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US-Inflation veröffentlicht: Was Experten mit Blick auf die Fed dazu sagen

Die Daten zur US-Inflation für liegen vor. Was bedeutet das für die Federal Reserve morgen Abend? Hier dazu 9 verschiedene Expertenaussagen.

USA-Flagge
Foto: Vecstock-Freepik.com

Die US-Inflation für November wurde um 14:30 Uhr veröffentlicht. Kaum verändert sorgt die Meldung überraschend für Langeweile am Markt. Die große Bewegung bleibt aus, denn die Markterwartungen werden im Großen und Ganzen getroffen mit +3,1 % im Jahresvergleich (+3,1 % erwartet) und +0,1 % im Monatsvergleich (0,0 % erwartet). Die Kernrate fiel wie erwartet aus mit +0,3 % und +4,0 %. Die TradingView Grafik zeigt die US-Inflation im Jahresvergleich seit 2019 (blau) im Vergleich zum Leitzins der Federal Reserve, der bis auf 5,5 % erhöht wurde, und damit deutlich über der Inflation liegt. Also, was nun? Was bedeutet das für die morgigen Aussagen der Federal Reserve, auf die der Markt so gespannt wartet? Hier dazu einige aktuelle Expertenaussagen.

Grafik zeigt Verlauf der US-Inflation seit dem Jahr 2019

Experten mit Aussagen zur aktuell gemeldeten US-Inflation

Die Ökonomen der Commerzbank schreiben aktuell in ihrer Headline-Aussage: Die US-Inflation ist im November gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1% gestiegen. Die relevantere Kernrate, bei der die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert werden, betrug 0,3% und fiel damit wieder etwas höher aus. Der unterliegende Inflationsdruck nimmt damit ab, aber nur graduell. Angesichts dieser Trends ist es unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank die Zinsen noch einmal anhebt. Eine Zinssenkung ist aber auch erst Mitte 2024 realistisch.

Quincy Krosby, leitender globaler Stratege bei LPL Financial sagt aktuell: „Obwohl sich die US-Inflation weiter abschwächt, wird die Federal Reserve noch nicht den Sieg erringen, da sich die hartnäckige, so genannte ‚klebrige‘ Inflation langsamer als erwartet löst. Der Markt ist nach wie vor fest davon überzeugt, dass die Federal Reserve die Zinsen bereits im Frühjahr senken wird, auch wenn sie sich ihre Optionen offen halten möchte, wenn ihre Kampagne zur Eindämmung der Inflation die schwierigere ‚letzte Meile‘ nicht geschafft hat.“

Seema Shah, leitender globaler Stratege bei Principal Asset Management, sagt aktuell: „Nach all den Hoffnungen und dem Gerede über kurzfristige Zinssenkungen ist der heutige Bericht zur US-Inflation ein kleiner Stimmungsdämpfer. Einfach ausgedrückt, ist dies nicht genug Inflationsabschwächung, um die Erwartungen des Marktes an eine Lockerung der Geldolitik zu bestätigen oder zu rechtfertigen, insbesondere zu einer Zeit, in der der Arbeitsmarkt immer noch so solide ist. Morgen sollte Federal Reserve-Chef Jerome Powell der jüngsten Marktmeinung entgegentreten. Und wenn er das nicht tut, werden wir genau wissen, wo die Fed steht.

Michelle Cluver, Portfoliostratege bei Global X sagt: „Die Märkte sind mit der Erwartung in diesen Bericht gegangen, dass er schwächer ausfallen würde. Aber insgesamt entsprach der Bericht zur US-Inflation den Markterwartungen und wird wahrscheinlich keine nennenswerten Auswirkungen auf die kurzfristigen Zinserwartungen haben. Es wird erwartet, dass die Federal Reserve auf der morgigen FOMC-Sitzung die Zinsen beibehält, aber der Fokus liegt darauf, ob es eine Aktualisierung der Anzahl der Zinssenkungen gibt, die sich im Dotplot für das nächste Jahr widerspiegeln.“

Jamie Cox, geschäftsführender Gesellschafter der Harris Financial Group sagt: „Höhere Zinsen haben den gewünschten Effekt – die Inflation kehrt zum Zielwert zurück. Die Kunst besteht nun darin, dafür zu sorgen, dass die Geldpolitik, die der US-Inflation das Genick gebrochen hat, nicht zum Bumerang wird und die Wirtschaft in eine Rezession stürzt. Die Federal Reserve hat jetzt nur noch einen sehr schmalen Pfad, um Letzteres zu verhindern“.

Sonu Varghese, globaler Makrostratege bei der Carson Group sagt: „Im Großen und Ganzen sind wir weiterhin auf dem Weg zu einer niedrigeren US-Inflation, auch wenn der Bericht dieses Monats daran erinnert, dass der Disinflationsprozess nicht geradlinig verläuft und es auf dem Weg dorthin Unebenheiten geben wird.“

Florian Ielpo, Leiter der Makro-Multi-Asset-Gruppe bei Lombard Odier Asset Management sagt: „Dieser Inflationsdruck ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, und darüber kann niemand streiten, aber je länger die US-Inflation erhöht bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Zweitrundeneffekten kommt.“

Chris Zaccarelli, Chief Investment Officer bei Independent Advisor Alliance sagt: „Die Daten waren nicht überraschend, und auch wenn die morgige Zinsentscheidung der Federal Reserve nie in Frage stand, gibt es in diesem Bericht zur US-Inflation nichts, was die Federal Reserve davon abhalten sollte, bis weit ins nächste Jahr hinein die Zinsen zu halten und möglicherweise in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 mit Zinssenkungen zu beginnen. Wir gehen davon aus, dass die Federal Reserve die Zinsen einfach länger hochhalten und sich gedulden wird, bis die Inflation wieder zurückgeht.“

Sam Millette, Direktor für festverzinsliche Wertpapiere bei Commonwealth Financial Network sagt: „Letztendlich gab es keine großen Überraschungen in dem Bericht und es wird nicht erwartet, dass die Daten die Zinsentscheidung der Federal Reserve wesentlich beeinflussen werden.“

FMW/Bloomberg



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