Folgen Sie uns

Aktien

Uber unmittelbar vor dem IPO: Taugt die Aktie was?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Wird der morgige Monster Mega-Börsengang von Uber ein Mega-Knaller oder ein gigantischer Flop? Und was wird in den Wochen und Monaten danach mit der Aktie passieren? Schaut man auf die Börsengänge der letzten Monate und Jahre aus dem Silicon Valley, so zieht sich eine Desaster-Spur durch durchs Tal. Snapchat war ein Desaster (auch wenn die Firma ausgerechnet in LA sitzt), und gerade erst floppte Lyft mit einem Kursdebakel in den Wochen nach dem IPO.

Wohl vor allem wegen Lyft musste Uber seine einstigen Bewertungsträume von 120 auf 100 und zuletzt auf ca 83 Milliarden Dollar senken. Damit der Kursverlauf ab morgen nicht auch in einem Desaster endet wie bei Lyft? Oder hätten ohne niedrigere Bewertung sonst nicht genug Investoren die Aktie für die Emission gezeichnet? Durchaus möglich. Kritisch sieht auch der Broker XTB das Uber IPO in einer aktuellen Analyse. Hier ein Auszug:

Die Herausforderung bei der Bewertung von jungen Tech-Aktien besteht darin, dass sie in der Regel keine Gewinne abwerfen und daher nicht mithilfe typischer Methoden wie z.B. dem Kurs-Gewinn-Verhältnis bewertet werden können. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) könnte verwendet werden, aber die Bewertungen solcher „heißen IPOs“ spiegeln selten die wirtschaftliche Realität wider. Tatsächlich hat Uber eine höhere Bruttomarge als Lyft oder Alphabet bei ihren Börsengängen, aber die Differenz zwischen Brutto- und Betriebsergebnis ist beunruhigend. Dieser Abstand ist für Uber der höchste und zeigt, dass das Unternehmen Betriebskosten hat, die seinen gesamten Jahresumsatz übersteigen. Wenn dort keine Verbesserung erreicht wird, kann es schwierig sein, auch die Rentabilität zu erreichen.

Man bedenke (so möchten wir es anmerken): Der Uber-Chef sagte erst vor Kurzem, dass das Unternehmen womöglich niemals Gewinne machen werde. Das war vielleicht aus rechtlichen Gründen eine wichtige Anmerkung von ihm. Wenn er dies nämlich vor dem Börsengang schon weiß und nicht gegenüber möglichen Investoren kundtut, könnte er ernsthafte rechtliche Schwierigkeiten bekommen. Also besser vorher absichern und auf langfristig desaströse Zahlen hinweisen? Dazu sagt XTB zu den Finanzdaten von Uber, Zitat:

Das Unternehmen verbrennt immer noch konstant Geld. Uber ließ im Antrag des Börsenganges verlauten, dass es davon ausgehe, dass die Betriebskosten in Zukunft deutlich steigen werden und dass es möglicherweise nie profitabel sein wird. Uber sagte auch, dass die Umklassifizierung von freiberuflichen Fahrern zu festen Mitarbeitern einen negativen Einfluss auf das Ergebnis hätte. Eine solche Umklassifizierung wird in einigen Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, bereits vorgenommen oder in Betracht gezogen. Schließlich generiert die Mehrheit der Fahrdienstanbieter Verluste, und bei Didi und Grab, an denen Uber beteiligt ist, ist es nicht anders. Allerdings besteht das Risiko, dass diese Unternehmen schließlich in Konkurs gehen, falls sie nicht in der Lage sind, ihre Rentabilität zu erreichen, und eine solche Entwicklung könnte zu erheblichen Abschreibungen in der Bilanz von Uber führen.

