Folgen Sie uns

Allgemein

US-Arbeitsmarktdaten – und nun?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen mit 151.000 unter der Kosnsensprognose von 180.000 – aber so wirklich hat angesichts des saisonal traditionell schwachen Augusts ohnehin niemand so recht an eine Wunderzahl geglaubt. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 4,9%, fällt also nicht auf 4,8% wie erwartet. Auch die Stundenlöhne eher schwach mit nur 0,1%. So weit, so mäßig?

Aber ist damit eine Zinsanhebung im September wirklich vom Tisch? Eher nicht. Sie ist damit sicher nicht wahrscheinlicher geworden als vor den Daten, aber eben auch nicht sehr viel unwahrscheinlicher. Denn für einen August ist die Zahl von 151.000 eher stark, wenn man sich die letzten Jahre ansieht (siehe dazu hier mehr..).

Es zeigt sich, dass der Bereich Manufactoring schwach bleibt, alles andere wäre überraschend gewesen. Aber die Fed wird nicht ganz zu Unrecht sagen: der übergeordnete Trend passt. Und wenn die Fed die Zinsen anheben will, um nicht vollends ihr Gesicht zu verlieren, ist und bleibt der September dafür ein gut passender Monat (Argumente dafür hier).

In der Summe also: das ist kein Freifahrtsschein dafür, dass jetzt erstmal die Fed länger die Füsse still halten wird. Die Schwäche des Dollar, diewir in einer ersten Reaktion sehen, dürfte also eher nicht nachhaltig sein.

Das Blöde ist jetzt: das Rätselraten geht jetzt unvermindert weiter. Nichts ist klar, alles bleibt offen. Die Aktienmärkte bleiben in der Unsicherheit, es droht das Seitwärtsgeschiebe weiter zu gehen..

Hier die eingepreisen Wahrscheinlichkeiten der Fed Fund Futures – wir erwarten jedoch, dass sich die Werte wieder an das annähern werden, was vor den Daten der Fall war:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    2. September 2016 14:55 at 14:55

    Das Räteselraten passt doch genau ins Konzept der FED. Das ist die Agenda seit einem Jahr.

  2. Avatar

    Verinet

    2. September 2016 14:56 at 14:56

    Blödsinn im September gibt es keine Zinserhöhung die ist angesichts der Daten von heute vom Tisch…..immer diese Schwarzseherei hier

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      2. September 2016 14:58 at 14:58

      @Verinet, Schwarzseherei? Mal abwarten, was die Fed-Mitglieder bald zu den Daten sagen werden. Tenor wird sein: die Daten sind ok, der Trend stimmt etc. Das hat also mit einer konkreten Marktmeinung oder gar Schwarzseherei nichts zu tun, sondern analysiert die Dinge..

      Übrigens: der Dollar wird schon wieder stärker..

      • Avatar

        V

        2. September 2016 15:05 at 15:05

        das Gefasel der FED höre ich schon seit mehr als einem Jahr.

        Die werden vor den Präsidentschafts-Wahlen schlicht und einfach die Füße still halten und keine Turbulenzen verursachen. Schließlich haben sie durch ihre ständigen Verbalinterventionen und Rate Hike Drohungen bereits ein paar Zinsschritte Effekt vorab reingenommen, daher war das stetige Gelaber und dann nichts-tun stets Kalkül.

        Die Erhöhung kommt dann im Dezember, aber nur wenn die Kurse dann nicht vorher einbrechen. Das würde die FED natürlich erneut davon abhalten..

      • Avatar

        Verinet

        2. September 2016 15:41 at 15:41

        immer zuviel Panik bei Ihnen….war beim Brexit auch so ansich die Kaufgelegenheit des Jahres aber hier Weltuntergang dann sollte die zweite Downwelle kommen die stärker sein sollte als die erste…….Zinserhöhung im September never sieht der Markt mittlerweile auch so

  3. Avatar

    V

    2. September 2016 15:23 at 15:23

    nur noch ca. 25+ Punkte und anschließend nachhaltiges Übersteigen von einer Steinigung entfernt. ;)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      2. September 2016 15:36 at 15:36

      @V, Softball-Steinigung, aus irgendwelchen Gründe ist es mir wichtig das zu betonen, Sooffttbaaalllll

      • Avatar

        V

        2. September 2016 17:06 at 17:06

        Naja, das Wort Steinigung kommt halt von „Stein“, sonst würde es ja „Softballigung“ heißen, oder?
        :D

    • Avatar

      V

      2. September 2016 17:07 at 17:07

      jetzt sind wir gerade kurz über 10680 – bitte Close darüber zur happy Steinigung äh Softballigung der Herrn Fugmann! ;)

      • Avatar

        V

        2. September 2016 17:35 at 17:35

        Schlusskurs 10.683,51, ran an die Steine, ähh Bälle. ;)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Allgemein

Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage