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US-Schulden insgesamt fast bei 70 Billionen Dollar angekommen – deutlich höher als 2008

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Die Bundesregierung der USA hat bis dato offiziell Staatsschulden von 21 Billionen Dollar angehäuft. Bush und Obama hatten es jeweils grob gesagt geschafft in ihrer Amtszeit die Staatsschuld vom Volumen her zu verdoppeln. Ob Donald Trump das auch schafft, ist unklar. Aber die Summe steigt ebenfalls zügig an. Momentan steigt die Summe nicht weiter, weil gerade jetzt für 2017 viele Steuerzahlungen bei der US-Steuer eintrudeln. Aber ab Juni dürfte es weiter gehen mit dem stetigen Anstieg der Staatsschulden in den USA.

Aber wie kommen wir auf jetzt sogar 70 Billionen Dollar Schulden? Dabei geht es um alles, was in den USA als Schulden vorhanden ist. Staatsschulden auf Bundesebene, in den Bundesstaaten, den Kommunen, bei Verbrauchern in Form von Kreditkarten, Immobilienkrediten, Konsumkrediten uvm. Errechnen tut diese Gesamtzahl die „St. Louis Fed“ – als eigenständige Notenbankfiliale ist sie Teil des Federal Reserve-Systems der USA, und damit quasi eine AuĂźenstelle der Federal Reserve in Washington. Verschiedene Fed-AuĂźenstellen widmen sich regelmäßig verschiedenen statistischen Berechnungen.

Die Grafik zeigt den Verlauf der US-Gesamtschulden seit dem Jahr 1945 bis heute. Im rot markierten Knick sieht man gut, wie um die Finanzkrise 2008 herum das Wachstum der US-Schulden fĂĽr eine kurze Zeit zum Erliegen kam. Aber es ging dann zĂĽgig weiter von 54 Billionen Dollar im Jahr 2010 auf 68,59 Billionen Dollar Ende 2017.

Es ist eigentlich ganz einfach. Auch nach der Finanzkrise ging es weiter wie vorher. Die Amerikaner (Staat, Kommunen, Verbraucher) konsumierten mehr als sie erwirtschaften konnten. Das Ausland war auch nach 2008 bereit ĂĽber den Kauf von US-Staatsanleihen, US-Bankanleihen- und Eigenkapitalerhöhungen diesen Konsumrausch zu finanzieren. So wachsen die Schulden in den USA immer weiter – auch wenn ein Teil davon gedeckt ist durch Forderungen von Amerikanern gegen amerikanische Schuldner.

Denn natĂĽrlich ist es mit den Schulden nicht ganz so einfach. Man muss ja auch sehen, dass Pensionskassen, Investmentfonds etc im Auftrag auch von amerikanischen Sparern Geld investiert haben in Schulden staatlicher Institutionen, in Unternehmensanleihen usw. Und die Hauskredite werden gespeist aus Bankguthaben anderer Bankkunden. Also geht es bei dieser groĂźen Schuldensumme letztlich um ein gigantisches Geldsystem, bei dem der eine Vermögen hat – dieses Vermögen ist gleichzeitig die Schuldenlast der anderen! Können die USA ĂĽberhaupt aufhören, oder mĂĽssen sie immer weiter auf Pump konsumieren, damit Deutsche und Chinesen immer weiter fleiĂźig exportieren können?

US-Schulden

2 Kommentare

2 Comments

  1. tm

    28. Mai 2018 16:45 at 16:45

    „Die Bundesregierung der USA hat bis dato offiziell Staatsschulden von 21 Billionen Dollar“

    Ne, hat sie nicht. Die US-Bundesregierung ist mit 16,455 Bio. USD verschuldet, die Bundesstaaten und Kommunen mit 3,084 Bio. USD und der Rest entfällt auf sonstige staatliche/öffentliche Einrichtungen.

    „Bush und Obama hatten es jeweils grob gesagt geschafft in ihrer Amtszeit die Staatsschuld vom Volumen her zu verdoppeln.“

    Obama wurde Präsident, als die US-Wirtschaft im freien Fall war. Das Haushaltsdefizit lag Anfang 2009 bei Amtsantritt bei 5,4% des BIPs, als er das Amt an Trump übergab lag es bei 3,1%.

    AuĂźerdem wäre es sinnvoll, die ĂĽbliche Zahl zu verwenden, das heisst „domestic, nonfinancial sectors“ https://fred.stlouisfed.org/graph/fredgraph.png?g=k0iW

    Und wenn Sie sich die Zahl dann noch im Verhältnis zum BIP ansehen, würden Sie sehen, dass die Schuldenquote seit 2009 konstant ist, Überhaupt ist die Gesamtschuldenquote seit dem 2. WK nur in zwei Phasen angestiegen: 1. Nach den Reaganschen Reformen in den 1980er Jahren und unter GWB nach 2001.

