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Ukraine: ein Desaster in Zahlen

FMW-Redaktion

Man hört derzeit wenig von der ökonomischen Lage der Ukraine. Ein Blick auf die Wirtschaftsdaten des Landes zeigt die Dramatik der Lage!

Nach Aussage der Weltbank wird das BIP der Ukraine in diesem Jahr um 12% schrumpfen, während die Inflation bei sagenhaften 50,8% liegt. Hauptursache des Einbruchs ist natürlich der Konflikt in der Ostukraine, der die Wirtschaft so hart trifft, weil Russland von überragender Bedeutung für die Wirtschaft des Landes ist. So fiel der Export ukrainischer Güter nach Russland laut Angaben der Behörden in Kiew um 55,6% in den ersten neun Monaten diesen Jahres. So schrumpften die Exporte nach Russland auf nun nur noch 3,6 Milliarden Dollar von 8,1 Milliarden Dollar im Vorjahr. Damit bleibt Russland jedoch, trotz des massiven Einbruchs, der wichtigste Exportmarkt für die Ukraine. 12,8% aller Exporte des Landes gehen nach Russland, die Importe machen 20% der Gesamteinfuhren aus – aber die Importe aus Russland sind in den ersten neun Monaten des Jahres um 47,6 geschrumpft.

Zweitwichtigster Markt für die Ukraine ist die Türkei, wohin die Ukraine 7,3% seiner Waren exportiert. Das bedeutet: Russland ist nach wie vor von absolut zentraler Bedeutung für die Ukraine, es fehlt an Alternativen. Eine Alternative wäre etwa die EU. Aber dafür müßte die Ukraine komplizierte und langwierige Zertifizierungsverfahren durchlaufen, was bislang nicht gelungen ist und absehbar auch nicht gelingen wird. Damit bleiben ukrainische Waren in der EU mit hohen Zöllen versehen, der Handel mit der EU spielt daher bislang nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Angesichts der massiven Inflation von gut 50% (auch aufgrund des Einbruchs der ukrainischen Währung) ist der Bankensektor als Kreditgeber für die Wirtscihaft praktisch ncht mehr vorhanden. Kredite unter einem Zinssatz von 30% sind nicht zu haben, der ukrainische Bankensektor steckt ohnehin in großen Schwierigkeiten, wird jedoch vom Westen gestützt – ohne diese Unterstützung wären die Banken des Landes ohnehin nicht mehr lebensfähig. Das gilt auch für die Finanzen des Staates – kürzlich hat der IWF bekanntlich seine Regularien geändert, um der Ukraine nach einem absehbaren Zahlungsausfall einer an Russland begebenen Anleihe noch beistehen zu können. Für den Westen ist das ein Milliardengrab, das mit Steuergeldern finanziert wird – es geht um Geostrategie, und die läßt man sich einiges kosten. Denn echte Perspektiven auf eine Erholung, das zeigen die Daten klar, hat die Wirtschaft der Ukraine nicht, solange der Konflikt in der Ostukraine andauert.



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