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US-Dollar verliert im russischen Außenhandel stark an Bedeutung

Russlands Emanzipationsbemühungen bezüglich des US-Dollar zentrischen Weltwährungssystems tragen Früchte

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Der Anteil der in US-Dollar abgewickelten Außenhandelstransaktionen Russlands geht weiter zurück. Nach jüngsten Berechnungen beträgt dieser nur noch 50,7 Prozent. Im zweiten Quartal 2018 waren es noch knapp 55 Prozent. In Exportverträgen für Rohstoffe und Waffen wird der Greenback weiter durch Euro, Rubel und Renminbi ersetzt.

US-Dollar im russischen Außenhandel auf dem Rückzug

Das Bedürfnis Russlands nach Schutz vor US-Sanktionen und der damit zusammenhängende Wunsch nach größerer Unabhängigkeit vom amerikanisch dominierten Zahlungssystem SWIFT ist seit der Ukraine-Krise deutlich gestiegen. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, hat Russland sowohl mit der Europäischen Union als auch mit China und seinen engen Verbündeten (Weißrussland, Kasachstan und dem Iran) neue bilaterale Verträge unter Umgehung des Dollars als Abrechnungswährung abgeschlossen.

Wie aus einer gestern veröffentlichten Studie des HSE Development Center hervorgeht, hat sich der Anteil der in US-Dollar abgewickelten Außenhandelstransaktionen Russlands innerhalb eines Jahres von 54,9 auf 50,7 Prozent verringert. Die Bedeutung des Euro stieg hingegen im gleichen Zeitraum von 22,5 auf 24,4 Prozent und der Anteil anderer Währungen von 2,3 auf 3,4 Prozent.

Rubel auf dem Vormarsch

Auch die Bemühungen Russlands, den Rubel stärker als Handels- und Reservewährung zu etablieren, tragen erste Früchte. Mit dazu beitragen haben dürfte die fortschreitende Unterlegung der russischen Währung mit Gold, was speziell in Ländern wie Indien zusätzlich Vertrauen schafft.

Der Anteil der auf Rubel lautenden Außenhandelsvolumina mit Indien hat sich innerhalb eines Jahres von 2018 auf 2019 von 35,8 auf 77,8 Prozent mehr als verdoppelt.

Ähnlich stark entwickelte sich die Dominanz der Abrechnungswährung Rubel im Handel mit Weißrussland, Kasachstan und dem Iran. Diese Entwicklung ist vor allem auf Rüstungsgeschäfte zurückzuführen, die unter Ausschluss des US-Dollars abgewickelt wurden.

Gleichzeitig blieb mit China und der EU der Anteil der Rubelabrechnungen für russische Exporte mit rund 8 Prozent noch relativ überschaubar. Der Anteil des Renminbi an den Abrechnungen für russische Exporte stieg ebenfalls an, wenn auch von einem noch relativ niedrigen Niveau von 1,7 Prozent im Jahr 2018 auf 2,4 Prozent in diesem Jahr.

Einen weiteren Bedeutungsgewinn dürfte die russische Währung im Außenhandel dadurch erlangen, dass ab dem kommenden Jahr ein Rubel-Offshore Markt etabliert wird, der es russischen Firmen erlaubt, in Rubel konvertierte Auslandserträge auf Konten außerhalb Russlands zu halten.

Beim Öl dominiert weiterhin der US-Dollar

Die Tatsache, dass der US-Dollar bei den Ausfuhren aus der Russischen Föderation nach wie vor den größten Währungsanteil hält, liegt an den am Weltmarkt in US-Dollar gehandelten fossilen Energieträgern Öl und Gas. Der Anteil des Dollars nimmt jedoch auch beim Export in diesem Segment sukzessive ab: Im zweiten Quartal 2019 lag dieser nur noch bei 62,5 Prozent, verglichen mit 68,1 Prozent im Vorjahresquartal 2018.

Seit Beginn des vergangenen Jahres wickelt Russland konsequent alle Exportverträge von Rosneft und die meisten Verträge von NOVATEK in Euro ab. Auch diese beiden Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass der Euro-Anteil bei den Exporten Russlands von 16,8 Prozent auf nun 20,5 Prozent angestiegen ist. Auch ein Großteil der Exporte nach China wurde auf Euro, Rubel oder Renminbi umgestellt. Im Ergebnis wurden im zweiten Quartal 2019 bereits 53,1 Prozent aller Zahlungen unter Ausschluss des US-Dollars abgewickelt, während der Anteil Ende 2018 lediglich bei ca. 12 Prozent und noch im Jahr 2017 die Marke von 3 Prozent kaum überschritt.

Russische Zentralbank betreibt konsequent die Abkehr vom US-Dollar

Auch die Bank Rossii trennt sich im Rahmen ihrer Reservehaltung konsequent von auf US-Dollar lautenden Vermögenswerten. Im Jahr 2018 hatte die russische Zentralbank fast alle Anleihen der US-Regierung im Wert von ca. 100 Milliarden US-Dollar veräußert. Im Jahresvergleich hat die Bank von Russland den Anteil aller in US-Dollar denominierten Reserven von 43,7 Prozent auf nur noch 23,6 Prozent fast halbiert. Den Anteil der US-Staatsanleihen (Treasuries) an den Gesamtreserven reduzierte die Bank Rossii innerhalb nur eines Jahres drastisch von 29,2 auf 9,2 Prozent. Parallel dazu erhöhte die Bank ihre Reserven an Euro, Renminbi und Gold. Der Euro-Anteil stieg von 22,2 auf 30,3 Prozent. Der des Goldes von 17,2 auf 18,2 Prozent und der Anteil des Renminbi von 5 auf 14,2 Prozent. Die höchsten Wertzuwächse im Sinne von Buchgewinnen erzielten in den letzten zwölf Monaten die von der Bank Rossii gehaltenen Goldreserven.

Fazit und Ausblick

Russlands Emanzipationsbemühungen bezüglich des US-Dollar zentrischen Weltwährungssystems tragen Früchte. Der starke Aufbau eigener Goldreserven sowie die aggressive Außenpolitik der USA, die geprägt ist von Verbannungen, Sanktionen und Embargos, hat diese Entwicklung forciert.

Generell ist unter den souveränen Staaten die Tendenz erkennbar, in allen Bereichen unabhängiger von den USA zu werden, u. a. auch bei der für die zukünftig extrem bedeutenden Internet-Infrastruktur (Server, Kabel, Satelliten etc.).

Gleichwohl sind der Emanzipation noch Grenzen gesetzt. In Bezug auf die weitere Erhöhung des Rubelanteils im Welthandel wird noch viel Wasser die Wolga hinunterfließen, bis ein nennenswerter Anteil am Welthandelsvolumen erreicht ist. Gleichwohl ist die Substitution des US-Dollars im Außenhandel Russlands bereits weit vorangeschritten und findet überall auf der Welt Nachahmer. Insofern ist die „America First“-Doktrin in all ihren Ausprägungen in Sachen Dominanz des Welthandels und in Bezug auf das Privileg der Weltleitwährung kontraproduktiv.

Russland versucht, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    28. November 2019 00:24 at 00:24

    Gute Strategie und absehbar. Der Dollar ist völlig überbewertet.

  2. Pingback: Aktuelles vom 28.11.2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

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Schweizer Franken vs Euro fällt kräftig ab – aktuelle Gründe

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Wie erwartet, war der gestrige Handelstag beim Euro vs Schweizer Franken spannend. Der Cross hat erneut viel Volatilität gezeigt und man konnte auf beiden Seiten gute Gewinne erzielen. Am frühen Morgen haben die Bullen die wichtige psychologische Grenze bei 1,0600 kurzfristig erobert. Der Kurs ist bis ca. 1,0630 gestiegen. Das war der erste große Durchbruch. Da es aber auf diesem Niveau nicht mehr so viele mutige Long-Trader gab, hat der Kurs anschließend eine Konsolidierung erfahren. Am Nachmittag notierte der Euro gegen den Schweizer Franken leicht unter 1,0600. Der 420er Moving Average hat den Kursrutsch gestoppt. Im späten Handel notierte EUR/CHF bei ca. 1,0595. Der Schweizer Franken bleibt weiter angeschlagen. Das ist den Händlern bewusst. Alle Kursrückgänge unter 1,0600 „big figure“ werden zum Kauf genutzt.

