nicht nach einem unlösbaren Problem.
        https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2018/20180306_pressemitteilung_klima_pk_news.html

        Ich denke, wir reden oftmals aneinander vorbei, weil du und viele Leser häufig vom Status Quo redet, während ich immer gerne auf die Entwicklung und Ziele bis 2030 (65% am Stromverbrauch) und 2045 (100% am Stromverbrauch) schiele. Dass wir derzeit noch ein Stück davon entfernt sind, steht außer Frage, auch wenn ich 50% aktuell nicht schlecht finde.

        Auf die restlichen, eher persönlichen und emotionalen, faktenarmen und ablenkenden Kommentare bis hin zur üblichen Identitätsdebatte von den üblichen Verdächtigen zu diesem Thema will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

        1. Wieder eine sehr wissenschaftliche differenzierte Ausarbeitung.

          Und die Daten des DWD bzw. deren Definition einer Dunkelflaute passt auch sehr gut zur Meinung.

          Zur Definition einer Dunkelflaute:

          „Es gibt keine einheitliche Definition einer Dunkelflaute. Oft wird ein willkürlicher Kapazitätsfaktor für Wind und Solar definiert, der in einem bestimmten Zeitraum immer oder im Mittel unterschritten werden muss. Manchmal wird auch die jeweils nachgefragte Last berücksichtigt.

          Das Hauptproblem dieser naiven Definitionen ist die fehlende Orientierung an der Praxis. Oft führt dies zu einer irreführenden Unterteilung von langen Dunkelflauten in mehrere Teilstücke. Es genügt ein einziger guter Tag, um die Dunkelflaute vorzeitig für beendet zu erklären, selbst wenn sie nach einer kurzen Unterbrechung weitergeht.“

          https://www.tech-for-future.de/dunkelflaute/

          1. @Leftuttifan, einen dämlicheren Nickname haben Sie nicht finden können? Aber nun gut, wer’s braucht fürs Selbstbewusstsein…

            Dafür, dass es keine einheitliche Definition gibt, hat der Autor ganz schön viele Dunkelflauten definiert und aufgezählt, nach seiner willkürlich herausgepickten Definition von Ruhnau & Qvist (2021). Sogar mehrmonatige sind dabei. Aber wenigstens fand die „Datensichtung nach Augenmaß statt, wegen dem hohen Aufwand beim Extrahieren der Daten“ 😂

            Mit soviel Wissenschaftlichkeit kann ich natürlich nicht konkurrieren. Will ich auch gar nicht, denn ich habe eben die Definition des DWD verwendet, die da lautet: Die mittlere Energieproduktion aus Wind und Sonne unter zehn Prozent der Nennleistung über einen Zeitraum von 48 Stunden. Meinetwegen nennen wir es nicht Dunkelflaute, sondern grünen Schwächeanfall oder regenerativen Schlaganfall. Was spielt das für eine Rolle? Das sind Begriffsdefinitionen und lenken nur vom Thema ab. Aber das scheint ohnehin Ihre einzige Intention zu sein, wenn man einmal Ihre beiden Kommentare durchliest, die nebenbei bemerkt auch nicht gerade mit „wissenschaftlich differenzierter Ausarbeitung“ glänzen.

          2. Als ihr größter Bewunderer ist der Nickname doch mehr als passend.

            Nun sein sie mal nicht so emotional.

            Wer austeilt muss auch einstecken können und nicht gleicht beleidigte Leberwurst sein.

            Sie haben doch Massiv den Inhalt des Artikels kritisiert und die These aufgestellt, das sich Wind und Sonnenenergie so gut wie immer super ergänzen und das mit unsinnigen Charts untermauert.

            Das kann man wohl durchaus in Frage stellen. Bzw. es ist wohl ehr Bulls…it;-)

            Kann es vielleicht sein, das Sie nun vom Thema ablenken wollen?

            Kommen Sie besser damit zurecht wenn ich Ihnen einfach in allen ihren genannten Kritikpunkten einfach recht gebe?
            Also wenn es Ihnen damit besser geht dann bitte.

          3. @Leftuttifan, ich habe nicht massiv den Inhalt des Artikels kritisiert, sondern einen einzigen Absatz des gesamten Artikels. In vielen Punkten stimme ich ganz im Gegenteil voll und ganz zu, wie etwa:

            Neben der Verknappung und Verteuerung fossiler Energieträger, wie Gas und Kohle, treiben vor allem die Ausfälle von knapp der Hälfte der insgesamt 56 Atomreaktoren des staatlichen französischen Energiekonzerns EDF die Stromkosten nach oben.
            Dies räumt nun endgültig den lange verbreiteten Mythos und das Narrativ aus dem Weg, dass Erneuerbare für den hohen Strompreis verantwortlich seinen. Ein Argument, dass ich seit Längerem ins Feld führe.

