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Devisen

Türkische Lira wertet auf trotz massiver Zinssenkung – neue Erdogan-Aussagen!

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Was ist aktuell los, warum wertet die türkische Lira auf? Denn nach Lehrbuch dürfte das eigentlich gar nicht passieren? Eine Spurensuche. Gestern hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um 4,25% gesenkt, von 24% auf 19,75%. Präsident Erdogan hatte erst vor wenigen Tagen den Zentralbankchef entlassen, weil der die Zinsen nicht senken wollte (Erdogan: Er hat sich nicht an meine Anweisung gehalten). Die aktuelle Zinssenkung fiel gut doppelt so stark aus wie vom Markt erwartet. Daher hätte (nach Lehrbuch) die türkische Lira eigentlich am Mittwoch spürbar fallen müssen.

Türkische Lira reagiert nicht wie erwartet

Aber nein, der US-Dollar reagierte unterm Strich gegen die türkische Lira mit einem Seitwärtstrend (gestern vor der Zinssenkung 5,71, heute früh 5,70). Eine erstaunliche Festigkeit in der Lira, das muss man schon sagen! Und jetzt aktuell? Da äußert sich Präsident Erdogan zu „seiner“ Zinspolitik. Denn es ist ja nun quasi „seine“ Notenbank, nachdem jemand als Chef eingesetzt wurde, der offensichtlich die Wünsche des Präsidenten umsetzt. Die Türkei werde die Zinsen weiter senken, denn dies werde die Inflation senken, so Erdogan heute.  Ähhh? Es ist volkswirtschaftlich genau anders rum, möchte man ihm am liebsten zurufen.

Aber hey, die türkische Lira läuft seit gestern ja auch genau entgegen dem Lehrbuch… also, was verstehen wir schon vom Markt??? Auch sagt Erdogan heute, dass dem aktuellen Zinsschritt bis Jahresende weitere folgen müssten. Hohe Zinsen seien eine große Gefahr für die türkische Wirtschaft. Zu Erdogans Äußerungen kann man sagen: Die Inflation in der Türkei war Anfang Juli mit „nur noch“ 15,7% vermeldet worden. Im Herbst 2018 lag sie noch bei 25%. Fast 10% weniger Inflation in weniger als einem Jahr, das ist natürlich ein Fortschritt. Aber sollen 15,7% Inflationsrate ein normales Niveau sein, so dass man den Leitzins drastisch senken kann?

 

Natürlich kann man argumentieren, dass eine Notenbank grundsätzlich den sehr hohen Leitzins senken kann, wenn die Inflation von 25% auf 15% sinkt. Aber 15% sind nun mal 15%. Außerdem bleibt es Fakt, dass Erdogan mit seinen Äußerungen die volkswirtschaftlichen Vorgänge auf den Kopf stellt. Sinkende Zinsen bekämpfen die Inflation? Na ja… aber es bleibt ein Fakt, dass die türkische Lira seit gestern aufwertet. Unglaublich. Ein Bankanalyst sagt dazu, dass die gestrige Zinssenkung um 4,25% zwar groß war, aber nicht außerhalb der Range der Erwartungen bei Analysten. Na gut… viele erwarteten 2% oder 3% Senkung. Aber 4,25%? Das ist schon viel. Es gibt auch bei Tradern derzeit andere Erklärungsversuche, warum die Lira derzeit aufwertet, wo sie doch eigentlich abwerten sollte.

So seien die hoch rentierlichen türkischen Anleihen (aktuell 15,37% Rendite für 10 Jahre) attraktiv, was für Kapitalfluss in die Türkei sorge. Dazu meinen wir: Ach, das hat man erst gestern festgestellt, dass türkische Rentenpapiere so hohe Renditen bringen? Geschenkt. Von gestern Mittag bis jetzt fällt USD vs Türkische Lira von 5,71 auf 5,63. Die Lira wertet also auf. Ein kleines Wunder? Tja, aber es ist nun mal Realität. Wir meinen, dass wir gar nichts dazu meinen. Wir halten uns da raus. Wir können nur sagen: Man sollte diesem Frieden nicht blind trauen. Immer schön drauf achten, was sich weiterhin tut in Sachen Türkei und Zinsen, Notenbank, Inflation, Erdogan.

USD vs Türkische Lira seit Anfang der Woche
USD vs Türkische Lira seit Anfang der Woche.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Michael

    26. Juli 2019 18:03 at 18:03

    Ihr Kleingeistigen von der FMW! Die Erklärung ist doch ganz einfach: Die hochintelligent programmierten Algorithmen funktionieren nur bei einem Leitzins bis 20% !!! Nach Unterschreiten dieser Marke wurde dies als ein plötzlicher Anstieg von bisher Null (nicht vorhanden) auf 19,75 gewertet. Börsianischer Urknall, Devisen-Phönix aus der Asche sozusagen 😂 😂

    • Niko

      28. Juli 2019 11:12 at 11:12

      Die hochintelligent programmierten Algorithmen funktionieren nur bei einem Leitzins bis 20%
      Irgendwelche Quellen, Beweise, irgendwas in der Art?
      Oder wieder Mal nur bla-bla?

      • Michael

        28. Juli 2019 22:56 at 22:56

        Nur bla-bla, lieber Niko, nennt sich auch Ironie (feiner, versteckter Humor oder Spott). Nicht für jedermann gleich erkennbar oder verständlich, vor allem, wenn er schon verbissen und voller Abneigung und Vorurteile an die Kommentare ran geht.

  2. M.Oral

    28. Juli 2019 12:17 at 12:17

    Also die Sprache, mit der dieser Artikel verfasst wurde erinnert mich etwas an typische Klatschpressen.

    Einfach nur unterste Schuplade.

    Die Verfasser sollte lieber „Promi-News“ verfassen.

    Passt besser zu deren Niveau:)

  3. Jacek

    29. Juli 2019 21:29 at 21:29

    Ich vermute, dass die türkischen Devisenreserven benutzt werden, um zusätzliche Nachfrage nach Lira zu generieren. Belegen kann ich das nicht, es erscheint mir jedoch die einzige plausible Erklärung zu sein.

    • leftutti

      29. Juli 2019 22:55 at 22:55

      Wie ein Teil von mir schon vorm Wochenende gepostet hat, fragen wir uns mehr denn je, ob ich nicht als einsamer Rufer in der Wüste irgendwo unter den vielen Stimmen gehört werden sollte: Als Alternative könnte man vielleicht einmal überdenken, ob diese ganzen pseudowissenschaftlichen, volkswirtschaftlichen Theoriekonstrukte aus den 50er- bis 80er-Jahren in einer globalen Welt überhaupt noch Gültigkeit besitzen. Empirisch betrachtet, versagt der Zins- und Geldmengen-Schwachsinn reziprok proportional mit zunehmender Globalisierung.

      Macht es noch Sinn, nach plausiblen und vernünftigen Erklärungen zu suchen, wenn der Wahnsinn bei den Staatschefs endgültig Einzug gehalten hat? Wenn Notenbank = Kaisers Meinung + Kaisers Meinung = alles andere als Kaisers Meinung vor den Wahlen?

      Herzlichst, Ihr linksversiffter Grün-Fascho Lefti-Mikka von der Tutti 😉

  4. sufaap2008

    30. Juli 2019 00:07 at 00:07

    @Jacek Ganz Ihrer Meinung, ich sehen die Lage genau so!

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Devisen

MMT – der Wahnsinn der Überschuldeten

Modern Monetary Theory ist die neueste Antwort einer immer überschuldeteren Welt, die ihre Zahlungsversprechen immer weiter in die Zukunft verschiebt

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MMT – Modern Monetary Theory – ist die neueste geldpolitische Antwort einer immer überschuldeteren Welt, die ihre Zahlungsversprechen immer weiter in die Zukunft verschiebt. Die Verfechter von MMT argumentieren: man kann doch einfach Geld drucken, solange dieses gedruckte Geld nicht zu verstärkter Inflation führt – und damit Konjunktur und Arbeitsmarkt ankurbeln! Mit anderen Worten: Schulden sind kein Problem, nur Inflation ist ein Problem aus Sicht der MMT-Gläubigen.

