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Energiewende: Hans-Werner Sinn über sechs zentrale Probleme

Über Ideologie und Realität

Energiewende Hans-Werner Sinn

Die Energiewende ist in Deutschland nicht gerade eine Erfolgsgeschichte – das hat der Ökonom Hans-Werner Sinn mehrfach nachgewiesen. Er spricht daher von einer Energiewende ins Nichts – ein Vortrag, den der Ökonom 2014 hielt und der auf Youtube mehr als zwei Millionen mal geklickt wurde.

Hans-Werner Sinn über das Scheitern der Energiewende

Der Ukraine-Krieg hat die Probleme noch verschärft – weil Deutschland sich ab dem Jahr 2013 immer abhängiger von russischen Energieträgern gemacht hat. Nun aber will nicht nur Deutschland, sondern die gesamte EU möglichst schnell unabhängig werden von russischem Öl und Gas. Die EU hat daher das Programm REPowerEU mit einem Volumen von 300 Milliarden Euro aufgelegt.

In Deutschland ist dsa Problem besonders ausgeprägt: man will gleichzeitig aus der Kohle und der Atomenergie aussteigen – also aus jenen Energieträgern, bei denen Deutschland nicht von Russland abhängig ist. Wie eine gelungene Energiewende in Deutschland wirklich aussehen könnte, hat Hans-Werner Sinn bereits im Jahr 2019 aufgezeigt. Ähnlich weitsichtig sind übrigens auch die Aussagen des ehemaligen E.On-Chefs Johannes Teyssen zu diesem Thema.

Was in der öffentlichen Diskussion gerne verschwiegen wird: alternative Energien wie Wind und Solar brauchen ein Back-up-System, also eine Parallel-Struktur aus konventionellen Energieträgern für den nicht selten auftretenden Fall einer Dunkelflaute (also Zeiten, in denen weder die Sonne scheint noch Wind weht). In Deutschland jedenfalls als Folge der Energiewende sind die Strompreise so hoch wie sonst nur noch in Dänemark – gleichzeitig ein klarer Standortnachteil für die deutsche Wirtschaft und Belastung für deutsche Konsumenten.

Sechs Probleme

Wo aber sind die zentralen Probleme der Energiewende – in Deutschland wie auch global? Hans-Werner Sinn greift sich sechs zentrale Aspekte heraus. Ist das an sich wünschenswerte Ziel, die Energieversorgung ohne fossile Kraftstoffe sicher zu stellen, schlicht Ideologie, aber in der Realität eher nicht praktikabel? Wie umweltfreundlich sind etwa E-Fahrzeuge wirklich, wenn man sauber rechnet (bekanntlich wertet die EU E-Fahrzeuge mit Null-Emission von CO2). Hans-Werner Sinn mit einem bemerlenswerten Vortrag über die Probleme der Energiewende:



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13 Kommentare

  1. Ja zu einem Energiemix, bestehend aus fossilem Erdöl mit Beimischung, Erdgas, Kohle, Atomenergie, Windenergie, Solarenergie und Wasserstoff.

    1. Mix als demokratisch zur Kenntnis genommen.
      Menschen ohne Titel tendieren für Windenergie, Solarenergie und Wasserstoff mit minimal nötiger Beimischung von fossilem Erdöl. Der russische Staatspräsident Wladimir Wladimirowitsch Putin und Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder opponieren weiterhin.

      1. Antwort und mögliche weitere ähnliche hierzu als demokratisch zur Kenntnis genommen.

  2. Die Energiewende ist in Deutschland nicht gerade eine Erfolgsgeschichte – das hat der Ökonom Hans-Werner Sinn mehrfach nachgewiesen. Als Ökonom hat er gar nichts nachgewiesen, sondern einseitig aus ökonomischer Sicht seine dünnen ökonomischen Ansichten zu einem sehr viel breit gefächerten Thema geäußert.

    Bleiben wir sachlich, er hat sein rein ökonomisches, fossiles Narrativ aufgrund seiner persönlichen lebenslangen Erfahrungen als Profiteur einer glücklichen, problemarmen Generation auch für weitere Generationen als Wahrheit für kommende Generationen verortet.
    Bleiben wir sachlich, trotz aller Millionen Klicks vor 8 Jahren. Man will gleichzeitig aus der Kohle und der Atomenergie aussteigen – also aus jenen Energieträgern, bei denen Deutschland nicht von Russland abhängig ist. Praktisch alle europäischen Atomkraftwerke sind abhängig von russischen Brennstäben. Die Abhängigkeit von russischer Steinkohle ist ebenfalls höchst signifikant.

    Ich gebe zu, ich lese lieber. Stundenlange monotone Videos sind nicht mein Ding. Als Wissenschaftler bevorzuge ich Transkripte statt einschläfernder oder aufputschender Reden vor laufender Kamera. Ich bevorzuge nachlesbares Schwarz auf Weiß statt gesprochener Worte und missverständlicher, unsicherer Körpersprache, die als eine Art Zappelstrom interpretiert werden könnte.

    Fakt ist: Niemand, aber wirklich gar niemand, will die sog. Grundlastwerke von heute auf morgen ersetzen. Die Pläne reichten schon vor Putins Überfall auf die nicht-russische Welt bis etwa 2038. Das sind von heute an 16 Jahre.
    Dank christlicher Dauerunion und wissenschaftlichen Beratern des ifo-Instituts befinden wir uns nun im aktuellen Zustand.

    In diesem Sinne verweise ich auf Minute 23:30. „Ich kann nun mal aus grünem Strom keine Kohle machen. Das ist ein trivialer Punkt, weil wir nun nicht mal wissen, was wir damit machen sollen…

  3. Gegen grüne Ideologen kann der Mann reden bis ihm der Arm abfällt, es nutzt nichts.

    1. Man könnte auch sagen, der fossile Ideologe kann Unsinn verbreiten, bis sich die Balken biegen, seine Jünger saugen alles kritiklos auf, mit leuchtenden Augen und verzückter Miene.

  4. Hans Werner Sinn macht Sinn und erklärt was Unsinnig ist.
    Ideologie lässt sich von Sinnvollen nicht bekehren.
    Hat sich im Politischen über Jahrhunderte gezeigt.
    Für Übertriebenen Politischen ÖkoUnsinn werden Millionen sterben, bevor der entscheidende Klimawandel eintritt.

  5. Leute, die in den MINT-Fächern versagt haben, Studienabbrecher und Geschwätzwissenschaftler wird Herr Prof. Dr. Sinn mit seiner stringenten Argumentation gleichwohl nicht erreichen. Das Problem besteht darin, dass besagte Spezies über Fragen der Energiewirtschaft mitentscheidet. Wo liegt die Lösung des Problems? Da die Hohlen für Sachargumente nicht zugänglich sind, möge „das Ding“ einfach gegen die Wand fahren. Nicht schön, auch nicht konstruktiv, aber es geht wohl nicht anders. Nach einem solchen Crash ist für 10-20 Jahre Ruhe, Erkenntnisse werden umgesetzt und Fehler grundlegend korrigiert, danach geht’s dann leider wieder los – in die verkehrte, ja ver-rückte Richtung. Der ewige Kreislauf.

    1. Dann erklären Sie einmal, warum der Wirtschaftwissenschaftler H. W. Sinn eine Koryphäe in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sein sollte. Studiert hat er nicht eines dieser Fächer, sodass davon auszugehen ist, dass jeder Studienabbrecher mehr Kenntnisse darin besitzt.

      1. Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, lieber Thomas, muss ich doch davon ausgehen, dass Sie sich mit den Realitäten und Inhalten einer wirtschaftswissenschaftlichen Universitätsausbildung, wie sie u. a. Herr Prof. Dr. Sinn durchlaufen hat, bislang nicht auseinandersetzen konnten. Zur sonstigen „Substanz“ Ihres Kommentars möchte ich aus Gründen der Höflichkeit nicht Stellung beziehen. Beste Grüße. HerrBert.

        1. Lieber HerrBert, was Ihren ersten Satz im zweiten Kommentar angeht, stimme ich zu. Ich muss allerdings zu bedenken geben, dass auch noch so viele Titel in Wischi-Waschi-Wissenschaft in keinster Weise geeignet sind, eine besondere Kompetenz in Informatik, Naturwissenschaft und Technik nachzuweisen. Ich hingegen kenne aus eigener Erfahrung die Realitäten und Inhalte einer MINT-wissenschaftlichen Universitätsausbildung, um den ursprünglichen Slogan wieder aufzugreifen, der als Kernelement Ihrer irrlichternden und konstant wabernden Argumentationskette dient.

          Die Höflichkeit sollte Sie nicht davon abhalten, sachlich auf die weitere Substanz meiner Aussage einzugehen. Vor allem, da Sie ja auch nicht auf die bisherige Substanz eingegangen sind und die Gesamtsubstanz eines Zweieinhalbzeilers keine kosmischen Ausmaße annehmen dürfte.

  6. Warum sieht es nur niemand?? Die „Grüne“ Umwelt inkl. Meeresverschmutzung muss/sollte angegagnen und immer Richtung Natürlichkeit gebracht werden.Das ist Fakt und wir brauchen über die Notwendigkeit nicht zu diskutieren.
    Nur um den Weg und die Mittel geht es. Und NIEMAND darf das Thema für seine eigene AGENDA kapern.
    Fakt ist ,jetzt,ab morgen,sofort gibt es keinerlei Alternative zu fossilen Brennstoffen,ohne das Menschen sofort Verlust,Arbeitsplatz,Hunger etc.etc erleiden müssen.Eine verhungerte Familie in sauberer Umwelt ist das Ziel ??
    Das wäre Massenmord billigend in Kauf genommen.Ist Menschenrechtlich nicht möglich. Was jetzt versucht wird ,ist das Pferd von hinten aufzuzäumen.Der Verbraucher muss umerzogen werden,sodaß sich sein Verhalten ändert. Das sind grüne Nazimethoden ,innerhalb eines beschränkten politischem Einflussgebiet (hier EU)und zwar blitzsauber. Der Staat muss etwas tun ,aber leider nicht so wie sie es jetzt versuchen.Siehe Corona (nicht mögliche Evaluierung),antiwissenschaftlich ergibt immer ein Desaster.
    Es gibt nur einen Weg,die Regierung muss 1zu1 einen kleinen Bruchteil des Wettbewerbsvorteils der Fossilen in die Forschung grüner Technologie stecken mit einem valid wissenschaftlichen Masterplan.In dem stehen aber keine Gesetzesänderungen und Verbote.100 MRD für Rüstung zig MRD für Corona,merkt hier niemand ,daß sich da jemand im Kreditfluss dazwischen setzt.Man kann auch direkt 100Mrd +400 Mrd Coronagelder in Forschung und Entwicklung grüner Technologie pumpen,lieber mal mit Putin zusammenarbeiten und keine Banken retten,wäre schlauer. Solange so nicht diskutiert wird ,rette sich wer kann .

    1. @Klempner, wozu denn noch Jahrzehnte für Forschung in grüne Technologien verschwenden? Da muss nichts erforscht werden, da es sie schon gibt. Und wie man die letzten Jahre beeindruckend sehen konnte, entwickeln sie sich technisch und ökonomisch betrachtet in ihrer Effizienz massiv weiter. Und das einzig deshalb, weil sie in der Praxis zum Einsatz kommen, und nicht, weil unter Laborbedingungen da und dort noch ein Schräubchen verstellt und dann ein weites Jahr getestet und gemessen wird. Als Beispiel seien einmal die Kosten- und Effizienzsteigerungen bei Windkraft, Photovoltaik, Batterien und Elektrolyseuren genannt. Es muss nicht so sehr geforscht, als vielmehr gebaut werden. Und eine idiotische Terminologie wie „grüne Nazimethoden“ ändert nichts an diesen Tatsachen.

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