Hier noch einige grundsätzliche Infos und Gedanken der XTB-Analysten zu Uber:

Uber Technologies wurde vor einem Jahrzehnt in den USA als eines der ersten Unternehmen für online-vermittelte Fahrdienstleistungen der Welt gegründet. Das Gerücht besagt, dass die Idee für Uber entstand, als einem der Gründer an Silvester ein paar hundert Dollar für die Einstellung eines privaten Fahrers in Rechnung gestellt wurden. Eine Idee, die sich in einen Transportgiganten verwandelte, der mittlerweile in 63 Ländern und mehr als 700 Metropolen tätig ist. Trotz der Entwicklung zum Weltkonzern hält Uber nach wie vor den Löwenanteil am US-Markt. Nach den von SecondMeasure erhobenen Daten erhielt Uber im März dieses Jahres 69% der US-Ausgaben für Mitfahrgelegenheiten. Die Nachfrage nach Uber-Diensten wächst zudem, was durch die Bruttobuchungsdaten (Gesamtausgaben der Nutzer in der Uber-App) perfekt abgebildet wird. Im Laufe des Jahres 2018 erwirtschaftete das Unternehmen 49,8 Mrd. US-Dollar an Bruttobuchungen – eine Steigerung von 44% gegenüber 2017. Tatsächlich stiegen die Bruttobuchungen von Uber im Quartalsvergleich in jedem der letzten acht Quartale (die gesamte der Öffentlichkeit zugängliche Datenhistorie).

Uber bietet jedoch mehr als nur Fahrdienste an. Das Unternehmen startete im August 2014 den Dienst UberEats. Kunden können sich nun gegen eine geringe Gebühr Lebensmittel liefern lassen. Auch wenn dies nach dem üblichen Lieferservice der meisten Restaurants klingt, unterscheidet sich UberEats dadurch, dass es keine eigenen Speisen anbietet. Stattdessen werden nur Lebensmittel aus Partnergeschäften geliefert, sodass ihre Kunden über eine einzige mobile App Zugang zu zahlreichen Restaurants erhalten. Des Weiteren wurde 2017 der UberFreight Dienst eingeführt. Statt Fahrer und Passagiere für kurze Fahrten innerhalb der Stadt zusammenzubringen, werden Frachtverlader und Trucker zusammengebracht. Darüber hinaus expandierte Uber 2018 durch die Übernahme von JUMP Bikes in den Verleih von Elektrofahrrädern und -rollern. JUMP bietet seinen Service derzeit in lediglich 12 US-Städten sowie Berlin und Lissabon an, aber das Unternehmen plant das Angebot weiter auszubauen. Auch wenn UberFreight und JUMP Potenzial haben könnten, ist zu beachten, dass die beiden Dienstleistungen 2018 weniger als 4% des Gesamtumsatzes von Uber ausmachten.

Der Börsengang von Lyft am 29. März wurde von vielen als Auftakt zu einem großen und lang erwarteten IPO von Uber gesehen. Die beiden Unternehmen sind in den USA zwar Giganten für Fahrdienstleistungen, aber können diese auch direkt miteinander verglichen werden? Uber bietet ein relativ breites Spektrum an Dienstleistungen an, insbesondere in den USA und Europa, und das macht es zu einem diversifizierteren Unternehmen als seine Konkurrenten. Während Dienstleistungen außerhalb des Kerngeschäfts heute einen kleinen Teil des Gesamtumsatzes ausmachen, können sie bei einer zukünftigen Expansion des Unternehmens zu einem reibungslosen Ergebnis beitragen. Uber ist auch unter den Fahrdienstanbietern einzigartig, da es auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vertreten ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Uber aufgrund seiner breiten geografischen Reichweite und seines wachsenden Angebots in der Branche gut positioniert zu sein scheint. Andererseits ist Lyft nur auf dem US-Markt tätig und dort nicht einmal führend (Uber hat einen mehr als doppelt so hohen Marktanteil).

Uber
Beispielbild. Ein Uber-Fahrer in Kolumbien. Foto: Alexander Torrenegra CC BY 2.0

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Big Tech mit „enttäuschend guten Ergebnissen“

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die großen Tech-Konzerne haben gestern sehr gute Quartalszahlen gemeldet. Er geht darauf ein, welche Haare in der Suppe die Anleger dennoch fanden, weshalb die Kurse dann nachbörslich fielen.

weiterlesen

Aktien

Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

weiterlesen

Aktien

Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen