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Uploadfilter und der Trump-Report: Blockade von gemeinfreien Inhalten

Die Befürworter der Urheberrechtsverschärfungen (ursprünglich Artikel 13, jetzt Artikel 17) in der EU weisen bei Kritik oft auch darauf hin, dass es Uploadfilter ja eh schon gebe. Dazu kann man JA und NEIN sagen. Sie verweisen dann stets auf das Content ID System von YouTube (hier nähere Infos dazu). Dieses System ist bereits seit Jahren aktiv. Aber um es sinnbildlich und vereinfacht auszudrücken: „Content ID“ ist eine Fliege im Vergleich zur Einführung richtiger Uploadfilter, die man dann wohl als Elefanten bezeichnen würde.

Bizarre Vorschau auf das, was richtige Uploadfilter anrichten werden

Schon jetzt zeigen diese vorhandenen Filtersysteme, wie anfällig sie für Fehler und Missbrauch sind. Einige bizarre Beispiele aus der Praxis nennt Rechtsanwalt Christian Solmecke im folgenden aktuellen Video. Das bizarrste Beispiel ist aber der Mueller-Report zu Donald Trump. Dabei handelt es sich um einen gigantisch langen Bericht des Sonderermittlers Mueller, der Verbindungen von Donald Trump zu Russland untersuchen sollte.

Alles was die US-Regierung und sonstige regierungsnahe Institutionen veröffentlichen, ist grundsätzlich von der Öffentlichkeit frei verwendbar, so auch der Mueller-Report. Das heißt jeder Mensch im In- und Ausland kann mit diesem Mueller-Report online quasi machen was er will, zum Beispiel komplett hochladen, zitieren uvm. So haben inzwischen auch mehrere Verlage den frei zugänglichen Mueller-Report als Buch veröffentlicht und somit kommerziell vermarktet.

Gemeinfreie Inhalte als eigenes Werk blocken

Aber dennoch bleibt der Mueller-Report als Rohfassung weiterhin frei verfügbar und verwendbar, kostenlos. Eine kleine Online-Plattform, wo ein Nutzer den Mueller-Report hochladen wollte, sperrte seinen Upload – mit Verweis darauf, dass ein Verlag schon die Rechte daran im Filter-System der Plattform hinterlegt hatte. Und das bei einem für jedermann frei nutzbaren Werk (Gemeinfrei). So schön kann die neue Welt der Uploadfilter sein. Was jetzt schon in manchen bizarren Beispielen sichtbar wird, dürfte wohl zukünftig bei der Einführung richtiger Uploadfilter bei YouTube, Instagram und Co alltäglich werden.

Natürlich werden Nutzer auch mit Uploadfiltern weiterhin Inhalte hochladen können, und die Social Media-Welt wird nicht zusammenbrechen. Aber man kann damit rechnen, dass Blockaden und Probleme massiv zunehmen werden. Man achte bitte nur auf die weiteren Beispiele, die RA Solmecke in den letzten Minuten seines Videos erläutert!


Demo gegen Artikel 13 und Uploadfilter
Beispielbild einer Demo gegen Artikel 13 und Uploadfilter.



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