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Türkei: Wirtschaftswachstum deutlich schwächer + Exodus der Fachkräfte

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Die türkischen Statistiker berichten aktuell wenig Gutes. Das Wirtschaftswachstum in der Türkei ist im letzten Quartal im Jahresvergleich nur noch um 1,6% gewachsen (2,0% Erwartung). Der Rückgang ist dramatisch. Letztes Jahr gab es noch 11,5% Wachstum. Dann ging es Quartal für Quartal schnell bergab auf um die 7% Anfang diesen Jahres. Jetzt ist man noch knapp im Plus. In Europa sind +1,6% ein ordentlicher Wert, aber in einem Emerging Market-Land wie der Türkei ist man deutlich höhere Wachstumsraten gewöhnt.

Die Wirtschaft ist massiv kreditgetrieben. Entfällt das Wachstum, kann das Kartenhaus ins Wanken geraten. Ganz zu schweigen von dem Irrsinn, dass die Regierung mit enormem Aufwand Preissteigerungen im Einzelhandel unterbindet, wodurch sehr viele Einzelhändler in den Ruin getrieben werden dürften. Aber diese Lawine braucht noch, bis sie den Hang hinab rollt.

Zurück zum Bruttoinlandsprodukt in der Türkei. 1,6% Wachstum ist die schwächste Rate seit dem Putschversuch im Jahr 2016. Der Bausektor ging um 5,3% zurück im Jahresvergleich. Dienstleistungen legten hingegen um 4,5% zu. Wohl in erster Linie dank dem extremen Lira-Verfall sind die Importe der Türkei um 16,7% eingebrochen. Sie wurden schlichtweg so teuer, dass viele Konsumenten die hohen Preise nicht mehr zahlen wollten oder konnten. Exporte stiegen um 13,6%.

Türkei BIP

Auch gibt es derzeit die Meldung, dass die Zahl der gut ausgebildeten Türken extrem stark ansteigt, die das Land verlassen. Von 2016 auf 2017 hat sich die Zahl der Menschen auf 250.000 mehr als verdoppelt, die das Land aus wirtschaftlichen, politischen, sozialen oder kulturellen Gründen verlassen haben.

Die Zahl dürfte für 2018 nochmal deutlich ansteigen. Hierbei handelt es sich vor allem um gut ausgebildete Türken im besten Arbeitsalter, die mehrheitlich aus großen Städten stammen. Für eine Volkswirtschaft ist diese Abwanderung der Gebildeten auf lange Sicht ein enormes Problem. Stellen für Hochqualifizierte können dann im Inland nicht besetzt werden, wodurch Betriebe Aufträge gar nicht erst annehmen können. Dies ist ein Effekt, der wie gesagt langfristig extrem negativ auf eine Volkswirtschaft wirkt, kurzfristig aber kaum bemerkbar ist.

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IWF senkt weltweiten Konjunkturausblick wegen Deutschland und Italien

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Der IWF senkt aktuell zum zweiten Mal binnen drei Monaten seine globale Wachstumsprognose. Aber erstmal ein, zwei Schritte zurück in der globalen Betrachtung, bitte. China hatte heute früh seine Jahreszahlen für sein Wirtschaftswachstum verkündet mit „nur“ 6,6% Wachstum im Vergleich zu 2017. Das ist der schlechteste Wert seit 28 Jahren! Mal ganz abgesehen davon, dass man die Höhe dieser Wachstumsraten über 6% sowieso anzweifeln könnte… aber egal. Im letzten Quartal war es ein Wachstum von nur noch 6,4%, also noch schwächer als im Jahresschnitt. Die „Schwäche“ in China soll am Handelskrieg mit den USA liegen.

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Dann kam heute Mittag der aktuellste Bericht der Deutschen Bundesbank heraus, wo offiziell von einem „kräftigen Dämpfer für die Industrieproduktion“ in Deutschland gesprochen wird. Die Abschwächung der deutschen Konjunktur ist wohl doch mehr als ein kurzer Ausrutscher nach unten.

Und jetzt bringt der IWF die zweite Abstufung seiner Wachtsumsprognose binnen drei Monaten. Zufall? Immerhin… noch glaubt der IWF an ein Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene im Jahr 2019 von 3,5%, nach +3,7% in der Oktober-Prognose. Seitdem hat man schon abgesenkt wegen des Handelskriegs zwischen China und den USA. Und heute begründet man die erneute leichte Absenkung von -0,1 Prozentpunkten mit den Daten aus Deutschland. Aber auch die finanziellen Probleme in Italien und die Grundproblematik rund um die Türkei hatte man in seine heutige Absenkung der Prognose einfließen lassen. Der IWF im Wortlaut:

The further downward revision since October in part reflects carry over from softer momentum in the second half of 2018—including in Germany following the introduction of new automobile fuel emission standards and in Italy where concerns about sovereign and financial risks have weighed on domestic demand—but also weakening financial market sentiment as well as a contraction in Turkey now projected to be deeper than anticipated.

Risiken wie Brexit und Handelskrieg waren vorher schon berücksichtigt worden. Aber wie gesagt: Von 3,7% auf 3,5% Wachstum… 3,5% sind immer noch eine Menge! Hier noch auszugsweise ein weiterführender Text vom IWF, Zitat:

The global economy continues to expand, but third-quarter growth has disappointed in some economies. Idiosyncratic factors (new fuel emission standards in Germany, natural disasters in Japan) weighed on activity in large economies. But these developments occurred against a backdrop of weakening financial market sentiment, trade policy uncertainty, and concerns about China’s outlook. While the December 1 announcement that tariff hikes have been put on hold for 90 days in the US-China trade dispute is welcome, the possibility of tensions resurfacing in the spring casts a shadow over global economic prospects.

High-frequency data signal subdued momentum in the fourth quarter. Outside the United States, industrial production has decelerated, particularly of capital goods. Global trade growth has slowed to well below 2017 averages. The true underlying impetus could be even weaker than the data indicate, as the headline numbers may have been lifted by import front-loading ahead of tariff hikes, as well as by an uptick in tech exports with the launch of new products. Consistent with this interpretation, purchasing managers’ indices, notably in the category of new orders, point to less buoyant expectations of future activity.

Hier können Sie die aktuellen Aussagen des IWF auch nochmal in einem 30-minütigen Video anschauen.

IWF
Die IWF-Zentrale in Washington DC. Foto: AgnosticPreachersKid CC BY-SA 3.0

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Theresa May redete im UK-Parlament – jetzt hier im LIVE-Feed

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Hier die aktuelle Rede von Theresa May (erstes Live-Video mit deutscher Übersetzung, zweites Video im Originalton):


By Graeme Maclean – originally posted to Flickr as hdr parliament, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7042940

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Bundesbank mit klaren Worten zur Konjunktur: „Kräftiger Dämpfer für Industrieproduktion“

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Die Bundesbank hat heute Mittag ihren aktuellsten Monatsbericht veröffentlicht. Ihre Worte in der Headline-Aussage lassen vermuten, dass die kurzfristige Delle im Sommer, welche durch Umstellungen bei Abgas-Normen in der Automobilindustrie ausgelöst wurden, wohl den tatsächlichen Beginn eines breiten Konjunkturabschwungs überdeckt haben. So zumindest könnte man die Aussagen der Bundesbanker auslegen. Also: Stehen wir genau in diesem Augenblick in den ersten Monaten eines Konjunkturabschwungs, und halten ihn noch für einen kleinen Ausrutscher unten? Möglich wäre es. Die Bundesbank im Wortlaut:

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Kräftiger Dämpfer für Industrieproduktion

Zurückzuführen ist dies (Rückkehr zum vorigen Wirtschaftswachstum) dem Bericht zufolge primär auf die enttäuschende Entwicklung in der Industrie. Im November verringerte sich die Industrieproduktion kräftig, saisonbereinigt ging sie gegenüber dem Vormonat um 1 ¾ Prozent zurück. Auch im Mittel der Monate Oktober und November verfehlte sie den Stand des dritten Quartals erheblich. „Die Abwärtsbewegung fiel dabei zuletzt über die Branchen breit gestreut aus“, schreiben die Ökonominnen und Ökonomen. Auch der Auftragseingang in der deutschen Industrie ging im November deutlich zurück. Gegenüber dem Vormonat sank er saisonbereinigt um 1 Prozent.

In der Automobilbranche zieht sich die Produktionsschwäche nach Einschätzung der Bundesbank merklich länger hin als erwartet. So normalisiere sich die Produktion nur sehr zögerlich, nachdem es in den Sommermonaten infolge der Einführung eines neuen Emissionstestverfahrens zu umfangreichen Ausfällen gekommen war. Konjunkturindikatoren wie Auftragseingänge und Neuzulassungen deuteten zwar auf eine bald wieder höhere Kraftfahrzeugfertigung hin. Ungeachtet dessen lag aber die Zahl der produzierten Pkw nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie im Dezember saisonbereinigt nur vergleichsweise wenig über dem November-Wert und noch ganz erheblich unter dem Stand der Frühjahrsmonate.

In anderen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes ging die Produktion im November der Bundesbank zufolge breit gefächert und kräftig zurück. „Auch für das vierte Vierteljahr insgesamt ist daher inzwischen von einem deutlichen Rückgang der Industrieerzeugung auszugehen“, heißt es im Monatsbericht.

Wie geht es mit der Konjunktur in Euroland weiter, wenn die EZB schrittweise die Zinsen wieder anheben wird? Nach den folgenden Worten der Bundesbank wird es da keine Probleme geben. Zitat:

Zum Einfluss einer Zinsnormalisierung auf den nichtfinanziellen Privatsektor im Euroraum aus bilanzieller Perspektive

Im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der europäischen Schuldenkrise kamen im nichtfinanziellen Privatsektor teils umfangreiche bilanzielle Restriktionen zum Vorschein. Dieprivaten Haushalte und nichtfinanziellen Unternehmen reagierten hierauf, indem sie ihre Verschuldung abbauten und ihre Ausgaben einschränkten. Im Zuge der konventionellen und unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems sanken die Zinsen, wodurch die Zinslasten des nichtfinanziellen Privatsektors deutlich reduziert und bilanzielle Beschränkungen gelockert werden konnten. Dieser Aufsatz geht der Frage nach, ob und in welchem Umfang sich bilanzielle Indikatoren des nichtfinanziellen Privatsektors im Euroraum – hier gemessen durch das Nettozinseinkommen und den Schuldendienst – im Zuge einer Zinsnormalisierung wieder verschlechtern könnten und ob hieraus nennenswerte negative realwirtschaftliche Rückwirkungen resultieren könnten.

Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass es insgesamt betrachtet im Zuge einer Zinsnormalisierung nur zu einer moderaten Verschlechterung der bilanziellen Indikatoren kommen dürfte. Gründe hierfür sind vor allem, dass die Verschuldung in einigen Sektoren und Ländern in den letzten Jahren deutlich abgebaut werden konnte und diese im Gegensatz zum letzten Zinsstraffungszyklus (2005 bis 2008) in den nächsten Jahren nicht erneut spürbar ansteigen dürfte. Gleichzeitig ist – verglichen mit dem Tempo der vorhergegangenen Zinserhöhungs- und Zinssenkungsphase – mit einem deutlich graduelleren Anstieg der Zinsen zu rechnen.

Empirische Analysen deuten darauf hin, dass insbesondere ein Anstieg der Schuldendienstquoten mit einem persistenten Rückgang des Konsums der privaten Haushalte und der Investitionen der nichtfinanziellen Unternehmen einhergehen könnte. Da die aus den Simulationen abgeleiteten Veränderungen der bilanziellen Indikatoren eher gering sind und eine Zinsnormalisierung in einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld erfolgen dürfte, sollten hiervon für sich genommen aber keine größeren realwirtschaftlichen Auswirkungen ausgehen.

Bundesbank
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany CC BY-SA 3.0 de

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