Spannend ist die Situation im langfristigen Bereich, denn dort zeigt es sich, dass der übergeordnete Abwärtstrend beim Euro vs Schweizer Franken, der schon lange andauert, in Gefahr ist. Mit der Aufhebung des Lockdown in der EU, wächst die positive Stimmung unter den Investoren. Die bullishe Entwicklung an den Wertpapiermärkten beflügelt den Euro zusätzlich. Der Schweizer Franken wird aktuell nicht mehr gesucht. Ganz im Gegenteil. Viele Händler, die längerfristig diese Währung favorisiert haben, schließen ihre Positionen. Das Risiko ist einfach zu groß, dass man die erzielten Gewinne wieder verschenken müsste. Das ist ungefähr so das Schlimmste, was einem Trader passieren kann. Ein entgangener Gewinn tut oft mehr weh als ein Verlust. Wenn sich diese Situation weiter beschleunigt, wird die Trendumkehr beim EUR/CHF immer wahrscheinlicher. Es ist also aktuell nicht sehr empfehlenswert, auf den steigenden Schweizer Franken zu spekulieren.

Die Volatilität steigt immer mehr. Dies lässt vermuten, dass der Cross in der nächsten Zeit sehr interessant zu handeln sein wird. Gerade bei diesem Währungspaar ist es besonders wichtig, für sich eine passende Strategie und vor allem das richtige Zeitfenster zu wählen. Wer kurzfristig handelt, sollte die Korrelation zu EUR/USD beachten, da momentan die Bewegungen sehr ähnlich verlaufen. EUR/USD wird natürlich durch die wirtschaftliche Situation in den USA beeinflusst. Sollte es zu einem neuen Handelskrieg zwischen den USA und China kommen, wird der USD ebenfalls darunter leiden. Der gesamte Euro-Block kann davon künftig profitieren.

Der Ausblick für den Euro vs Schweizer Franken

Aktuell notiert der Euro zum Schweizer Franken bei ca. 1,0690. Der Kurs ist heute schon stark angestiegen. Das bestätigt, dass der Schweizer Franken weiter unter Druck steht. Der kurzfristige Aufwärtstrend bei EUR/CHF wurde erneut bestätigt. Solange sich der Cross konstant über die 1,0600 „big figure“ hält, sollte man mit einem Kauf von Schweizer Franken vorsichtig sein. Die Bullen werden vermutlich auch am Nachmittag weitere Long-Orders am Markt platzieren und den Kurs von EUR/CHF nach oben treiben. Hier handelt es sich oft um die Break-Out Trader, die solche großen Ausbrüche sehr mögen. Man sollte sich auch nicht täuschen lassen, dass nach dem letzten Anstieg, jetzt eine Korrektur folgen muss. Die Short Seite bleibt die „gefährliche“. Die Aktualität hilft dem Euro nicht nur gegen den Schweizer Franken nach oben. Denn wie vor wenigen Minuten bekannt wurde, will die EU offenbar 750 Milliarden Euro in die Wirtschaft pumpen (siehe hier mehr Details). Das hilft natürlich der möglichen wirtschaftlichen Erholung in Europa, und damit auch erst einmal dem Euro! Das ist natürlich schlecht für den Schweizer Franken, was die Notenbanker der SNB freuen dürfte.

 

Euro vs Schweizer Franken Chart

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Euro vs US-Dollar: Warum die 1,1000 Marke bald erreicht werden kann

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Das Euro Symbol

Wie ich in meinem gestrigen Artikel schon geschrieben habe, besitzt der Euro zum US-Dollar aktuell viel Aufwärtspotential. Im mittelfristigen Bereich (siehe Chart unten) sieht man deutlich, dass der Major einen frischen Long-Trend entwickelt. Als in den Morgenstunden der wichtige Widerstand bei 1,0920 erobert wurde, war es zu vermuten, dass sich der Euro weiter gegen den USD durchsetzen wird. Genauso ist es passiert. Die Bullen haben neue Kauforders am Markt platziert und der Major entwickelte erneut Dynamik auf der Oberseite. Am Nachmittag, während der amerikanischen Session, kletterte EUR/USD über 1,0970. Viele Händler haben schon damit gerechnet, dass die 1,1000 „big figure“ getestet wird. Dazu ist es aber nicht gekommen. Im Hoch notierte gestern der Euro vs USD bei 1,0994. Als der Widerstand bei 1,0995 gehalten hat, haben die Day-Trader ihre Long-Positionen glattgestellt und die Gewinne mitgenommen. Danach folgte eine leichte Korrektur. Am Abend rutschte der Kurs bis ca. 1,0970.

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Gestern wurden erneut wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht (Verbrauchervertrauen und die US-Hausverkäufe). Da die Daten gemischt ausgefallen sind, konnte der US-Dollar auch von der fundamentalen Seite keine Unterstützung erhalten. Es war gestern insgesamt ein spannender Tag am Devisenmarkt. Nicht nur der Euro, sondern auch die anderen Majors, wie das GBP (britisches Pfund), AUD (australischer Dollar) oder JPY (japanischer Yen) haben gegen den US-Dollar aufgewertet. Die Investoren verlieren das Vertrauen in die amerikanische Währung und verkaufen den US-Dollar.

Es sind zwischen den Währungspaaren Korrelationen entstanden, die das Trading angenehm gemacht haben. Wer sich mit vielen Währungspaaren beschäftigt, kann oft von solchen Marktentwicklungen profitieren. Aus diesem Grund ist es ratsam, insbesondere für Forex-Einsteiger, von Anfang an, alle Hauptwährungspaare zu verfolgen. Auch die angespannte Situation zwischen Amerika und China belastet den US-Dollar. US-Präsident Donald Trump unterstützt die Honkonger Freiheitsbewegung und droht erneut mit harten Maßnahmen gegen die Volksrepublik. Wie genau sein Plan aussehen sollte, wird er diese Woche noch der Öffentlichkeit mitteilen. Auf jeden Fall spitzt sich die Lage zwischen den beiden Ländern weiter zu und das bekommt der USD aktuell negativ zu spüren.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell notiert EUR/USD bei ca. 1,0960. Der Major korrigiert leicht nach dem starken Anstieg von gestern. Aus technischer Sicht besitzt das Währungspaar weiterhin Aufwärtspotential. Im kurzfristigen Zeitfenster sind die Indikatoren auf der Short-Seite bald ausgereizt und werden demnächst neue Long-Signale generieren. Es waren hauptsächlich die Gewinnmitnahmen der Bullen, die den Euro zu einer Gegenreaktion auf der Unterseite gezwungen haben. Im Bereich von 1,0947 befindet sich eine wichtige Unterstützung. Es ist das 38,2% Fibonacci Retracement. Solange diese Marke hält, ist der frische Aufwärtstrend noch in Takt. Es wird von großer Bedeutung sein, ob diese Unterstützung halten kann. Sollte der Support stark genug sein, kann die Konsolidierung hier zu Ende sein. Auf der Oberseite befindet sich der nächste wichtige Widerstand bei 1,0965. Wenn es den Bullen gelingt, diese Marke zu erobern, wird klar die 1,1000 „big figure“ in den Fokus der Händler rücken. Wenn der Major genug Kraft entwickeln wird, stehen die Chancen für den großen Ausbruch über 1,1000 gut.

Sollte widererwartend die Unterstützung bei 1,0947 brechen, kann es zu einer Enttäuschung im Markt kommen. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,0957. Insgesamt befindet sich EUR/USD weiter im positiven Modus. Wer also den Major shorten möchte, sollte damit rechnen, dass er sich gegen den neuen Trend stellt.

Chart mit Indikatoren für Euro vs US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Schweizer Franken vor der großen Entscheidung

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Euro zum Schweizer Franken bewegte sich in der gestrigen Handelssitzung in einer Seitwärtsrange zwischen 1,0574 und 1,0596. Die wichtige psychologische Grenze bei 1,0600 konnte nicht erreicht werden. Obwohl die Bullen mit aller Kraft versucht haben, diesen Widerstand zu erobern, ist dem Euro die Luft ausgegangen. Der Schweizer Franken wurde danach kurzfristig favorisiert und der Kurs rutschte unter die Marke von 1,0580. In den Abendstunden notierte EUR/CHF bei ca. 1,0585.