    „Die Amerikaner (Staat, Kommunen, Verbraucher) konsumierten mehr als sie erwirtschaften konnten. Das Ausland war auch nach 2008 bereit ĂĽber den Kauf von US-Staatsanleihen, US-Bankanleihen- und Eigenkapitalerhöhungen diesen Konsumrausch zu finanzieren.“

    Das hat mit dem o.g. Schulden aber nur recht wenig zu tun. Abgesehen davon ist das Leistungsbilanzdefizit der USA mit 2,3% des BIPs eher moderat, da weisen zahlreiche Staaten höhere Defizite auf. Zudem ist das LB-Defitit vor 2008 deutlich höher gewesen als danach, d.h. vor 2008 war das Ausland noch mehr bereit, das LB-Defizit zu finanzieren.

  2. Pingback: Aktuelles vom 29.05.2018 | das-bewegt-die-welt.de

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Bundesbank: Schuldenquote sinkt erstmals seit 16 Jahren unter 60%, Hochkonjunktur in Deutschland geht weiter

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Es gibt zwei Maastricht-Kriterien, an denen man sich eigentlich in der EU halten wollte. Fast niemand hielt sich aber wirklich strikt daran. Staaten sollen sich pro Jahr nicht mit mehr als 3% in Relation zum BIP neu verschulden, und Staaten dĂĽrfen in Relation zum BIP nicht mehr als 60% Schulden haben. Die Neuverschuldung in Deutschland ist schon lange unter der 3%, und hierzulande baut man sogar Schulden ab. Das zweite Kriterium wird man wohl im laufenden Jahr wieder erfĂĽllen.

Zuletzt war dies 2002 der Fall, dass man weniger als 60% Schuldenquote hatte. NatĂĽrlich wird dieses Ziel wieder erreicht, weil keine neuen Schulden hinzukommen. Wichtiger scheint aber noch zu sein, dass durch die jahrelang brummende Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt stetig weiter wächst, und somit die Bezugsgröße fĂĽr die prozentuale Berechnung der Schuldenlast immer größer wird. In Windeseile schrumpft die deutsche Schuldenquote, die 2010 mit 81% ihren höchsten Stand erreicht hatte. Mitte des Jahres 2018 war man bei 61,5%, und vielleicht ist man jetzt gerade dabei die „magische“ Schwelle von 60% zu unterschreiten. Zitat Bundesbank aus ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht:

Die deutschen Staatshaushalte profitieren weiterhin von sehr guten Rahmenbedingungen. Im laufenden Jahr zeichnet sich ein deutlich steigender gesamtstaatlicher Überschuss ab (2017: +1,0% des Bruttoinlandsprodukts (BIP)). Auch strukturell, also ohne konjunkturelle und temporäre Einflüsse gerechnet, dürfte sich die Haushaltslage nochmals verbessern. Die Schuldenquote bleibt auf ihrem Abwärtspfad und könnte bereits im laufenden Jahr unter 60% sinken. Bis zur Mitte des Jahres fiel sie auf 61,5%, nach 63,9% Ende 2017. Die Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen steigen dabei im laufenden Jahr weiter dynamisch. Auf der Ausgabenseite entfällt gegenüber 2017 die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteue) Außerdem entlasten die sinkende Arbeitslosigkeit und fallende Zinsaufwendungen. Diese positiven Faktoren sind gewichtiger als deutliche Zuwächse in anderen Ausgabenbereichen.

Hochkonjunktur geht weiter

Die Bundesbank ist aktuell der Auffassung, dass die jüngste Konjunkturdelle durch Soderfaktoren in der Automobilindustrie verursacht wurden, die nur temporärer Natur waren. Die Hochkonjunktur würde daher weiter laufen. Zitat Bundesbank:

Die deutsche Wirtschaftsleistung hat sich im Sommer 2018 leicht verringert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Grund dafür sei vor allem ein starker temporärer Sondereffekt in der Automobilbranche gewesen, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Bei der Einführung eines EU-weiten Emissionstestverfahrens gab es erhebliche Probleme, die zu umfangreichen Produktionsausfällen geführt hätten. „Ungeachtet dieser vorübergehenden Sondereinflüsse dauert die Hochkonjunktur in Deutschland an“, schreiben die Expertinnen und Experten.

Durch den kräftigen Produktionsrückgang in der Kfz-Branche habe das verarbeitende Gewerbe entscheidend zu der schwachen Wirtschaftsleistung im Sommervierteljahr beigetragen, so die Bundesbank-Fachleute. Die Industrieproduktion verbuchte saisonbereinigt einen Rückgang um 1½ Prozent. Nach Bundesbank-Berechnungen könnte dies das BIP-Wachstum im dritten Vierteljahr schätzungsweise um 0,4 Prozentpunkte gedrückt haben. Negative Auswirkungen auf andere Branchen über Produktionsverflechtungen wurden dabei außer Acht gelassen. Die Produktion im Baugewerbe expandierte langsamer als im Frühjahr, wuchs mit ½ Prozent aber immer noch spürbar. Auch bei den Dienstleistungen ging es wohl leicht aufwärts.

Ausblick fĂĽr Inflation und BIP

Die Bundesbank ist der Ansicht, dass die Inflation im Rahmen bleibt, und dass die Wirtschaftsleistung wieder anzieht. Zitat:

Für die kommenden Monate geht die Bundesbank davon aus, dass die Inflationsrate schwächer ausfallen wird, weil die Preise für Energie und Nahrungsmittel weniger stark steigen werden. Nach der Delle im dritten Vierteljahr sehen die Fachleute der Bundesbank die deutsche Wirtschaft zum Jahresende wieder auf Expansionskurs. So rechnen sie bei der Kfz-Produktion sowie beim Export von Kraftfahrzeugen mit einer Normalisierung. „Ferner dürfte der private Verbrauch seine Rolle als wichtige konjunkturelle Triebkraft wiedererlangen“, schreibt die Bundesbank.

Bundesbank Zentrale in Frankfurt
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany CC BY-SA 3.0 de

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Gunnar Heinsohn: „China ĂĽberholt alle – und Europa schaut zu“ – Lesetipp

Gunnar Heinsohn ĂĽber die zukĂĽnftigen Perspektiven fĂĽr Deutschland und Ostasien..

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Gunnar Heinsohn zählt zu den kreativsten Denkern in Deutschland. Die thematische Bandbreite seiner Publikationen ist fast unĂĽberschaubar: ob eine Erklärung des Holocaust („Warum Auschwitz“); der starke Anstieg der Bevölkerung Europas an der Wende der Neuzeit durch die kirchliche Diffamierung von „Kräuterfrauen“, jenen Experten fĂĽr Geburtenkontrolle, die als „Hexen“ tituliert und ausradiert wurden („Die Vernichtung der weisen Frauen“); oder eine demografische Erklärung fĂĽr weltweite Konfliktherde („Söhne und Weltmacht“) bis hin zu ökonomischen Themen („Eigentum, Zins und Geld“; zusammen mit Otto Steiger). Man könnte die Reihe noch lange fortsetzen..

Heinsohn ist ein Querdenker – und hebt sich damit vom Mainstream ab. In einem Artikel fĂĽr die „NZZ“ zeigt Heinsohn das Problem westlicher Länder auf: Bildung. Ostasien gehöre daher die Zukunft:

„Die Schere zwischen kompetenten und inkompetenten Menschen klafft weltweit immer weiter auseinander. In Ostasien werden die Länder insgesamt wettbewerbsfähiger. Im Westen hingegen teilen sich die Staaten zunehmend in Kompetenzfestungen und Einwanderungsländer – mit nachhaltigen Folgen.“

Und Heinsohn ĂĽber die zukĂĽnftigen Perspektiven fĂĽr Deutschland und Ostasien:

„Angesichts des deutschen Bildungsfiaskos kann niemand die Ostasiaten davon ĂĽberzeugen, dass Niveauabsenkung ihre Konkurrenzfähigkeit verbessert. Alle zusammen nehmen jährlich nicht einmal 100 Asylbewerber auf. Weil sie spĂĽren, dass tendenziell Unbeschulbare keinen brauchbaren Ersatz fĂĽr ihre Rentner liefern, setzen sie auf Roboter und stehen mit ĂĽber 60 Prozent der installierten Kunstmenschen an der Weltspitze.“


Lesen Sie bitte den hoch interessanten Artikel von Heinsohn in der NZZ vollständig hier!


Gunnar Heinsohn
Von Freud – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29218949

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„Wenn Italien sich nicht dem Euro anpasst, dann passt sich der Euro eben Italien an“

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In der Eurozone befinden wir uns derzeit in einer Banknotenunion, und nicht in einer Währungsunion. Und es sei nicht die Frage ob, sondern wann der Euro zerfallen wird. Das behauptet Prof. Dr. Thomas Mayer vom Vermögensverwalter Flossbach von Storch in einem aktuellen Vortrag. Sein Thema heißt Italien. BIP und Industrieproduktion in Italien sind nachweislich seit der Finanzkrise rückläufig. Das Land könnte eine neue Parallelwährung als großes Erpressungspotenzial gegen die Euro-Partner in Aussicht stellen. Die Euro-Partner würden dazu getrieben werden Italien zu finanzieren, damit der Euro nicht untergeht. Italien habe derzeit schlicht keine Möglichkeit der Währungsabwertung, um hierüber seine Wettbewerbsfähigkeit für die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Es werde also zwangsläufig etwas in Italien passieren. Professor Mayer bietet auch hochinteressante Lösungsansätze für die Eurozone, wobei die EZB eine entscheidende Rolle spielt. Bitte den Vortrag schauen ab Minute 2:20.

Italien EU
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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