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Türkische Lira: Die Ruhe vor dem Sturm nach Erdogans Sieg?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die türkische Lira hat von Freitag Abend auf heute früh gegenüber Euro und Lira leicht aufgewertet. Was hat das zu bedeuten? Aber der Reihe nach. Präsident Erdogan hat die Präsidentschaftswahl gestern gewonnen mit 52,5% der Stimmen. Damit schnitt er gegenüber der Wahl 2014 sogar noch leicht besser ab! In seiner Siegesrede sprach Erdogan davon, dass die Türkei nun ein Vorbild für den Rest der Welt sei.

Konkret bedeutet seine Wahl, dass er weit mehr als der französische oder US-Präsident alleine durchregieren kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass er per Dekret die Notenbanker der türkischen Zentralbank aus dem Amt entfernt, sind somit größer denn je. Wer in der türkischen Politik könnte ihm da jetzt noch entgegentreten bei so einer Entscheidung? Denn mehrfach hatte Erdogan in den letzten Monaten Zinsen wortwörtlich zum Teufel erklärt.

Damit sind die Notenbanker in Ankara auf der Abschussliste des Präsidenten, denn sie hatten zuletzt die Zinsen massiv erhöht. Erdogan wünscht sich billige Kredite für die türkische Wirtschaft und die Konsumenten, und er will mit niedrigen Zinsen die Inflation bekämpfen (ja, wirklich…). Die Notenbanker wollen mit steigenden Zinsen die Inflation eindämmen und die türkische Lira stützen. Bislang ist dies nicht gelungen.

Türkische Lira gewinnt leicht nach Erdogans Wahlsieg

In den letzten Monaten notierte die türkische Lira vor allem deswegen immer schwächer, weil die Gefahr ständig über allem schwebte, dass Erdogan nach der Wahl die Notenbanker entlässt, und dann neue Notenbanker einsetzt, die in seinem Sinne die Zinsen senken. Das würde für Inflation und Lira-Abwertung endgültig den Weg frei machen. Warum aber wertet die Lira aktuell sogar leicht auf? Euro vs Lira fiel von Freitag auf heute früh von 5,45 auf 5,29.

Die erste Theorie lautet: Die aktuelle Lira-Aufwertung läuft nach dem Motto „buy the rumor, sell the facts“. Die Gewinne der Anti-Lira-Zocker wurden in den letzten Monaten erzielt mit Blick auf die gestrige Wahl, und jetzt nimmt man Gewinne mit. Immerhin stand EURTRY vor 12 Monaten noch bei 4, und vor 24 Monaten noch bei 3,20.

Auch gibt es unter Tradern aktuell die Ansicht, dass wie schon manchmal in der Vergangenheit klare politische Entscheidungen in der Türkei am dortigen Kapitalmarkt kurzfristig Stabilität und Sicherheit ausstrahlen. Kaufen einige Türken auch aus aktueller Euphorie die Lira? Das ist unklar und völlig ungewiss. Wir tippen aktuell eher auf Gewinnmitnahmen nach Eintritt des Spekulationsziels.

Die Ruhe vor dem Sturm?

Und wir vermuten (!), dass die aktuelle Lage die „Ruhe vor dem Sturm“ sein könnte für die türkische Lira. Warten wir die nächsten Äußerungen Erdogans ab in Sachen Inflation, Zinsen und Notebank. Jetzt, wo seine Macht fast unbegrenzt ist, dürfte seine Zunge noch lockerer sitzen. Wir haben keine Glaskugel, aber weitere kräftige Abwertungsschübe in der Lira sind möglich, je nachdem ob Erdogan deftige Sprüche raushaut, oder sogar die mögliche Absetzung der Notenbanker konkreter andeutet beziehungsweise umsetzt.

Euro vs Türkische Lira seit 15. Juni
Euro vs Türkische Lira seit 15. Juni.

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Schnelle Erholung – Chance für ein Long?

Agata Janik

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am

50 Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat in der gestrigen Handelssitzung erneut seine Dominanz bestätigt. Nach der kurzfristigen starken Gegenreaktion auf der Unterseite, die durch die fundamentalen Daten (Pressekonferenz der Fed) am Mittwochabend verursacht wurde, konnte sich der Euro gestern fast gänzlich erholen. Der US-Dollar wurde nur zeitweise gegen den Euro favorisiert. Sobald die fundamentalen Nachrichten aber verdaut wurden, verlor der Greenback wieder an Attraktivität. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die Wirtschaftsdaten meistens nur kurzfristig einen Einfluss auf den Devisenmarkt haben. Händler, die gerne News handeln, sollten das wissen und bereit sein, immer schnell zu reagieren. Der Euro hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag kräftig verloren und notierte im Tief bei 1,1735. Das hat jedoch die Euro-Bullen nicht abschrecken können. Sie haben gestern den Euro vs USD wieder gekauft und der Kurs bewegte sich fast den ganzen Tag fast nur noch in die nördliche Richtung.

Schon am Donnerstagmorgen erreichte EUR/USD kurzfristig die 1,18 „big figure“. Auf dem Niveau von 1,1813 traf der Major auf einen Widerstand, der vorerst gehalten hat. Der Kurs erfuhr eine leichte Korrektur. Bei 1,1781 war diese aber schon zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bullen erneut angegriffen. Die 1,18 Marke stellte für den Euro zum USD keine Hürde mehr dar. Der Kurs hat diesen Widerstand ohne Schwierigkeiten überwunden. Darüber lagen viele Stop-Loss Orders, die natürlich gezogen wurden. Dadurch hat der Euro eine zusätzliche Dynamik entwickelt. Ab dann ging es für das Währungspaar langsam aber konstant nach oben. Auch während der amerikanischen Session konnte sich der Euro klar durchsetzen. Im Bereich von ca. 1,1830 traf der Kurs auf einen doppelten Widerstand. Die beiden Moving Averages (120er und 420er) begegneten sich.

Es war unklar, ob der Euro diese Hürde brechen wird. Es hat aber geklappt, was schon eine kleine Überraschung war. EUR/USD stieg dann in den Abendstunden noch ein wenig weiter und erreichte gestern im Tageshoch die Marke von 1,1854. Die Volatilität hat dann aber nachgelassen und der Kurs ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Kerzen wurden ganz klein. Die Händler haben sich zurückgezogen. Der gestrige Tag hat bestätigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei EUR/USD noch nicht zu Ende ist. Der Euro zum USD bleibt stark. Es wird sich vermutlich in den nächsten Stunden entscheiden, ob die Bullen vor dem Wochenschluss noch einmal die 1,19 Marke angreifen werden.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1848. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, gab es kaum Bewegung im Markt. Die meisten Händler halten sich noch zurück. Das wird sich aber bald ändern. Heute erwartet uns bei EUR/USD ein spannender Handelstag. Wenn es den Bullen gelingt, das letzte High von gestern bei 1,1854 zu nehmen, kann es für den Major richtig interessant werden. Die Break-Out Trader werden dann vermutlich auch ihre Chance auf der Oberseite suchen. Über 1,1855 liegen viele Stops. Das wissen die Long-Trader und werden versuchen, den Kurs dahin zu ziehen. Wenn es klappt, kann sich die Aufwärtsbewegung schnell beschleunigen. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,1881. Wenn diese Marke bricht, wird die 1,19 „big figure“ angesteuert werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Major diese Marke noch vor dem Wochenende erobern wird. Auf der Unterseite hat EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,1831 und dann bei 1,1803. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1812.

Der folgende Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Rüdiger Born: Interessante Möglichkeiten bei Dow, Nasdaq und Euro

Redaktion

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Von

Interessante Tradingmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Dow Jones, Nasdaq und Euro gegen US-Dollar. Interessant dabei ist, dass die Ideen bei den US-Indizes nicht simultan laufen. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Türkische Lira fällt spürbar auf neues Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt heute auf ein neues Rekordtief gegen den US-Dollar gefallen, nachdem sie erst Anfang der Woche weitere Schwäche zeigte aufgrund eines Downgrades einer Ratingagentur. Für einen US-Dollar musste man gestern noch 7,49 Lira bezahlen, heute sind es 7,55 Lira. Auch gegen den Euro erreicht die Lira aktuell ein neues Rekordtief bei einem EURTRY-Wechselkurs von 8,92 (gestern noch 8,89).

Dollar-Stärke drückt gegen türkische Lira

Der heutige weitere Fall für die türkische Lira begann um 7 Uhr früh. In Verbindung bringen kann man dies mit der Verkündung der US-Notenbank Federal Reserve von gestern Abend 20 Uhr. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zeigen, dass die US-Konjunktur besser laufen soll als bislang angenommen. Und die Fed hat keine Andeutungen für neue eigene Stützungsprogramme für die US-Konjunktur geliefert. Diese Infos gaben dem US-Dollar über Nacht Auftrieb. Und wo der US-Dollar ansteigt, da verliert in der Regel alles, was gegen den US-Dollar gehandelt wird.

Und für die türkische Lira bedeutete das seit heute früh einen weiteren Abwertungsschub, der sich auch heute Nachmittag fortsetzt mit einem USDTRY-Anstieg auf 7,56. Zwar hat der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) heute wieder einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Aber gegenüber der türkischen Lira legt er auch jetzt weiter zu. Dies kann man als Indiz ansehen, dass aus markttechnischer Sicht womöglich etwas passiert ist. Wurden zahlreiche Stop-Buy-Orders in USDTRY ausgelöst, welche den Dollar gegen die Lira aktuell weiter stärken? Gut möglich. Jedenfalls gab es tagelang eine Seitwärtsphase in dem Währungspaar knapp unter der Marke von 7,50. Von daher ist es gut denkbar, dass sich viele Trader Einstiegsmarken über 7,50 ausgesucht haben, die heute ausgelöst wurden, und nun für weiteren Abwertungsdruck für die türkische Lira sorgen.

Chart zeigt US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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