Obwohl dieses Währungspaar eher zu den Unvolatilen gehört und es die Händlerwelt stark polarisiert, lohnt es sich aktuell, die Entwicklung von EUR/CHF zu beobachten. Der Cross steht vor einer großen Entscheidung. Der Schweizer Franken verliert langsam aber konstant an Wert gegen die europäische Leitwährung. Der Euro zeigt sich stark, weil die Corona-Pandemie in Europa unter Kontrolle zu sein scheint. Die Infektionszahlen gehen zurück, die harten Maßnahmen werden von den meisten EU-Regierungen schrittweise gelockert und die Grenzen zwischen den EU-Ländern sollen demnächst für die Touristen geöffnet werden. Auch die positive Entwicklung an den europäischen Wertpapiermärkten verleiht dem Euro einen Rückenwind. Auf der anderen Seite sieht die Situation in der Schweiz ähnlich aus. Auch das Alpenland hat die Corona-Krise bis jetzt gut gemeistert.

Trotzdem konnte der Schweizer Franken von dieser Entwicklung nicht profitieren. Je hoffnungsvoller die Aussichten für die Eurozone sind, desto kleiner die Angst und desto weniger suchen die Investoren nach dem sicheren Hafen, für den der Schweizer Franken gehalten wird. Auch wenn die Märkte momentan emotional reagieren und jeder weiß, dass die wirtschaftliche Krise jetzt erst beginnt, kann sich der Euro gut gegen die anderen Hauptwährungen behaupten. Der Schweizer Franken wird jetzt gegen den Euro abgewertet, doch das ist für die SNB kein Grund zu Sorge. Ganz im Gegenteil, der Schweizerischen Nationalbank kommt es entgegen, wenn der Schweizer Franken schwächer gehandelt wird. EUR/CHF bildet aktuell eine starke Korrelation zu EUR/USD, deswegen ist es momentan besonders wichtig, die beiden Währungspaare parallel zu verfolgen, wenn man gerne den Euro vs Schweizer Franken tauscht. Die nächsten Tage werden für die weitere Kursentwicklung bei EUR/CHF ganz entscheidend sein.

Der Tagesausblick für den Euro vs Schweizer Franken

Die Situation bei EUR/CHF ist sehr spannend. Der Cross steht, wie gesagt, vor einer großen Entscheidung. Aktuell kämpft der Kurs mit dem signifikanten Widerstand bei 1,0600 und notiert jetzt leicht darüber bei ca. 1,0608. Die Händler sind aber noch vorsichtig und warten auf die endgültige Bestätigung. Es wird sich in den nächsten Stunden entscheiden, ob der Euro oder der Schweizer Franken die Schlacht gewinnen wird. Sollte die 1,0600 Marke nachhaltig brechen, wird sich auch das längerfristige charttechnische Bild verändern. Der übergeordnete Abwärtstrend bei EUR/CHF könnte dann zu Ende sein.

Noch ist es aber nicht soweit. Auf der Oberseite wartet auf das Währungspaar der nächste wichtige Widerstand bei 1,0620. In diesem Bereich verläuft aktuell auch der 120er Moving Average im Daily Chart. Diese Hürde wird nicht leicht zu erobern sein. Sollte es den Bullen trotzdem gelingen, wäre der Ausbruch auf der Long-Seite somit bestätigt. Als nächstes Kursziel kann man die Marke von 1,0650 ins Auge fassen. Hier empfiehlt es sich aber, die Long-Positionen glatt zu stellen. Auf der Unterseite liegt die erste wichtige Unterstützung bei 1,0577. Es ist eher unwahrscheinlich, dass dieses Niveau heute getestet wird. Der Daily Pivot Point beim Euro vs Schweizer Franken befindet sich heute bei 1,0587. Summa summarum: Der Schweizer Franken ist angeschlagen und wird momentan verkauft. Der Druck auf die Währung steigt, man sollte also mit dem Kauf vorsichtig sein.

Euro vs Schweizer Franken im Chartverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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