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TV-Tipp: Hans-Werner Sinn und der „Schwarze Juni“

Hans-Werner Sinn im Interview über das, was unter einer eskalierenden EZB in der Eurozone abläuft!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der „Großökonom“ Deutschlands, Hans-Werner Sinn, ist bekanntlich nicht unumstritten. Aber selbst wer kein Fan des ehemaligen ifo-Chefs ist, dürfte in seinem neuen Buch „Der schwarze Juni“ manch Anregung finden, und einen breiten Daten-Fundus allemal (mit dem „schwarzen Juni“ meint Sinn den Brexit einerseits, sowie die OMT-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das unbegrenzte Haftungsrisisken für Deutschland bringt).

Gestern war Sinn Gast bei Peter Voß in 3sat – und wer das nicht gesehen hat, kann das hier noch einmal nachholen. Wir finden das sehenswert – unter anderem deshalb, weil Sinn hier zeigt, was abläuft in der Eurozone unter der Ägide einer eskalierenden EZB!

Das Interview in der 3sat Mediathek sehen Sie hier..

hans-werner-sinn
Der ehemalige ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Foto: Romy Bonitz, ifo Institut / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    GN

    21. November 2016 16:10 at 16:10

    …..für Pfrof. Unsinn verlange ich Schmerzensgeld…….:-(

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      21. November 2016 16:19 at 16:19

      @GN, oder Sie verstehen das als Erweiterung ihrer doch sehr ideologisch definierten Geld-Theorie! Ich habe ja durchaus Sympathie für die Österreichische Schule, aber mehr für ihre Diagnose der Probleme der derzeitig ökonomischen Mainstream-Theorie, als für ihre Lösungsgansätze. Und die von Ihnen, @GN, immer wieder angeprangerte Geldschöpfung aus dem Nichts durch Banken ist nicht das eigentliche Problem!

      • Avatar

        GN

        21. November 2016 17:26 at 17:26

        Lieber Markus Fugmann, was soll denn bitte sonst das Problem sein, alsdie ausufernde Geldschöpfung und die damit 1:1 verbundene Ausweitung der Verschuldung????

        Ideologie predigen Leute wie Sinn und nicht ich…….VG

        • Avatar

          GN

          21. November 2016 18:59 at 18:59

          ….ich schicke Ihnen mal einen Link zu einer sehr interessanten Stellungnahme, daraus können Sie entnehmen, daß ich mit meiner Meinung doch nicht ganz alleine bin. Die Meinungsträger sind allesamt keine lächerlichen Verschwörungstheoretiker oder lobby-finanzierte Mietmäuler. Dazu gehört z. B. kein geringerer als derschweizer Prof. Binswanger, vielleicht besser bekannt, als der Doktorvater von Josef Ackermannn….VG

          https://www.freitag.de/autoren/kov-kreditopferverein/irrlehren-der-wirtschaftswissenschaften

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            21. November 2016 19:11 at 19:11

            @GN, dass Sie damit nicht alleine sind, ist mir ja schon klar! Und natürlich ist die Geldschöpfung aus dem Nichts nicht unproblematisch, vor allem deshalb, weil sie eskalieren kann (aber nicht zwangsläufig muß). Das Problem der Geldschöpfung aus dem Nichts entsteht doch dann, wenn das Geld (oder die Geldmenge) schneller wächst als die Wirtschaft. Nun haben wir in Deutschland ja schon Jahrzehnte die Geldschöpfung aus dem Nichts der Banken, und doch gibt es in Deutschland keine extreme Verschuldung etwa im Privatsektor oder Unternehmenssektor, die von den Banken ja kreditiert werden. Und auch lange keine Inflation, fast schon eher das Gegenteil (was doch eigentlich der Fall sein müßte, wenn Sie recht haben mit den fatalen Folgewirkungen der Geldschöpfung aus dem Nichts, oder?). Theoretisch wird das aus dem Nichts geschaffene Geld, das eine Bank schafft, wenn sie einen Kredit ausgibt ja, durch dessen Rückzahlung wieder neutralisiert (mit Ausnahme der von den Banken dadurch vereinnahmten Zinsen als Risikoprämie für die Gefahr des Ausfalls eines Kredits; aber den zahlt der Gläubiger, mithin wird das Geld durch den Zins nicht mehr, es wechselt nur den Besitzer)..

