Folgen Sie uns

Konjunkturdaten

US-Arbeitsmarktdaten im Detail: GM-Streikende hilft, nur Dienstleistungen liefern neue Stellen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden vorhin veröffentlicht mit 266.000 neuen Stellen im November, was deutlich besser war als erwartet (180.000 Stellen). Bezüglich der Gesamtzahl von 266.000 neuen Stellen gab es 12.000 neue Jobs beim Staat. Somit gibt es 254.000 neu geschaffene Stellen im US-Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden insgesamt 48.000 Stellen hinzugefügt. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung genau bei -7.000. Auf dem Bau wurden 1.000 neue Stellen geschaffen. Die Industrie schuf 54.000 neue Stellen. Aber halt! Dazu muss man erwähnen, dass das Streikende bei General Motors alleine rechnerisch 50.000 von diesen 54.000 neuen Stellen ausmacht. Dies sind also keine wirklich neuen Jobs! Dennoch sind insgesamt 266.000 neue Stellen eine so gute Zahl, dass derzeit wirklich alle Beobachter in den USA positiv überrascht sind – auch wenn man den GM-Effekt herausrechnet!

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

US-Arbeitsmarktdaten im Detail

Verbleiben 206.000 neu geschaffene Arbeitsstellen im US-Dienstleistungssektor. Die Einzelhandelsbranche bringt nur 2.000 neue Stellen unterm Strich. Während 17.800 Stellen in Bekleidungsgeschäften verloren gehen, können Kaufhäuser und große Supermärkte mit 21.900 neuen Stellen zulegen (Black Friday Effekt?). Auch Kurierdienste und Lagerhäuser legen um 13.100 Stellen zu (Amazon-Effekt zum Black Friday?).

Der Sektor „Professional and business services“ bringt mit vielen einzelnen Berufen 38.000 neue Stellen. „Bildung und Pflege“ bringt 74.000 neue Stellen, wobei alleine der Pflegesektor davon 60.000 Stellen liefert. „Freizeit und Bewirtung“ ist mit 45.000 neuen Jobs dabei, von denen 25.300 durch neue Kellner-Jobs entstanden sind. Ein vereinfachtes Fazit: Ohne die buchhalterische Hinzufügung der nicht mehr streikenden GM-Arbeiter hätte die Industrie gar nichts beigetragen. De facto kommen die neuen Stellen alle aus dem Dienstleistungssektor – und der zeigt sich stark in vielen Einzelbereichen.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    6. Dezember 2019 15:42 at 15:42

    Hurra, viele neue schlecht bezahlte Dienstleistungsjobs für Leute die einen zweiten oder dritten Job brauchen.

    Industrie schafft nichts! Grandios!

    Lasst uns die Gläser erheben und darauf anstoßen!

    Vielleicht merkt es der Markt und ist am Ende dick im Minus!

    Schönen 2. Advent!

  2. Avatar

    Columbo

    6. Dezember 2019 16:46 at 16:46

    Daß Algo-Marko heute noch nicht angesprungen ist, wundert mich schon. Wird ihm wohl nichts fehlen?

    • Avatar

      leftutti

      6. Dezember 2019 18:30 at 18:30

      @Columbo, keine Brexit-News, kein Marko. Fällt mir schon seit längerem auf. Oder der Wirtscomputer, der den Algo nährt, ist abgestürzt ;) Dafür ist ein anderer Algo seit Tagen hochaktiv, vielleicht fand da eine symbiotische Verschmelzung oder eine freundliche Übernahme statt?

  3. Avatar

    Gixxer

    8. Dezember 2019 12:27 at 12:27

    Ich versteht das nicht, wie können 50.000 nicht mehr Streikende als 50.000 neu geschaffene Stellen zählen?
    Das ist doch absolut idiotisch. Wird das in Deutschland genauso gewertet oder ist das eine amerikanische Besonderheit?!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Konjunkturdaten

Verbrauchervertrauen Uni Michigan – Amerikaner erwarten Inflation

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (1.Veröffentlichung für Januar) ist mit 79,2 etwas schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose 80,0; Vormonat war 80,7).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 87,7 (Vormonat war 90,0)

Die Konsumentenerwartung liegt bei 73,8, (Vormonat war 74,6)

Die Inflationserwartungen für das nächste Jahr steigen auf +3,0% (Prognose war +2,5%) – die Amerikaner erwarten also ein deutliches Anziehen der Inflation in den nächsten Monaten..

weiterlesen

Konjunkturdaten

US-Einzelhandelsumsätze schwach, NY Empire State Index auch

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Einzelhandelsumsätze (Dezember) sind mit -0,7% schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war -0,2%; Vormonat war -1,1%). Das ist der zweite monatliche Rückgang in Folge!

Ohne Autos liegen die Umsätze bei -2,1% (Vormonat war -0,8%).

Die control group (also der Teil der US-Einzelhandelsumsätze, der direkt in die Berechnung des US-BIP einfließt) liegt bei -1,9% (Prognose war +0,1%; Vormonat war -0,5%, nun auf -1,1% nach unten revidiert). Das wird das US-BIP deutliche senken..

—–

Der New York Empire State Index (Januar) ist mit 3,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 6,0; Vormonat war 4,9)

weiterlesen

Konjunkturdaten

Aktuell: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe extrem schlecht

Schlechte Daten – bullisch. Gute Daten wären auch bullisch. Irgendwie..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Erstanträge (jobless claims) auf Arbeitslosenhilfe (für die letzte Woche) steigen um 965.000 und damit deutlich mehr als erwartet (offizielle Prognose war 795.000, Vorwoche war 787.000, nun auf 784.000 leicht nach unten revidiert).

Die fortgesetzen Anträge (continuing claimes) liegen mit 5,271 Millionen ebenfalls höher (Prognose war 5,061 Millionen; Vorwoche war 5,072 Millionen).

Sicher extrem bullisch für die Aktienmärkte – mehr Stimulus und so..

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage