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Aktien

Tui, Lufthansa, Commerzbank – drei „Staatsbetriebe“ im Vergleich zum Dax

Claudio Kummerfeld

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am

Deutschland Flagge

Das Wort Staatsbetrieb ist natürlich ein klein wenig übertrieben formuliert. Aber bei der Lufthansa und der Commerzbank ist der deutsche Staat (also wir alle) bereits engagiert. Bei der Commerzbank stieg der Bund wegen der Finanzkrise mit 25 Prozent ein. Bis heute hält man immer noch einen bedeutenden Anteil von 15,6 Prozent (hier die Struktur im Detail). Als „Langfristinvestment“ ist das ein totaler Flop, wenn man auf diese lange Sicht den Kurs der Commerzbank-Aktie betrachtet.

Staat steigt in der Coronakrise bei Lufthansa und Tui ein

Bei der Lufthansa stieg der Bund dank Coronakrise im Mai 2020 ein, um die einzige noch übrig gebliebene bedeutende deutsche Airline vor dem Corona-Zusammenbruch zu retten. Insgesamt 9 Milliarden Euro stellte man der Lufthansa zur Verfügung, wovon der größere Teil ins Eigenkapital floss. 20 Prozent der Airline erhielt man dafür (hier die Details). Heute nun haben die Aktionäre der Tui zugestimmt, dass der deutsche Staat einsteigen kann. Sie stimmten einem Recht zum Umtausch von Vermögenseinlagen in Aktien zu. Somit kann der Bund mit bis zu gut 25 Prozent bei TUI Großaktionär werden.

Was sagt uns das, oder besser gesagt was lernt man daraus? Bei der Commerzbank dachte man nämlich auch, dass der Staat die zweitgrößte deutsche Bank, die eindeutig systemrelevant ist, nur für einen überschaubaren Zeitraum stützen müsste. Nur solange bis die Finanzkrise vorbei ist, und dann steigt man wieder aus. Aber die Krise der deutschen Banken war seit 2008 nie zu Ende. Sie ging immer weiter, und so dümpelte die Aktie der Commerzbank seitdem vor sich hin, mit einem anständigen Verlust für die Steuerzahler.

Der geneigte Beobachter könnte nun auch sagen: Bei Tui und Lufthansa, da muss der Staat einfach helfen – und ja, das ist inhaltlich absolut nachvollziehbar. Es sind für diese Branche die systemrelevanten Anbieter, und die müssen erhalten bleiben. „Nur solange“ die Coronakrise die Luftfahrt- und Reisebranche beeinträchtigt, stützen wir – danach zieht sich der Staat aus der Beteiligung zurück. So darf man das angedachte Szenario in Kurzform darstellen? Aber kann man auch hier nicht annehmen, dass diese Branche wie auch die Bankenbranche nach der Finanzkrise in einer Art Dauerkrise verharren wird, dass die Airlines in Europa sich nach der Coronakrise einen noch viel brutaleren Preiskampf um jeden Passagier liefern werden als vorher? Denn dass die alten Passagierzahlen in den nächsten Jahren auch nur annähernd erreicht werden, scheint eine Illusion zu sein.

Die Börse scheint die Aufsplittung von guten und schlechten Aktien in 2020 schon mal vorgenommen zu haben. Man handelt ja die Zukunft. Könnte man annehmen, dass dank Staatshilfe Lufthansa und Tui die Krise überleben, und danach wieder gut da stehen? Also rauf mit den Kursen? Nein, schauen wir auf den folgenden Chart. Hier haben wir den Dax in den letzten zwölf Monaten verglichen als prozentuale Performance, gegenüber Tui, Lufthansa und Commerzbank.

Dax im Vergleich

Der Dax verliert seit Anfang 2020 bis heute 3,5 Prozent. Die Commerzbank verliert 4,8 Prozent, die Lufthansa ist mit -34 Prozent dabei, und die Tui verliert 53 Prozent. Übrigens: Die Commerzbank-Aktie notierte 2008 mal bei über 150 Euro, jetzt bei 5,33 Euro. Seit gut zehn Jahren tut sich da gar nichts mehr. Entweder Tui und Lufthansa folgenden diesem Beispiel, weil die Reisebranche nach Corona ein jahreslanges Dahinsiechen erlebt und in einen üblen Preiskampf abstürzt – oder die Branche erholt sich wirklich kräftig, und die Aktien erleben doch noch ein erstaunliches Comeback. Im Verlauf des letzten Jahres jedenfalls hat die Börse bei Tui und Lufthansa ein klare Sprache gesprochen.

Chart zeigt Jahresvergleich von Dax zu Tui, Lufthansa und Commerzbank

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Übelkeit

    6. Januar 2021 07:45 at 07:45

    Zumindest eines haben alle gemeinsam. Die Probleme sind kein Eigenverschulden. Der Lufthansa/TUI hat man praktisch ein Beförderungsverbot auf Basis einer nicht messbaren Übersterblichkeit gegenüber den Vorjahren erteilt. Und der Comerzbank hat die EZB aufgrund der Niedrigzinsen die Geschäftsgrundlage entzogen.

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Aktien

Apple-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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am

Apple-Quartalszahlen aktuell - iMac auf Schreibtisch

Die Apple-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 111,4 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 91,8/erwartet 103,3).

Der Gewinn liegt bei 1,68 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,25/erwartet 1,41).

Die Aktie notiert nachbörslich 17 Minuten nach Daten-Veröffentlichung mit -0,1 Prozent zum Handelsschluss. Zu gute Daten, als dass die ALGOS sie verarbeiten könnten?

Ganz am Ende der Tabelle sieht man die Umsätze der einzelnen Produktkategorien in US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sieht man: Die iPhone-Umsätze steigen kräftig von 55,9 auf 65,6 Milliarden Dollar. Und man sieht steigende Umsätze in allen anderen Bereichen. Die Service-Umsätze steigen von 12,7 auf 15,7 Milliarden Dollar.

Man gibt keine Aussicht für das Geschäft im laufenden Quartal, wie seit Beginn der Pandemie.

Hier die Headline-Statements von CEO und CFO:

“This quarter for Apple wouldn’t have been possible without the tireless and innovative work of every Apple team member worldwide,” said Tim Cook, Apple’s CEO. “We’re gratified by the enthusiastic customer response to the unmatched line of cutting-edge products that we delivered across a historic holiday season. We are also focused on how we can help the communities we’re a part of build back strongly and equitably, through efforts like our Racial Equity and Justice Initiative as well as our multi-year commitment to invest $350 billion throughout the United States.”

“Our December quarter business performance was fueled by double-digit growth in each product category, which drove all-time revenue records in each of our geographic segments and an all-time high for our installed base of active devices,” said Luca Maestri, Apple’s CFO. “These results helped us generate record operating cash flow of $38.8 billion. We also returned over $30 billion to shareholders during the quarter as we maintain our target of reaching a net cash neutral position over time.”

Grafik zeigt Details der Quartalszahlen von Apple

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Aktien

Facebook-Quartalszahlen: Erneut Prognosen übertroffen, Aktie dennoch unter Druck

Stefan Jäger

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Facebook heute mit Quartalszahlen - Beispielbild mit App Logos

Die Facebook-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen im Überblick.

Der Umsatz liegt bei 28,07 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 21,08/erwartet 26,4). Das entspricht einem Anstieg von 33% zum Vorjahr.

Der Gewinn liegt bei 3,88 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,56/erwartet 3,22). Auch beim Gewinn schafft das Unternehmen ein Wachstum von 52% zum Vorjahr.

Die Aktie ist nachbörslich weiterhin unter Druck (-4%), die guten Zahlen leiden unter dem schwachen Gesamtmarkt. Anleger nehmen scheinbar Gewinne mit – Sell on Good News!

Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer liegt bei 2,80 Milliarden, ein Anstieg von 12% im Jahresvergleich.

Die Zahl der täglich aktiven Nutzer liegt bei 1,84 Milliarden, ein Anstieg um 11% im Jahresvergleich.

Die operative Marge liegt bei stolzen 46%, im Vorjahr waren es 42%!

Kurz-Fazit: Beim Umsatz und Gewinn je Aktie kann Facebook erneut die Erwartungen übertreffen. Zudem schafft der Socialmedia-Gigant ein Wachstum bei der operativen Marge von 4% zum Vorjahr. Auch bei den Nutzerzahlen gibt es kein Rückschlag, im Gegenteil, die Werte legen sogar im zweitstelligen Bereich zu. Das Unternehmen gilt auch als ein starker Profiteur der Corona-Pandemie, da ist es nicht verwunderlich, dass die Daten sehr gut ausfallen. Die weltweiten Beschränkungen führen dazu, dass sich immer mehr Menschen im digitalen Raum aufhalten.

Die Headline-Statements seitens Facebook:

„We had a strong end to the year as people and businesses continued to use our services during these challenging times,“ said Mark Zuckerberg, Facebook founder and CEO. „I’m excited about our product roadmap for 2021 as we build new and meaningful ways to create economic opportunity, build community and help people just have fun.“

We believe our business has benefited from two broad economic trends playing out during the pandemic. The first is the ongoing shift towards online commerce. The second is the shift in consumer demand towards products and away from services. We believe these shifts provided a tailwind to our advertising business in the second half of 2020 given our strength in product verticals sold via online commerce and our lower exposure to service verticals like travel. Looking forward, a moderation or reversal in one or both of these trends could serve as a headwind to our advertising revenue growth.

We expect 2021 total expenses to be in the range of $68-73 billion, unchanged from our prior outlook. This is driven by investments in technical and product talent as well as continued growth in infrastructure costs.

Facebook Quartalszahlen: Financial Statement

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Aktien

Tesla-Quartalszahlen: Gewinn verfehlt Erwartungen

Claudio Kummerfeld

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Frontansicht eines Autos von Tesla

Die Tesla-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 10,74 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 7,38/erwartet 10,3).

Der Gewinn liegt bei 0,80 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,41/letztes Quartal 0,76/erwartet 1,01).

Die operative Marge sinkt im Quartalsvergleich von 9,2 Prozent auf 5,4 Prozent.

Der Free Cash Flow steigt im Quartalsvergleich von 1,39  Milliarden auf 1,87 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert nachbörslich mit -6 Prozent.

Grafik zeigt Details der aktuellen Quartalszahlen von Tesla

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