Eine noch stärkere Verschuldung des Staatshaushalts? Für die Vertreter von MMT kein Problem, denn ein Staat könne doch gar nicht pleite gehen, solange eine Notenbank in der eigenen Währung Geld drucken könne und die Schulden des Staates doch auf eben dieser jederzeit nachdruckbare Währung basierten.

Nur leider zeigt ein Blick in die Finanzgeschichte, dass auch Staaten, die in ihre eigene Währung drucken, sehr wohl pleite gehen könne – eben weil das Vertrauen in deren inflationierte Währung stetig erodiert (Beispiele sind Argentinien, Venezuela, Simbabwe etc.). Aber der Blick in die Finanzgeschichte zählt wohl eher nicht zu den Stärken der Verfechter von MMT..

 

Besonders beliebt ist die Modern Monetary Theory bei linken US-Demokraten wie Ocasio-Cortez oder auch Bernie Sanders – maßgebliche Ideengeberin der beiden ist die amerikanische Ökonomin Stephanie Kelton, die in einem Interview mit der „Zeit“ es als eine Art Erweckungserlebnis beschreibt, wie sie auf MMT gestoßen sei:

„(..) wir als Ökonomen waren die ganze Zeit auf dem Irrweg. Das war für mich eine Art kopernikanischer Moment. Kennen Sie den Film Matrix? Da gibt es diese berühmte Szene, in der Keanu Reeves die Wahl hat, eine blaue oder eine rote Pille zu nehmen. Wenn er die blaue Pille nimmt, bleibt alles, wie es ist. Nimmt er die rote, erkennt er, dass die Welt nur eine Fiktion ist, die von intelligenten Maschinen aufrechterhalten wird, um die Menschheit zu versklaven. Ich habe die rote Pille genommen.“

Nunja, was Pillen so alles bewirken können..

Kelton und andere MMT-Theoretiker glauben also, dass sich Jahrhunderte lang alle Ökonomen geirrt haben, dieser Irrweg aber nun durch revolutionäre Erkenntnis endlich durchbrochen ist. Ohne das gerade scheiternde Experiment der Notenbanken, die ernsthaft und gegen jede Evidenz glauben, durch Negativzinsen und Anleihekäufe fehlende Nachfrage in immer älteren und gleichzeitig immer verschuldeteren Gesellschaften komensieren zu können, wären solche Hinrgespinste wie MMT nicht möglich.

Unser Grundproblem ist doch: wir verschieben Zahlungsversprechen wie Pensionsansprüche, Kredite ect. immer weiter in die Zukunft (dafür stehen symbolisch Staatsanleihen mit 100 Jahren Laufzeit). Gleichzeitig aber verlieren wir stetig an Substanz, weil immer weniger arbeitende Menschen immer größere Zahlungsansprüche der immer zahlreicher werdenden Nicht-Arbeitenden finanzieren müssen. Diesen Grundwiderspruch aber kann man nicht (oder zumindest nicht dauerhaft) durch Gelddrucken zuschütten.

Wenn wir ehrlich mit uns selbst wären, müssten wir eigentlich schrumpfen – oder zeitnah neue revolutionäre Innovationen schaffen. Aber das geht natürlich nicht in Gesellschaften, deren Grundideologie auf ewig andauerndem Wachstum basiert und die ihre Zukunft bereits in der Gegenwart verkonsumiert.

Solange das Wachstum da war, war alles gut, weil die kapitalistische Demokratie das Wohlstandsversprechen für immer mehr Menschen tatsächlich auch eingelöst hat. Aber das ist nun vorbei – und weil unser Wirtschaftssystem das Wohlstandsversprechen für immer mehr Menschen eben nicht mehr einlöst, sehen wir den Aufstieg von „rechtspolulistischen“ Parteien. Diese wiederum aber sind selbst Verfechter von MMT – sie wollen also Schulden machen, um die Frustrierten zu beglücken. Irgendwie ein Teufelskreis..

Wir unterliegen einer Wohlstandsillusion durch Aufschiebung von Zahlungsversprechen – und wollen uns diese Illusion partout nicht nehmen lassen. Das ist sehr menschlich, aber leider nicht hilfreich. Denn die Widersprüche fallen uns so oder so auf die Füsse, und je länger wir der Illusion hinterherjagen, umso schmerzhafter ist dann der Aufprall mit der Realität..

MMT verspricht, alle Probleme zu lösen - wie durch Geisterhand

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Rüdiger Born: Dax, Nasdaq, Euro

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Die aktuelle Bewegung im Dax könnte eher korrektiv sein. Der Nasdaq ist fünfwellig nach unten marschiert. Und jetzt? Mehr dazu bespreche ich im folgenden Video. Euro vs USD ist relativ schwach. Schubweise runter, wackelig hoch, schubweise runter. Auch dazu mehr im Video. Heute haben wir ein spezielles Währungspaar im „Trade des Tages“ besprochen. Wollen Sie die detaillierten Textanalysen täglich lesen, dann melden Sie sich gerne beim Klicken an dieser Stelle an. Der Service ist kostenlos!

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Schweizer Franken weiter im Aufwärtstrend – EZB und SNB im Fokus

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Der Schweizer Franken ist weiter im Aufwertungs-Modus. Der Druck des Gesamtmarktes einen sicheren Hafen in unsicheren Zeiten zu suchen, ist einfach zu groß. Auch wenn die Schweizerische Nationalbank (SNB) in den letzten Wochen offensichtlich interveniert hat um den Franken zu schwächen, war der Markt stärker. Die Maßnahmen der SNB verpufften. Oft hatten wir in den letzten Tagen das Tief bei EURCHF vom 5. August bei 1,0863 besprochen. Würde es fallen, wäre der Weg nach unten (also weitere Aufwertung des Schweizer Franken) frei.

Schweizer Franken erst gestern am Hochpunkt

Und an drei Tagen in dieser Woche wurde dieses Tief unterschritten. Im Tief lag Euro vs Schweizer Franken (EURCHF) erst gestern Abend bei 1,0834. Der Franken wertet also immer weiter auf, auch wenn es derzeit nur in kleinen Schritten weiter bergauf geht (höchster Stand seit 2017). Aktuell notiert das Währungspaar bei 1,0846. Jeden Pip und jedes kleine Auf und Ab ist natürlich unmöglich vorhersehbar. Aber die Tendenz scheint weiter Richtung Aufwertung des Franken gerichtet zu sein. Gestern „half“ der EZB-Funktionär Olli Rehn dabei den Schweizer Franken noch weiter zu stärken. Dies tat er, in dem er den Euro schwächte durch Aussagen, dass die EZB ihre anstehenden Maßnahmen doch lieber zu stark als zu schwach umsetzen solle.

In Schweizer Medien wird diese Woche auch darüber spekuliert, ob die SNB im September die Zinsen von jetzt schon -0,75% auf -1,00% senken wird. Und ja, bei dem immer weiter steigenden Schweizer Franken scheint das durchaus realistisch zu sein. Oder wird man schon früher aktiv werden? Denn der Markt schafft ja jetzt die Fakten! Schon im April hatte SNB-Chef Thomas Jordan weiter sinkende Zinsen für die Schweiz grundsätzlich angedeutet, und in Kürze könnte es soweit sein. Wäre das ein Auslöser für eine Kehrtwende im Franken, oder wäre dieser Zinsschritt einfach zu schwach? Denn schließlich lockert die EZB ja in Kürze ihre Geldpolitik auch. Aktuell jedenfalls bleibt der Schweizer Franken im Aufwertungs-Modus. Man vergesse aber nie, dass die SNB für Überraschungen gut ist. Man denke da bitte stets an die urplötzliche Aufhebung der berüchtigten Franken-Schwelle von 1,20 im Januar 2015!

 

Euro vs Schweizer Franken seit April
Euro vs Franken seit April.

Euro vs Schweizer Franken seit September 2018
Euro vs Franken seit September 2018.

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