          • Avatar

            GN

            21. November 2016 19:16 at 19:16

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            21. November 2016 19:47 at 19:47

            und noch etwas: das aus dem Nichts geschöpfte und verliehene Geld ist ja bilanziell wirksam bei der kreditgebenden Bank: kann der Kredit nicht mehr bedient werden durch den Gläubiger, muß die Bank das aus dem Nichts geschöpfte Geld in der Bilanz negativ verbuchen, siehe italienische Banken und faule Kredite..

          • Avatar

            GN

            21. November 2016 19:50 at 19:50

            @Markus Fugmann,

            Die Probleme, die wir heute haben, haben wir doch eindeutig erst durch die explodierende Geldschöpfung nach 1971 bekommen. Die damit gewachsene Geldmenge hat sich völlig vom Wachstum der Realwirtschaft entfernt. Die überschüssige Geldmenge floß in die Finanzmärkte und erzeugte dort riesige Spekulationsblasen. Der Gipfel dieser Geldpolitik, von dem der normale Bürger vorsätzlich im unklaren gehalten wird („die Bank verleiht das Geld der Sparer), fand sich dann in der Finanzkrise 2008/2009, die bis zum heutigen Tage ungelöst ist.

            Personen, wie der von Ihnen so geschätzte Prof. Sinn, tragen in keinster Weise zur Aufklärung der Bürger bei. Er erzählt uns bis zum heutigen Tage nur das, was der von ihm vertretenen Klientel nutzt.

            Andere Wissenschaftler, wie z. B. Prof. Jospeh Huber, Prof. Richard Werner u. A. , schenkt man vorsätzlich kein Gehör, damit „Grims-Märchenstunde der Geldtheorie“ nur ja nicht in Zweifel gezogen werden.

            Ich würde mir doch sehr wünschen, wenn Sie sich, als doch eher alternativer Finanzblog, den ich sehr schätze, auch einmal anderen Wissenschaftlern zuwenden würden….VG

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            21. November 2016 19:53 at 19:53

            @GN, sehr gerne; nur haben wir hier Hans-Werner Sinn zur Darstellung gebracht, weil er sehr prägnant und treffend das Dilemma der Eurozone beschreibt. Und das Dilemma der Eurozone hat mehr mit politischen Mechanismen und den Aktionen der EZB zu tun, als mit der Geldschöpfung der Geschäftsbanken aus dem Nichts…

          • Avatar

            GN

            21. November 2016 20:36 at 20:36

            …..ich möchte noch diesen hochinteressanten Vortrag von Prof. Richard Werner empfehlen, der sich mit der Volkswirtschaftslehre und den durch diese verbreiteten Mythen auseinandersetzt……absolut sehens-hörenswert!!!

            https://youtu.be/X6-FItgst4Y

      • Avatar

        joah

        21. November 2016 18:29 at 18:29

        »[…]immer wieder angeprangerte Geldschöpfung aus dem Nichts durch Banken ist nicht das eigentliche Problem!«

        Dies führt aber durch Verlockungseffekte dennoch zu Konsequenzen, welche meines Erachtens nach ebenfalls als entsprechende Reaktionen in den Vordergrund treten. Der darin nicht enthaltenen Zins gibt der Systematik dann den Rest, bei welchem die menschliche Psychologie letztendlich sperrt.
        Gegendarstellung erwünscht, vielleicht kann ich meinen Wissenshorizont ja noch erweitern. Wie wäre es mit der Antwort als Artikel?

    • Avatar

      Michael

      21. November 2016 22:29 at 22:29

      Was der Mann sagt, hat doch Hand und Fuß.
      Was Sie sagen, ist Sinn-los und fern jeder Diskussionsgrundlage, auch wenn ich wegen dieser Ansicht wieder als Pharisäer eingestuft werde.

  2. Avatar

    Mulinski

    21. November 2016 17:45 at 17:45

    Sinn müsste Finanzminster sein.

  3. Avatar

    gerd

    21. November 2016 17:50 at 17:50

    Großartiger Tipp!
    Alleine schon für diesen wertvollen Hinweis auf das Video, hat es sich gelohnt, FMW zu lesen.

    Bei dem langweiligen Finanzmarktgeschehen derzeit, sollte jeder mal das Video nebenbei anhören. Selbst wenn man evtl. vieles schon selber weiß, oder meint, es zu wissen.

