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US-Arbeitsmarktdaten: was nun?

Von Markus Fugmann

Jetzt sind wir also viel schlauer als zuvor: die August-Stellen unter der Erwartung mit 173.000 – aber in der Regel erfolgen dann im nächsten und übernächsten Monat Aufwärtsrevisionen. Die Arbeitslosenquote fällt auch stärker als erwartet auf 5,1% (Prognose war 5,2%), weil immer mehr Amerikaner die Job-Suche aufgegeben haben – die participation rate weiter so niedrig wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr, als die Ölkrise das Land verunsicherte.

A propos Verunsicherung: die Zahlen werden eben diese Verunsicherung eher erhöhen. Sieht man sich die ersten Kommentare von Analysten an, dann reicht die Banbreite von „sie werden eher nicht anheben“ bis „jetzt haben sie keinen Grund mehr, nicht anzuheben“. Das ist genau das, was Gift für verunsicherte Märkte ist, die sich endlich nach Klarheit sehnen.

Wir vermuten, dass die Daten die Wahrscheinlichkeit einer September-Zinsanhebung wieder leicht erhöht haben – das zeigt auch schon die Reaktion der Fed Fund Futures, die nun eine September-Anhebung mit einer Wahrscheinlichkeit von 34% einpreisen (zuvor 30%), während die Wahrscheinlichkeit im Dezember jetzt bei 60% liegt.

Das macht schon insofern Sinn, als eine genauere Durchsicht der Zahlen zeigt, dass die Vollzeitstellen mit 122 Millionen Stellen das erste Mal wieder über das Niveau vom Dezember 2007 gestiegen sind (damals 121,6 Millionen). Auch die stärker als erwartet gestiegenen Stundenlöhne sprechen dafür.

Die Kehrseite der Medaille: seit Dezember 2007 wurden 4 Millionen neue Jobs geschaffen, aber 14,9 Millionen Amerikaner haben sich seitdem aus dem Jobmarkt insofern verabschiedet, als sie die Suche nach Arbeit ganz aufgegeben haben. Daher die geringe Arbeitslosenquote von 5,1%, die faktisch Augenwischerei ist.

Fazit: alles nach wie offen, wir erwarten, dass der Dollar zulegen kann, während die Aktienmärkte ihre Verunsicherung in Volatilität ausdrücken werden..



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