            Zum anderen mussten zwölf Reaktoren der jüngeren Baureihe laut EDF wegen „überraschenden“ Korrosionsproblemen von der Nuklearen Sicherheitsbehörde Frankreichs stillgelegt werden.
            Dies wiederum kratzt schwer am Mythos von der Effizienz und Sicherheit neuerer, „moderner“ AKWs. Ebenfalls ein Argument, dass ich seit Jahren vertrete.

            Ich habe kumulierte Monatswerte verwendet, um adäquat auf die Angaben des Autors in dem kritisierten Absatz einzugehen, der ebenfalls mit diesen Werten arbeitet:
            50 Prozent der Stromerzeugung stammten im Juni 2022 aus erneuerbaren Energien und hier vor allem aus Solarenergie (8 TWh bzw. 21 Prozent). Allerdings gehört der Juni zu den sonnenreichsten Monaten des Jahres. So steuerte die Solarenergie im Januar 2022 nur magere 1,01 TWh bzw. 2,2 Prozent zur Deckung des Strombedarfs in Deutschland bei. Im Februar und März waren es 5,2 bzw. 13,3 Prozent … Spätestens ab Oktober wird es daher ernst am deutschen Energiemarkt.

            Hier wird ausschließlich mit kumulierten Werten in Monatszeiträumen argumentiert, von einzelnen Tagesperioden ist nicht ein einziges Mal die Rede.

            Wie jeder erkennen kann, wird hier suggeriert, dass für mindestens 6 Monate –spätestens ab Oktober bis März – nicht auf die Erneuerbaren gezählt werden kann, indem die Stromerzeugung aus Windkraft einfach ausgeblendet wird. Ich habe dargelegt, dass dies so nicht der Fall ist, auf unvollständigen Daten basiert, und sich somit als selektiv, lückenhaft und somit letztendlich unseriös darstellt.

            Das Gleiche gilt für meine Kritik an den beiden Beiträgen (und nur an diesen) von Herrn Fugmann. Die wurde nun bereits mehrfach zweifelsfrei bewiesen und, wie nicht anders zu erwarten, weder beantwortet, geschweige denn widerlegt.
            Selbiges gilt auch für meine mehrfach gestellte Frage nach Alternativen und eigenen Lösungsvorschlägen. Auch dahingehend blieb es bisher ziemlich ruhig und beschaulich.

            Sie können sich gerne an der Diskussion beteiligen, sollten dann aber schon beim Thema und den Aussagen bleiben, ohne eigene Interpretationen oder Ihre private Abneigung gegen meine Person in den Fokus zu rücken.
            Zudem empfehle ich, die Beiträge auch vollständig und unvoreingenommen zu lesen, dann bleiben solche Peinlichkeiten wie GNS und GRS erspart 😫 Dann wüssten Sie auch, dass ich niemals geschrieben habe, das sich Wind und Sonnenenergie so gut wie immer super ergänzen, womit Sie auf einzelne Tage oder kurze Perioden anspielen. Der genaue Wortlaut war, dass sich Solar und Windenergie im Jahresverlauf wunderbar ergänzen, und zwar in einem Zusammenhang, bei dem es ausschließlich um eine monatliche oder noch längere (Winter) Betrachtungsweise geht.

            Da ich nicht erwarte, dass Sie dies auch wollen, war es das für mich zu diesem Thema. Aber Sie können mich gerne eines Besseren belehren und positiv überraschen. So oder so wünsche ich ein schönes und erholsames Wochenende.

          4. Für die schlimme Peinlichkeit mit GNS und GRS welche ich umgehend klargestellt habe werde ich mich jetzt das ganze Wochenende schämen😂

            Wenn es nach Ihren Aussagen grundsätzlich kein Dunkelflautenproblem gibt, dann last uns die Atom- und Gas- und Kohlekraftwerke doch einfach abschalten. Wofür betreiben wir die noch?

            Falls es entgegen Ihrer Einschätzung und Theorien doch ein Dunkelflautenproblem in der Praxis geben könnte, dann ist eine pragmatische, bezahlbare und umsetzbare Lösung ausser Atomkraft oder extrem klimaschädliche und unflexible Kohleverstromung meines Wissens nicht vorhanden.

            https://www.br.de/nachrichten/wissen/energiekrise-klima-gasnotstand-kann-uns-die-atomkraft-helfen,TCJzGW7

            Ich sehe da zeitnah keine andere, als Atomkraftwerke vorübergehend weiter zu nutzen.

            Da Sie diese Lösung ablehnen, nennen Sie doch Alternativen.

            Wieso fragen Sie da nach Lösungsvorschlägen, wo es keine gibt? Zumindest keine, die in Ihr Weltbild passen.

          5. @Leftuttifan, mein lieber Scholli, Sie sind ja ein richtiger Zauberwürfel vom Herrn Rubik, ein Großmeister im Verdrehen und durcheinander würfeln. Ich versuche mal, etwas Struktur in das verworrene Chaos Ihres multidimensionalen Argumentationsuniversums zu importieren 😵

            Beginnen wir erneut ganz am Anfang bei etwas Grundsätzlichem, dass ich immer wieder betone und auch hier explizit gegenüber Herrn Fugmann angeführt habe: Ich denke, wir reden oftmals aneinander vorbei, weil du und viele Leser häufig vom Status Quo redet, während ich immer gerne auf die Entwicklung und Ziele bis 2030 (65% am Stromverbrauch) und 2045 (100% am Stromverbrauch) schiele. Dass wir derzeit noch ein Stück davon entfernt sind, steht außer Frage, auch wenn ich 50% aktuell nicht schlecht finde.
            Damit sollte sich Ihr unangebrachter Sarkasmus von einer sofortigen Abschaltung konventioneller Kraftwerke erledigt haben. Das kann Schritt für Schritt immer erst dann erfolgen, wenn ein neues Level von gesicherter Mindestleistung durch Regenerative erreicht ist.

            Womit wir bei der Dunkelflaute wären bzw. dem regenerativen Schwächeanfall, wenn Ihnen diese Definition lieber ist. Betrachten wir einmal folgenden tagesgenauen Chart aus dem eher ungünstigen Jahr 2021 und klicken uns durch die 12 Monate, dann sehen wir, dass es im ganzen Jahr 2021 genau 7 Tage gab, an denen der tägliche Anteil Erneuerbarer Energien an der öffentlichen Stromerzeugung in Deutschland unter 25% lag. Und nur einer davon wies einen Wert unter 20% auf (17%, was der absolute Tiefstwert des gesamten Jahres war).
            https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE&interval=day&year=2021&day=m01
            Oder nochmal das ganze Jahr 2021 und 2022 im Überblick:
            https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE&interval=day&year=2021&day=y
            https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE&interval=day&year=2022&day=y
            Das sollte Ihrer seltsamen Behauptung vom 22. Juli etwas den Wind aus den Segeln nehmen, die da lautete: Wie man schön erkennen kann, gibt es dutzende Tage im Jahr wo sich Wind und Sonne kein bisschen ergänzen, vor allem in den Monaten Oktober bis März.

            Nun haben wir also den Status Quo mit sehr seltenen Tälern um die 25% und einen Ausbaupfad von etwa einer Verdoppelung in einem Jahrzehnt. Was bedeutet, dass in 10 Jahren ein Anteil von 40% nur noch sehr selten (an etwa 3% aller Tage) unterschritten werden dürfte, während an deutlich mehr als der Hälfte aller Tage die Erneuerbaren 100% und mehr abdecken. Die restliche Zeit wird dann zum größten Teil zwischen 70 und 100% liegen. (In diesen Zahlen ist der nur mehr wenig steigerbare Anteil an Wasserkraft und Biomasse bereits berücksichtigt).
            Zu diesem Zeitpunkt wird es noch immer genügend konventionelle Reservekraftwerke geben, die die Residuallast abdecken können. Gleichzeitig muss natürlich sukzessive die Produktion von Power-to-X forciert und ausgebaut werden, um die doch schon veritablen Überschüsse effizient zu nutzen.
            Ich betone nochmals, wir befinden uns erst an einem Zwischenschritt.
            Etwa ein weiteres gutes Jahrzehnt später lautet das Ziel eine Vervierfachung der heute installierten Leistung (nicht zu verwechseln mit der Zahl der Anlagen). Dies ist zum einen notwendig, weil der Strombedarf durch E-Mobilität und Wärmepumpen nochmals deutlich ansteigen wird. Zum anderen, um in den dann fast ständigen Überschusszeiten Wasserstoff zu erzeugen, Speicher zu laden und die norwegischen Pumpspeicher als „nordeuropäische Batterie“ für die schwächeren Monate maximal aufzufüllen.

            Der nächste Punkt beantwortet Ihre nächste Unwahrheit: Ich sehe da zeitnah keine andere, als Atomkraftwerke vorübergehend weiter zu nutzen. Da Sie diese Lösung ablehnen, nennen Sie doch Alternativen.
            Ich habe klipp und klar geschrieben, dass ich keine Probleme mit einem Streckbetrieb der noch laufenden AKWs hätte, bis die vorhandenen Brennelemente aufgebraucht sind.

            Fassen wir also zusammen:

            Kurzfristig für die nächsten paar Jahre sehe ich keine anderen Alternativen und Lösungsvorschläge, als den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken bei maximal möglichem Weiterausbau der Regenerativen, nachdem der bessere Plan A mit Gaskraftwerken ja nun wegen eines unzuverlässigen Wahnsinnigen beerdigt werden muss, der sich nicht an langfristige Lieferverträge bis 2030 halten will. Eine alternativlose kurzfristige Abschaltung konventioneller Kraftwerke war auch nie ein Thema, weder von mir, noch von der grünversifften Regierung.

            Mittelfristig (etwa innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre) sollten, wie ursprünglich geplant, moderne GuD-Kraftwerke H2-ready als Backup und Reserve errichtet bzw. soweit möglich umgerüstet sein. Mit ständig steigender gesicherter Grundlast durch Regenerative und diese GuD-Kraftwerke sind sukzessive entsprechend der Leistung KKWs abzuschalten. Der Umbau der Netzinfrastruktur ist parallel voranzutreiben, ebenso die Energieeffizienz, Eigenproduktion und Eigenverbrauch sowie eine möglichst hohe dezentrale Speicherdichte.

            Längerfristig (bis 2045) muss der nötige Umbau der Netzinfrastruktur zu einem leistungsfähigen Intelligenten Stromnetz abgeschlossen sein. Ebenso die Digitalisierung in Form von Smart-Grids und Demand Side Management. Ein europäisches Super-Grid sollte weit vorangeschritten bzw. vollendet sein.
            Bis dahin laufen vielleicht auch schon zwei oder drei der geplanten 14 neuen französischen Reaktoren, sodass wir die Kernkraftnation nicht mehr so exzessiv mit grünem Strom durchfüttern müssen 😉

            Das waren grob umrissen meine Ideen und Vorschläge. Mag sein, dass Sie diese als ideologische Träumerei empfinden, ich halte diesen Weg für gangbar. Ihre Alternativen dazu klingen auf alle Fälle noch viel schrecklicher (Lösungsvorschläge, wo es keine gibt). Oder wir rasen einfach tatenlos in die ultimative Klimakatastrophe und genießen die uns noch verbleibende kurze Zeit. Ist auch eine Idee…

        2. „Auf die restlichen, eher persönlichen und emotionalen, faktenarmen und ablenkenden Kommentare bis hin zur üblichen Identitätsdebatte von den üblichen Verdächtigen zu diesem Thema will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.“

          Schade das Sie auf Ihre eigenen Kommentare nicht mehr eingehen wollen ;-)

          Wenn Ihr Kommentar: „Leider unterstützt auch @Markus Fugmann bei diesem Thema tatkräftig dieselbe unwissenschaftliche, aber beliebt-erfolgreiche Vorgehensweise:“ nicht persönlich, und Ihr Kommentar zum Artikel: „Das ist unseriös, selektiv, suggestiv und einer FMW nicht würdig…… pseudo-wissenschaftliche Halbwahrheiten“ nicht emotional und Ihre Verlinkungen nicht faktenarm bzw. mehr als stümperhaft zusammengewürfelt waren, dann ist ja alles gut. ;-)

          1. Das FZ jülich hat eine rein regeneerative Energieversorgung über alles Sektoren mit den Wetterdaten von 37 Jahren durchsimuliert.
            In einem systemoptimierten Ansatz wurden im ungünstigsten Jahre ein Speicher von 61 TWh benötigt.

            Das ist weniger als die Verstromung unserer aktuellen Methangasspeicher erzeugen könnte.

            MfG

      3. IMHO ist es nicht minder gefährlich, ideologisch und unwissenschaftlich, an einem sehr guten Solartag die Viertelstunde um 20 Uhr zu betrachten und der Öffentlichkeit zu verklickern, dass Erneuerbare in der Stromproduktion so gut wie keine Rolle gespielt hätten. Denn genau das Gegenteil war der Fall.
        Ich empfinde es als bedauerlich, dass dann nicht einmal versucht wird, das Missverständnis aufzuklären oder den Lapsus einzugestehen. Das passt so gar nicht zur sonst so smarten Fugmann’schen Art.

  6. @Helmut

    Sie werfen so ziemlich völlig losgelöst von Verstand und Zusammenhang alle Floskeln und „Weisheiten“ in einen Mixer und machen daraus einen Anti-Habeck-Zappelstrom-Professor-Sinn-N2-Kröten-Schluck-Smoothie.

    Am Ende wollen Sie uns doch nur sagen, dass Deutschland die alte, dumme Merkelsche Schiene weiterfahren sollte. Putin ist unser vertrauenswürdiger und zuverlässiger Freund, sein Gas ist wunderbar, billig, umweltfreundlich, wohlstandsfördernd. Sein Krieg geht uns nichts an, Deutschland bleibt Luschi-Land, Putins Brückenkopf zur Spaltung von EU und NATO.

    Deutschland, Wohlstand über alles, Gas und Öl dein Reichtums Quell soll sein.
    Eine sehr beschränkte und extrem kurzfristige Sichtweise, die Ihrem fortgeschrittenen Alter geschuldet sein mag. Leider fehlen Ihnen die mittel- bis langfristigen Perspektiven, obwohl die zumindest im Denken auch jedem Senioren offenstehen würden.
    Ihr völlig unreflektierter Hass und die dauernde Projektion aller Probleme auf „die Grünen“ ist ein trauriger Spiegel und die Bestätigung eines gescheiterten Lebens in einem Heimatland, das zu komplexe Anforderungen und zu viele Schwierigkeiten für einen flüchtigen Freigeist stellt.

    Genießen Sie Ihr Migrantenleben in Andalusien oder demnächst in der Schweiz, aber verschonen Sie uns mit Ihrem Dauerbombardement von angeblichen Offensichtlichkeiten zwischen Halbwahrheit und Fantasie. Und bitte verschonen Sie uns mit Ihrem Lebenslauf von der Jugendliebe bis hin zum Prepper-Paradies, von all den schrulligen Skurrilitäten, die nur funktionieren, wenn möglichst wenige dem Weg folgen.
    Leben Sie Ihr Leben in der andalusischen Villa Kunterbunt. In der Einsamkeit und Abgeschiedenheit, wo Krieg so viel weiter entfernt ist, als im Baltikum, in Polen, Tschechien oder Deutschland.

    1. Hallo Michael,
      N2 wurde schon sanktioniert, als es noch keinen Krieg in der Ukraine gab.
      Mit dem Gas sollten die Gaskraftwerke betrieben werden, die benötigt werden, wenn die Sonne nicht scheint, der Wind nicht weht und keine ausreichenden Speicherkapazitäten vorhanden sind. Das sollte nicht sein, weil Putin die Krim besetzt hat.
      Gut, wer dann erwartet, das Putin wegen der Sanktionen die Krim wieder hergibt, ist schon sehr naiv.
      Die grünen Ideologen wollten dann dem Michel (alles noch 2021) aufschwatzen, dass es ohne die damals noch laufenden 6 Atomkraftwerke geht, auch ohne N2, Braunkohle und Kohle muss auch weg. Vollkommen irre, und jetzt versucht die selben Ideologen Merkel das in die Schuhe zu schieben.
      Die grünen Spinner müssen nun die Kohlekraft wieder reaktivieren, ja selbst die Braunkohle, es werden im Eiltempo LNG- Terminals gebaut, damit das sehr umweltfeindliche und sehr teure Frackinggas aus den USA gekauft werden kann. Und zittern trotzdem dem nächsten Winter entgegen. Stellen aber wahrscheinlich noch die letzten 3 Atomkraftwerke ab.
      Russisches Öl liefert derweil die griechische Tankerflotte unter dem Deckmantel von Indien an Deutschland.
      Natürlich alles sehr, sehr viel teurer als über die Ölpepeline aus Russland.
      Aber wenn den Deutschen das alles etwa einen Monatslohn wert ist, bitte.
      Nur nicht jammern, wenn die Rechnungen kommen.
      Was von Habecks Geschwätz zu halten ist, dass es in Deutschland kein Stromproblem gibt, wird der nächse Winter zeigen.
      Derweil lacht die Welt über Deutschland, weil die Ideologen Deutschland ohne Not in so eine Situation bringen.
      Ganz nebenbei werden dann, wenn es doch mit dem Frackinggas aus den USA klappen sollte, und die Kohlekraftwerke wieder laufen, Unmegen mehr an CO2 in die Luft geblasen, als wenn N2 solange genutzt worden wäre, bis die grünen Illusion (ohne fossile Brennstoffe) in Erfüllung gegangen wären.
      Und das wird nie sein.
      Aber spinnt mal ruhig weiter.
      Und ich glaube auch nicht, dass die Länder Europas, wegen der idiotischen selbstmörderischen Energiepolitik in Deutschland, viel Solidarität zeigen werden, wenn es darum geht, wie die Energie aufgeteilt werden soll, die noch in Europa zur Verfügung steht.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  7. Auch im Schwellenland leidet man unter den Energiepreisen. Die meisten nehmen es wortlos zur Kenntnis weil Sie wissen, Wer jemandem Schaden zufügt wird am meisten darunter leiden, kann 50 Jahre oder länger dauern, man hat die Zeit und nicht die Uhr, in diesem Fall funktioniert es aber zeitgleich.

  8. So ist er halt der Leftutti.

    Da nimmt man doch gerne einmal Charts, die die eigene Meinung bestätigen und dann kommt auch noch so eine pseudowissenschaftliche Aussage:

    https://www.energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&chartColumnSorting=default&interval=month&month=-1&legendItems=00011000011001101110&year=2021

    „Es wurde nun schon mehrfach – fast frustrierend oft – dargelegt und von Ihrer Seite tapfer ignoriert, dass sich Solar und Windenergie im Jahresverlauf wunderbar ergänzen. Bei wenig Sonne gibt es üblicherweise mehr Wind und umgekehrt.“

    Dem ein oder anderen ist bestimmt aufgefallen, das der Chart kumulierte Werte darstellt.
    Der Chart zeigt wieviel Energie pro Monat mit welcher Energiequelle erzeugt wurde und ist völlig ungeeignet um die Realität am Strommarkt abzubilden.

    Die Aussagekraft ist daher mehr als fragwürdig, da eine taggenaue Betrachtung notwendig ist um zu erkennen, dass sich Wind- und Photovoltaikanlagen längerer Zeiträume im Jahr eben nicht passend ergänzen und es einige Tage im Jahr gibt, an denen der Strombedarf fast vollständig mit konventionellen Energiequellen erzeugt werden muss, da es keine Speicher in der benötigten Größenordnung gibt und auch in absehbarer Zeit nicht geben wird.

    Hier mal ein aussagekräftiger und genauerer Chart

    https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/01.01.2021/22.07.2022/today/

    Wie man schön erkennen kann, gibt es dutzende Tage im Jahr wo sich Wind und Sonne kein bisschen ergänzen, vor allem in den Monaten Oktober bis März. In diesem Zeitraum gibt es einige Tage mit Wind und somit Strom aus Windkraft und an anderen Tagen halt nicht. Strom aus Photovoltaikanlagen ist so gut wie nicht existent in dem Zeitraum.

    Wissenschaft heißt nicht sich die Welt so zu machen wie sie einem gefällt (Das kann nur Pippi Langstrumpf;-)

  9. Wenn man das alles so liest, dann könnte ein grüner Ideologe doch ganz einfach rechnen.
    50 % vom Strom ist doch schon als ganz, ganz billiger Strom aus sogenannten Erneuerbaren Energien vorhanden. Und wenn wir dann für die anderen 50 %, die fossilen Kraftwerke anwerfen, dann kann sich der Strompreis doch nicht so vervielfachen.
    Ich weiß, so einen Blödsinn glauben selbst die wenigsten Grünen, aber nahe dran sind nicht die Wenigsten.
    In Spanien laufen auf die Bevölkerungsdichte gegen Deutschland umgerechnet 10 AKWs und 14 LNG-Teminals.
    Kohle trägt nur zu 1,5 % zu Stromgewinnung bei.
    Abgeschaltet werden überflüssige Kraftwerke, wenn die Erneuebaren und genügend Speicher vorhanden sind. So wurden auch schon einige AKWs abgeshaltet.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  10. Seltsam dass ausgerechnet in dieser Situation die CO2 frei Energiegewinnung aus Kernkraft abgeschaltet werden muss und stattdessen Kohlekraftwerke wieder aktiviert werden. Der Klimawandel scheint dann doch egal zu sein – oder glaubt man wirklich in 3 Jahren würden sie überflüssig bei zunehmenden Verbrauch durch Wärmepumpen und e Mobilität? Und um die Welt gereistes Gas zu verbrennen ist auch nicht nachhaltig und teuer. Genügend Stromspeicher und Pumpspeicherkraftwerke sind bis dahin auch nicht vorhanden um Dunkelflauten zu überbrücken vermute ich.

    1. Es ist wirklich schwer sich an diesem ( un) feinen Herrn zu täuschen.Es ist immer das gleiche Schema, er ist der Alleswisser und provoziert und erfahrene Praktiker wie Helmut werden lächerlich gemacht und erst wenn Chef Fugi den Tarif durchgibt, zieht er den Schwanz wieder ein und Alles war halt nicht so gemeint. Von solchen Leuten wird wohl im Moment die erfolgreiche deutsche Politik beeinflusst.

      1. Es gibt nur 2 kleinere Anbindungen von Spanien an das französische Stromnetz.
        Es soll auch nicht mehr werden, denn Spanien kann sich (umgerechnet auf die deutsche Bevölkerung) mit seinen 10 Atomkraftwerken, und 14 LNG Terminals gut selbst versorgen, bzw die Dunkelflauten ausgleichen. Und da auch so gut wie kein Strom aus dem Ausland kommt, kostet ein KW mit allen Zusatzgebühren und Mehrwertsteuer nur 22 Cent.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. @Helmut, die spanischen Pläne als europäischer Energielieferant klingen in einigen Medien aber ganz anders, als der Quark, den Sie uns hier täglich auftischen:
          https://de.euronews.com/my-europe/2022/06/03/strom-aus-portugal-und-spanien-der-ersatz-fur-russische-energietrager
          https://www.dw.com/de/spanien-k%C3%BCnftiger-energieagent-europas/a-61170789

          1. Hallo Lefftuti,
            wenn Sie den Quark richtig verstanden hätten, dann hätten Sie bemerkt, dass ich Strom meinte und der Bericht Gas.
            Natürlich kann Spanien zur Gasversorgung in Europa beitragen, wenn es eine Pipeline nach Deutschland geben würde.
            Mit den 6 LNG Terminals könnte Spanien etwa 6 LNG Tanker am Tag löschen, was etwa 6 x N1 entspricht. Oder 3x N1 und N2 zusammen.
            Diesen Quark werden Sie vielleicht jetzt besser verstehen.

          2. @Helmut, aha! Weil Sie Strom meinten, haben Sie im ersten Kommentar auch von LNG geschrieben, verstehe!
            Und was ist mit dem zweiten Artikel, den ich verlinkt habe? Da geht es ausschließlich um Strom. Und um den unbedingten Willen Spaniens und Portugals, Übertragungsnetze auszubauen, für die auch schon 578 Millionen von der EU genehmigt sind.
            Das meinte ich mit Quark.

            Quark ist auch die Behauptung, dass die Strompreise so günstig sind, weil AKWs helfen, fast den ganzen Strom im Inland zu produzieren. In Wirklichkeit war der spanische Strompreis im Dezember 2021 praktisch auf dem Niveau von Deutschland:
            https://de.globalpetrolprices.com/Spain/electricity_prices/
            Die Preise konnten nur durch für DE verpönte sozialistische und planwirtschaftliche Maßnahmen, wie Preis-Deckel, Steuersenkungen, Markteingriffe, einigermaßen stabilisiert werden:
            https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/strompreis-spanien-101.html
            https://www.mallorcazeitung.es/spanien/2022/03/07/500-euro-strom-mallorca-spanien-preise-63530498.html

            Die 22 Cent sind nur ein Durchschnittspreis zwischen den Spitzen- und Talzeiten. Klimaanlagen, Kühl- und Gefrierschränke laufen aber immer, außerdem gibt es noch Grundgebühren, die nochmals fast 25% ausmachen.
            Wer den eigenen Tagesablauf nicht an die günstigeren Zeitzonen anpassen kann, wird nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Facua bis zu 10 Prozent mehr zahlen als bisher. Auch kleine Gewerbebetriebe oder die Landwirtschaft könnten davon betroffen sind.
            https://www.ahk.es/newsroom/news/news-details/neue-stromtarife-in-spanien

            Ich denke, Sie reden sich vieles in Spanien schön oder glauben, was für Sie und Ihre Insellösung funktioniert, gilt für alle.

          3. @leftutti. Natürlich redet sich Helmut den ganzen Tag die Situation in Spanien schön und die in Deutschland schlecht. Weil es seine Entscheidung war auszuwandern. Es gibt fast keine Steigerung zu diesem Confirmation Bias. Da werden wir auch kein Wort lesen zu den Bränden im Süden oder der aktuellen spanischen Inflationsrate von 10,8 Prozent. Wie Columbo schon sagte, die Diagnose ist klar.

    2. @Bernd S
      Frau Prof. Claudia Kemfert, eine höchst kompetente Wissenschaftlerin, von deren Spezialgebiet, langjähriger Erfahrung und Fachwissen wir beide ein großes Stück entfernt sind, hat eine sehr gute Zusammenfassung zum Streckbetrieb der AKWs gegenüber dem RND geliefert:
      https://www.rnd.de/wirtschaft/atomkraft-energieoekonomin-claudia-kemfert-gegen-weiterbetrieb-der-kernkraftwerke-OMLSGTW7XFHEJEMUDH3QHXDBWU.html

      Es dauert, es wird kompliziert und teuer, und am Ende wird nicht mehr Strom produziert, sondern die Restmenge nur gestreckt und in die Länge gezogen. Mit anderen Worten, nicht mehr 6% p.m. bis Ende Dezember, sondern meinetwegen 3% p.m. bis Ende Mai 2023.
      Besonders effizient und lösungsorientiert erscheint das nicht. Das bisschen Strom ließe sich durch weniger hirnloses Verhalten auch doppelt und dreifach einsparen.

      Eine Konzentration auf schnelle Genehmigungsverfahren und massiven Ausbau Erneuerbarer, die seit Jahren in den Quetsch- und Streckmühlen empörter Bürger und gemütlich-verschlafener Behörden schlummern, wäre ein wesentlich effizienteres und leistungsfähigeres Instrument. Mit anderen Worten: Was seit Jahren in Genehmigungsverfahren schlummert, kann die drei AKWs locker ersetzen.

      Ein abschließendes Wort zum Totschlagargument Dunkelflaute: Sollte jemals ein Zustand eintreten, in dem landes- oder europaweit zwei Tage oder länger weder Tageslicht, noch Wind vorhanden sind, ist Dr. Kralls schlimmste Version von Armageddon eingetreten. Dann hat ein Atomkrieg stattgefunden, ist ein Riesenasteroid eingeschlagen oder ein Supervulkan wie der Yellowstone explodiert.
      Dann werden Sie auch nicht mehr von vergammelten Fossilien geholfen.

      Mal sehen, ob dieser Kommentar veröffentlicht wird, Fugis Co-Admin hat die letzten Tage schon so manches blockiert oder ewig verzögert.

      1. Noch ein Leftuttifan

        Politisch wird sich die Atomkraft vielleicht doch durchsetzen.

        https://www.welt.de/wissenschaft/video240151141/AKW-Laufzeiten-Stuttgarter-Erklaerung-zeigt-wie-alarmiert-Wissenschaftler-sind.html

        Sie müssen sich der Realität stellen Leftutti.

        Die Mehrheit wird entscheiden und auch radikale und mit illegalen Mitteln arbeitende Fanatiker werden sich der mehrheitlichen demokratisch getroffenen Entscheidung beugen müssen oder sie gehen ins Gefängnis.

        Zur Dunkelflaute:

        1. Es reichen schon wenige Stunden Stromausfall aus um eine katastrophale Situation vor allem für Wirtschaftsbetriebe zu verursachen.

        2. Über welche Leitungen wollen Sie den die benötigten Strommengen durch Europa in entsprechend schneller Zeit transportieren? Meines Wissens sind wir in der Lage größere Strommengen von unseren direkten Nachbarn zu im- und exportieren. Mit z.B. Spanien findet (noch?) kein Stromhandel statt.

        Des weiteren würde ich Ihnen die Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe für benachteiligte Forenopfergutmenschen vorschlagen :-)

        1. Keine Dunkleflaute im deutschen Solar- und Windmix wid jemals so lange andauern, wie die „Dunkelflaute“, die derzeit 30 französischen AKW ereilt hat.

          Die Diskussion über die Bedeutung von drei deutschen AKW mutet etwas seltsam an angesichts der Tatsache, dass die Franzosen die 10-fache Menge davon mitten in der größten Energiekrise Europas unplanmäig außer Betrieb genommen haben

          Wenn man sich die futures im Strommarkt anschaut sind die Händler offenbar der Ansicht, dass die Stromversorgung Frankreichs diesen Winter eher nicht funktionieren wird.
          Das kann uns natürlich mitreißen.

  11. Die Diskussion die hier geführt wird, geht am eigentlichen Problem vorbei. Die aktuell extrem hohen Strompreise sind in erster Linie ein Problem des europäischen Preisbildungsmechanismus. Das sogenannte Merrit Order Prinzip führt dazu das sich der Strompreis am teuersten Energieerzeuger ausrichtet. Aktuell bestimmen also die extrem hohen Gaspreise den Strompreis und führen dazu, das Betreiber von anderen Kraftwerken exorbitante Zusatzgewinne einfahren (siehe RWE und andere).

    1. Hallo Undewiggrüßt.
      Naja, wir haben uns das Land aussuchen können, wo wir leben möchten. Wir leben seit 22 Jahren dort, wo andere Menschen Urlaub machen.
      Haben uns so eingerichtet wie wir es gerne wollten, und haben tolle Nachbarn.
      Natürlich sehen das die Leute, die jetzt in Deutschland auf einen Winter mit kalten Wohnungen warten, wo Energiemangel herrscht, und die Wirtschaft mutwillig vor die Wand gefahren wird, ganz anders.
      Deshalb lebe ich auch lieber in Spanien. Die Heimat ist der zufällige Ort der Geburt, aber da wollten wir nicht mehr leben.
      Ich freue mich über jeden, der sich wohl fühlt in Deutschland und dort bleibt.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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