    (Bis vor einigen Jahren war mir Prof. Sinn auch ein klein wenig suspekt. Aber ich musste meine Meinung ändern)

  4. Avatar

    asyoulike

    21. November 2016 18:03 at 18:03

    Moin, moin,

    im Westen nichts Neues. So einfach. Für mich auf den Punkt gebracht, die BRD muss zahlen, in welcher Form auch immer. Da ich das Interview nur ca. 20 Minuten mit anhören konnte, habe ich das Video beendet, mehr verträgt man nicht, weil es m.E. alles so stimmt, wie von Prof. Sinn erläutert.

    Die anderen EU-Länder machen Schulden, um an der Regierung zu bleiben. Dafür kommen in der BRD neue Steuern und Abgaben nach der Bundestagswahl.

    Interessant die Darstellung des Zuwanderungsanreizes ins BRD-Sozialsystem. Das dass so einfach ist, ist schon überraschend. Das Prof. Sinn das aber so offen sagt bzw. sagen darf ist schon erstaunlich.

    Fazit: Das „Spiel“ scheint m.E. bis zum totalen Zusammenbruch des Papiergeldsystems zu gehen und niemand wird die Schuld haben.

    Was bleibt, ist die Frage, wie man als Otto-Normalverbraucher das kleine eigene „Vermögen“ (die Aktiva) in „Sicherheit“ vor den Fiskus bringt? Vielleicht sind es Krügerrand und Co., sind es Aktien, ist es Grund und Boden? Also es bleibt spannend.

    • Avatar

      joah

      21. November 2016 18:21 at 18:21

      »[…] und niemand wird die Schuld haben.«

      Doch: man wird dem/der kleinen Mann/Frau die Schuld zu schieben – üben Sie schon mal Ihr Gelächter dazu, wenn es dann kommt.

    • Avatar

      Petkov

      21. November 2016 21:16 at 21:16

      Guten Abend, Sie wissen sicherlich selber, dass man Grund und Boden am schwierigsten vom Fiskus verstecken kann… Außer Ihr Grundstück ist in Griechenland, da gibt es kein Kataster. Für mich sind Immobilien die leichteste Möglichkeit für die Geimeinden, an Geld zu kommen – indem sie den Hebesatz für die Grundsteuer erhöhen. Aktuell weiß ich von mehreren Gemeinden mit großen und besonders teueren Flüchtlingszelten, die trotz Rekordsteuereinnahmen die Grundsteuer über den Hebesatz um bis zu 20% erhöht haben. Infrastrukturprojekte, Sanierungen etc. gibt es keine. Man hatte einfach den Bedarf gesehen, nach billigem Ermessen die Steuer zu erhöhen und zwar zu einem Zeitpunkt, wo eine Senkung noch nie angebrachter war. Ich fürchte, unter „Sicherheit“ werden die meisten von uns wohl was anderes verstehen.
      Viele Grüße

  5. Avatar

    Lars

    21. November 2016 23:34 at 23:34

    Erst einmal vorab: In dem Videobeitrag finden sich zwei interessante Bärte ;)
    Und über jedem ein interessanter und scharfer Verstand.
    Einer davon, der des Herrn Sinn, früher ein Linker, jetzt zu einem sog. bösen ökonomischen Rechten mutiert, seit es Begriffe wie „Ultra-Liberale“ gibt, obwohl er seine grundsätzliche Einstellung nicht verändert hat, sondern nur so wahrgenommen wird.
    Herr Sinn sagt doch im Kern nur aus, dass Europa von den Südstaaten auf Kosten der Nordstaaten ausgesaugt wird. Das dürfte doch Konsens sein?
    Er tritt für ein Europa ein, dass Win-Win-Situationen bevorzugt, in dem also alle etwas davon haben, wofür EURO-Europa auch geschaffen wurde. Wem das nicht gefällt, bietet er die Chance, aus einem Vertrag auszusteigen.
    Griechen, Italiener, Südfranzosen, Spanier, wer von denen kennt einen Winter? Wer muss dort schon Häuser bauen, Heizungen installieren, die 6 bis 9 Monate der Kälte und Feuchtigkeit trotzen? Dolce Vita allenthalben.
    Südeuropäer haben eine Stimmenmehrheit von 41% in Europa, wenn die großen Briten den königlichen Schwanz eingezogen haben.
    Hätten wir uns je mit diesen Luschi-Europäern einlassen sollen?

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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am

Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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